'Inzucht der Eliten'

Hallo!

Ich denke überhaupt nicht, daß Bildung und soziale Herkunft absolut aneinander gekoppelt sind und damit jeder „verdammt“ ist nur in seinen „Kreisen“ zu bleiben!

Es gibt genug Beispiele- bei denen -wie Du ja auch schon erwähnt hast-- Akademiker aus Arbeiterfamilien kommen…wie umgekehrt.

Was ich ausdrücken wollte ist, daß es mit Förderung zu tun hat und es wohl leichter fällt, wenn man mehr Geld und Zeit dafür zur Verfügung hat.
Das es immer noch vom Einzelnen abhängt…ob er das tut, wenn er Geld hat-- oder sich auch mit Vollzeitjob noch die Mühe macht mit seinem Kind zu üben-- ist klar!

Für mich bleibt es dabei, daß es um die Förderung des Kindes geht…und den Einsatz, den die Erwachsenen hintendran bringen.

Thema war ja Intelligenz und ich ende dann wieder mit meinem allerersten Satz: Albert Einstein brauchte für seine Kapazität auch die Möglichkeiten.

kitty

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Hallo Jenna,

Wie bereits mehrfach geschrieben habe, die Intelligenz, um in
die Elite aufzusteigen, ist nicht ererbt sondern ergibt sich
aus den sozialen Bedingungen.

nun - aus den sozialen Bedingungen ergibt sich für mich nicht per se Intelligenz. Vielmehr geben die sozialen Bedinungen vor, was für Mittel eingesetzt werden, um die fehlende Intelligenz ausgleichen zu können. Meint

Aquilegia A.

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Hallo

Es fehlt den bildungsfernereren Schichten nicht an vergleichbar hoher angeborener Intelligenz. Die ist genauso hoch wie in allen anderen sozialen Schichten.
Die Umweltbedingungen der einzelnen Sozialschichten sind jedoch völlig unterschiedlich. Sozial niedrigere Schichten müssen fehlendes Wissen/Kompetenzen und das richtige Zueinander-Inbeziehung-Setzen selbstständig erlernen, wenn sie gleichziehen wollen.
Das angeborene Intelligenzniveau der einzelnen Schichten unterscheidet sich nicht voneinander. Selbst folgerichtiges Denken ist erlernbar und steht dann in Wechselwirkung mit Wissenselementen, Motivation, Werten, finanziellen Mitteln.

Jenna

Hallo Jenna,

ich lese aus deinen Beiträgen heraus, dass du 1. Förderung mit
Hausaufgabenhilfe und Büchern gleichsetzt.

nein, das tue ich nicht.
Es ist aber _ein Element_ davon (nicht mehr), aber auch ein wichtiges.
Ich finde es sogar sehr wichtig, dass Kinder ihre Hausaufgaben so selbstständig wie möglich erledigen (Übungseffekt!).

Ich spreche da eben nicht von „Hausaufgabenhilfe“ im Sinne von „die Eltern machen die Hausaufgaben“, sondern schlichtweg mal eine Anregung geben, eine Hilfestellung im Sinne von Abfragen, eine Zusatzinformation, Tipps bzgl. Lernstrategien, dem Kind überhaupt Zeit für ungestörte Hausaufgaben lassen… Vokabelabfragen bei einem Fünftklässler finde ich nicht übertrieben, ebenso nicht vernünftige Hausaufgabenzeiten (sondern notwendig), und wenn die Eltern dies nicht leisten können, ist das Kind definitiv im Nachteil.

Das ist nur eingeschränkt haltbar. Es werden viele andere
Informationen von den Eltern weitergegeben, die evtl. nichts
mit deinem Bereich zu tun haben, auch emotionale Komponenten
(Emotionale Stabilität, Verhältnis zum Kind und zig andere
Dinge), Werte usw

Definitiv! Diese Dinge sind sogar sehr wichtig.

Auch wenig gebildete Eltern können ihrem Kind Dinge vermitteln wie „Anstrengung lohnt sich“, saubere Arbeitsweise, Verlässlichkeit etc. und können ihnen eine emotionale Stabilität mitgeben.
Wäre ja auch seltsam, wenn dies nur gebildete Eltern könnten.

Ich bezog mich aber auf Dinge, die von gebildeten Eltern tendentiell _mehr_ weitergegeben/geleistet werden können.
Und das sind eben die genannten Dinge: Wissen vermitteln, (Schul-)Bildung einen hohen Wert zumessen (und somit: Hausaufgaben nd Lernen in Ruhe erledigen lassen, eine geeignete Schulform wählen und nicht mit „Hauptschule geht am schnellsten und mit weniger Anstrengung“ argumentieren, bei „Durchhängern“ ermutigen und an Lösungen arbeiten statt vorschnell das Kind an einer niedrigeren Schulform anzumelden).
Das sind alles Dinge, die - bei gleicher Intelligenz - die Chance auf einen Gymnasiumsbesuch, ein gutes Abitur, ein Stipendium… erhöhen.

Bücher setze ich auch nicht mit Förderung gleich - aber es ist schon sehr sinnvoll und hilfreich, Kontakt zu Büchern zu haben, zu wissen was man daraus lernen kann etc.
Spätestens im Studium wird es der (egal aus welcher Schicht kommende) „Büchermeider“ schwer haben,
und anders herum wird ein Kind, das Bücher liebt, damit kompensieren können, was die Eltern einem an Wissen nicht vermitteln können.

  1. du glaubst, dass du eine hohe angeborene Intelligenz hast
    und übersiehst die Komplexität von Bedingungen des
    Aufwachsens.

Nein, das übersehe ich gar nicht. Sorry, wenn das so rüberkam.

Mir ist sehr bewusst, was wozu einen gewissen Anteil hatte:
Meine Eltern sind nicht sonderlich gebildet (was sie aber zu keinen schlechten Eltern macht!), zu den „Bedingungen des Aufwachsens“ gehörte aber auch, dass es zu Hause viele Bücher gab (zwar eher Unterhaltungsliteratur und ein paar Nachschlagewerke, aber ich lernte so früh: Es gibt Nachschlagewerke, und wenn einem die Eltern etwas nicht erklären können, kann man Bücher zu Rate ziehen! Sein Taschengeld in Bücher zu investieren lohnt sich!), dass mir Dinge wie „Anstrengung lohnt sich“, sauberes Arbeiten etc. vermittelt wurden.
Das half mir natürlich weiter, ich habe mir Bücher gekauft etc.

Aber: Vieles, etliches, das man sich dann aus Büchern anliest, bekommt ein Kind von Eltern, die selbst viel Wert auf Bildung legen, eher nebenbei mit oder kann auch mal nachfragen. Ich hab’ z.B. oft x (selbstgekaufte) Bücher wälzen müssen, um zu verstehen, wozu ein bestimmtes mathematisches Symbol bedeutet, hab’ mich oft gefragt was ein in einem Buch auftauchender lateinischer Spruch bedeutet… ein Kind gebildeter Eltern hätte einfach nachfragen können.
Auch Interessensgebiete, die einen guten Eindruck machen können, werden so eher vermittelt (teils auch aufgezwungen, das ist mir bewusst).

Ist es nicht vielleicht dein ganz persönlicher Stolz dies zu
glauben, der vielleicht daraus resultiert, dass du weniger
hattest (aus deiner Sicht) aber genauso weit gekommen bist?
Verstehe mich nicht falsch, aber viele Menschen sind wie du
und glauben das.

Es ist nichts, worauf ich mir etwas einbilde.
Ich bin auch den paar Leuten, die mich unterstützt haben, _sehr_ (!) dankbar. Ich bin auch den Leuten, die mich zwar in großen Teilen nicht unterstützt haben, aber in gewissen Teilen schon, dafür dankbar.

Ich sag’ nur klipp und klar, dass man mit weniger Bildungshintergrund des Umfelds (v.a. Eltern) oft deutlich mehr fürs gleiche Ziel leisten muss und - um dies leisten zu können - häufig mehr an Intelligenz mitbringen muss. An Durchhaltewillen, Fleiß etc. sicher auch, nur reicht dies allein nicht.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Jenna,

da mich das Thema auch recht beschäftigt, möchte ich ebenfalls einige Gedanken als meinen Senf dazu geben.

Eine Differenzierung nach erblichen und milieubezogenen Einflüssen zur Intelligenz scheint sehr schwierig zu sein, wie aus dem folgenden Link hervorgeht:

http://wapedia.mobi/de/Intelligenz

Davon möchte ich folgende Feststellung zitieren, da sie gut zum Thread paßt:

„Turkheimer hat darauf hingewiesen, dass bei der Erblichkeit der Intelligenz die soziale Klasse eine große Rolle spiele. Während Intelligenz in der Mittelschicht zu einem großen Teil erblich sei, sei sie dies in der Unterschicht nicht. Der Grund: Die schlechten Umweltbedingungen in der Unterschicht führten dazu, dass die Kinder ihr genetisch vorgegebenes Potential nicht entwickeln konnten. Auf einer Skala von 0,00 bis 1,00 sei der IQ in der Mittelschicht zu 0,72 von den Genen bestimmt, in der Unterschicht jedoch nur zu 0,10, so Turkheimer“

Ich habe auch den Eindruck, daß es so etwas wie zwei Lager oder Denkschulen gibt, von denen eine das Hauptgewicht auf Umwelteinflüsse legt und die andere die Vererbung für wichtiger hält, und das scheint mir eine Folge der Schwierigkeit zu sein, zwischen beiden zu differenzieren. Eindeutig dominiert heute das „genetische“ Lager.

Es scheint mir einen Zusammenhang zu geben zwischen der geringer gewordenen sozialen Durchlässigkeit, den so groß gewordenen sozialen Unterschieden und der eben erwähnten Dominanz der Genetik. Es ist als wenn die hier die Naturwissenschaft nicht wertneutral ist, sondern den derzeitigen gesellschaftlichen Status quo rechtfertigen soll: Unten und Oben als naturgegebenes Ergebnis von Vererbungsgesetzen.

Das war nicht immer so. Seit mindestens hundert Jahren gibt es hier einen langsamen Wechsel der vorherrschenden Denkrichtung. Es gab also Zeiten, in denen umweltbedingten Einflüssen mehr Gewicht beigemessen wurde. Ich denke dabei an die 1920er Jahre und dann an die 1960-70er Jahre, wo man auch stärker versucht hat, eben auf diese Umwelt Einfluß zu nehmen, und wo gesellschaftspolitisch mehr im positiven Sinne weiterentwickelt wurde. Als Beispiel nenne ich hier nur das Rote Wien.

Die letzte Epoche mit stärkerer Betonung der Genetik? - das ist tatsächlich die Zeit des Nationalsozialismus.

Grüße,

I.

Hallo Jenna,

Du schreibst :

Aber die Eliten bleiben eh und je unter sich.

Das habe ich auch festgestellt.

Die Leistungsfähigkeit, um Politiker, Arzt, Jurist, Professor
der Literaturwissenschaft zu werden, braucht also keine
Hochbegabung sondern einen Menschen der in seinem Umfeld
frühzeitig gefördert wird.

Es ist nicht nur „Förderung“, sondern ganz wesentlich auch (in sehr vielen Fällen) der Anspruch, „was Besseres sein zu wollen“.

Mir bekannte Beispiele :
Eine ehemalige Schulkameradin, deren Vater Manager einer bekannten niederländischen Firma und deren Mutter die Sekretärin des Managers gewesen war (bevor sie den Manager geheiratet hatte), wollte unbedingt Ärztin werden, obwohl sie auf dem Gymnasium zweimal sitzen geblieben war, im Abitur einen Notendurchschnitt von 2,5 war und das Zahnmedizinstudium für sie so schwierig war, dass sie bei jeder Prüfungsvorbereitung weinte und ihre Mutter anrief, dass sie nicht mehr könne. Irgendwie schaffte sie das Studium, ihr Vater kaufte ihr ein Haus und richtete ihr eine Zahnarztpraxis ein. Sie konnte sofort mit der Arbeit loslegen.
(Als Niederländerin hatte sie mit dem mittelmäßigen Notendurchschnitt in der BRD einen Studienplatz für Zahnmedizin bekommen.

Die drei Schwestern dieser Zahnmedizinstudentin studierten ebenfalls. Alle wollten „etwas Besonderes“ werden : Ärztin, Psychologin, Betriebswirtin.
Das Streben, „unbedingt was Besseres sein zu wollen“, kam ursprünglich vor allem von ihrer Mutter. Die war gar nicht so sehr gebildet, war nur Hausfrau (zuvor Chefsekretärin), hatte aber einen sehr, sehr hohen Anspruch.

Sehr viele Menschen aus „besserem Hause“ haben den Drang, „Was Besseres“ zu sein. Sie werden es auch, aber in vielen Fällen nicht aufgrund einer hohen Intelligenz, sondern aufgrund des Einflusses ihrer Eltern.

Was viele Leute als „Elite“ bezeichnen hat mit „Elite“ nicht viel zu
tun. Ein Zahnarzt z.B. ist im Grunde nur ein Handwerker. Alles andere bildet er sich ein.

Ich könnte noch mehr Beispiele nennen.

Einige meiner Mitschülerinnen auf dem Gymnasium, die Medizin oder Mathematik studiert haben, waren z.B. Einzelkinder, ihre Eltern in sehr guten finanziellen Verhältnissen und gebildet.
Die Intelligenteste in unserer Jahrgangstufe (Mathematik, Physik, Chemie meistens Note 1) studierte Mathematik. Ihr Vater war Bauingenieur und sie war Einzelkind. Und nebenbei weit, weit weg von der Profilneurose, wie sie viele zukünftige Ärzte/Ärztinnen und Juristen vor ihrem Studium, während ihres Studiums und nach ihrem Studium an den Tag legten.

Gruß
Angelika

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Hallo Jenna

Die Wissenschaft noch lange nicht in der Lage solche Aussagen
über die Vererbung von Intelligenz zu machen.

Dazu braucht es keine wissenschaftlichen Studien. Genetisch bedingte Eigenschaften und Fähigkeiten sind natürlich vererbbar.
Bei der Zucht von Tieren ist es z.B. möglich vorhandene Eigenschaften zu verstärken oder abzuschwächen.
Sicherlich ist überdurchschnittliche Intelligenz im gewissen Maße vererbbar und wenn man eine Zucht über viele Generationen nach diesem Merkmal durchführen würde, könntest du einen hochintelligenten Menschenstamm züchten. Nur wurde dies nie gemacht.

Intelligenz ist bei einem Aufstieg in eine menschliche Elite nicht hinderlich. Sie ist aber nur ein Aspekt unter Vielem und auch nicht der Dominanteste.
Ein plattes Beispiel: Du suchst in der Deutschen Bank die intelligentesten Mitarbeiter. Wo würdest du anfangen? Würdest du vom Vorstand angefangen die Führungskräfte mustern? Würdest du nach dem Gehalt gehen?
Ich vermute eher, dass du zunächst in den Abteilungen suchen würdest, die die schwierigsten geistigen Anforderungen hat, z.B. bei den Mathematikern oder den Analysten.
Du kämst dann zwar zu gut verdienenden Leuten, aber eben nicht zu DER Elite.

Es handelt sich bei Aussagen wie von dieser Studienstiftung
einfach um Versuche angeblich möglichst wissenschaftlicher
Begründungen, warum die Elite unter sich bleiben soll. Da geht
es nicht um Wissenschaftlichkeit sondern um Durchsetzung
eigener Interessen.

Könnte sein.

Gruß
Carlos

hi

Die drei Schwestern dieser Zahnmedizinstudentin studierten
ebenfalls. Alle wollten „etwas Besonderes“ werden : Ärztin,
Psychologin, Betriebswirtin.

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass diese Berufe für Menschen, die aus dem Umfeld kommen, eben nichts „Besonderes“ sind. Sie kennen die Eltern, sie kennen die Freunde und Bekannten der Eltern, und die stammen natürlich alle aus einem ähnlichen Umfeld, da man sich als Freunde und Bekannte ja auch Leute aussucht, mit denen man Gemeinsamkeiten hat.
Insofern wächst man in die Berufe, die du hier als „besonders“ bezeichnest, einfach so rein.
Meine beiden Eltern sind z.b. Musiker, meine 2 Geschwister haben wie ich Musik studiert (was sogar in den Akademikerkreisen was „besonderes“ darstellt), und das nicht in erster Linie, um besonders sein zu wollen, sondern weil das für uns halt der einfachste Weg war. Wir kannten einfach nix anderes.

Gruß

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hallo,

Du schreibst :

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass diese Berufe für
Menschen, die aus dem Umfeld kommen, eben nichts „Besonderes“
sind. Sie kennen die Eltern, sie kennen die Freunde und
Bekannten der Eltern, und die stammen natürlich alle aus einem
ähnlichen Umfeld, da man sich als Freunde und Bekannte ja auch
Leute aussucht, mit denen man Gemeinsamkeiten hat.
Insofern wächst man in die Berufe, die du hier als „besonders“
bezeichnest, einfach so rein.

Das, was Du meinst, kommt sehr oft vor !

Es gibt sehr viele Menschen, welche die Begabungen ihrer Eltern bzw. eines Elternteils haben und außerdem Spaß an best. Beruf haben.

Es gibt aber auch Menschen, die eigentlich wenig Talent für ein bestimmtes Studium und/oder einen best. Beruf haben, aber um jeden Preis „was Besseres“ sein wollen. In dem Fall der ehemaligen Mitschülerin war das so (was viele ehemalige Mitschüler bestätigen würden). Sie tat sich extrem schwer im Studium. Trotzdem zog sie es durch, zum Einen weil ihre Mutter es von ihr erwartete, zum Anderen, weil sie darauf erpicht war, „etwas Besseres“ zu sein.
Eine ihrer drei Schwestern begann auch ein Medizinstudium, hatte aber auch Probleme dabei und entschloss sich irgendwann, was anderes zu machen. Der medizinische Bereich musste es aber sein. Weder ihre Mutter noch ihr Vater hatten was Medizin zu tun.

Ein Mann, mit dem ich einige Monate zusammen war, als dieser sein Medizinstudium fast beendet hatte und in Ausbildung zum Facharzt (Psychiater) war, hatte immer Minderwertigkeitskomplexe und wollte diese durch die Berufswahl „Arzt“ kompensieren.

Die ehemalige Mitschülerin, welche Mathematik studierte, liebte die Mathematik wahrscheinlich. Sie konnte sehr gut rechnen, es machte ihr Spaß. Sie brauchte nicht unbedingt was Besseres sein.

Mein Studium (Landespflege) habe ich gewählt, weil es eine interessante Studienfächer bot. Beim Beginn des Studiums war ich mir absolut nicht bewusst, was ich mal beruflich machen werde. Ich war einfach wissbegierig, neugierig auf Vieles und wollte für mich selbst wissen, was ich kann; wollte mich ausprobieren. Das ingenieurmäßige Arbeiten machte mir sehr, sehr viel Spaß.
In meiner Familie gab es sonst keine Studierten. Ich habe also die mir gewohnte „Soziale Schicht“ verlassen. (Bin jetzt aber weder in der Einen, noch in der anderen Schicht, sondern ganz unten.)

Ich denke, dass es (diese „Elite“) sehr verschiedene Menschentypen sind …mit unterschiedlichen Beweggründen für ein Studium … .

Ich würde auch nicht grundsätzlich alle Studierten oder alle Bundeskanzler als „besonders intelligent“ ansehen. In unserem Lande kann man auch mit „nur durchschnittlicher Intelligenz“ studieren oder Politiker werden.

„Umgekehrt“ (der Begriff ist hier nicht ganz richtig) gibt es unter denen, die man nicht zur „Elite“ zählt, viele intelligente und sicher-lich auch sehr intelligente (überdurchschnittlich intelligente)Menschen. Handwerker muss es ja geben. Und wenn einige von denen sehr intelligent sind, freut es viele Menschen. Viele Handwerker meistern ihr Leben sehr viel besser als Studierte.

Gruß
Angelika

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Hallo,

wer hält wen für „Elite“ ?

Was ist „Elite“ denn wirklich ?

Sind alle Akademiker „Elite“ ?

Sind alle Studierten wirklich intelligenter als z.B. Handwerker ?

Gruß
Angelika

Dass Studenten intelligenter als Handwerker sind, würde ich bezweifeln. Es gibt sicher genug Handwerker die intelligenter als Studenten sind.
Wissen und Intelligenz müssen aber zusammenspielen, um bestimmte Berufe, die ein Studium verlangen, ausüben zu können. Ein Studium dauert natürlich viel länger als eine Berufsausbildung. Das hat aber alles nichts damit zu tun, ob sich die Intelligenz eines Menschen entfalten kann, dass ein Studium möglich ist.

ah ja…

wozu schreibst Du mir das?

Genau DAS habe ich selbst Kund getan…

Grüße
Aquilegia A.

der Begriff „fehlende Intelligenz“ hatte mich in deinem Beitrag stutzig gemacht. Welche fehlende Intelligenz, warum sollte sie fehlen???

lg, Jenna

der Begriff „fehlende Intelligenz“ hatte mich in deinem
Beitrag stutzig gemacht. Welche fehlende Intelligenz, warum
sollte sie fehlen???

Ich schrieb über Mitmenschen, die alle Mittel haben, um sich eines Mankos finanziell zu entledigen. Sogar des Mankos der Intelligenz (das war meine Antwort auf ein Posting und keine neue Erfindung von mir).

Du solltest vielleicht genauer lesen.

Viele Grüße
Aquilegia A.

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Danke, ich lese genau. Mir erscheint das Problem selbst anders. Ich würde bei den Menschen selbst nicht von fehlender Intelligenz ausgehen. Deshalb hatte ich nachgefragt. Ich setze diese Möglichkeit nicht voraus.

Schlusswort
Einen schönen Sonntagmorgen und best Grüße
an alle, die sich an der Diskussion hier beteiligt haben!

Ich finde es gut, über die unterschiedliche Positionen lesen zu können
und vor allem über auch die konkreten Erfahrungen einzelner,
die hier geantwortet haben.

Das Thema ist ein heißes Eisen, das war mir von Anfang an klar.

Als Einstieg in das Thema finde ich den Wapedia-Link von Idomeneo
sehr nützlich. Dort sind die wissenschaftlichen
Positionen aufgeführt und eine Auseinandersetzung mit den Studien.
Soll nicht davon abhalten, sich weiterhin kritisch mit diesem
Thema zu beschäftigen. Lasst euch nicht einschüchtern von irgendwelchen
(selbternannten) „Autoritäten“.

Inzucht führt meiner Meinung nach zur Degeneration…
(ich hoffe, das wird jetzt richtig verstanden)

Damit schließe ich an dieser Stelle damit ab. Zu sagen gibt es bestimmt
noch viel mehr dazu.

Jenna

Guten Morgen,

irgendwie beschränken sich m.E. die Betrachtungen auch in diesem Thread zu Unrecht auf den Inhalt des Begriffs „Intelligenz“ im Sinne der kognitiven Fähigkeiten.

Basis für „Intelligenz“ in diesem Sinne (neben einem in welcher Höhe auch immer vererbten Anteil) und ebenso für den Sozialstatus (zu Beginn ist dieser natürlich vorhanden) sowie deren Weiterentwicklung sind in erster Linie die persönlichen emotionalen Fähigkeiten und Eigenschaften (Emotionale Intelligenz, nach Goleman): Empathie, Selbstbewusstheit, Selbstmotivation, Selbststeuerung und Soziale Kompetenz. Diese Fähigkeiten sind Grundlage für (Miss-)Erfolge jeglicher Art (weshalb auch mancher „IQ-Idiot“ erfolgreich sein kann), unabhängig vom Sozialstatus (daher auch die Wechselmöglichkeiten in einen anderen Sozialstatus, nach oben oder unten).

„Intelligenz“ und Sozialstatus sind individuell beeinflussbare Größen. Nach meiner Auffassung überbewertet.

Grüße
Tommy

Hallo Jenna,

wenn nun ein Mensch z.B. ein Kunsstudium macht,
braucht er weniger „Viel Wissen“ als ein künstlerisches Talent.

Ein Kunsstudent braucht nicht besonders gut in Mathematik und Geographie sein.

So verhält es sich mit vielen (nicht allen) Berufen : Du brauchst
Wissen und Fähigkeiten in bestimmten Bereichen, kein breit gestreutes Wissen, kein enormes Wissen.

Ich erinnere mich an einen Lehramtsstudenten (Sport, Geographie), der gar nicht so viel Wissen hatte (nicht mehr als ein guter Handwerker oder Handwerks-Meister und weniger als manch ein IT-Fachmann).
Er lernte für Prüfungen und so erreichte er seinen Abschluss. Dann arbeitete er jahrelang als Tennislehrer.

Er hatte allerdings einige gute Voraussetzungen für sein Studium von zuhause aus : Liebling seiner Mutter; Mutter zielstrebig; Mutter hatte ein Geschäft und verwöhnte Sohnemann sehr; Sohnemann sah bildhübsch aus - wenn er sich selber im Spiegel sah, stieg der Dopamin-Spiegel in seinem Blut rasant an.
Natürlich waren auch viele Frauen hinter ihm her (ich eingeschlossen).

Ist es nicht so, dass ein hoher Dopamin-Spiegel die Leistungsfähig-keit (und die gute Laune) eines Menschen erhöht ?

Bei Männern erhöht sich auch die Dopamin-Produktion, wenn sie eine hübsche Frau sehen und diese hübsche Frau dem Mann auch noch Aufmerk-samkeit schenkt. Männer, die viele hübsche Frauen in ihrer Umgebung haben, werden durch dern häufigen Anblick dieser Frauen also leis-tungsfähiger !!

Es gibt so viele Faktoren, die es Menschen erleichtern können, ein Studium durchzuführen :
eine gute, fürs Denken förderliche Ernährung gehört auch dazu.

Die unterstützenden Funktionen von Eltern, Lehrern und Verwandten ist allerdings - so vermute ich - in sehr vielen/den meisten Fällen wich-tiger als das Verhandensein höherer Intelligenz.

Die unterstützenden Funktionen können ganz unterschiedlicher Art sein !!! Eine Mutter mit Hauptschulabschluss kann ihren Kindern auch sehr viel geben (manchmal sogar mehr als eine akademische Mutter, die keine Zeit für ihre Kinder hat): ein schönes Zuhause, geordnete Verhältnisse, Freiheit, Liebe, Achtung, gutes Essen.

Später beim Einstieg ins Berufsleben ist die unterstüzende Funktion der Eltern - bzw. anderer Personen - für sehr viele Studierte dann wieder wichtig.
Manch einer, der das Studium so gerade eben packte, aber während des Studiums in einer Burschenschaft war oder Eltern mit guten Beziehungen hat, der bekommt eher eine gute Arbeitsstelle als einer mit guten oder sehr guten Noten, der nicht in der Burschenschaft war und dessen Eltern einfache Leute ohne hilfreuche Beziehungen sind.

Freundliche Grüße
Angelika

Wäre Albert Einstein
denn DAS geworden, wenn er in einer Familie gross geworden
wäre, die sozial schwach war und in der es keinerlei Chance
auf Weiterbildung gegeben hätte??

Ich glaube „nein“.

Ich bin davon überzeugt, daß ein riesiger Anteil in der
Förderung der Kinder liegt!

Ich auch.

Akademikerfamilien legen einen grossen Wert darauf, daß die
Kinder möglichst denselben Weg gehen wie die Eltern es taten.

Ich vermute ebenfalls, dass das auf sehr viele Akademikerfamilien zutrifft.

Ich kenne Familien, da bekommen die Kinder Tennisstunden,
Reitstunden- Klavierunterricht…und wenn es sein muss Nachhilfestunden.

Das ist allerdings in ziemlich vielen Fällen gar nicht positiv, weil diese KInder/Jugendlichen ständig unter Leistungsdruck stehen.

Wenn man im Gegenzug dann Familien sieht, wo der Vater weniger
Geld nachhause bringt- die Frau noch mitarbeiten muss…- und
ein Kind normal so gestrickt ist, daß es nur das Allernötigste
tut ( Schule)- dann wird klar, daß natürlich der Weg für
Kinder von Eltern, die mehr fördern- ganz anders geprägt ist.

Nicht unbedingt.
Es kommt noch auf andere Faktoren an.

Fakt bleibt ja auch- man muss ein Kind an die Hand nehmen-- es braucht Führung und auch den Druck von den Eltern, damit :„getan“ wird.

Hier widerspreche ich ganz entschieden.
Ich habe weder Führung noch Druck durch meine Eltern bekommen, war aber trotzdem eine gute, oft leistungswillige Schülerin mit durchaus vielen Einsen; außerdem habe ich studiert und war auch im Studium gut. Meine Eltern haben beide nicht studiert, nicht einmal das Gymnasium besucht.

Als meine Mutter eines Tages Druck auf meinen jüngeren Bruder ausübte, er solle sich in der Schule mehr anstrengen, und als ich dann das gequälte Gesicht meines Bruders sah, sagte ich selbstbewußt zu meiner (gering gebildeten) Mutter :
„G. braucht keine guten Noten. Er wird mal ein sehr guter Handwerker.“ Das Gesicht meines Bruders entspannte sich, er lächelte glücklich.
Einmal darfst Du raten, was aus ihm geworden ist : ein sehr guter, gefragter Handwerker !

Eltern sollten ihre Kinder nicht unter DRuck setzen.
Sie sollten vielmehr sehen, was ihre Kinder gerne machen und sie dann vor allem „machen lassen“; falls sie können Vorbild sein.

Gruß
Angelika

Moin Jenna

nur weil jemand aus einfachen Verhältnissen stammt und
aufsteigt, sagt das nichts über vererbte Intelligenz aus

Habe ich auch nicht behauptet. Bin da derselben Meinung.

Motivation und Aufstiegswille können Faktoren sein.

So ist es.
:Gerade bei den ‚klassischen‘ Studiengängen (Jura, Medizin,

Literatur/Kunst)
ist ein enormes Wissen Voraussetzung. In dem Artikel aus dem
Uni Spiegel wird darauf eingegangen. Kinder die diese
Studiengänge wählen, bringen entsprechende
Wissensvoraussetzungen schon aus dem Elternhaus mit.

Kann ich nicht bestätigen.

verkümmert die angeborene, jedem
Menschen eigene Denkfähigkeit oder wird sie befördert.

Das ist wesentlich, da stimme ich dir zu. Aber es kann nur das Maß an Intelleigenz gefördert werden, welches (per Erblanlage) vorhanden ist.
Gruß,
Branden

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