Hallo,
bei meinem letzten Bibliotheksbesuch habe ich mir auch ein Büchlein von Isabel Allende mitgenommen und es mittlerweile etwa zur Hälfte gelesen: „Im Reich des Goldenen Drachen“; offenbar eine locker verknüpfte Fortsetzung einer ähnlichen Geschichte („Die Stadt der wilden Götter“).
Angesichts des Rufes, den diese Autorin (von der ich bislang noch nichts gelesen habe) genießt, bin ich nun etwas - gelinde gesagt - irritiert. Das ist doch blanke Kolportage - und das ohne jede erkennbare Spur von Ironie oder Persiflage, wie etwa in Bodo Kirchhoffs wirklich spassigem „Schundroman“. Als ‚Kinderbuch‘ wird es im Klappentext auch nicht deklariert. Handelt es sich da womöglich um eine nachträglich ausgegrabene Jugendsünde? Oder wird Frau Allende einfach nur überschätzt? Ich weiss, ich könnte mir natürlich ‚Das Geisterhaus‘ ausleihen und mir zumindest die letzte Frage selbst beantworten … Trotzdem, bevor ich das tu - irgendwelche erhellenden Kommentare dazu?
warum so wenig Vertrauen an seine eigene (=deine) Urteilskraft?
Gruß
bei meinem letzten Bibliotheksbesuch habe ich mir auch ein
Büchlein von Isabel Allende mitgenommen und es mittlerweile
etwa zur Hälfte gelesen: „Im Reich des Goldenen Drachen“;
offenbar eine locker verknüpfte Fortsetzung einer ähnlichen
Geschichte („Die Stadt der wilden Götter“).
Angesichts des Rufes, den diese Autorin (von der ich bislang
noch nichts gelesen habe) genießt, bin ich nun etwas - gelinde
gesagt - irritiert. Das ist doch blanke Kolportage - und das
ohne jede erkennbare Spur von Ironie oder Persiflage, wie etwa
in Bodo Kirchhoffs wirklich spassigem „Schundroman“. Als
‚Kinderbuch‘ wird es im Klappentext auch nicht deklariert.
Handelt es sich da womöglich um eine nachträglich ausgegrabene
Jugendsünde? Oder wird Frau Allende einfach nur überschätzt?
Ich weiss, ich könnte mir natürlich ‚Das Geisterhaus‘
ausleihen und mir zumindest die letzte Frage selbst
beantworten … Trotzdem, bevor ich das tu - irgendwelche
erhellenden Kommentare dazu?
warum so wenig Vertrauen an seine eigene (=deine)
Urteilskraft?
Hallo peet,
ich habe durchaus den Mut, mich nicht nur meines eigenen Verstandes zu bedienen , sondern auch meinem Geschmack zu vertrauen. Das Dilemma ist - einerseits suche ich, vorschnelle Urteile zu vermeiden, andererseits vergeude ich nur ungern Zeit.
Meine Frage ist also - um dies zu verdeutlichen - an Personen gerichtet, die anders als ich schon mehrere Bücher dieser Autorin gelesen haben. Ginge der Tenor der Kommentare in die Richtung, ‚Im Reich des Goldenen Drachen‘ sei typisch für diese Autorin, könnte ich mein ‚Projekt Allende‘ einigermaßen guten Gewissens als abgeschlossen betrachten - es gibt so viele gute Bücher, die des Gelesenwerdens noch harren … Ginge die Meinung eher in Richtung ‚Formtief‘ oder ‚schöpferische Krise‘, wäre eine zweite Chance durchaus noch drin.
Freundliche Grüße,
Ralf
P.S.: wie ich mittlerweile in den amazon-Rezensionen gelesen habe, scheint der Schmöker tatsächlich als Jugendbuch gedacht zu sein. Die Ausgabe bei Hanser scheint - anders als meine Suhrkamp-Ausgabe - einen solchen Hinweis zu enthalten. Das entschuldigt zwar einiges, aber nicht alles …
deinen Ansatz mit der Zeitvergeudung halte ich für sehr vernünftig, es gibt wahrhaftig viele gute Bücher, die auf Dich warten(mindestens eins fällt mir spontan ein).
Ich habe, neben „Geisterhaus“, noch zwei weitere Bücher von Allende gelesen, Titel habe ich vergessen, lohnte auch nicht, damit habe ich dann „das Projekt Allende“ abgeschlossen.
Das Geisterhaus finde ich dagegen sehr schön. Farbenprächtige südamerikanische Erzählkunst(wie es immer so heißt), eine runde, in sich stimmige Story.
Wenn Du es magst, kann ich Dir noch Gabriel Garcia Marquez empfehlen(Hundert Jahre Einsamkeit), das ist aber nicht so gefühlvoll-träumerisch-traurig-tröstend-schön, wie das „Geisterhaus“, sondern eher atemberaubend-abgründig-erschreckend-komisch-phantastisch-fesselnd-genial.
Hallo Anna,
danke und ein Sternchen für den Kommentar. Mit dem Hinweis auf Márquez hast Du allerdings eine Eule nach Athen getragen - dass Allende als weibliche Vertreterin des Magischen Realismus gerühmt wurde, hat mich überhaupt erst auf sie neugierig gemacht.
Hallo Ralf, erhellenden Kommentar kann ich Dir leider nicht bieten.
Aber ich war ebenfalls reichlich irritiert, obwohl ich I. Allende’s Erzählkunst im allgemeinen schätze. Bücher, die mir wertvoll wurden, bewahre ich grundsätzlich auf, die anderen gebe ich her: Dieses habe
ich zum Altpapier gegeben. Gruss, Eva
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Danke
Hallo,
leider scheint sich weiter niemand mehr zur Sache äußern zu wollen. Also abschließend auch noch an Eva meinen Dank. Mein Fazit: das Geisterhaus wird auf meiner ‚to-do-list‘ bleiben; Annäherungen an diese Autorin über andere Werke werde ich mir allerdings ersparen.
Vielleicht liefere ich dann demnächst mal einen Verriss (oder eine Lobeshymne) über das Geisterhaus hier ab .
leider scheint sich weiter niemand mehr zur Sache äußern zu
wollen. Also abschließend auch noch an Eva meinen Dank. Mein
Fazit: das Geisterhaus wird auf meiner ‚to-do-list‘ bleiben;
Annäherungen an diese Autorin über andere Werke werde ich mir
allerdings ersparen.
Dank auch dir, denn ich muß meine Zeit nicht mit der Lektüre diese Buches verplempern!
Habe es mir kürzlich aus dem Bauch heraus gekauft. So kann man seinem Bauch trauen! *gg* Nein, es war die Buchbeschreibung die mich ansprach.
Meine Frau hat es gelesen und sich gewundert wie ich so einen „seichten Käse“ (Originalzitat) kaufen kann! Hat mich erstaunt, aber deine äquivalente Beurteilung hat mich nun doch überzeugt.
Vielleicht liefere ich dann demnächst mal einen Verriss (oder
eine Lobeshymne) über das Geisterhaus hier ab .
Da könnte ich mitreden, denn das habe ich gelesen und auch „Von Liebe und Schatten“!