Isolierung Kellerdecke und -boden

Hallo,

ich bin gerade dabei, unseren Keller zu renovieren. Dem Hammer zum Opfer fällt wohl auch der komplette alte Estrich im Keller und im Kellergang. Im Internet bin ich über diverse Möglichkeiten gestolpert, Isoliermaterialien zwecks Wärmedämmung für Kellerböden und Decken zu verbauen. Nun stellt sich mir allerdings die Frage, ob überhaupt Decke und Fußboden isoliert werden soll und wenn ja, welche Materialien sich dabei anbieten. Was ich gefunden habe waren immer nur „Werbeseiten“ diverser Hersteller, aber Erfahrungswerte über Handhabung bzw. Hinweise, was nun gut ist für mich und was nicht sowie reelle Kosten der Dämmung habe ich nirgends gefunden. Auch kann ich nicht richtig sagen, ob eine Dämmung überhaupt sinnvoll für mich ist.

Zum Raum selber:
Das Ganze soll mal eine Waschküche werden; also die alten Küchenschränke sollen rein, der Trockner und die Waschmaschine… so ein wenig/unbeheizter Kellerraum eben.

Zum Fußboden:
Der alte Estrich verschwindet komplett, es wird noch ein wenig ausgebuddelt und komplett neu aufgebaut, so dass ich hier relativ frei bin, was die spätere Höhe des Fußbodens angeht. Einzig gesetzte Grenze sind die Abwasserrohre im Boden. Die sollen natürlich schon noch mit Estrich überdeckt sein… bezüglich notwendiger Isolierung könnte ich aber entsprechend buddeln.

Zur Kellerdecke:
Hier ein erstes Problem für mich: die Kellerdecke ist gewölbemäßig ausgemauert, ich kann also keine steifen Isolierplatten an der Decke verbauen. Auch bedingt dadurch, dass der Keller relativ niedrig ist, möchte ich möglichst dünn isolieren, damit ich nicht allzuviel an Raumhöhe verliere.

So, nochmal die Fragen: Ist eine Isolierung von Kellerboden wirklich sinnvoll und notwendig? Wenn ja, was könnt ihr konkret empfehlen? Welches Material wäre geeignet, um die Decke zu isolieren? Hierbei würde ich Wert auf möglichst geringe „dicke“ der Isolierung legen, ich glaube aber fast, da muß ich irgendwo einen Kompromiß finden.

Danke,
Gruß
Thomas

Dem Hammer zum Opfer fällt wohl auch der komplette alte Estrich im Keller und im Kellergang.

Warum auch immer!

Zum Raum selber
Das Ganze soll mal eine Waschküche werden

Man fragt sich tatsächlich, aus welchen Gründen der Boden mit hohem Aufwand wärmegedämmt werden soll …
Entsprechende Anforderungen und die hieraus abzuleitenden Maßnahmen sind auch mit viel Phantasie nicht erkennbar.

Einzig gesetzte Grenze sind die Abwasserrohre im Boden. Die sollen natürlich schon noch mit Estrich überdeckt sein…

Der Raum hat den Anspruch einer „untergeordneten Nutzung“.
Insofern könnten die Abwasserrohre auch sauber verlegt „auf Putz“ bis zur Übernahmestelle geführt werden, ohne dass sich Sonntags der Pfarrer auf seiner Kanzel hierüber negativ äußert?

So, nochmal die Frage
Ist eine Isolierung von Kellerboden wirklich sinnvoll und notwendig?

Nein!

Hallo,

Dem Hammer zum Opfer fällt wohl auch der komplette alte Estrich im Keller und im Kellergang.

Warum auch immer!

Wenn ich mir den Boden angucke denke ich, in den 60er Jahren wurde eine Wiese plattgetreten, Estrich drauf geschüttet und fertig war unser Kellerboden. Das ist Huppel-Delle-Loch-Bauweise und stellenweise gerissen. Fliesen legen daher ein Ding der Unmöglichkeit.

Man fragt sich tatsächlich, aus welchen Gründen der Boden mit
hohem Aufwand wärmegedämmt werden soll …
Entsprechende Anforderungen und die hieraus abzuleitenden
Maßnahmen sind auch mit viel Phantasie nicht erkennbar.

Er SOLL nicht gedämmt werden, ich habe gefragt, ob es sinnvoll ist…

Der Raum hat den Anspruch einer „untergeordneten Nutzung“.
Insofern könnten die Abwasserrohre auch sauber verlegt „auf
Putz“ bis zur Übernahmestelle geführt werden, ohne dass sich
Sonntags der Pfarrer auf seiner Kanzel hierüber negativ
äußert?

Ich meine die Hausabwasserrohre aus Ton/Keramik/Was-auch-immer. Nein, ich habe nicht vor, mein Kanalsystem zu sanieren :smile: Das bleibt alles schön in der Erde liegen… Verwechselt du das gerade mit dem 50er HT? OK, es ging aber auch nicht explizit aus meiner Info hervor.

So, nochmal die Frage
Ist eine Isolierung von Kellerboden wirklich sinnvoll und notwendig?

Nein!

Gut, habs mir fast gedacht…

MfG
Thomas

Ich vermute, dass sich bei einem Haus aus den 60ern bereits aus statischen Gründen unter dem Estrich noch eine Beton-Deckenplatte befindet. Bei Gewölbekellern hatte man nur vor Ur-Zeiten manchmal abenteuerlich gebaut, doch wir unterstellen das an dieser Stelle einmal nicht.

Es drängt sich die Frage auf, warum der Estrich bzw. die bisher klaglos genutzte Betonoberfläche ausgebaut werden soll (letztere ohnehin nicht!!). Hier bitte erst einmal den vorliegenden Aufbau prüfen!

Der erste Schritt muss darin bestehen, sich ein Gesamtbild von der Oberflächensituation in Hinsicht auf Vertiefungen und Erhebungen (Buckeln) zu machen. Wie hoch müsste über wieviel m² aufgebaut werden?
Gibt es möglicherweise Höhenprobleme bei Anschlusspunkten zu benachbarten Räumen?

Wenn keine Risse im derzeitigen Fußboden bestehen, könnte eine Sanierungsvariante so aussehen:
mit 16-er Korn die Fläche anschleifen so gut wie es geht (da „hubbelig“), zur Not mit einer Handschleifmaschiene nacharbeiten.

Danach die Fläche Absaugen, grundieren mit einem feuchtebeständigen EP-Reaktionsharz und die Fläche mit einem feuergetrocknetem Quarzsand 03/07 abwerfen.

Nach dem Aushärten überschüssigen Sand abfegen, danach Fläche nochmals gut absaugen.
Flächenausgleich mit einer verlaufsfähigen, zementgebundenen Spachtel- bzw. Ausgleichsmasse. Im Extremfall muss halt die Gesamtfläche mit einer standfesten Masse höhenausgleichend abgezogen werden.

Hierauf könnte man dann beispielsweise keramische Fliesen verlegen.
Alternativ wäre auch ein geeigneter Farbanstrich (pigmentierte Versiegelung) denkbar. In diesem Fall sollte jedoch die Spachtelmasse für die direkte Nutzung freigegeben sein (höhere Festigkeit + geringere Abriebneigung) !

Der Begriff „Huppel-Delle-Loch-Bauweise“ sorgte für karnevalistische Heiterkeit! Es gibt tatsächlich ausreichend Möglichkeiten, mit modernen Baustoffen und mit geringerem Aufwand derartige toleranzüberschreitende Oberflächen-Unebenheiten auszugleichen, ohne dass es hierzu des vollständigen Estrichrückbaus bedarf!!

Was bleibt, ist, den Sinn einer Wärmedämmschicht angesichts der zukünftigen Raumnutzung in Zweifel zu ziehen.
-.-.-.-.-.-.-
mfg - Klaus -

Hallo,

Ich vermute, dass sich bei einem Haus aus den 60ern bereits
aus statischen Gründen unter dem Estrich noch eine
Beton-Deckenplatte befindet.

Ich habe keine gefunden. Der „Estrich“ ist an manchen stellen nur 3-5 cm stark darunter ist Stechboden und Sandsteinwacken. Nix Grundplatte. Dafür habe wir eine 55cm starke Kelleraussenwand… Die hat nen mächtiges Fundament…

Es drängt sich die Frage auf, warum der Estrich bzw. die
bisher klaglos genutzte Betonoberfläche ausgebaut werden soll

Weil wir das Haus vor 2 Jahren gekauft haben und nun der Keller dran ist, renoviert zu werden. Weiterhin hatten wir ein gebrochenes Keramik-Abwasserrohr, so dass an einer grösseren Ecke der Estrich sowieso aufgemacht werden musste…

Der erste Schritt muss darin bestehen, sich ein Gesamtbild von
der Oberflächensituation in Hinsicht auf Vertiefungen und
Erhebungen (Buckeln) zu machen. Wie hoch müsste über wieviel
m² aufgebaut werden?

Einmal von vorne nach hinten im Kellergang macht gut 20 cm. Bedeutet, das gibt eine ganze Stufe mehr am Kellerabgang.

Gibt es möglicherweise Höhenprobleme bei Anschlusspunkten zu
benachbarten Räumen?

Ja, aber kein Problem, der Kellergang mit Waschküche ist das einzige Problem. Neuer Fußbodenaufbau wäre plan zu allen benachbarten Kellerrämen, so dass keine weiteren Stufen im Keller wären.


Nach dem Aushärten überschüssigen Sand abfegen, danach Fläche
nochmals gut absaugen.
Flächenausgleich mit einer verlaufsfähigen, zementgebundenen
Spachtel- bzw. Ausgleichsmasse. Im Extremfall muss halt die
Gesamtfläche mit einer standfesten Masse höhenausgleichend
abgezogen werden.

Ich weiß, aber soviel Ausgleichsmasse möchte ich nicht bezahlen :smile:. Sandgrube ist um die Ecke, Beton gibts eine Strasse weiter im Baustoffmarkt, Mischmaschine steht im Keller und Bier im Kühlschrank… :smile:

Der Begriff „Huppel-Delle-Loch-Bauweise“ sorgte für
karnevalistische Heiterkeit! Es gibt tatsächlich ausreichend
Möglichkeiten, mit modernen Baustoffen und mit geringerem
Aufwand derartige toleranzüberschreitende
Oberflächen-Unebenheiten auszugleichen, ohne dass es hierzu
des vollständigen Estrichrückbaus bedarf!!

Wie gesagt, der Rohrbruch war der Anfang, es gibt noch etwas geld von der Versicherung und das alte geraffel ist ruckzug weg. Werkzeug vorhanden.

Was bleibt, ist, den Sinn einer Wärmedämmschicht angesichts
der zukünftigen Raumnutzung in Zweifel zu ziehen.

Hab ich mir schon gedacht. Wie siehts aber nun mit der Kellerdeckendämmung aus?

MfG
Thomas

Nun formt sich vor meinem geistigen Auge langsam das Bild des Raumes.
EIN Raum mit „Kartoffelacker“ unten und poröser, gemauerter Gewölbedecke oben.

Zum Thema „nachträgliche Bodenplatte“ wurde in diesem Forum bereits ausreichend geschrieben. Das Grundproblem war (und ist), dass rückseitig aufsteigende Feuchtigkeit zwischen der neuen Bodenplatte und Wänden aufsteigen kann.
Das abzudichten wäre mit beispielsweise Quellbändern möglich, beinhaltet aber die Gefahr, dass sich die Feuchtigkeit eine andere Alternative (über die Wände) suchen könnte. Nicht muss.

Ein ganz anderes Problem sehe ich nach den weiteren Hinweisen darin, dass IN DEM Kellerraum Trockner und Waschmaschine zukünftig ihre Dienste tun sollen.

Unten (in dem neuen Kellerraum) ist es kühl mit hoher Luftfeuchte (durch die Maschinen), oben drüber wohlig warm (ud trockener).

Bedeutet: das Wasserdampfdruckgefälle ist richtungsmäßig vorgegeben: Aus der neuen Waschküche über die Decke/Wände in den darüber liegenden Raum hinein.
Keine Theorie, sondern leidliche Praxis!

Es ist aus meiner momentanen Sicht und der Unkenntnis des Objektes heraus nicht möglich, eine näherungsweise Aufbauempfehlung zu geben, ohne die genaue örtliche Situation zu kennen.

Ich sehe in einer en-passant-Empfehlung einfach die große Gefahr, dass sich in der neuen Waschküche über kurz oder lang entweder eine „Tropfsteinhöhle“ mit Stalagtitenbildung [aufgrund Taupunkterniedrigung im Deckenquerschnitt] abzeichnen und/oder die Fußbodenkonstruktion in dem Raum darüber Feuchteschäden erleiden kann.

Man muss hier wirklich sehr sorgsam mit der Wärmedämmung, ihrer Lage sowie mit dampfbremsenden Schichten umgehen und ihre sD-Werte kennen!!
Etwas komplizierter also, als sich im ersten Moment abzeichnete.

Der Boden -so scheint es mir- ist dabei das eher zu lösende Problem.
-.-.-.-.-.-
mfg - Klaus -

Hallo,

Nun formt sich vor meinem geistigen Auge langsam das Bild des
Raumes.
EIN Raum mit „Kartoffelacker“ unten und poröser, gemauerter
Gewölbedecke oben.

ja, das trifft es ganz gut… hätte von mir sein können…

Zum Thema „nachträgliche Bodenplatte“ wurde in diesem Forum
bereits ausreichend geschrieben. Das Grundproblem war (und
ist), dass rückseitig aufsteigende Feuchtigkeit zwischen der
neuen Bodenplatte und Wänden aufsteigen kann.
Das abzudichten wäre mit beispielsweise Quellbändern möglich,
beinhaltet aber die Gefahr, dass sich die Feuchtigkeit eine
andere Alternative (über die Wände) suchen könnte. Nicht muss.

Hat sie schon. Eine Kelleraussenwand und eine Kellerzwischenwand ist auf eta 15 cm Höhe über Boden feucht. Das Wasser kommt von unten. Hab das aber schon letztes Jahr komplett saniert (CO81 von Ceresit von innen, aufbuddeln von aussen, Drainage neu… das volle Programm eben.) Nun ist ruhe.

Ein ganz anderes Problem sehe ich nach den weiteren Hinweisen
darin, dass IN DEM Kellerraum Trockner und Waschmaschine
zukünftig ihre Dienste tun sollen.

Eigentlich stehen die schon ewig dadrin… schon vor unserem Einzug

Unten (in dem neuen Kellerraum) ist es kühl mit hoher
Luftfeuchte (durch die Maschinen), oben drüber wohlig warm (ud
trockener).

Der Kellerraum hat keine Türen sondern ist durchgängig bis zur Kellertreppe. Das ist kein kleiner Raum, Kondensfeuchte ist mir bisher nie aufgefallen, Trockner hat Abluft nach draussen.

Ich sehe in einer en-passant-Empfehlung einfach die große
Gefahr, dass sich in der neuen Waschküche über kurz oder lang
entweder eine „Tropfsteinhöhle“ mit Stalagtitenbildung
[aufgrund Taupunkterniedrigung im Deckenquerschnitt]
abzeichnen und/oder die Fußbodenkonstruktion in dem Raum
darüber Feuchteschäden erleiden kann.

Dadurch, dass wir obendrüber komplett renoviert haben, als wir eingezogen sind (Das ganze Haus hat nen Zeitsprung in den Rohbau gemacht), hätten uns eventuelle Feuchteschäden eigentlich auffallen müssen. Das war ein knochentrockener Raum obendrüber, der Sandputz war noch relativ fest an den Wänden, auch unter dem alten Fußbodenbelag (PVC) war nix…

Werde mich wohl mal mit dem hier ansässigen Energieberater kurzschließen, der macht auch in Wärmedämmung… Der soll sich das mal angucken.

Man muss hier wirklich sehr sorgsam mit der Wärmedämmung,
ihrer Lage sowie mit dampfbremsenden Schichten umgehen und
ihre sD-Werte kennen!!

Mir sind die Probleme bei falscher Dämmung bekannt, deshalb frage ich ja vorher auch, nicht einfach drauflos kloppen :wink:

Der Boden -so scheint es mir- ist dabei das eher zu lösende
Problem.

Sehe ich ähnlich. Das Ding wird gescheit begradigt und neu aufgebaut bis zur Kellertreppe, so wie es sich gehört, dann ist für den Rest des Lebens ruhe :smile:. Mein Sohnemann soll ja auch noch etwas davon haben.
Manchmal habe ich mich aber schon während meinen Renovieraktionen gefragt, was sich die Leute damals alles gedacht haben, als z.B. Wände nach Gefühl verputzt wurden, 2 Sicherungen pro Etage verwendet wurden oder dezimeterdicker Estrich zwischen (sic!) die Balken einer Holzbalkendecke gegossen wurde… Alles wird gut! :smile:

MfG
Thomas