mein Name ist Walter, ich lebe in Münster und bedanke mich zunächst mal recht herzlich dafür, meine Anfrage zu lesen.
Ich suche eine Lösung dafür, einen Cu - Draht Durchmesser 0,5 mm mit einer Isolionsschicht zu versehen und diesen isolierten Draht dann in einem Edelstahlröhrchen von 1 mm Innendurchmesser zu fixieren, z.B. zu verkleben. Am liebsten wäre mir natürlich, einen bereits isolierter Draht zu beziehen, einen solchen habe ich jedoch nicht finden können.
Gibt es also irgend eine Art „Flüssigisolierer“, der nicht zuviel aufträgt (und sich mit einem Kleber verträgt)?
Die Maße für den Draht und das Röhrchen liegen fest, ich kann also aufgrund der geforderten Funktion - Erzeugung eines Zündfunkens - diese nicht einfach ändern. Der Draht wird mit max. 100V beaufschlagt.
Das mit dem Draht ist kein Problem. Es gibt sogenannten
Kupferlackdraht. Dieser wird verwendet um z.B. Übertrager (Trafos) zu wickeln oder auch für Motoren (Stator, Rotor).
Dieser Draht ist von Haus aus mit einer Lack Isolierung versehen welche sehr dünn ist, mechanisch sehr stabil, und auch noch sehr Spannungsfest ist zudem resistent gegen z.B. Chemikalien wie Kleber(Epoxi).
Die Bezeichnung für deinen Draht ist 0,5mm CuLL.
D.h. Durchmesser 0.5mm und doppelt Lack isoliert.
Den bekommst du im Elektronik Handel. Noch einfacher ist du baust einen alten Trafo (am besten Ringkern) auseinander.
Um diesen Draht löten zu können must du die Lackschicht an der Stelle mir einen Dicken Lötkolben (etwas länger) ebbrennen oder mechanisch mit Schmirgelpapier entfernen.
Ich hoffe das hilft dir weiter.
Sven Jänecke
für den isolierten Draht nimm doch einfach Kupferlackdraht.
Den erhältst Du im Elektronikfachhandel.
Die Isolation ist chemisch recht stabil und verträgt sich mit Vergussmassen.
Das Erzeugen eines Zündfunkens ist mit 100 V kaum praktikabel.
PVC oder Teflon isolierte Drähte mit 0,5 mm Leiterdurchmesser sind mir leider auch erst ab 1,02 mm Außendurchmesser bekannt. Sie kommen also nicht in Frage.
Für Ihre Anwendung mit einer Betriebsspannung von 100 V erscheint mir ein mehrfach isolierter Kupferlackdraht gut geeignet, z.B.
Zum Einkleben in Ihr Röhrchen sollten Sie einen lösungsmittelfreien 2-Komponenten-Kleber auf Epoxidbasis verwenden (z.B. Uhu Plus schnellfest oder Uhu Plus endfest). Lösungsmittelhaltige Klebstoffe würde ich vermeiden, um die Lackisolation nicht zu beschädigen.
im Prinzip simpel: gar keine extra Isolation, sondern einfach den blanken Draht mit UHU-Plus endfest eingießen.
Das schwierigste daran ist, den Draht axial einigermaßen zentrisch im vertikal gestellten Röhrchen zu spannen. Vielleicht unten in einen Korken stecken und oben mit Klammern „dritte Hand“ halten. Unten muss ein kleines Entlüftungsloch sein,
Wenn man nun das Röhrchen mit einem Fön auf etwa 70-100 °C anwärmt und den angerührten UHU mit einem Zahnstocher oben antupft, wird der erwärmte Kleber dünnflüssig und läuft schön rein. Wenn es voll ist, kann man auf 150-180 °C stärker erwärmen (darf nicht angebrannt stinken), dann härtet der Kleber binnen Minuten durch, hält teuflisch, ist dicht und isoliert bestens, sicher 1-2 kV (mit 100 V gibts noch keinen Funken).
Einen passenden isolierten Draht kann man schon finden. Ich würde „Wire-Wrap-Draht“ nehmen, zB http://www.buerklin.de 91F5024 oder 91F510, aber der ist entweder nicht dicht oder man kriegt ihn nicht rein. Auf seiner teflonartigen hitzebeständigen Isolierung hält kein Kleber.
Am besten werde ich es tatsächlich erst einmal mit einem „klassischen“ Kupferlackdraht versuchen. „Mein“ Draht ist ein CuZn37, und der ist eben nicht als bereits isolierter Draht zu bekommen (jedenfalls hab ich ihn nicht gefunden.
Die Vorschläge mit dem Lackdraht = Wickeldraht sind auch gut; am besten wäre die Kombination: Lackdraht nehmen und mit UHU-Plus eingießen.
Eine Stückchen Wickeldraht kann man sicherlich einer Trafo- bzw. Motorenwickelei abschwatzen: in Münster zB hat Hülsbömer & Weischer bestimmt alle Größen auf Lager.
so werde ich es wohl versuchen. Allerdings muss ich eventuell diese Zündelektroden eventuell 500 mal haben - dann kann das mit der UHU - Plus - Montage vielleicht zu zeitaufwändig werden.
vielen Dank für die Links, das hilft mir gut weiter.
Wie ich das genau mit der Montage machen werde - eventuell brauche ich das Gebilde 500 mal - weiß ich noch nicht genau.
prinzipiell könnten Semirigid-Leitungen vielleicht geeignet sein, das ist eine Superidee… Im Prinzip kommt es auch nicht so sehr auf die geometrische Situation der Leitungen an als vielmehr darum, eine Zündfunken zu erzeugen. Das wird aktuell eben so erreicht, dass auf einen inneren Draht eine maximale Spannung von 1500 V (Sorry, hatte die „Fünf“ vergessen bei meiner ersten Anfrage) gegeben wird, was zu dem Überschlag auf die Metallhülse führt. Ich habe auch noch die Angabe eines max. Energieinhalts von 0,7 - 1,0 Joule.
Außerdem möchte mein Kunde gerne möglichst viele Zündungen machen können, das „Gebilde“ sollte also so wenig wie möglich verzundern.
Ob das alles mit Koax bzw. Semirigid zu erreichen ist weiß ich nicht, ich bin absoluter Laie auf diesem Gebiet. Deshalb dachte ich, zunächst mal einen Prototypen gemäß voliegendem Muster zu bauen. Habe also eine Materialanalyse über REM machen lassen und muss mich jetzt um die elktrischen Eigenschaften kümmern. Das ist der Hintergrund meiner Anfrage.
Ich werde also am besten bei einem Kabelhersteller anfragen, ob bestimmte Leitungen für diese Aufgabe in Frage kommen könnten. Deshalb noch einmal: recht herzlichen Dank für Dein engagiertes „Mitgehen“ - das ist wirklich toll…
Das ist richtig CUZN 37 ist blank und ach etwas stabiler als Kupferdraht.
Spricht denn für deine Anwendung etwas gegen den „klassischen“ Kupferlakdraht?
Schreib doch mal ne kurze Mail an [email protected], dann kann ich dir mal direkt schreiben wo man so etwas bekommt.
Sven
Ich denke nicht dass es ein Problem ist einen solchen Draht zu finden.Je nach Stromstärke (100 Volt Spannung sagt ja noch nicht alles aus)kannst du ja auch einen dünneren verwenden?!
Gruss Marcel
Ich habe auch noch die Angabe eines
max. Energieinhalts von 0,7 - 1,0 Joule.
Das kann ich ja fast nicht glauben, das würde ordentlich knallen und das Drähtchen schnell verschweißen. Sind da nicht eher Millijoule gemeint? Das wäre dann etwa die Energie eines Piezo-Feuerzeugzünders.
Außerdem möchte mein Kunde gerne möglichst viele Zündungen
machen können, das „Gebilde“ sollte also so wenig wie möglich
verzundern.
Dann sind allerdings alle organischen Vergussmassen ungeeignet, die verkohlen oberflächlich sehr schnell und leiten den Zündfunken dann so ab. Da ist dann keramische Isolierung wenigstens im Spitzenbereich nötig (man braucht nur mal eine Zündkerze angucken). Höchstens noch Silikon, dessen Verbrennungsproukte (SiO2 = Quarz) sind wenigstens isolierend.
In diesem Fall würde ich mal nach Herstellern von Miniatur-Heizrohren fahnden. Das sind die Heizschlangen wie bei Tauchsiedern und Waschmaschinen etc., nach dem Erfinder auch Bakkerrohre genannt, und ich meine, die gibt es auch als Miniaturheizer: davon könnte man evtl. auch einfach ein Stück abschneiden.