Isdn-Leitung 'missbrauchen'

Moin ihr Technikgurus,

da bei einem PC in unserem Haus das Wlan auf Teufel komm raus nicht zuverlässig funktioniert, würde ich gerne nebenstehende ISDN-Leitung missbrauchen (der PC geht momentan über ISDN ins Netz). Die ISDN-Leitung ist vieradrig, also Netzwerk darüber wäre kein Problem…wenn da nicht noch das Terrorfon wäre.

Möglichkeit 1:
Ich baue eine Umschaltbox, die zwischen Telefon und PC umschaltet.

Möglichkeit 2:
Ich schließe das Netzwerkkabel direkt an der zweiten ISDN-Buchse an.

Im Keller hätte ich dann folgendes vor:

An der Isdn-Anlage hängt das 4-adrige Kabel(und noch eins von einem zweiten ISDN-Telefon) an so Kabelsteckern an der Anlage.
Ich würde die 4 Adern abgreifen und daran eine Netzwerkbuchse hängen. An diese wiederum ein Netzwerkkabel, dass zum Switch der Wlan-Station geht.

Die Frage aller Fragen: IST DAS MÖGLICH??? Oder phracke ich damit das Telefonnetz? Oder gibt es da komplikationen mit der ISDN-Anlage, wenn da Daten vorbeikommen? Würde unter Umständen eine (kostende) Telefonverbindung aufgebaut werden? Könnte man während dem Surfen noch telefonieren (geht momentan)?

Ich stelle diese Frage, da ich nur ungern aus dem 3ten Stock extra Kabel ziehen will…

Hoffe, ihr habt mich verstanden und sagt,dass dies möglich ist.

Gruß,
Leon

??
Entweder Netzwerk oder ISDN! Beides über ein 4-adriges Kabel zusammengemixt funktioniert nicht. Ist sicherlich ein DSL-Anschluß oder?

Hallo Leon,

besser (und funktionsfähiger) ist der Anschluß von einem preiswerten Schnurlos-Telefon. Schon mal daran gedacht? Wenns nicht grade dicke Betonwände- und decken sind, durch die du durchmusst…

Eine andere Variante sehe ich nicht. Allerdings ist für ein Netzwerk ein richtiges (abgeschirmtes) Netzwerkkabel immer noch besser als die Telefonleitung (nicht abgeschirmt). Vielleicht kannst du die Antenne auch am Fenster postieren (sozusagen „verkabelt“), eventuelle auch vor dem Fenster. Im dritten Stock genau so, dann hast du keine oder nur wenige „Dämmschichten“ dazwischen.

Gruß
André

Netz). Die ISDN-Leitung ist vieradrig, also Netzwerk darüber
wäre kein Problem…wenn da nicht noch das Terrorfon wäre.

Wäre doch ein Problem. Die Einzelader von Y-(St)-Y (Telefonleitung sind erstens nur sehr schwach und zweitens nur insgesamt verdrillt. Hingegen sind die Ader sogar eines Kat5-Kabels sowohl stark paarweise, als auch noch Mal Paare miteinander verdrillt. Hinzu kommt das Fehlen des Schirmes bei der Telefonleitung.

Insofern falls überhaupt eine Netzwerkverbindung zustande kämme, wäre sie langsam, fehlerbehaftet und anfällig.

MfG

C.

Wäre doch ein Problem. Die Einzelader von Y-(St)-Y
(Telefonleitung sind erstens nur sehr schwach und zweitens nur
insgesamt verdrillt. Hingegen sind die Ader sogar eines
Kat5-Kabels sowohl stark paarweise, als auch noch Mal Paare
miteinander verdrillt. Hinzu kommt das Fehlen des Schirmes bei
der Telefonleitung.

Insofern falls überhaupt eine Netzwerkverbindung zustande
kämme, wäre sie langsam, fehlerbehaftet und anfällig.

Hallo. Schirm für Netzwerk ist nicht nötig! Siehe dazu auch Lucent (ehemals AT&T). Wenn man aber will, ist Netzwerk über Telefonleitung machbar. Braucht ja nur an der Dose 1,2,3,und6 - reicht. Aber wie gesagt, beim 4 adrigen Kabel (also2x2) ist das Mischen von Netzwerk und ISDN nicht möglich. Bei einem 4x2 Kabel wäre es einen Versuch wert…

Ok, vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich werde mir also am Wochenende ein (Netzwerkfähiges)Kabel im Baumarkt besorgen müssen und halt wirklich das erste Mal in meinem Leben Kabel ziehen…

Vielen Dank nochmals für eure Hilfe

gruß
leon

Hi,

Ok, vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich werde mir
also am Wochenende ein (Netzwerkfähiges)Kabel im Baumarkt
besorgen müssen und halt wirklich das erste Mal in meinem
Leben Kabel ziehen…

Das ist einfach: Nimm das vorhandene Telefonkabel als Zugdraht. Kaufe Dir also nicht nur LAN-Kabel (Verlegekabel) sondern auch noch mal dieselbe Menge ISDN-Kabel. Das ist nicht teuer. Dazu unbedingt noch zwei LAN-Dosen (da Du ein Verlegekabel nicht mit Steckern versehen kannst). Wenn Du Dich intersiver damit beschäftigen willst: http://www.a-s-hofem.de/Verkabelungstechnik.htm

Gruß
Stefan

P.S.: Allerdings würde mich interessieren, welcher Baumarkt LAN-taugliches Kabel führt!

Falls Du der Autor dieser Seite bist…

http://www.a-s-hofem.de/Verkabelungstechnik.htm

… würde mich interessieren, wo die strafbewährte Forderung nach beidseitiger Auflegung des Schirmes bei kleinspannung und Signalleitungen zu finden ist.

Und bei NIederspannung eigentlich auch :smile:

MfG

C.

… würde mich interessieren, wo die strafbewährte Forderung
nach beidseitiger Auflegung des Schirmes bei kleinspannung und
Signalleitungen zu finden ist.

Frag’ mich was leichteres. Ich habe das aus einem White-Paper eines Kabel-Herstellers abgeschrieben. Zwecks wegen induktiver Kopplung. Afair bezogen die sich auf die VDE 0838.

Ist’s verkehrt? Dann korrigiere ich das gerne.

Gruß
Stefan

Frag’ mich was leichteres. Ich habe das aus einem White-Paper
eines Kabel-Herstellers abgeschrieben. Zwecks wegen induktiver
Kopplung. Afair bezogen die sich auf die VDE 0838.

Nach meiner bsherigen Erfahrung führt das beidseitige Auflegen des Schirmes (und das meistens nur auf PE) bei längeren Leitungen wegen der Potentialausgleichsströme eher zu Verschlechterung. Gerade wegen der induktiven Einkopplung der Ausgleichströme.

Eine gutverdrillte Leitung und einseitiger Anschluss des Schirmes fand ich bis jetzt am besten.

Was VDE angeht, so war ich der Meinung, das es bei Kleinspannung eh Schnurz sei. Ich kann mich aber irren.

Ich privat meine nur, dass es nicht die Aufgabe der (im Allgemeinen doch recht schwachbrüstigen) Schirmlitze ist, für Potentialausgleich zwischen weitentfernten Anlagenteilen, oder sogar zwischen Gebäudeteilen zu sorgen. Und Signalleitungen sorgen auch nicht dafür, weil sie bei solchen Anwendungen tünnlichst galvanisch getrennt sein sollten. Optisch oder transformatorisch.

Bin auf Meinung von Experten gespannt :wink:

MfG

C.

Hallo. Schirm für Netzwerk ist nicht nötig! Siehe dazu auch
Lucent (ehemals AT&T).

Aber Verdrillung. Das Telefonkabel hat eine zu grosse Übersprechung zwischen beiden Paaren.

Wenn man aber will, ist Netzwerk über
Telefonleitung machbar.

Wie oben schon gesagt, langsam und anfällig. Von EMV-Partnerschutz ganz zu schweigen. Wenns ausreicht…

MfG

C.

Hi,

Nach meiner bsherigen Erfahrung führt das beidseitige Auflegen
des Schirmes (und das meistens nur auf PE) bei längeren
Leitungen wegen der Potentialausgleichsströme eher zu
Verschlechterung. Gerade wegen der induktiven Einkopplung der
Ausgleichströme.

Genau das habe ich ja auf meiner Homepage beschrieben.

Eine gutverdrillte Leitung und einseitiger Anschluss des
Schirmes fand ich bis jetzt am besten.

Lies Dir mal das hier durch: http://www.ghmt.de/de/publikationen/pdf/emvdatennetz…
Insbesondere den Text zu „Bild 4“.

Was VDE angeht, so war ich der Meinung, das es bei
Kleinspannung eh Schnurz sei. Ich kann mich aber irren.

Du irrst. Selbst Funkenmechanikers VDE 0100 hat Teile, die Datenverkabelungen betreffen - und „VDE“ ist ja ein weites Feld.

Ich privat meine nur, dass es nicht die Aufgabe der (im
Allgemeinen doch recht schwachbrüstigen) Schirmlitze ist, für
Potentialausgleich zwischen weitentfernten Anlagenteilen, oder
sogar zwischen Gebäudeteilen zu sorgen.

Das ist ja auch eines der Hauptprobleme bei der Gebäudeverkabelung. Allerdings wird im professionellen Bereich auch großen Wert darauf gelegt, dass durch eine vermaschte Erdung eben keine Ausgleichsströme über den Kabelschirm fließen. Und wer Gebäudeteile ohne gemeinsames Erdpotential über Kupfer verbindet ist sowieso selber schuld… :wink:

Und Signalleitungen
sorgen auch nicht dafür, weil sie bei solchen Anwendungen
tünnlichst galvanisch getrennt sein sollten. Optisch oder
transformatorisch.

Jeder noch so billige Ethernet-NIC hat Optokoppler auf den Datenleitungen.

Gruß
Stefan

Hallo,

Habe glaube genau das was du suchst :smile:
Normal bei den Elektrikern und gerade Industrie verhasst.

Netgear
„Netzwerk über die Steckdose“
Übertragung 14 Mbps
36 Mon Garantie

50 Euro

Brauchste natürlich 2 von also 100 Euro.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Und Signalleitungen
sorgen auch nicht dafür, weil sie bei solchen Anwendungen
tünnlichst galvanisch getrennt sein sollten. Optisch oder
transformatorisch.

Jeder noch so billige Ethernet-NIC hat Optokoppler auf den
Datenleitungen.

Genau genommen sinds keine Optokoppler sondern (magnetische) Übertrager, also kleine Transformatoren. Es gibt auch RJ-45-Stecker wo das gleich eingebaut ist, also nicht täuschen lassen. (HALO FastJack, BelFuse MagJack)

Außerdem wird das (mit dem Schirm des Kabels verbundene) Gehäuse des RJ-45-Steckers weder im Switch/Hub noch in der Netzwerkkarte mit dem Potential des Gerätes verbunden. Einige Adern werden mit ca. 1nF (2000V!), auf GND verbunden. Die Daten werden aber über einen kleinen Trafo übertragen (siehe zB. http://www.belfuse.com/Data/DBObject/BM01807.pdf).

Der einzige Punkt wo eine CAT5 Netzwerk-Verbindung geerdet ist, ist im Patch-Panel. Jedes Patch-Panel wird sorgsam (!) geerdet. Schaut euch das mal im Etagen-Verteiler an, da sieht man von Patch-Panel zu Patch-Panel verlegte gelb-grüne Drähte.

Es gibt also nur Probleme, wenn ein CAT5 zw. zwei Häusern oder zwischen zwei völlig getrennt angespeisten Bereichen verlegt wird. Als Backbone sozusagen. Mit Glasfaser (was heutzutage auch nicht mehr wirklich teurer als Kupfer ist) hat man diese Probleme nicht. Dort bekommt man die Potentialtrennung sozusagen „for free“.

Ein ISDN-Kabel für Ethernet zu verwenden halte ich für keine gute Idee. Möglicherweise schaltet er zurück auf 10MBit weil die Qualität nicht passt, aber ich glaub, dass auch 10MBit nicht möglich sind.

Achtung: Auch wenn Du mehrere ISDN-Dosen hast, die sind alle parallel geschaltet. Das S0-Bus-Protokoll sieht vor, dass alle Geräte parallel sind, Sie können im D-Kanal (=Signalisierungskanal) mit 16kBit/s mit dem Terminal reden und zB einen der beiden B-Kanäle (Datenkanal, 64kBit/s) reservieren. Schaltungstechnisch sind aber alle Geräte parallel.

Wenn man also grade surft und nebenbei telefonieren kann, liegt das nur an

  1. der ausgewieften Signalisierung im D-Kanal
  2. den 2 zur Verfügung stehenden B-Kanälen, die dynamisch zugewiesen werden können.

Es werden immer alle 4 Adern des Kabels benutzt, auch wenn grade niemand telefoniert. Das Bus-Protokoll wird auch ständig kommuniziert, die zwei B-Kanäle bleiben dabei halt einfach ungenützt. Der Bus verwendet ein Zeitschlitz-Verfahren. Der Rahmen wird mit 4kHz (also alle 250µs) übertragen. Er hat eine Länge von gut 48 Bits (das ergibt 192kBit/s Roh-Datenrate). Darin sind jeweils 16 Bits für die beiden B-Kanäle, 4 Bits für den D-Kanal und 12 Steuer-Bits enthalten.

Du müsstest also das ganze ISDN-Kabel abtrennen wärend Du Ethernet drüber machen möchtest. Einfacher ist es, das ISDN-Kabel gegen ein CAT5-Kabel auszutauschen. Bei 100MBit/s werden nur zwei Adernpaare genutzt, die anderen beiden bleiben frei. Die kannst Du für ISDN verwenden. Das ist aber eine Frickelei in der RJ-45 Steckdose.

Bye
Hansi