hallo!
Ich muss ein referat über die Überwindung der isolation Russlands und deutschlands halten.
Leider hab ich keinen Plan wie ich das angehen soll. Klar, Rapallo und Berliner Vertrag- aber irgendwie fehlt mir das „Fleisch“ außenrum. Und was war nach dem Berliner Vertrag? Ich habe den Auftrag bekommen eben die Zeit der Weimarer Republik zu behandeln, aber ist nicht in dem Fall auch Deutschlands Rolle in der Russischen Revolution am rande wichtig, der Glaube Lenins, dass die Weltbürgerrevolution nicht ohne die Deutschland sein könnte, Brest- Litwosk, die Genua Konferenz? Ich bin mir durch die Einengung auf die Weimarer Republik äußerst unsicher, was ich mit reinnehmen soll und was nicht…
Wie würdet ihr das machen?
Grüße, Regina
Hallo Regina,
echt ein dickes Ei - so speziell geht man doch sonst auf dieses Thema gar nicht ein.
Also was Lenin betrifft - mit Weltrevolution ist nichts. Denn genau der hatte sich ja von der marxschen Theorie der Weltrevolution verabschiedet und sie ja durch die Theorie ersetzt, daß die Revolution zuerst nur in einigen Ländern stattfinden und zum Siege führen kann, in denen eine entsprechende revolutionäre Situation vorlieht. Und Lenin sprach auch von der Unmöglichkeit, die Revolution ion ein anderes Land zu exportieren. (Spätere Versuche dieser Art waren also nicht im Einklang mit er leninschen Theorie - auch wenn sie sich oft kommunistisch nannten. Die DDR lag da übrigens auf der streng uchstanbengetreuen Linie.)
Ausschlaggebend war wohl mehr, daß Deutschland und Sowjetrussland nach 1918 gleichermaßen isoliert waren international. Die einen als Kommunisten sowieso und die anderen als die bösen Kriegstreiber (und -verlierer). Zudem konnte Deutschland geknebelt durch die Reparationsverpflichtungen praktisch keinen aktiven Außenhandel treiben.
In dieser Lage war es naheliegend, daß die beiden zusammengingen - das lag auf der Hand. Da war erstens die gemeinsame grenze, die einen Warenaustausch ungestört von Dritten ermöglichte und da war die Möglichkeit der gegenseitigen Verrechnung der Güter unter Umgehung einer Goldwährung (da waren ja beide recht klamm).
Dahinter stand dann die Hoffnung, sich so gegenseitig „salonfähig“ zu machen für den Rest der Welt. Und es hat ja auch geklappt.
Gernot Geyer
gemeinsame Grenze
Hallo Gernot,
Da war erstens die
gemeinsame grenze, die einen Warenaustausch ungestört von
Dritten ermöglichte
Diese Grenze gab es nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr. Das lief wohl eher über die Ostsee.
Ansonsten stimme ich Dir aber zu.
Viele Grüße,
Andreas
Danke erstmal für die Antwort! Das referat soll nur mindest. eine Schulstunde dauern… ich weiß nur nicht, wie ich bei dieser Einschränkung das so ausquetschen soll… Zudem soll das Referat am besten mit schön abwechslungsreichen medien ausgestaltet sein. Ich weiß nicht wie ich das bei dem thema machen soll. Eigentlich halte ich ja gerne Referate
*ratlos bin*
Regina
Hallo Regina,
echt ein dickes Ei - so speziell geht man doch sonst auf
dieses Thema gar nicht ein.
Gernot Geyer
Ne ganze Stunde da drüber?
Da hat doch einer nen Riß in der Rübe. Dabei weiß doch heute eh kaum noch einer, wer Rathenau war. Selbst mir fällt da nicht sehr viel ein - und mir fällt, wenn es um geschichtliche bzw. wirtschaftsgeschichtliche Dinge geht, eigentlich immer was ein.
Zumal ich ja wenigstens noch was drüber gelernt habe in der DDR, weil das ja der erste wichtige Vertrag zwischen Deutschland und Sowjetrußland war.
Versuche mal, irgendwo ein Geschichtslehrbuch aus DDR-Zeiten aufzutreiben. 8. oder 9. Klasse muß das gewesen sein.
Gernot Geyer
Danke für deine Tipps.
Werd halt das erzählen was ich weiß- mehr geht nicht.
Der Lehrer hätte halt am liebsten, dass er dann nichts mehr zum Thema sagen muss, d.h. als schüler soll man den Unterricht halten (es lässt sich darüber spekulieren, aus welchen Gründen wir den Unterricht halten sollen)…
DDR- geschichtsbuch- dafür bin ich zu knapp dran. Hab das Buch von Sebastian Haffner Der Teufelspakt- ist sehr gut- fängt aber halt auch schon bei Lenin an, als er inhaftiert war und von den deutschen nach Russland geschickt worden ist. Aber das Buh ist zu empfehlen 
Bin auf jedenfall beruhigt, wenn euch auch nicht mehr dazu einfällt. ich glaube ich nehme noch den Hitler Stalin pakt dazu- dann wirds noch n bisschen mehr 
Gruß, regina
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Servus!
Danke erstmal für die Antwort! Das referat soll nur mindest.
eine Schulstunde dauern… ich weiß nur nicht, wie ich bei
dieser Einschränkung das so ausquetschen soll… Zudem soll
das Referat am besten mit schön abwechslungsreichen medien
ausgestaltet sein. Ich weiß nicht wie ich das bei dem thema
machen soll. Eigentlich halte ich ja gerne Referate
*ratlos bin*
Das glaub ich! Einen schönen Gruß an Deinen Lehrer, wenn er Dir so ein Thema stellt, wär´s vielleicht nicht schlecht, Dir auch einen zumindest kleinen Tip zu geben.
Hier einer von mir:
Eine Folge des Rapallo-Vertrages war, dass die SU und die Weimarer Republik gemeinsam daran arbeiteten, die jeweiligen Armeen im Geheimen aufzurüsten. Insbesondere die deutsche Luftwaffe trainierte vor 1932 fast zehn Jahre lang in der SU - ein Grund, warum Hitlers Wiederaufrüstung so rasch vonstatten gehen konnte.
Literaturtip: Manfred Zeidler, Reichswehr und Rote Armee 1920-1933, Wege und Stationen einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, München, 1993.
VG
Christian
Hallo,
verrenne Dich aber nicht.
Vor 1918 anzufangen, ist sinnlos. Die Sowjets standen ja interessenmäßig genau so wenig in der Nachfolge des Zaren wie die Wemarer Republik in der NAchfolge des Kaiserreiches.
Auch die ganze Leningeschichte bringt nich viel. Die Nachkriegsregierungen in Deutschland hatten personenmäßig ja mit Lenin während der Emigrationszeit keinen Kontakt. Zudem lagen die Sowjets und die weimarer Republik auch ideologisch so weit auseinander, daß auf dieser Ebene nichts lief. (Schließlich hatten ja Ebert und Co in Deutschland die rote revolution gerade erst zusammengeschossen - Kommunisten waren die echt nicht).
Das Ganze lag wohl ausschließlich auf den Ebenen Wirtschaftskontakte und Prestigegewinn nach innen und außen. Die Sowjetunion wurde als völkerrechtlicher Verhandlungspartner anerkannt und legitimiert und Deutschland kam aus der Wirtschaftsblockade der Westmächte.
Ich bezweifle auch, ob man den Hitler-Stalinpakt in dieser Tradition sehen kann. Höchstens insofern, daß da zweie paktierten, mit denen kein anderer paktieen wollte. Denn inhaltlich ging es da um ganz andere Dinge - beide Seiten haben dabei auf zeitgewinn gepokert mit dem festen Wissen, daß es irgendwan doch zum Krieg zwischen ihnen kommt. Nun ja… Hitler hat schneller angegriffen, Stalin war noch nicht so weit 1941. (Abgesehen davon wollte wohl Stalin auch ungerne als Angreifer vor der Öffentlichkeit dastehen. Hitler war das Wurst - sein Ruf war eh schon im Eimer.)
Gernot Geyer
Hallo Gernot,
insgesamt gebe ich dir recht mit dem was du schreibst.
Da war erstens die gemeinsame grenze, die einen Warenaustausch
ungestört von Dritten ermöglichte und da war die Möglichkeit der
gegenseitigen Verrechnung der Güter unter Umgehung einer
Goldwährung (da waren ja beide recht klamm).
zu 1) Die gab es erst ab Ende 1939 
zu 2) Das geschah auch mit andern Statten.
Die militärische Zusammenarbeit basierte mMn vorallem darauf das
sich zwei Ausgestossene zusammentaten da sonst niemand was mit
ihnen zu tun haben wollte und darauf das Deutschland im russischen
Bürgerkrieg neutral geblieben war. Dazu kam auf russischer Seite
noch die Hochachtung vor den Deutschen Karl Marx und Friedrich
Engels, die Zugfahrkarte für Lenin und eine latente Sozialistische
Grundstimmung bei beiden Regierungen (Stalin und Ebert).
Viele Grüße
Jake
Zusatz:
Ein Grund dürfte gewesen sein das die Sowjetregierung allen
ausländischen Besitz konfiszierte und deshalb alle Industrie-
nationen stinksauer waren … ausser Deutschland, dass die
Investitionen in Russland als Reparationen unwiederbringlich
verloren hatte und deshalb darin keinen Grund für Stress mit
Stalins Regime sah.