Ischias Schmerzen beim Liegen

Seit einigen Monaten habe ich sehr starke Ischias Schmerzen, sobald ich im Bett liege. Der Arzt meint, ich solle weiter Schmerztabletten nehmen - mehr könne man nicht tun. CT wurde gemacht, aber ohne Befund. Physiotherapie hat nicht geholfen.

Die Schmerzen ziehen sich vom Kreuz über den Po und dann in den linken Unterschenkel (Oberschenkel schmerzen nicht) - ein total ekliger Schmerz. Seit Monaten schlafe ich nur noch mit Unterbrechungen, nach einer Stunde erwache ich, muss herumgehen, ca. 30 Minuten warten, dann ist der Schmerz weg. Sobald ich mich hinlege, beginnt alles wieder von vorne. Eine neue Matraze habe ich gekauft - nützt auch nichts.

Wer kann mir einen Ratschlag geben? Ich weiss kaum mehr, was ich tun soll, denn immer starke Medikamente zu nehmen ist für mich keine Lösung.

Vielen Dank für Euere Mühe!

Hallo,

zu Deinen Beschwerde müßte man erst einaml wissen: Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Vorerkrankungen und ob die Beschwerden einseitig, beidseitig oder wechselnd auftreten. Wenn es tatsächlich der Ischias-Nerv ist, gibt es eine Ursache. Sie muß nur gefunden werden. Ein CT der Wirbelsäule (?) ist allein nicht ausreichend. Eine Kernspintomografie und weitere Diagnostik können Klarheit in die Angelegenheit bringen. Am besten läßt Du dir eine Einweisung geben und suchst eine orthopädische Klinik auf.

Gute Besserung.

zu Deinen Beschwerde müßte man erst einaml wissen: Alter,
Geschlecht, Größe, Gewicht, Vorerkrankungen und ob die
Beschwerden einseitig, beidseitig oder wechselnd auftreten.
Wenn es tatsächlich der Ischias-Nerv ist, gibt es eine
Ursache. Sie muß nur gefunden werden. Ein CT der Wirbelsäule
(?) ist allein nicht ausreichend. Eine Kernspintomografie und
weitere Diagnostik können Klarheit in die Angelegenheit
bringen.

Das würde ich ja auch so sehen. Aber:

Am besten läßt Du dir eine Einweisung geben und
suchst eine orthopädische Klinik auf.

Warum stationär? Erst recht dann, wenn bisher nichts anderes gelaufen ist, als ein CT und Schmerztabletten? Das wäre dann in meinen Augen der Moment, wo die Stichworte Effizienz und Ökonomie angebracht sind.

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Seit einigen Monaten habe ich sehr starke Ischias Schmerzen,
sobald ich im Bett liege. Der Arzt meint, ich solle weiter
Schmerztabletten nehmen - mehr könne man nicht tun. CT wurde
gemacht, aber ohne Befund. Physiotherapie hat nicht geholfen.

Was war das denn für ein Arzt? Ich würde einen Wechsel ins Auge fassen. Guter Orthopäde oder Neurochirurg (allerdings keiner, der das gezückte Skalpell im Kittel hat. Jemanden suchen, der auch ausreichend konservative, also nicht-operative Therapien im Angebot hat)

Wer kann mir einen Ratschlag geben? Ich weiss kaum mehr, was
ich tun soll, denn immer starke Medikamente zu nehmen ist für
mich keine Lösung.

Es lohnt auf jeden Fall, am Ball zu bleiben. Nicht zu unterschätzen ist bei solchen Beschwerden auch das Problem des chronifizierten Schmerzes. Also ein weiterer Grund, das nicht auf die lange Bank zu schieben.

Ökonomie und Effizienz. Völlig korrekt. Das Problem liegt m. E. in der Budgetierung. Bin kein niedergelassener Arzt, jedoch soviel ich weiß, müssen die, die ihr Budget überschreiten, dies z. T. selbst bezahlen. Katastrophal für alle. Liegt am System. Kliniken mit vorhandener Möglichkeit zur Diagnostik haben diese Beschränkung nicht. Können also aus dem Vollen schöpfen. Für den Hausarzt ökonomischer. Für die Klinik (hoffentlich) profitabel. Für den Patienten effizient.
Und im Hinblick darauf, daß viele Leute mit geringsten, z. T. wochenalten, Beschwerden die Notaufnahme der Klinik aufsuchen, m. E. auch gerechtfertigt. Denn hier hat jemand echte Beschwerden und nicht bloß juckende Fußsohlen o. ä.

Nochmal: Du hast vollkommen Recht. Das System ist falsch. Und P. Rösler weiß es offenbar nicht. Oder ist in seine Lobby verstrickt.

Ökonomie und Effizienz. Völlig korrekt. Das Problem liegt m.
E. in der Budgetierung. Bin kein niedergelassener Arzt, jedoch
soviel ich weiß, müssen die, die ihr Budget überschreiten,
dies z. T. selbst bezahlen.

Nicht, wenn es um sinnvolle Diagnostik geht.

Katastrophal für alle. Liegt am
System. Kliniken mit vorhandener Möglichkeit zur Diagnostik
haben diese Beschränkung nicht. Können also aus dem Vollen
schöpfen.

Ähm… so ganz genaue weißt du aber auch nicht, wie sich dein Arbeitgeber finanziert? Mich würde wirklich interessieren, an welcher Klinik du arbeitest. Die Zeiten, wo Kliniken mal eben diagnostisch „aus dem Vollen“ schöpfen inkl. voll geschöpfter Großgerätebelegung sind lang vorbei.

Für den Hausarzt ökonomischer.

Du meinst, solche Symptome gehören in die Hände eines Hausarztes? Wohl kaum.

Für die Klinik (hoffentlich) profitabel.

Sicher nicht! Mich wundert, dass dir der Begriff der Fallpauschale noch nicht untergekommen ist. Und wenn ja, scheinst du das Prinzip dahinter nicht verstanden zu haben.

Für den Patienten effizient.

Was ist daran effizient? Der „normale“ Patient jedenfalls will nicht überflüssig stationär aufgenommen werden. Der „normale“ Patient möchte so viel Untersuchung wie nötig - aber auch nicht mehr.

Und im Hinblick darauf, daß viele Leute mit geringsten, z. T.
wochenalten, Beschwerden die Notaufnahme der Klinik aufsuchen,
m. E. auch gerechtfertigt. Denn hier hat jemand echte
Beschwerden und nicht bloß juckende Fußsohlen o. ä.

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Nur weil eines falsch ist, ist etwas anderes falsches nicht rechtfertigt. Eine stationäre Aufnahme ohne vorherige mögliche ambulante Diagnostik ist ökonomischer (und med.) Schwachsinn! Und dann jammern, dass nicht genügend Geld im System ist!

Nochmal: Du hast vollkommen Recht. Das System ist falsch. Und
P. Rösler weiß es offenbar nicht. Oder ist in seine Lobby
verstrickt.

Klar. Sparen sollen immer nur die anderen.

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Mir hat schon eine Art Stufenbett geholfen: Hartes dickes Kissen unter Füße bis Knie, so dass Hüft- und Kniegelenk jeweils fast einen rechten Winkel bilden.
Nach ein paar Tagen war dann der Ischias weg. Ob er ohne diese Maßnahme geblieben wäre, weiß ich natürlich nicht.
Udo Becker

Deine Meinung ehrt Dich. Sehe ich eigentlich genauso.
Aber:

Diagnostisch aus dem Vollen schöpfen kann eine Klinik, wenn die Apparate da sind und das Personal so oder so vorhanden ist und bezahlt werden muß. Also keine zusätzlichen Kosten außer vielleicht Strom.

Fallpauschalen gibt es seit langem nicht mehr, abgelöst worden durch den Begriff DRG (Diagnosis Related Groups), in denen das Entgelt durch einerseits die Hauptdiagnose und erschwerende Nebendiagnosen, andererseits durch erfolgte Leistungen wie z. B. OPś, Dialyse, verwendete Materialien (z.B. Stents) oder Diagnostik erfolgt. Dazu kommen spezielle Leistungen wie Isolierung von Patienten und damit verbundener erhöhter Pflegeaufwand.

Der Sinn einer stationären Aufnahme liegt in der umfassenden und zeitsparenden Diagnostik mit der gleichzeitigen Therapiemöglichkeit. Aus medizinischer Sicht ist Zeit wertvoll, weil sich möglicherweise das Zeitfenster zur sinnvollen Therapie schließt und der Patient dadurch Nachteile hat. Und sie ist wertvoll, weil die Klinik gezwungen ist, ökönomisch zu handeln und sich keine Leerlaufzeit erlauben kann. Das nenne ich Effizenz.

Und die Hausärzte: Alles andere als ungebildete Idioten. Sind hervorragend ausgebildet und haben z. T. jahrzehntelange Erfahrung. Können unterscheiden zwischen dringlich und weniger dringlich. Stellen in der weitaus größten Zahl der Fälle die richtigen Weichen. Sind also auch bei schwierigen Fällen erster Anlaufpunkt!

Aber das alles gehört eigenlich nicht hierher. Bin gerne bereit zu einen Diskussionsrunde mit dem Thema Krankenhaus - Patient - Arzt. was läuft falsch?