ISO-Empfindlichkeit

Sind Cameras bei denen eine höhere ISO-Empfindlichkeit einstellbar ist, tatsächlich empfindlicher?
Meine Erfahrung: Ich hatte eine AGFA-Camera die bis 1600 einstellbar war, da war das Bildrauschen so hoch, dass ich aber ohnehin nur 400 oder notfalls mal 800 nutzen konnte. Wenn ich jetzt eine kaufe die nur bis 400 einstellbar ist, muss ich dann damit rechnen, dass nur 100 bis 200 sinnvoll nutzbar sind - oder sind damit nur ohnehin unsinnig hohe Einstellmöglichkeiten weggelassen?
Stefantu

Moin,

Sind Cameras bei denen eine höhere ISO-Empfindlichkeit
einstellbar ist, tatsächlich empfindlicher?

Kommt drauf an. Bei digitalen Kameras ist die ISO-Empfindlichkeit nur der Verstärkungsfaktor für die eigentlichen Sensorinformationen.

Was tatsächlich sinnvoll ist hängt von vielen Details ab. Vor allem sind die größe und Güte der Pixel selbst als auch die Güte der Auslese-Elektronik die wichtigen Faktoren - und ob es ein CCD- oder ein CMOS - Chip ist.

In den letzten Jahren hat sich einiges in Sachen Verbesserung des Signal-zu-Rauschverhältnisses getan (d.h. Rauschen ist bei ansich gleicher Pixel-Größe weniger stark bei neuen Sensoren), aber Pixelgröße ist durch nichts zu schlagen :smile:

Im Einzelfall also nach vernünftigen Tests der interessanten Kameras gucken, bspw. auf http://www.dpreview.com

Gruß,
Ingo

Im Prinzip hast Du’s erfasst: Die Hersteller von kompakten Digitalen prahlen mit hohen ISO-Werten, die überhaupt nix bringen. Entweder es rauscht wie im Fernsehen nach der Mitternachts-Hymne (früher :smile: oder der Prozessor schmiert diese Störungen so hässlich zu, dass es auch nicht zu gebrauchen ist. Problem ist der winzige Chip - bei den Kompakten ist er so groß wie ein Fingernagel (nicht der vom Daumen :smile: - und da werden bis zu 15 Mio. Pixel draufgequetscht. Je kleiner die Pixel, desto mehr rauscht es. Für eine Kompakte würden 6 bis 7 Mio. Pixel völlig reichen. Aber wie sollen die Hersteller jedes Jahr eine „Verbesserung“ der Kameradaten auf den Markt bringen?

Ich fotografiere mit der Kompakten ausschließlich im niedrigsten verfügbaren ISO-Wert. Wenn die Kamera einen IS (Bildstabilisator) hat, dann ist das viel wichtiger - damit kann man zwei bis drei Stufen Verwacklungssicherheit gewinnen. Und irgendwann geht’s halt nicht mehr, wenn es zu dunkel ist. Früher zu analogen Zeiten hat man das gar nicht machen können, was heute schon geht.

Mit der digitalen Spiegelreflex kann man das Thema schon mehr ausreizen, z.B. in der Indoor-Sportfotografie - da kann man die 800 ISO guten Gewissens verwenden, sogar die 1600 haben noch kein stark störendes Rauschen. Inzwischen gibt es DSLRs, die bie 12800 ISO gehen! Außerdem kann man mit verschiedener Software dieses Rauschen vermindern, aber nicht ganz entfernen …

Gruß, Artefakt

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