Ist buddhismus eine religion...,

…da es weder eine übergeordnete „wesenheit“ noch ein
heilsversprechen und auch kein glaubens"gebot" gibt?
natürlich sind, wie in jeder kultur, die einflüsse etwas
durcheinandergeraten (die christen übernehmen „heidnische“
feiern, die tibetanischen buddhisten „magische“ legenden etc.)
die gelehrten widersprechen sich; was an essenz bleibt, ist eine
art philosophie, an der sich jeder selbst messen muß.
was meint ihr?
gespannt ist: frank

Der Papst sagt : Nein!
Der Papst hat während seiner Asienreise vor ein paar Jahren (19??) gesagt (sinngemäss), dass der Budhismus „lediglich eine Sammlung atheistischer Lehren ist“. Die budh. Mönche haben ihn daraufhin nicht empfangen.
Ansonsten: Anschauungssache.
Gruss, Stucki

Hallo Frank,

die Antwort ist vielleicht einfacher als Du denkst. Wenn Du davon ausgehst, dass es nur einen Gott und auf der erde nur eine Menschheit gibt, ist es naheliegend, dass Gott sich von Zeit zu Zeit den Menschen offenbart. Dies ist in der Vergangenheit verschiedene Male erfolgt und nicht nur an einem Ort sondern an verschiedenen. Je weiter Du in der Zeit zurückgehst, desto ungenauer sind die Originalquellen. In Berzug auf den Buddhismus gilt das gleiche. Daher ist er m.E. eine Religion wie das Christentum, der Islam, das Judentum, die Bahá’í-Religion, die zatrathuristrische Religion oder der Hinduismus.

Wenn Du die Schriften dieser Religionen studierst, wirst Du feststellen, dass in Bezug auf die Aussagen hinsichtlich Gott nicht wesentlich voneinander abweichen.

Wenn Du die Menschen fragst, die meist diese Religionen nach aussen hin vertreten, werden sie „natürlich“ etwas völlig anderes behaupten, da „ihre“ Religion etwas „Besonderes“. Für mich ist das aber ein typischer Fall von „Denkste!“.

mfg

Alexander

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…das war jetzt der Buddhismus aus der Sicht eines gläubigen Christen.
Doch der Buddhismus hat mit Christentum absolut nichts zu tun. Das Christentum mit Buddhismus schon. Denn Paulus hat unsere Religion mit überzeugungen des Buddhismus „verfäscht“.
Ob es nur einen Gott oder tausende gibt…??? Oder wie der Buddhismus sagt, gar keinen?? Wer will das schon wissen? Glauben ja, wissen, nein.
Die sog. Anzeichen, dass es einen Gott gibt, kann man alle auch anders erklären.
Übrigens haben wir dieses Thema schon ziemlich in diesem Forum durchgekaut.
Grüße
Raimund

Aber ich sehe nichts, was ihn glaubwürdig erscheinen ließe.

Grüße
Barney

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Hallo Frank,

…da es weder eine übergeordnete „wesenheit“ noch ein
heilsversprechen und auch kein glaubens"gebot" gibt?
natürlich sind, wie in jeder kultur, die einflüsse etwas
durcheinandergeraten (die christen übernehmen „heidnische“
feiern, die tibetanischen buddhisten „magische“ legenden etc.)
die gelehrten widersprechen sich; was an essenz bleibt, ist
eine
art philosophie, an der sich jeder selbst messen muß.
was meint ihr?

Soweit ich es sehen kann, ist der Buddhismus eine Religion.
1.) Es gibt einen Glauben; nämlich den an die Widergeburt.
2.) Es gibt ein Heilsversprechen; das Nirvana als Durchbrechung des Kreislaufs der Widergeburt.
3.) Es gibt übergeordnete Wesenheiten; Geister und Dämonen.
4.) Es gibt Verhaltensgebote; Man sollte kein Massenmörder sein, wenn man im nächsten Leben nicht als Wurm wiederkehren möchte.

Gruß
Carlos

jein
Nein, weil der Buddhismus (Ursprünglich) eine atheistische Weltanschauung ist. Allerdings gibt es inzwischen viele Varianten, die durch Mischung mit Volksreligionen entstanden sind, die Geister und Dämonen etc. kennen und Verehren/fürchten.

Ja, weil es eine Weltanschauung ist, die ein Heilsversprechen hat, nämlich nach der Erleuchtung aus dem Kreis der Wiedergebut auszubrechen.
Dazu kommt, was allen Religionen zueigen ist, daß die Thesen unbeweisbar und nur durch Glauben erfahrbar sind.

Im Zen ist die atheistische Komponente sehr ausgeprägt und der Glaube an höhere Wesen so gut wie unbekannt. Hier würde ich den Begriff Religion sehr vorsichtig gebrauchen, Zen ist eher eine Lebensweise.
Im Zen-Buddhismus gibt es nur ein persönliches Streben, strebt man nicht, kommt man nicht vorran, mithin kommt man dem Ziel der Erleuchtung nicht näher. Nur wer etwas tut wird etwas. Kein Gott kann helfen, höchstens ein Meister kann sagen, ob der Weg den man geht einen voranbringt. Den Weg kann er allerdings nicht anbieten, da jeder einen anderen Weg beschreiten muß. Ein Meister kann allerdings erkennen, wenn man die Erleuchtung erlangt hat.

Gandalf

Hallo auch …

Carlos, zu Deinen Ideen möchte ich kurz meinen Beitrag leisten:

Soweit ich es sehen kann, ist der Buddhismus eine Religion.
1.) Es gibt einen Glauben; nämlich den an die Widergeburt.

Es ist richtig, man sollte an die Wiedergeburt glauben, aber es ist nicht zwingend. Man kann auch ohne diesen Glauben erleuchtet werden. Es kann sogar jemand erleuchtet werden, der in diesem Leben nichts von Buddha oder seiner Lehre gehört hat. Es ist nur unwahrscheinlicher. Trotzdem muß man nicht an Wiedergeburt glauben. Es hat aber verschiedene Vorteile …

2.) Es gibt ein Heilsversprechen; das Nirvana als
Durchbrechung des Kreislaufs der Widergeburt.

Richtig. Aber eins bleibt noch mal festzustellen: Re-ligion bedeutet übersetzt „Wiedervereinigung“. Man vereinigt sich mit dem Göttlichen wieder. Das heißt: wir waren mal perfekte Götter, sind aber in Ungnade gefallen (Adam und Eva) und versucehn nun zurückzukommen. (… was uns, mittels Christentum, nicht gelingen wird. Zumindest weiß ich nicht, daß uns das dort versprochen wird.)

3.) Es gibt übergeordnete Wesenheiten; Geister und Dämonen.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, sie sind uns nicht übergeordnet, sie sind halt Wesen wie wir. Sie haben nur ein bißchen mehr Macht über uns, als wir über sie.

4.) Es gibt Verhaltensgebote; Man sollte kein Massenmörder
sein, wenn man im nächsten Leben nicht als Wurm wiederkehren
möchte.

Ja, das ist schon dienlich, :smile: da hab ich auch nichts gegenzuhalten!

Sebastian

ist buddhismus eine religion: erstmal danke…
für das spektrum an meinungen.

der einfachheit halber fasse ich mal zusammen:

anscheinend ist der buddhismus, wie andere lehren auch, durch
die historie verändert und benutzt worden.

die grundlehre gibt jedoch nichts vor, sondern zeigt einen weg
zur befreiung vom leid. dieser soll überprüft und probiert
werden. (dies finden wir besonders im zen, wie gandalf
ausführte.)

es gibt weder zwang noch drohung.

widersprüchlich ist die idee der wiedergeburt: dies setzt
tatsächlich glauben voraus, da diese erfahrung in diesem leben
nicht nachvollziehbar ist.

„karmische“ gegebenheiten lassen sich widerum erkennen, wenn
darauf geachtet wird. dies ist auch nicht mystisch oder sonstwie
geheimnisvoll, sondern nachvollziehbar.
um es simpel zu illustrieren: hau ich mir den hammer auf den
finger, wird es mir weh tun und ich werde leiden. also lass ich
das lieber.

auch wenn gesagt wurde, daß dies schon alles mal „durchgekaut“
wurde, entnehme ich den antworten, daß das interesse durchaus
besteht.
also erstmal gruß,
frank

hallo alexander,

so einfach sehe ich das nicht.
wenn ich die (überlieferten) schriften bzw.reden des gautama
buddha lese, ist dort von keinem gott die rede.
auch später findet sich dieser gedanke nirgends, in keiner
ethnischen variante des buddhismus.
zwar werden bei den tibetanern alte dämonen bemüht, die aber als
metaphern für die spielarten des geistes dienen.
die transzendenz in das „nirvana“ ist kein paradiesversprechen,
sondern der hinweis auf die möglichkeit der selbstbefreiung
durch eigenes tun, ohne sich auf übergeordnetes zu verlassen.
so verstehe ich jedenfalls die grundidee.
aber deswegen habe ich hier gepostet, um auch andere
auffassungen zu hören (lesen).

gruß,
frank

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