Isolieren von innen, aber mit was?

Hallo zusammen,

Ich hab vor eineinhalb Jahren das Haus meiner Großeltern übernommen,

Durch den Einzug haben wir angefangen die Räume zu renovieren und moderner zu gestalten.

Dadurch sind auch alle Räume von den Tapeten befreit worden, insgesamt waren es fast 5 cm Tapeten die wir runter haben, unter anderem auch die styrpportapeten die für die Isolierung gesorgt haben.

Nun zu meinem eigentlichen Problem, ich möchte jetzt im Sommer das Haus wieder isolieren, aber mag keine Tapeten.
Isolieren von ausen fällt aus, da das Haus zum einen eine doppelhaushälfte ist und der Nachbar nicht mitzieht, und zum anderen sind die finanziellen mittel auch nicht in diesem Umfang vorhanden.

Also Dämmen/isolieren wir von innen.
Nun ist das Problem das jeder etwas anderes sagt, das Internet auch nicht wirklich klare aussagen bringen kann,

Die einen sagen ich soll mit Styrodurplatten Dämmen und dann verputzen, andere sagen ich soll mit Gipskarton Dämmen, wiederum andere sagen ich soll Kalziumsililatlpatten nehmen.

Jetzt bin ich natürlich etwas verwirrt und verunsichert.
Hat hier schon jemand Erfahrung mit innedämmung, oder kann mir bei dem Dilemma weiterhelfen, ich persönlich tendiere zu styrodur da leichter zu Händeln.

Bin über jede Hilfe dankbar

Moin!
Von „innen“ isolieren ist die denkbar schlechteste Variante (Schimmelbildung!). Relativ kostengünstig und ohne Veränderung außen und innen läßt es sich dämmen, mit „Einblasdämmung“, sofern zweischaliges Mauerwerk mit Hohlschicht vorhanden ist. Dabei werden von außen Bohrungen in bestimmten Abständen im Mauerwerk gesetzt (bei sichtbarem Mauerwerk in den Fugen) durch die das Dämm-Material in die Hohlschicht „eingeblasen“ wird. Dabei gibt es verschiedene Systeme (z.b. Mineralwolle in „Fusseln“, Styropor-Kügelchen, Schaum umd was weiß ich.)
http://www.isolahn.de/Produkte/DUROLAN/Was-ist-DUROLAN
Vielleicht wäre so etwas eine denkbare Alternative zur (nicht wirklich optimalen) Innendämmung. Auf jeden Fall erstmal informieren (die Anfrage hier kann nur der erste Schritt gewesen sein!), bevor Du folgenschwere Entscheidungen triffst und Dir Schimmelprobleme ins Haus holst. In jedem Fall gehört solche Aufgabe in fachlich versierte Hände und sollte nicht von „Alles-kein-Problem-Handwerkern“ mit eigenem, rostigem VW LT oder T3 erledigt werden, sondern von einem Fachbetrieb, der sich die Zeit nimmt, die Verhältnisse vor Ort abzuklären und aufgrundessen Vorschläge, bzw. Angebote macht.
Soll es wirlich Einsparungen bringen und der Bausubstanz nicht schaden, mußt Du halt etwas mehr Geld dafür in die Hand nehmen. Alles andere ist „Sparen am falschen Ende“!
Gruß Walter

Hallo,
meiner Meinung kommt da dieses Material in Frage
http://www.ytong-silka.de/de/content/multipor_innend…
ist zwar nicht so billig, kann aber ohne Dampfsperre verarbeitet werden!
Man muss nur bei beim Putz(du magst ja keine Tapten) auf den Richtigen achten!
Schau hier
http://www.ytong-silka.de/de/docs/TI_Multipor_Oberfl…
hoffe geholfen zu haben
Corinthiano

Die einen sagen ich soll mit Styrodurplatten Dämmen und dann
verputzen, andere sagen ich soll mit Gipskarton Dämmen,
wiederum andere sagen ich soll Kalziumsililatlpatten nehmen.

Das Internet bringt „keine klaren Aussagen“, weil die Verhältnisse (wie eigentlich jedes akademische Thema außer in mit Sozio~ anfangenden Laberfächern) eben etwas komplizierter sind, als dass sich ein bauphysikalischer Laie mal eben am Feierabend aneignen könnte, wozu ein anderer jahrelang Vollzeit studiert hat…

Jetzt bin ich natürlich etwas verwirrt und verunsichert.

Ja, natürlich, um so mehr, als im Internet jeder ungestraft alles sagen darf.

Hat hier schon jemand Erfahrung mit innedämmung, oder kann mir
bei dem Dilemma weiterhelfen, ich persönlich tendiere zu
styrodur da leichter zu Händeln.

Grundsätzlich kannst du jedes Material für eine Innendämmung verwenden, jedoch die erforderlichen Schichtdicken - und damit der Verlust an Wohnraum - sind sehr verschieden. (Die 5 cm Tapete waren gar keine so schlechte Dämmung - Zwiebelprinzip!)
Das Kernproblem ist immer dasselbe: Es muss verhindert werden, dass Wasserdampf von der Raumseite in die Dämmebene eindiffundieren und dann dort auf der Kaltseite kondensieren kann. Die Detailplanung hierzu ist die eine Herausforderung (habt ihr Installationen wie z. B Steckdosen in Außenwänden?), die lückenlose Ausführung die zweite (auch in Ecken, Kanten und an Übergängen) und die dritte ist das Wohnen (möchte in den nächsten 50 Jahren irgendwer ein Bild an einer Außenwand aufhängen oder ein Regal?).
Aus diesem Grund empfehle ich jedem fachfremden Innendämmer, der die Finger nicht von der Sache lassen kann, die Verwendung eines Materials, das in sich dampfdiffusionsdicht ist und daher keine separate Dampfsperre braucht, nämlich Schaumglas. Die Verarbeitbarkeit, Stabilität und Verputzbarkeit ist ähnlich wie bei Porenbeton, lediglich nimmt man (statt zementgebundenem) bituminösen Kleber.
Das Problem mit diesem Material ist, dass auch der Hersteller über seine Vorteile weiß. Dementsprechend ist die Außendämmung auch nicht teurer…

Gruß
smalbop

… da das Haus zum einen eine
doppelhaushälfte ist und der Nachbar nicht mitzieht,

Das wäre mein allergeringstes Problem.

und zum
anderen sind die finanziellen mittel auch nicht in diesem
Umfang vorhanden.

Dann muss man das eben Stückweise machen und sich dafür ein Konzept erstellen (lassen).
Evtl. ist es sowieso am sinvollsten, mit vernünftiger Wärmeschutzverglasung anzufangen und die Fenster so zu wählen und einzubauen, dass die sich ordentlich(!) in einen nachträglichen Vollwärmeschutz integrieren.
Dieses Thema wird nämlich zu oft einfach übersehen und gerade bei diesem heiklen Anschluss wird ohne Ende gepfuscht oder „improvisiert“.

Auch die Dämmung zum Dach ist oftmals ein erheblicher Faktor, der mehr Potenzial birgt, als man meinen wollte.

Für die Fassade kann z.B. auch der Anbau eines „Glaskastens“ als Wintergarten o.ä. durchaus energetisch sehr interessant und mit einem besonderen Nutzwert sein.

In eine thermografische Aufnahme und eine vernünftige Beratung durch einen erfahrenen und ENGAGIERTEN Energieberater - mind. mit Qualifikation als Ingenieur für Bauphysik/ Baubiologie oder Architekt - zu investieren, ist sicher nicht die schlechteste Idee.

Der sollte sich aber auch an euren finanziellen Möglichkeiten orientieren und einen Stufenplan/ Prioritätenliste mit Kosten-/ Armortisationsrechnung und Alternativmöglichkeiten MIT euch erstellen und ggf. die Ausschreibung und Auftragsvergabe betreuen.
Gleichzeitig sollte der für Bauleitung/ Qualitätsicherung/ Abnahme/ qualifizierte Rechnungsprüfung(!) zur Verfügung stehen. Egal, ob bei Eigenleistung oder Fremdleistung. Zu gerne wird sonst (bewusst oder unbewusst) gepfuscht.

Klar, kostet das Geld. Aber glaubt mir, ihr spart dadurch mehr ein, als ihr sonst für unberücksichtigte „Mehrleistungen“ und Beseitigung von Pfusch, „Luftpositionen“ im Auftrag oder Folgeschäden ausgeben müsst.

Nicht zuletzt haftet so ein Mensch auch für seine Leistungen.