Ist Bausparen als Renditesparen empfehlenswert ?

Hallo !

Mal angenommen eine 80-jährige Frau möchte das wenige Geld, welches ihr noch von der kargen Rente übrig bleibt hochverzinst anlegen. Sie fragt einen „Finanzberater“ bei der ihr seit Jahren bekannten „A…bis…Z“-Versicherungsagentur. Er empfiehlt ihr Bausparen. Wohl sicher nicht der eigenen Provision wegen sondern, weil die Renditeversprechen gerade beim Bausparen so hoch sein sollten… :frowning:
Vielleicht könnte sie ja auch später mit dem Bauspardarlehen auch etwas bauen oder renovieren…
Fakt ist, dass diese nahezu blinde, gehbehinderte und inzwischen fast 90-jährige Frau über 15 Jahre 50,- Euro monatlich in eine eher fragwürdige „Kapital“-Anlage investiert hat.
Frage an Euch:
-1. kennt jemand ähnliche Fälle, dass alten Leuten sinnlose Anlagen von „uneigennützigen“ Fachleuten „empfohlen“ wurden ?
-2. wie könnte diese alte Frau gegen solchen offensichtlichen Betrug vorgehen ?
-3. kennt jemand Anwälte, welche Erfahrungen mit dieser Art von Betrug vorweisen können ?

Grüßend mit herzlichem Dank für Eure/Ihre Antworten
Euer Bastian62

Hallo,

Mal angenommen eine 80-jährige Frau möchte das wenige Geld,
welches ihr noch von der kargen Rente übrig bleibt
hochverzinst anlegen. Sie fragt einen „Finanzberater“ bei der
ihr seit Jahren bekannten „A…bis…Z“-Versicherungsagentur.

Nach dem Lesen von 80 Jahre, karge Rente und hochverzinst, war fast klar, dass da noch ein Finanz"berater" von einer Versicherungsagentur ins Spiel kommen musste.

Fakt ist, dass diese nahezu blinde, gehbehinderte und inzwischen fast 90-jährige Frau über 15 Jahre

Gabs es zwischen dem 80. und 90. Geburtstag einen Zeitsprung?

50,- Euro monatlich in eine eher fragwürdige „Kapital“-Anlage investiert hat.

Gehts jetzt immer noch um einen Bausparer? Gerade angesichts der Werthaltigkeit manch anderer Kapitalanlage während der letzten Jahre ist die Rendite von Bausparern nicht zu verachten. Allerdings kann man sich bei einer 80-jährigen Frau schon fragen, was außer der Provision einen Finanzberater einer Versicherung zu dieser „Empfehlung“ getrieben hat.

Frage an Euch:
-1. kennt jemand ähnliche Fälle, dass alten Leuten sinnlose
Anlagen von „uneigennützigen“ Fachleuten „empfohlen“ wurden?

Davon kann man so oft lesen oder im TV sehen, dass ich mich immer wieder wundere, dass immer noch soviele darauf reinfallen.

-2. wie könnte diese alte Frau gegen solchen offensichtlichen
Betrug vorgehen?

Wo ist jetzt der Betrug? Das Geld wurde in den Bausparer eingezahlt, verzinst und steht grundsätzlich zur Verfügung?

-3. kennt jemand Anwälte, welche Erfahrungen mit dieser Art
von Betrug vorweisen können?

Die Frage, ob hier überhaupt von Betrug geredet werden kann, sollte jeder Anwalt beantworten können. Erst wenn diese bejaht würde, würde es sich lohnen, nach einem entsprechenden Fachanwalt umzusehen.

Grüße

Ich danke ElBuffo für seine Ausführungen.

Den Betrug würde ich darin sehen, dass Bausparen gerade in der „Ansparphase“ nicht gerade sehr üppig verzinst wird. Da wären manche stabile deutsche Aktienfonds um ein Vielfaches besser - daher ist der Verlust vorprogrammiert. Dafür beträgt die saftige „Berater“-Provision im Schnitt ca. 1% bis 1,5% der Bausparsumme. Eine derartige „Empfehlung“ betrachte ich bei über 70-jährigen als „Entscheidung in eigener Sache“(=des Beraters!).

Ein Bausparvertrag ist bei einer so betagten Person schon etwas fragwürdig.

Allerdings kann man nicht alles über einen Kamm scheren. Es gibt Bauspartarife welche in der Ansparphase attraktive Guthabenverzinsung haben, insbesondere die Bonuszinsen Darlehensverzicht können da ein Argument sein.

Einer 80- oder 90-jährigen Person einen Aktienfonds anzudrehen fände ich dann noch fragwürdiger.

Gruß

Jörg

Hallo,
du bist auf einem völlig falschen Dampfer!
Was soll da Betrug sein?
Unser Opa (85J.) hat jetzt 50.000 (aus einer freiwerden KSK-Anlage) in einen BS-Vertrag mit 3 %igen Grundverzinsung (bei entspr. LZ rückwirkend 3,6%) angelegt. Alternativ wäre eine weitere Anlage bei der KSK gewesen mit einer Startverzinsung von 1,5% (im 4.Jahr 2,25%).
Trotz BS-Abschlussgebühr ergibt sich ein glasklarer Vorteil für den BS-Vertrag!

Gruß cooler

P.S. Einer fast 90jährigen einen Fonds aufs Auge zu drücken…das wäre (für mich) Betrug!
Meine Empfehlung: Du solltest die div. Problematiken der Anlagen erst einmal ergründen, bevor du ein Urteil abgibst!
Anm.: Ich habe beruflich mit BS überhaupt nichts am Hut!

Hallo,

Den Betrug würde ich darin sehen, dass Bausparen gerade in der
„Ansparphase“ nicht gerade sehr üppig verzinst wird.

Ein Bausparvertrag ist auch nicht vorrangig zur Vermögensbildung gedacht. In der Regel will man sich damit ja eigentlich eine günstige Finanzierung erkaufen. Inwiefern das gelingt, soll mal außen vor bleiben. Der Preis dafür ist eben die niedrige Verzinsung in der „Ansparphase“, was auch immer damit gemeint ist. Wie ist den die Verzinsung nach der Ansparphase?

Da wären manche stabile deutsche Aktienfonds um ein Vielfaches besser - daher ist der Verlust vorprogrammiert.

Also wenn ich mich mal kurz an den Dax-Stand von über 8.000 Punkten vor zehn Jahren zurückerinnere und gerade etwas von etwas über 6.000 sehe, dann kann man diese Aussage sicher etwas relativieren. Und ob Oma dann drei Jahre später angesichts gedrittelter Kurse nicht kopflos Verluste realisiert hätte, weiß man jetzt auch nicht. So wie man an der Börse immer erst hinterher weiß, welche Entscheidung die richtige war/gewesen wäre.

Dafür beträgt die saftige „Berater“-Provision im Schnitt ca. 1% bis 1,5% der Bausparsumme.

1 - 1,5% ist alles andere als saftig. Solche „Berater“ hätten sicher auch einen „tollen“ Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag und 1-1,5% Verwaltungsgebühr empfehlen können. Daneben natürlich noch Depot- UND Kontoführungsgebühren. Man kann sich ja mal ausrechnen, was man da im Laufe der Zeit bezahlt und welche Permormance der Fonds hinlegen muss, um zunächst einmal diese Kosten wieder reinzuholen. Die ganzen abhängigen Versicherungs- und Finanzberater vergessen das irgendwie regelmäßig, wenn sie ihre schicken Charts mit den (ohnehin nur) angenommenen Kursentwicklungen vorstellen.

Eine derartige „Empfehlung“ betrachte ich bei über 70-jährigen als „Entscheidung in eigener Sache“(=des Beraters!).

Das ist bei solchen „Beratern“ immer so, die verdienen nun mal damit ihr Geld. Das sollte man eigentlich wissen.
Es hätte sie mit einem Fonds oder vielleicht noch einer fondsgebundenen Lebensversicherung wesentlich schlimmer treffen können. Man kann es vielleicht als unseriös oder Bauernfängerei bezeichnen, aber Betrug ist es sicher nicht.
Am besten man macht sich einfach vorher mal selbst ein kleines bißchen eine Birne. Dazu gehört, dass man wissen muss, was man will und was geht. Hohe Verzinsung ohne hohes Risiko geht jedenfalls nicht. Bei über 70 Jahren sollten angesichts der Lebenserwartung und vielleicht kurzfristigem Kapitalbedarf aufgrund von Krankheit und oder Pflegebedürftigkeit etc. möglicherweise Kapitalerhalt und kurzfristige Verfügbarkeit im Vordergrund stehen.
Dazu paßt eine Bausparvertrag in der Tat eher weniger.

Grüße