Ist das eine Art von Rassismus?

hey ho,

also bei uns gibt es ein weißes Mädchen in der Klasse, und sie hat, soweit ich weiss, fast ausschliesslich schwarze Freunde. Ich nehme gleich vorweg, ich bin kein Rassist, aber trotzdem bin ich nicht so drauf, dass wenn ich einen Schwarzen (oder falls ihr darauf besteht: Menschen mit afrikanischer Abstammung oder wie auch immer die total politisch korrekte Ausdrucksweise es derzeit verlangt …) sehe, dass ich es auch nicht ignorieren kann, doch es ist mir egal. Diese Rechtfertigung nur gleich zu Beginn, nicht dass ich mir Beleidigungen anhören darf. Egal. Zurück zum Thema:

Sie hat also überwiegend schwarze Freunde, und ich muss dazu sagen, dass es kein Zufall ist, dass sie einfach diese Leute unabhängig von ihrer Hautfarbe „mehr mag“. zB organisiere ich für diverse Schüler bei uns Nachhilfe, und ich weiss, dass sie sofort einem Schwarzen Nachhilfe geben würde, aber bei einem Weißen würde sie eher zögern etc.

Der ganze Sachverhalt ist schwer zu erklären. Ich stelle jetzt mal meine eigentlichen Fragen:
Woran liegt das? Kann so ein Verhalten, dass man sich besonders mit Minderheiten anfreundet auf ein „Schuldgefühl“ zurückgehen? Á la „die sind so arm, ich muss mich mit ihnen anfreunden“ oder irgendwie so? Ist das auch eine Art von Rassismus? Und gibt es für so ein Verhalten einen wissenschaftlichen Namen?

Natürlich könnte sie einfach den klischeebehafteten Lebensstil den sie auf MTV über die Afro-Amerikanische-Gesellschaft gelernt hat so „supercool“ finden, dass sie meint sie kann so ein Teil davon werden … ich hoffe ihr könnt euch ein ungefähres Bild von dieser Situation machen, auch wenn ich es euch vermutlich nicht ganz so leicht mache wie erhofft.

Danke schonmal, und wenn jemand meint, dass meine Ansichten rassistisch sind, dann soll er das tun, sind sie aber nicht.

LG

Hypothese
Frauen sind eher New-Junkies als Männer:

  • meine exotischen Knabbereien probieren eher Mädels als Typen
  • Frauen sind mehr an der gesunden, genetischen Durchmischung interessiert und stehe daher mehr auf „Exotik“

So, jetzt denken wir uns noch mehr Test aus und machen eine schöne große Statistik. Danach sind wir schlauer.

Gruß

Stefan

Hallo bananenschale,

Sie hat also überwiegend schwarze Freunde, und ich muss dazu
sagen, dass es kein Zufall ist, dass sie einfach diese Leute
unabhängig von ihrer Hautfarbe „mehr mag“. zB organisiere ich
für diverse Schüler bei uns Nachhilfe, und ich weiss, dass sie
sofort einem Schwarzen Nachhilfe geben würde, aber bei einem
Weißen würde sie eher zögern etc.

was natürlich sein kann: Sie lernt über schwarze Freunde weitere Schwarze kennen.

Woran liegt das? Kann so ein Verhalten, dass man sich
besonders mit Minderheiten anfreundet auf ein „Schuldgefühl“
zurückgehen? Á la „die sind so arm, ich muss mich mit ihnen
anfreunden“ oder irgendwie so?

Das kann sein.
Oder, dass sie damit hervorheben will, wie tolerant sie ist und dass sie keinesfalls ausländerfeindlich ist. Einem Menschen mit dunkler Hautfarbe sieht man ja deutlich an (deutlicher als meinetwegen einem Schweden oder Italiener), dass er Migrationshintergrund hat.

Ist das auch eine Art von
Rassismus? Und gibt es für so ein Verhalten einen
wissenschaftlichen Namen?

Man nennt dies „positiven Rassismus“ bzw. „positive Diskriminierung“:
Menschen werden aufgrund einer Eigenschaft, oft ihrer vermuteten Herkunft/Ethnie ("Rassen"zugehörigkeit) bevorzugt behandelt oder ihnen Eigenschaften, die sie allgemein teilen würden, zugeschrieben - z.B. Afrikanern grundsätzlich Musikalität und Gastfreundschaft zugeschrieben, Ausländer überfreundlich behandelt um ja nicht als ausländerfeindlich zu gelten etc.

Natürlich könnte sie einfach den klischeebehafteten Lebensstil
den sie auf MTV über die Afro-Amerikanische-Gesellschaft
gelernt hat so „supercool“ finden, dass sie meint sie kann so
ein Teil davon werden …

Kann sein - wissen tue ich’s nicht.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Stefan,

  • Frauen sind mehr an der gesunden, genetischen Durchmischung
    interessiert und stehe daher mehr auf „Exotik“

was du meinst, bezieht sich auf Partner.
Nach dem, was der Fragesteller schreibt, geht es hier aber um „Freunde“ im Sinne von „Schulfreunde, Kumpels“ und nicht um „Freunde“ im Sinne von „Beziehungspartner“.
Ferner scheinen Frauen wie auch Männer gleichermaßen bei der Partnerwahl auf genetische Verschiedenheit (unbewusst, über Geruchssinn) zu achten.

Bzgl. genetischer Unterschiedlichkeit aufs Aussehen zu achten, bringt übrigens wenig:
Nur ein geringer Anteil der Gene wirkt sich aufs Aussehen aus.
Bei drei Menschen - A und B sehen sich verblüffend ähnlich, C sieht gänzlich anders aus und stammt aus einer anderen Ethnie - kann es durchaus vorkommen, dass A mehr Gene mit C als mit B teilt.

Viele Grüße,
Nina

Noch ne Möglichkeit: sie fühlt sich selbst als „Außenseiterin“ und tendiert deshalb zu anderen Minderheiten.

Gruß,

Anja

Hallo bananenschale,

ich weiß offen gesagt nicht, was ich von deiner Anfrage hier in Psychologie halten soll. Auch wenn du dich in deinem ersten Absatz mehrmals dafür zu rechtfertigen versuchst, entkräftest du den Vorwurf, den man dir machen könnte, leider nicht wirklich. Insofern würde ich eher deine Frage über deine Mitschülerin problematisieren wollen als die „wahren Gründe“ ihrer persönlichen Vorlieben. Darauf, dass dahinter ein schlechtes Gewissen stecken könnte, muss man erst einmal kommen!

Ist das auch eine Art von Rassismus?

Beantworte mir mal die folgende Frage: Würde es dich beruhigen, wenn ich dir sage, dass es auch so genannte „positive rassistische Zuschreibungen“ gibt?
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung#Die_Beg…

Ich bezweifele jedoch, dass dich das wirklich weiterbringt. Ich würde deshalb eher mal darüber nachdenken, warum dich die Frage nach ihren Gründen überhaupt so beschäftigt. Anders gefragt: Angenommen, das besagte Mädchen würde nur mit rothaarigen Menschen oder nur mit blonden herumhängen: hättest du diese Frage auch in „Psychologie“ gestellt?

Schönen Gruß
Jessica

Ein wenig OT
Hallo Jessica,

ich weiß offen gesagt nicht, was ich von deiner Anfrage hier
in Psychologie halten soll.

Ich ehrlich gesagt nicht, weshalb du hier anstelle auf die Fragen zu antworten nur Vorwürfe hinterlässt. Trotz der vorausgeschickten Bitte.

Auch wenn du dich in deinem ersten
Absatz mehrmals dafür zu rechtfertigen versuchst, entkräftest
du den Vorwurf, den man dir machen könnte, leider nicht
wirklich.

Findest du nicht, dass du schon mit dieser Einleitung sehr heftige Unterstellungen „andeutest“? In irgendeiner Weise gerechtfertigt?

Insofern würde ich eher deine Frage über deine
Mitschülerin problematisieren wollen als die „wahren Gründe“
ihrer persönlichen Vorlieben.

Das war aber nicht die Frage.

Angenommen, das besagte Mädchen würde nur mit
rothaarigen Menschen oder nur mit blonden herumhängen: hättest
du diese Frage auch in „Psychologie“ gestellt?

Mmmhhh, worauf willst du hinaus mit dieser Frage? Auf E&S-Brett oder … doch wieder Rassismus?

Grüße
Tommy

2 „Gefällt mir“

Hallo Tommy,

Ich ehrlich gesagt nicht, weshalb du hier anstelle auf die
Fragen zu antworten nur Vorwürfe hinterlässt. Trotz der
vorausgeschickten Bitte.

Stimmt, ich hätte seiner Bitte auch nachkommen können, aber die Fragestellung bleibt trotzdem problematisch, impliziert sie doch, dass es psychologische Gründe für Freundschaften mit people of colour geben muss („schlechtes Gewisen“ / „cool sein wollen“), so als sei ausgeschlossen, dass sie sich einfach nur gut mit ihnen versteht oder andere Gemeinsamkeiten mit ihnen hat. Der Fragesteller reduziert die Freundschaften auf Äußerlichkeiten und lässt außer Acht, dass es für Freundschaften meistens andere Gründe wie Gemeinsamkeiten oder ähnliches gibt. Nur weil es um „Schwarze“ geht, soll die Freundschaft andere Gründe haben? Um dem Fragesteller diese Problematik seiner Fragestellung aufzuzeigen, habe ich ihm die Frage mit den Rothaarigen/Blonden gestellt.

Wenn ich dem Fragesteller damit zu nahe getreten bin, tut es mir leid, aber ich würde mich trotzdem freuen, wenn er darüber mal nachdenken würde. Mir ging es dabei weniger um einen Vorwurf, als um einen Denkanstoß. Ich merke aber gerade selbst, dass ich es vielleicht hätte anders angehen sollen. Deshalb: danke für deinen Hinweis.

Schönen Gruß
Jessica

4 „Gefällt mir“

Hi,
ich mische mich auch mal ein.

Der Fragesteller reduziert die Freundschaften auf
Äußerlichkeiten und lässt außer Acht, dass es für
Freundschaften meistens andere Gründe wie Gemeinsamkeiten oder
ähnliches gibt.

Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, mir erscheint es ebenfalls, dass die angesprochene Freundin der Fragestellerin die Freundschaften auf Äußerlichkeiten reduziert.
In Deutschland, und ich nehme an, wir reden von Deutschland, gibt es einfach wirklich nicht viele „Schwarze“. Ich könnte mir vorstellen, dass es in GB oder Frankreich noch ein Zufall sein könnte, wenn man ausschließlich mit solchen befreundet ist, in Deutschland würde es sicher weitaus weniger auffallen, wenn eine Deutsche nur mit Türkinnen befreundet ist. In einem so und so gerichteten Umfeld bildet sich so etwas einfach heraus. Aber es kann mir hier keiner sagen, dass es sich einfach so ergibt, dass man an einer stinknormalen Schule in Deutschland oder wo auch immer, wo Dunkelhäutige scheinbar (laut UP) eine extreme Minderheit darstellen (und wenn dem nicht so wäre, würde die Frage gar nicht auftauchen, nehme ich an), *fast ausschließlich* mit diesen befreundet ist und dann auch noch sowas auftaucht:

und ich weiss, dass sie sofort einem Schwarzen Nachhilfe geben würde, aber bei einem Weißen würde :sie eher zögern etc.

Ich kann es mir durchaus vorstellen, dass dieses Mädchen da im positiven Sinne rassistisch ist, welche Gründe sie hat, wissen wir nicht. Ich finde es bedenklich, dass einem nicht mal mehr auffallen darf, wo kulturelle und ethnische Unterschiede zwischen Menschen liegen und wie sie unser (positives wie negatives) Handeln und den Umgang miteinander beeinflussen, ohne dass gleich wieder die Moralkeule geschwungen werden muss.
Und ja, es würde sicherlich genauso auffallen und zum Nachdenken anregen, wenn jemand ausschließlich mit Rothaarigen befreundet wäre. Die sind genauso eine Minderheit. Bei Blonden sähe das anders aus. Nur kann einfach keiner leugnen, dass dunkelhäutige auch durch ihre Geschichte ein gewisses Image haben und z.b. eine Art Helfer-/Wiedergutmacherinstinkt auslösen können. Den hatte ich nämlich auch mal.

Gruß

Hi

Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, mir erscheint
es ebenfalls, dass die angesprochene Freundin der
Fragestellerin die Freundschaften auf Äußerlichkeiten
reduziert.

Vorsicht. Dieser Eindruck entspricht dem Eindruck des Fragestellers, aber weiß er tatsächlich, dass die Freundin nicht auch mit anderen befreundet ist bzw. hat sie ihm tatsächlich gesagt, dass sie ihre Freunde danach auswählt? Vielleicht ist es ihr einfach mal total egal, wie ihre Freunde ausschauen. Der Fragesteller unterstellt ihr aber anderes, und diese Selbstverständlichkeit kritisiere ich.

Aber es kann mir hier keiner sagen, dass es sich
einfach so ergibt, dass man an einer stinknormalen Schule in
Deutschland oder wo auch immer, wo Dunkelhäutige scheinbar
(laut UP) eine extreme Minderheit darstellen (und wenn dem
nicht so wäre, würde die Frage gar nicht auftauchen, nehme ich
an)

Du meinst also, nur weil sie einer Minderheit angehören, sei es im Falle von Freundschaften in Ordnung andere Motive als die sonst üblichen zu unterstellen? Sorry, das geht nicht in meinen Kopf: Menschen befreunden sich mit anderen Menschen, weil sie aneinander mögen, unerheblich, welche Färbung die Haut oder die Haare aufweisen!

*fast ausschließlich* mit diesen befreundet ist und dann
auch noch sowas auftaucht:

und ich weiss, dass sie sofort einem Schwarzen Nachhilfe geben würde, aber bei einem Weißen würde :sie eher zögern etc.

s.o. Ich halte das für eine Interpretation des Fragestellers.

Ich kann es mir durchaus vorstellen, dass dieses Mädchen da im
positiven Sinne rassistisch ist, welche Gründe sie hat, wissen
wir nicht. Ich finde es bedenklich, dass einem nicht mal mehr
auffallen darf, wo kulturelle und ethnische Unterschiede
zwischen Menschen liegen und wie sie unser (positives wie
negatives) Handeln und den Umgang miteinander beeinflussen,
ohne dass gleich wieder die Moralkeule geschwungen werden
muss.

Moralkeule? Um eine Moralkeule ging es nicht, es ging darum, die Selbstverständlichkeit zu hinterfragen, mit der der Fragesteller davon ausgeht, dass diese Freundschaften nicht mit den üblichen Maßstäben zu bewerten sind.

Was die allseits gehypten „ethnischen Unterschiede“ betrifft: diese Interpretation unterstellt, dass alle „Ethnien“ homogene Gebilde seien, dass also alle Bewohner eines Landes/Region dieselben Eigenschaften haben und unter keinen Umständen davon abweichen, und das ist, mit Verlaub, Schwachsinn. Reinkulturen gibt es im Joghurt aber nicht unter Menschen: Unterschiedliche Kulturen haben sich seit jeher beeinflusst, Kultur geht überhaupt erst daraus hervor. Deshalb finde ich es so seltsam, dass immer noch zwischen „einheimischer Kultur“ und „fremder Kultur“ unterschieden wird und auf Freundschaften übertragen wird, obwohl es dafür nun wirklich andere Gründe geben kann.

Schönen Gruß
Jessica

1 „Gefällt mir“

Hallo Jessica,

Stimmt, ich hätte seiner Bitte auch nachkommen können, aber
die Fragestellung bleibt trotzdem problematisch, impliziert
sie doch, dass es psychologische Gründe für Freundschaften mit
people of colour geben muss („schlechtes Gewisen“ / „cool sein
wollen“), so als sei ausgeschlossen, dass sie sich einfach nur
gut mit ihnen versteht oder andere Gemeinsamkeiten mit ihnen
hat.

so wirkt mir zumindest die Frage des Fragestellers nicht.
Ihm scheint es aufgefallen zu sein, dass eine bestimmte Person überproportional viele Freunde einer bestimmten Herkunft oder eines bestimmten Aussehens hat, die aber in der Region relativ selten vorkommt.
(In so einem Fall würde mir dies sicher auch auffallen, und ich würde ebenso eine solche Frage stellen.)

Nur weil es um „Schwarze“ geht, soll die Freundschaft andere Gründe :haben?

Ich lese aus der Fragenstellung auch nicht heraus, dass er meinen würde, Freundschaften (zu Menschen anderer Hautfarbe) könnten nicht durch sich gut verstehen etc. entstehen, sondern vielmehr, dass er sich fragt, woher es kommen kann, dass eine Person überproportional viele Freunde einer bestimmten Herkunft hat.
Ich würde sicherlich auch zunächst mal verwundert sein, wenn jemand als Freunde ausschließlich Rothaarige, Menschen von über 2 m Körpergröße, Rollstuhlfahrer, Menschen deren Name mit „X“ beginnt… hat, obwohl Menschen mit solchen Eigenschaften dort nicht überproportional oft vorkommen.

Was ist an der Rubrik „Psychologie“ so falsch oder verdächtig?
Psychologische Gründe, das heißt ja nicht zwingend was Negatives - hier werden so viele Fragestellungen behandelt, in denen es um Verhaltnsweisen und Vorlieben von Menschen geht. Daher, finde ich zumindest, passt die Rubrik „Psychologie“ gut.

Viele Grüße,
Nina

Hallo,

Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, mir erscheint
es ebenfalls, dass die angesprochene Freundin der
Fragestellerin die Freundschaften auf Äußerlichkeiten
reduziert.

Muss nicht sein.
Vielleicht sind (für sie) die Leute nur interessanter, weil sie aus einer anderen - für sie exotischen - Kultur kommen?
Bei mir ist das eher umgekehrt - eben weil sie nicht exotisch für mich sind, sondern eher Heimatgefühle auslösen - bringe ich afrikanischen Menschen im Allgemeinen einen Vorschussbonus in punkto Interesse und Sympathie entgegen (wobei ich durchaus zwischen Südafrikanern, Afrikaner aus dem südlichen Afrika und Zentral- oder Nordafrikanern unterscheide). In der Zeit, in der ich in Afrika lebe, war das umgekehrt - da reagierte ich (erstmal) positiv, wenn ich jemand aus Deutschland traf, mehr noch, wenn es jemand aus Südwestdeutschland war. Wenn sie die Person dann als Vollspacken outet, dann ist dieser Vorschuss natürlich vergessen, aber man lernt auf diese Art doch mehr Menschen einer bestimmten Gruppe näher kennen.

Im Prinzip hat jeder von uns solche Vorauswahlkriterien. Das können z.B. auch Interessen sein, nur sieht man es jemandem nicht an der Nasenspitze an, ob er rugbyinteressiert ist.

Gruß
Elke

Hallo Jessica,

Du meinst also, nur weil sie einer Minderheit angehören, sei
es im Falle von Freundschaften in Ordnung andere Motive als
die sonst üblichen zu unterstellen? Sorry, das geht nicht in
meinen Kopf: Menschen befreunden sich mit anderen Menschen,
weil sie aneinander mögen, unerheblich, welche Färbung die
Haut oder die Haare aufweisen!

gerade unter Jugendlichen habe ich festgestellt, dass sich nicht ausschließlich (!) aus Sympathie miteinander angefreundet wird.
Freundschaften werden auch (natürlich nicht nur!) eingegangen oder abgelehnt, um einen gewissen Status zu haben, um etwas bestimmtes auszudrücken, um mit bestimmten Leuten gesehen zu werden, um Vorteile zu haben…
Dies wäre hier auch möglich (möglich, wohl gemerkt).

Moralkeule? Um eine Moralkeule ging es nicht, es ging darum,
die Selbstverständlichkeit zu hinterfragen, mit der der
Fragesteller davon ausgeht, dass diese Freundschaften nicht
mit den üblichen Maßstäben zu bewerten sind.

Nicht nach den üblichen Maßstäben zu bewerten:
Sicherlich nicht, weil es um dunkelhäutige Menschen geht (a la „mit einem dunkelhäutigen Menschen wird man nicht aus den gleichen Gründen wie mit einem hellhäutigen befreundet sein“), sondern weil hier doch auffällt, dass diese Person mit vielen Menschen, die bestimmte optische Merkmale teilen, befreundet ist.
Ähnlich wäre es, wenn jemand (fast) nur Freunde ab 2 Meter Körpergröße hätte, obwohl ansonsten so große Menschen in der Region selten sind.
Denn es wäre schon ein extremer Zufall, wenn im Umfeld dieser Person ausgerechnet die, mit denen man sich gut versteht, auch das Merkmal „Körpergröße mindestens 2 Meter“ mitbringen.
Würde man sich da nicht auch fragen, was dazu geführt haben kann?

Was die allseits gehypten „ethnischen Unterschiede“ betrifft:
diese Interpretation unterstellt, dass alle „Ethnien“ homogene
Gebilde seien, dass also alle Bewohner eines Landes/Region
dieselben Eigenschaften haben und unter keinen Umständen davon
abweichen, und das ist, mit Verlaub, Schwachsinn.

Dem stimme ich zu.
Gewisse Gemeinsamkeiten wird man aber innerhalb einer Ethnie finden:

  • anerzogene Wertvorstellungen, Umgangsformen, Normen (ob sie der Einzelne übernimmt, ist natürlich nicht gewiss)
  • Lebenserfahrungen die auf die ethnische Zugehörigkeit beruhen
  • etc.

Viele Grüße,
Nina

Sorry, das geht nicht in
meinen Kopf: Menschen befreunden sich mit anderen Menschen,
weil sie aneinander mögen, unerheblich, welche Färbung die
Haut oder die Haare aufweisen!

Dafür, daß die befreundeten Menschen sich mögen, kann es verschiedene Ursachen geben, und die Hautfarbe ist nicht die geringste.
Du darfst davon ausgehen, daß ein schwarzer Einwohner in einer Kleinstadt in Mecklenburg mit den anderen beiden schwarzen Einwohnern befreundet ist, wenn sie ihm auch auf Sao Tome nie aufgefallen wären.

R.H.

Hi Jessica,

Menschen befreunden sich mit anderen Menschen,
weil sie aneinander mögen, unerheblich, welche Färbung die
Haut oder die Haare aufweisen!

Normalerweise ja, genau darum geht es ja. Wenn es aber auffällt, dass Dunkelhäutige bei diesem Mädchen (ob es Vermutung des Fragestellers ist oder ob er es beweisen kann, weiß ich nicht, aber vielleicht ist es ihm einfach wirklich aufgefallen) sofort Vorschusslorbeeren bekommen, dann trifft eben genau das, was du oben beschrieben hast, nicht zu. Zumindest nicht ausschließlich.

s.o. Ich halte das für eine Interpretation des Fragestellers.

Damit unterstellst du aber auch dem Fragesteller etwas, würde ich mal so behaupten.

Was die allseits gehypten „ethnischen Unterschiede“ betrifft:
diese Interpretation unterstellt, dass alle „Ethnien“ homogene
Gebilde seien, dass also alle Bewohner eines Landes/Region
dieselben Eigenschaften haben und unter keinen Umständen davon
abweichen, und das ist, mit Verlaub, Schwachsinn.

Das habe ich auch keinesfalls behauptet. Und trotzdem können einem aus den unterschiedlichsten Gründen die Menschen einer Kultur sympathischer sein als die einer anderen. Und gerade bei jungen Leuten spielt hin und wieder ein gewisser Image-Faktor mit rein (bzw. bei uns allen, auch wenn wir uns da nicht so bewusst sind).

Ich meine auch nicht, dass das Mädchen ganz normale Maßstäbe an Freundschaften haben kann und es Zufall sein kann, dass es eben ausgerechnet etliche Schwarze in ihrem Freundeskreis gibt. Aber ich habe ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass der Fragesteller daran nicht auch schon gedacht hat. Er hat sich ja fast nicht getraut, diese Frage hier überhaupt zu stellen und war sich ja schon bewusst, dass man ihm möglicherweise gleich was unterstellen wird. Und deine Antwort wirkte auf mich einfach irgendwie erzieherisch…

Gruß
Judith

hi Elke,

Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, mir erscheint
es ebenfalls, dass die angesprochene Freundin der
Fragestellerin die Freundschaften auf Äußerlichkeiten
reduziert.

Muss nicht sein.
Vielleicht sind (für sie) die Leute nur interessanter, weil
sie aus einer anderen - für sie exotischen - Kultur kommen?

Aber sind das nicht genauso Äußerlichkeiten?

Gruß
Judith

Hallo Jessica,

Wenn ich dem Fragesteller damit zu nahe getreten bin

Du bist dein Anliegen eigentlich sehr vorsichtig angegangen, aber es war halt irgendwie am Thema und den Fragen vorbei.

Habe mir das UP jetzt nochmal durchgelesen, weil ich gestern erstmals ein Sternchen auf ein UP gegeben habe. Wegen des zweiten Satzes: "Ich nehme gleich vorweg, …, aber trotzdem bin ich nicht so drauf, dass wenn ich einen Schwarzen (oder falls ihr darauf besteht: Menschen mit afrikanischer Abstammung oder wie auch immer die total politisch korrekte Ausdrucksweise es derzeit verlangt …) sehe, dass ich es auch nicht ignorieren kann,. Hat mich, auch heute, beeindruckt.

Offen und ehrlich die Fronten geklärt hinsichtlich seiner ihm bekannten Empfindungen und menschlichen „Schwächen“. Und dass sie nicht das Thema sein sollen. Im dritten Absatz hat er vernünftig sein Anliegen dargestellt.

Nein, er ist kein Rassist, er hat seine Empfindungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr.

Deshalb: danke für deinen Hinweis.

Gern geschehen :smile:. Jeder hat so seine eigene Gefühlswelt. Ohne gleich boshaft, hinterfotzig oder gemein zu sein. Nehme ich für uns drei jetzt einfach mal so an.

Grüße
Tommy

Hallo,

Aber sind das nicht genauso Äußerlichkeiten?

An was, wenn nicht an Äußerlichkeiten, entsteht erstes Intresse, die über ein „guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ hinausgehen?

Gruß
Elke

Hi Judith,

ich antworte dir stellvertretend für alle anderen, die sich noch an dieser kleinen ot-Diskussion beteiligt haben: danke für eure Einwände und Ergänzungen.

Und deine Antwort
wirkte auf mich einfach irgendwie erzieherisch…

… und nichts läge mir ferner als das. Danke, dass ich das richtig stellen durfte.

Schönen Gruß
Jessica