Isolierung. Leerraum oder Hinterlüftung?

Hallo,
wir leben in einem spanischen Bau (voller Baufehler) der komplett mit Zement verputzt eigentlich eine einzige und durchgehende Kältebrücke ist. Es schimmelt seit Jahren immer wieder. Um das zu beenden sind wir gerade dabei alle Zimmer mit Gipskarton oder Holz zu verkleiden.

Ist es besser die Hohlräume hinter der Verkleidung leer zu lassen, oder zu isolieren (Styropor / Bauschaum) oder mit Luftein- und Austrittsöffnungen zu hinterlüften?

Auf den kalten unisolierten Fließenboden möchte ich Laminatholzböden legen und auch da stellt sich die Frage ob ich das Laminat am besten direkt auf die Fließen lege, oder besser eine Isolations/Dampfsperre (Luftpolsterfolie/Schaumfolie) aufbringe oder ein weiches durchlässiges Fließ lege?

Ich danke im voraus für Eure Hilfe
Kai

Hallo Kai,

Es schimmelt seit Jahren immer
wieder. Um das zu beenden sind wir gerade dabei alle Zimmer
mit Gipskarton oder Holz zu verkleiden.

OHA!
Was soll sich an dem Schimmelproblem ändern wenn ihr Gipskarton oder Holz von innen an die Wände pappt?
Ich befürchte, dass diese Maßnahme euer Problem verschlimmert, da ihr den Schimmel danach erst viel später seht.

Mein Tipp:
Schaut euch nach einem Fachmann um. Dieser soll sich VOR ORT das Ganze ansehen. Nur so ist ein sinnvoller Sanierungsvorschlag machbar.

Grüße von
Tinchen

Hallo Destillato

Wie schon gesagt wurde, was ihr da mit Inennverkleidung macht ist mehr als schlecht. Hinter der Verkleidung geht das ganze weiter.
Bautechnisch und energetisch betrachtet ist das Aufbringen einer Außendämmung sinnvoll. Nur in welchem Umfang und wie sie ausgeführt werden muss, kann nur durch eine richtige Beratung festgelegt werden.
Grundsätzlich habt ihr das Problem das ihr den Taupunkt im Mauerwerk habt und dieses wohl stark durchfeuchtet ist.
Die Dämmung muss so ausgelegt werden das der Temperaturverlauf so verläuft das sich der Taupunkt in der Dämmung abspielt und nicht im Mauerwerk. Von innen dämmen verschlimmert wohl möglich alles zusätztlich!!!
Schau dir diese Seite mal an und du wirst es besser verstehen:
http://www.shk-mayer.de/Page/EnEV/Temperaturverlauf…

Hoffe das macht dich schlauer?
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zu Verfügung :smile:

MfG
Nelsont

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Hallo Kai,

Um das zu beenden sind wir gerade dabei alle Zimmer
mit Gipskarton oder Holz zu verkleiden.

laß das um Himmels Willen bleiben, sonst fügst Du den bestehenden Baufehlern einen schwerwiegenden weiteren dazu!

Wenn Isolieren, dann draußen.

Aber wie TInchen schon schrieb, aus der Ferne ist keine seriöse Beurteilung möglich, daß muß ein Fachmensch vor Ort machen.

Ansonsten kriegst Du wohlmöglich eine teurer Verschlimmbesserung.

Gandalf

Danke für die Antworten und weitere Fragen…
Hallo,
ich dachte Feuchtigkeit würde sich da absetzen wo es eine Kältebrücke gibt. Man sieht das am besten an den einfachen Fensterscheiben die morgens immer feucht sind. Auch sind es die Außenwände die bei unserem Betonbau hauptsächlich zum Schimmel neigen.

Ich bin davon ausgegangen, dass wenn ich die Innenwände verkleide die Kältebrücke nicht mehr vorhanden wäre und daher auch die Feuchtigkeit sich nicht mehr an der Betonwand absetzen könnte. Auch dachte ich das Gips eventuell überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen könnte und bei Bedarf wieder abgibt. So hoffte ich den Schimmel vermeiden zu können. Blöd, vor allem weil das erste Zimmer nahzu fertig ist. Neue Tür, neues doppelverglastes Fenster und die gesamte Verkleidung sind schon fertig eingebaut.

Bauexperten gibts hier nicht, daher muß ich da irgendwie alleine durch und das bestmögliche daraus machen. Die spanischen Maurer u.s.w. waren bei unserem Büroneubau schon überfordert weil ich die erste Mauerreihe auf Teerfolie (als Feuchtigkeitssperre) aufmauern ließ. Die dachten dann würde das Haus keinen Halt mehr haben. Hier wird nach wie vor katastrophal gebaut und selbst Hotels und Supermärkte stellen bei Regen Eimer auf…

Hallo!

wenn ich die Innenwände
verkleide die Kältebrücke :nicht mehr vorhanden wäre…

Die Wandoberfläche der Betonwand wird nach wie vor kalt sein. Warme, feuchte Raumluft gelangt an die Betonwand und gibt ihre Feuchtigkeit ab. Ähnliches geschieht bei Wand- und Deckenanschlüssen. So kannst Du mit Deiner Innenisolierung vorhersehbar einen neuen Geschäftszweig als Pilzzüchter aufmachen. Zwischendurch brauchst Du einen guten Arzt, der die nachhaltigen Gesundheitsschäden bei Dir und Deiner Familie diagnostiziert und Dir zu einer neuen Behausung rät.

Ich halte es für deutlich preisgünstiger, wenn Du Dich vor Ort von einem Architekten/Bau-Ing./Statiker beraten läßt. Nötigenfalls laß ihn aus Deutschland einfliegen und den Urlaub bei Dir verbringen. Du brauchst unbedingt den Fachmann, der sich das Haus ansieht und haarklein aufdröselt, was, wie und mit welchen Materialien gemacht werden muß. Es geht dabei um viele Details der Ausführung, an denen Selbermacher scheitern müssen und auch Handwerker i. d. R. Murks bauen, wenn sie nach Gutdünken und „hab ich auch bei mir selbst so gemacht“ vorgehen.

Gruß
Wolfgang

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Spanien ist das Stichwort
und da müssen die Randparameter von Spanien her, und nicht die von Deutschland.
Ohne diese zu kennen, nehme ich doch an, daß man in Sp mit wintertemeraturen um 0°C rechnen kann. Im Sommer mit mittleren Temp. von 20°C Aussen.
Und die Rauminnentemperaturen Innen im Winter??
Da würde ich mit diesen Werten und dem Glaserdiagramm an ungünstigen Stellen durchspielen und den Kondensatanfall für den Winter errechnen.
Und der Sommer nimmt das 4 fache wieder weg.
Schimmel bekommt man begrenzt in den Griff, bei der richtigen Putzauswahl—zumindest niemals Gipsprodukte.

Fazit: In Spanien kann ich mir vorstellen, daß eine Innendämmung durchaus machbar ist.

Salute

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Moin Willi

Fazit: In Spanien kann ich mir vorstellen, daß eine
Innendämmung durchaus machbar ist.

da will ich mal aus dem Ursprungsartikel zitieren

wir leben in einem spanischen Bau (voller Baufehler) der komplett mit Zement verputzt eigentlich eine einzige und durchgehende Kältebrücke ist. Es schimmelt seit Jahren immer wieder

wenn es jetzt schon schimmelt, wie soll es dann mit einer Innenisolierung besser werden?!

Also erst alles lesen, dann schreiben.

Gandalf

Hallo Willi!

Da würde ich mit diesen Werten und dem Glaserdiagramm an
ungünstigen Stellen durchspielen…

Genau das zelebrierte ich vor Jahr und Tag mit einem Haus, für das aufgrund denkmalgeschützter Fassade nur Innendämmung in Frage kam. Die 40 cm dicken Backsteinwände dienten dabei nur noch als äußere Hülle für die Ansicht; im Grunde wurde in der alten Hülle ein neues Haus konzipiert, das auch die Lasten von Decken und Dachstuhl aufnahm und ein eigenes Fundament bekam mit Unterfangung des hunderte Jahre alten Gemäuers. So schafft man Niedrigenergiestandard Baujahr achtzehnhundertirgendwas. Es geht, aber das ist nur was für Enthusiasten und Verrückte. Ein schnuckeliger Neubau mit individueller Architektur vom Feinsten wird deutlich billiger.

Natürlich bekommt man eine Innendämmung hin. Das wird wie beschrieben Entkernung und kompletter Neubau im alten Kleid. Bei einem Betonbau, bei dem Entkernung weder technisch noch kostenmäßig durchführbar erscheint (plattmachen und ordendlich neu bauen wird viiiel preiswerter), sehe ich das Problem bei sämtlichen Decken- und Wandanschlüssen. Die kalten Konstruktionsteile kragen dabei in den beheizten Raum hinein und dort wird es feucht. Das ergibt so ähnliche Probleme wie beim direkt an die Raumdecke angegossenen Balkon. Macht irgendwie alles keinen Spaß.

Ach ja Spanien: Ich bekam vor langer Zeit mal einen Urlaub in einem ganz edlen Häusle am Nordstrand der Ägäis mit Privatstrand und allem Schickimicki nur dafür, daß ich mir einige -ähem- Eigenwilligkeiten griechischer Handwerker ansah und ein paar Kleinigkeiten ausbügelte. Wenn es 2 Möglichkeiten gibt, irgendwas - egal was - zu montieren, gibt es offenkundig Gegenden, in denen ausnahmslos immer die falsche, nicht funktionierende Möglichkeit gewählt und mit haarsträubender Bastelei realisiert wird. Na ja, hat auch seine Vorteile. Wasserleitungen und Heizungsrohre mußte ich jedenfalls nie lange suchen. Nur den Durchfeuchtungen und dem Rauschen folgen… War alles zu beheben, aber E-Installation ist dort nur was für Hartgesottene :wink:

Gruß
Wolfgang

Kompromissvorschlag ?
Hallo,

wenn ich die Innenwände
verkleide die Kältebrücke :nicht mehr vorhanden wäre…

Die Wandoberfläche der Betonwand wird nach wie vor kalt sein.
Warme, feuchte Raumluft gelangt an die Betonwand und gibt ihre
Feuchtigkeit ab. Ähnliches geschieht bei Wand- und
Deckenanschlüssen.

Wolfgang ist in dieser Beziehung ein „Fundamentalist“ (auch was
die Lösungsmöglichkeiten angeht), aber er hat natürlich prinzipiell
Recht.

Zum speziellen Problemfall hätte ich einen Vorschlag, natürlich
ohne Gewähr. Wolfgang soll mal sagen, was er davon hält.

Wenn schon nur Innenisolierung möglich ist, dann nach dem Stand
der Technik.
Es müßten innen auf eine Lattung konsequent eine durchgängige
Dampfsperre sorgfältig aufgebracht werden.
Darauf dann die innere Verkleidung mit z.B. Gipskarton oder Holz.
Die Zwischenräume hinter der Dampfsperre kann man noch mit Isolier-
mat. ausfüllen.
Wichtig ist, daß die Dampfsperre nicht durch Installationen
löchrig gemacht wird. Kabeldurchführungen und Leitungen
sind ebenfalls dicht zu kleben. Steckdosen müssen innen auch
geschlossen sein bzw. Löcher dichtgeklebt werden.

Dadurch wird vermieden, daß in den Zwischenraum die Feuchte
Innenluft kommt und an der kalten Betonwand auskondensiert.

So kannst Du mit Deiner Innenisolierung
vorhersehbar einen neuen Geschäftszweig als Pilzzüchter
aufmachen. Zwischendurch brauchst Du einen guten Arzt, der die
nachhaltigen Gesundheitsschäden bei Dir und Deiner Familie
diagnostiziert und Dir zu einer neuen Behausung rät.

Ich halte es für deutlich preisgünstiger, wenn Du Dich vor Ort
von einem Architekten/Bau-Ing./Statiker beraten läßt.

Das ist immer sinnvoll, wenn man selber keine Ahnung von Physik
und vor allem von Bauphysik hat. Leider gibt es aber auch eine
Menge selbsternannter Spezialisten, so daß man immmer noch
reinfallen kann, wenn man sich nicht selber auch schlau macht
und alle Maßnahmen kritisch hinterfragt.

Nötigenfalls laß ihn aus Deutschland einfliegen und den Urlaub
bei Dir verbringen. Du brauchst unbedingt den Fachmann, der
sich das Haus ansieht und haarklein aufdröselt, was, wie und
mit welchen Materialien gemacht werden muß.
Es geht dabei um
viele Details der Ausführung, an denen Selbermacher scheitern
müssen und auch Handwerker i. d. R. Murks bauen, wenn sie nach
Gutdünken und „hab ich auch bei mir selbst so gemacht“
vorgehen.

Ja, Handwerke sind oft schlimme Sünder. Die machen immer alles
bevorzugt so, wie sie es gelernt haben oder wie es ihnen bequem
und billig ist, leider ohne Berücksichtigung der Randbedingungen.
Von Physik habe die auch oft keine Ahnung - wie auch, ist ja kein
kein Studium und noch nicht mal Abitur nötig, um Handwerker
zu werden. Also Vorsicht vor (billigen) Handwerkern.
Gruß Uwi

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Hallo Uwe!

Es müßten innen auf eine Lattung konsequent eine durchgängige
Dampfsperre sorgfältig aufgebracht werden.

Bei aller Sorgfalt bleiben Wand-, Boden- und Deckenanschlüsse problematisch. Schimmelanfällig werden solche Stellen schon vor Erreichung des Taupunkts.

Gruß
Wolfgang