Hallo zusammen,
ich habe einen 10jährigen Sohn, der seit Herbst in die 5. Klasse eines Gymnasiums geht. In der Grundschule war er ein guter Schüler, eher faul, ist aber mit dem notwendigsten gut zurecht gekommen. Er ist Einzelkind, eher introvertiert, ist aber bei seinen Mitschülern sehr beliebt, im Sportverein, trifft sich oft mit Kumpels, müßte also alles o.k. sein.
Auf dem Gymnasium hatte er im Halbjahreszeugnis einen Schnitt von 2,3, also alles bestens. Jetzt ist es aber so, daß er dafür deutlich mehr tun muß, ist aber nach wie vor faul. Also kommt meist von mir oder meinem Mann die Initiative zu lernen. Er selbst sagt, daß er etwas Probleme mit der Konzentration hat. Den letzten Mathetest hat er ein bischen versiebt, und alle waren etwas enttäuscht, weil er sehr viele Leichtsinnsfehler gemacht hat und wir boten ihm an, zusammen in den Ferien zu lernen, damit er die nächste Arbeit eine bessere Note schreibt. Aber es kommt wie immer keine Initiative von ihm.
Ich bin es ein wenig leid ihn dauernd anzustupfen, meine Eltern haben sich was Schule betrifft damals nie um mich gekümmert, obwohl ich es gerne gehabt hätte. Ich weiß nicht, ob wir zuviel von meinem Sohn verlangen, ihm selbst ist wichtig, daß er auf der Schule bleibt. Nach dem Zwischenzeugnis mußten die Kinder aufschreiben, in welchen Fächern sie sich verbessern wollen und wie sie das anstellen könnten. Er schrieb: Ich muß mehr lernen, mich besser konzentrieren und es auch mal durchziehen. Aber er tut nichts.
Morgen geht wieder die Schule los, und seit 4 Tagen redet er von Kopfschmerzen und Schwindel (will morgen früh gleich einen Termin mit dem Arzt machen, da diese auch mit Schmerzsaft wohl nicht verschwinden).
Auf meine Frage, ob er Angst vor der Schule hätte, meinte er nö, er gehe da doch gerne hin und freue sich seine Kumpels wieder zu sehen.
Mir fällt auf, daß er egal was wir ihm vorschlagen, egal ob Freizeit oder Schule, es ist ihm alles schnuppe. Ich sehe keine besonderen Interessen an irgendetwas, PC fasziniert ihn wie alle seine Kumpels, dies ist aber mit einem Punktesystem gut geregelt, daß es nicht zu viel wird in der Woche.
Mein Mann war letzte Woche 3 Tage mit ihm beim schlitteln, aber mein Sohn hat sich gar nicht richtig gefreut, ich hatte das Gefühl es wäre ihm egal gewesen, wenn es nicht statt gefunden hätte.
Ist er in einer vorpupertären Phase?
Ich selbst habe eine lange psychische Geschichte hinter mir (Angstzustände und Depression), die ich mit Medikamten und Therapie gut in den Griff bekommen habe, manchmal habe ich Angst, daß er den selben Weg einschlägt wie ich. Ich vermisse bei ihm die Unbekümmertheit, das Lachen, das sich auf etwas freuen.
Sorry, daß es so lange geworden ist, was kann ich tun, ich habe gerade das Gefühl, daß alles scheiße läuft.
Liebe Grüße
Sabine
