Ist da eine Verbindung?

vergangene Woche musste ich mich einer Wurzelbehandlung am überkronten Zahn 2/6 (Backenzahn links oben) unterziehen. Die Krone wurde runter gemacht und Wurzelkanäle wurden gesäubert. Mein Zahnarzt sagte auf Nachfrage, dass sie Säuberung der Wurzelkanäle mit Wasserstoffperoxid H2=2 erfolgt.

Die Behandlung war bestialisch! Ich habe heute noch ein Gefühl, als ob mit das H2O2 Nebenhöhle, Stirnhöhle und Nasenschleimhaut verätzt hat. Jedenfalls war meine Nase 1 Woche lang zu, ähnlich, wie wenn ich massiv Schnupfen habe. Auch Schlucken und Sprechen tat weh. Da mir so etwas nach einer Zahnbehandlung nicht zum ersten mal passiert ist, nun meine Frage:

Ist es anatomisch möglich, dass das H2O2 direkt durch die Wurzelkanäle eines Zahns (wie rief gehen die überhaupt?) direkt in die Nasennebenhöhle gelangen kann? Kann man eine derartige, eventuelle direkte Verbindung mittels Röntgen oder Ultraschall erkennen?

Ich möchte jedenfalls - falls irgendwie vermeidbar - nie mehr eine solche Prozedur durchmachen!

Atlacamani

Ist es anatomisch möglich, dass das H2O2 direkt durch die
Wurzelkanäle eines Zahns (wie rief gehen die überhaupt?)
direkt in die Nasennebenhöhle gelangen kann? Kann man eine
derartige, eventuelle direkte Verbindung mittels Röntgen oder
Ultraschall erkennen?

Servus atlacamani,

ja, es ist möglich. Es kann passieren, daß beim Ausfeilen eines Wurzelkanals das Instrument über das Wurzelende hinausgeraät, oder daß der Kanal am Ende der Wurzel keine natürliche Verengung aufweist.
Suchwort: „Überinstrumentierung“

www.dzn.de/ch01Home/01News/20070219/20070219_02.html

Das zur Spülung verwendete H2O2 kann dann, je nach verwendeter Konzentration, zu Verätzungen der Schleimhaut führen:

www.uni-muenster.de/imperia/md/content/wwu/sicherhei…. doc

Zur Frage der Erkennbarkeit: eine Röntgenaufnahme zeigt ungefähr, wie die Wurzeln (ein oberer 6-er hat normalerweise drei davon, die gelegentlich eine Einsenkung der Kieferhöhle zwischen sich nehmen) relativ zur Kieferhöhle stehen - mehr ist nicht möglich. Ultraschall geht meines Wissens gar nicht.

Ich möchte jedenfalls - falls irgendwie vermeidbar - nie mehr
eine solche Prozedur durchmachen!

Das kann ich gut verstehen. Nur - kann der Zahn nicht erfolgreich wurzelbehandelt werden, wird man ihn wohl herausnehmen müssen :frowning:
Da kann die Nähe zur Kieferhöhle auch negative Folgen haben:

www.meduni-graz.at/zahnklinik/AmbulanzSkripten/KH-Ve…

www.zahn-forum.de/zf/zf.nsf/ContentByKey/DRER-57HB7E…

Es empfiehlt sich, in solchen Fällen, lieber gleich den Zahn in einer Fachpraxis für Gesichts- und Kieferchirurgie herausnehmen zu lassen. Erstens, weil dort vermutlich mehr Routine in der Methodik besteht. Man kann einen solchen Molaren gezielt und geplant in seine Wurzeln teilen und jede einzeln entfernen. Das dauert beim Routinier 5 Minuten länger, erhöht aber die Chancen, die Kieferhöhle unversehrt zu lassen.
Zeitens, weil dort auch mehr Kompetenz zu erwarten ist, wenn es doch zu einer MAV kommen sollte.

So viel schlechte Nachrichten an so einem schönen Tag - sorry! Kannst- und mußt Du irgendetwas gleich tun, damit nichts versäumt ist?
Nein - wenn das Epithel der Kieferhöhle Schäden abbekommen haben sollte, sind sie durch irgendeine mir bekannte Form des raschen Handelns nicht mehr zu beeinflussen. Im Zweifel rät Dir der Notdienst einer HNO-Klinik.

Vielleciht berichtest Du mal irgendwann, was aus Dir geworden ist.

Alles Gute!

Kai

Hallo Kai,
da hast Du ja eine wissenschaftliche Abhandlung zu meiner Frage erstellt. Vielen herzlichen Dank! ich freue mich sehr über diese Info.
Atlacamani

…noch eine Untersuchungsalternative ist eine Volumentomografie - bieten Kieferchirurgen teilweise an. Hierbei wird ein hochauflösendes 3D Bild der Situation angefertigt. Die Aufnahme ist so detailliert, dass selbst kleinste Kapillaren zu sehen sind…