Hallo Heinrich,
Vor gar nicht allzu langer Zeit - ich erinnere mich gut daran
- wurde ziemlich gewettert, was für ein hanebüchener Unsinn es
sei, mitten im Sommer in Berlin das Reichstagsgebäude
einzuhüllen (Christo & Frau). Dann kamen zigtausende und
machten daraus ein Riesen-Happening. Berlin verdiente gutes
Geld an diesen „Kunst-Touristen“. Und nachher, als der
Reichstag wieder ausgepackt wurde, fanden es alle schade, dass
es schon vorbei war.Anderes Beispiel: In den Sechzigern gab es in Hannover einen
Mordsterror, als die Nanas von Nicki de Saint-Phalle in der
Stadt aufgestellt wurden (und dafür Geld bezahlt werden
musste). Die merkwürdigen Menschenrümpfe, so grell und poppig
angemalt, das war doch keine Kunst - das war auffällig
plazierter Pop-Schrott. Und vermutlich würde sich die ganze
Welt über Hannover totlachen ob dieser eigenartigen Figuren.
So die Meinung damals. Versuch mal heute, die Bürger Hannovers
dazu zu bringen, die Nanas zu verschrotten. Du würdest aus der
Stadt geprügelt.
Beide Beispile haben mit diesem „Denkmal“ überhaupt nihts zu tun. Bides war „Kunws“ (mein Geschmack war´s nich, aber die Geschmäcker sind zum Glück unterschiedlich).
Doch hier in Berlin handelt es sich um ein politisches Machwerk. Ich stelle mir ml vor, GB würde auf dem Trafalgar Square ein ähnliches Ding hinstellen: zum Gedenken der Untaten der Briten an den Buren, Indern…
Oder die US-Regierung würde sich überlegen, vor dem Weissen Haus ein Denkmal für die 30 Millionen ermorderter Indianer errichten. Vielleicht sogar für Wounded Knee. Oder der 300.000 Deutschen, die sinnlos aus reiner Mordgier in Dresden verbrannt wurden.
In jedem Fall gäbe es einen Volksaufstand
Warum gibst du den Stelen nicht einfach eine Chance?
Weil sie gutes Geld, das man wesentlich besser einsetzen könnte (z.B. für politisch Verfolgte auf der ganzen Welt),verschwendet. Noch dazu für ein Thema, das vielleicht nach Israel passen würde, aber nicht nach D. Es ist vorbei! Es ist Geschichte! Und das Wort Gschichte sagt es schon: nicht vergessen, doch vorbei.
So wie der dreißigjährige Krieg, so wie Dresden, so wie tausender zu Tode gefolterter deutscher Frauen in Tschechien.
Nicht vergessen, doch vorbei. Mahnung der nachfolgenden Generationen, daraus zu lernen.
Auf alle Fälle kein Grund umm Reibach machen.
Grüße
Raimund
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