Isp

Hallo!

Ich frage mich schon seit längerem, was eigentlich die Internetanbieter außer dem Bereitstellen der Infrastrktur genau machen.
Die eigentlichen Inhalte der Internetseiten liegen ja auf den Servern der Seitenbetreiber und sollten doch auch ohne ISP erreichbar sein!?
Aber vielleich nicht schnell genug?
Man findet dazu auch irgendwie nichts…
Es wäre schön, wenn mir jemand kurz erklären könnte, was man (abgesehen von der Netzinfrastruktur) theoretisch bräuchte, um einen Internetanbieter aufzubauen.

Danke schonmal!,
Gruß
Paul

Hallo Paul

Ich frage mich schon seit längerem, was eigentlich die
Internetanbieter außer dem Bereitstellen der Infrastrktur
genau machen.

Dank dem ISP kommst Du ins Internet. Sie stellen also die Schnittstelle zwischen Deinem PC und dem Internet her.

Die eigentlichen Inhalte der Internetseiten liegen ja auf den
Servern der Seitenbetreiber und sollten doch auch ohne ISP
erreichbar sein!?

Wie denn? Du musst von Deinem Rechner aus zuerst eine Verbindung dorthin haben, wo es dann ins Internet geht. Das Signal des Internet muss irgendwie bis zu Deinem Rechner gelangen und Deine Anfragen müssen ins Internet geleitet werden.

Ganz grob könnte man das so vergleichen: Du kannst das Einkaufszentrum durchaus nutzen. Musst aber zuerst dorthin kommen. Sei es mit Deinem Auto, Fahrrad oder so. Oder mit einem Bus. Oder zu Fuss. In jedem Fall nutzt Du irgendwelche Strassen, die Deinen Wohnort mehr oder weniger direkt mit dem Einkaufszentrum verbinden.

CU
Peter

Danke für die schnelle Antwort!
Doch ist das mir alles klar.
Ich habe ja extra gefragt, was der ISP außer der Netzinfrastruktur bereitstellt. Also außer den Leitungen vom Provider zu mir.

Hallo!

Ich frage mich schon seit längerem, was eigentlich die
Internetanbieter außer dem Bereitstellen der Infrastrktur
genau machen.

Im Prinzip gar nichts weiter, aber das ist auch schon eine Menge…

Es wäre schön, wenn mir jemand kurz erklären könnte, was man
(abgesehen von der Netzinfrastruktur) theoretisch bräuchte, um
einen Internetanbieter aufzubauen.

Das kommt drauf an, wie professionell und groß man das aufziehen will.
Manche machen sowas als One-Man-Show und kaufen sich alles benötigte zu,
wenn man viel selbst machen will, kann man Hunderte von Mitarbeitern in
Dutzenden von Teams beschäftigen.

Man kann die Aufgaben und Leistungen eines ISP beliebig weit hinunterbrechen,
bis hin zum Buddeln der Leitungen - muss man aber nicht. Die Frage lässt sich
schlicht nicht beantworten. Kannst Du sie etwas konkreter formulieren?

Gruß,

Malte

Hallo,

Also außer den Leitungen vom
Provider zu mir.

Na das sind ja nicht einfach nur tote Drahtstücke (wenn Du nicht gerade eine Darkfiber anmietest), sondern das ist eine hochkomplexe Geschichte mit jeder Menge aktiven und passiven Komponenten die ständiger Überwachung bedürfen. Da reißt irgendwo ein Bagger ein Stück weg, und sofort setzt hektisches Treiben ein, um Umleitungen zu schalten. Irgendwo bläßt mal wieder jemand einen großen DDOS-Angriff, und sofort wird man versuchen bestimmte Dinge zu blockieren. Irgendwo passieren ganz wichtige Dinge und alle Leute wollen bestimmte Server erreichen, und man versucht dafür Bandbreite frei zu machen, Firma A an Provider 1 und Firma B an Provider 2 brauchen eine direkte Verbindung mit garantierter hoher Bandbreite und dafür werden Peerings eingerichtet, im gewerblichen Bereich reicht oft die beste DSL-Leitung nicht aus, und man macht individuelle Anschlüsse über alle vier Himmelsrichtungen, …

Ansonsten stellt sich natürlich immer auch die Frage, wie man ISP überhaupt definiert. Das sind ja heute üblicherweise recht große und unüberschaubare Mischkonzerne, die alles mögliche rund um das Thema Internet, IT und Telekommunikation anbieten. D.h. die betreiben eigene Rechenzentren, in denen Du Server oder einfach auch nur Standfläche für eigene Racks inkl. des gesamten Service und der Anbindung an das Internet mieten kannst. Die hosten ggf. im Rahmen von ASP-Modellen mietbare Applikationen, stellen bei Bedarf Speicherkapazität und Rechenleistung zur Verfügung, Großkunden können virtuelle DSL-Netze, gemanagte oder ungemanagte Glasfasern erhalten, da werden VoIP-Telefonanalagen gehostet, …

Gruß vom Wiz

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Hallo Paul

Ich habe ja extra gefragt, was der ISP außer der
Netzinfrastruktur bereitstellt. Also außer den Leitungen vom
Provider zu mir.

Nun, die Infrastruktur ist ja recht komplex. Da sind jede Menge komplizierter Geräte beteiligt.

Da kommt auf der einen Seite der Kunde daher. Damit der ISP möglichst viele Leute bedienen kann, muss er z.B. vom alten Analogmodem über ISDN bis DSL viele Zugänge einrichten. Auf der anderen Seite ist der Anschluss an den Backbone des Internet. Der ISP muss nun das Ganze so einrichten, dass auch das analoge 56k V90-Signal des Kunden Paul und das ATM-Signal des Backbone irgendwie miteinander verbunden werden können. Also verschiedene Protokolle…

CU
Peter

Danke für die beiden ausführlichen Antworten!
Diese in den letzten Jahren neben der Telekom neu entstandenen Provider mieten doch größtenteils nur die Infrastruktur der Telekom, oder? D.h. die dürften ja fast nichts eigenes haben^^
Oder mieten sie wirklich nur die Kabel an sich und die Verteilerknoten etc. haben sie selber dazwischen gebaut?

Teils, teils. In Großstädten haben die lokalen Carrier als auch die großen Telkos (neben der Telecom z.B. Colt oder KPN) durchaus auch vollkommen eigenständige Netze liegen. QSC hat auch teilweise eigene Leitungen, … Die Übergänge sind da sehr fließend. Und was die Dinge jenseits der Zugänge für Otto-Normalverbraucher angeht, gibt es durchaus viele Dinge im Eigentum dieser Anbieter. Colt hat alleine 13 eigene Rechenzentren und über 10.000 Gebäude in Europa direkt angeschlossen. Das sind jetzt natürlich nicht die Massen wie bei den DSL-Anschlüssen der Telekom, aber man muss sich mal ansehen, was die da angeschlossen haben. Das sind dann große Industrieunternehmen mit eigenen Rechenzentren, Fernsehsender, Großbanken, …

Gruß vom Wiz

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Es gibt nicht nur Internetzugangsprovider, „ISP“ kann viel mehr sein.
Außerdem gab es nie nur die DTAG.

Gruß,

Malte

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