Ist das gestört?

Hi,

mal folgendes Profil angenommen:

Mann, Akademiker, Leiter eines kleinen Unternehmens, das er Tag (und manchmal auch Nachts) lenkt und leitet, chaotisch, vielredend (ohne große Ergebnisse, aber ungeheuer wortgewandt), wenn Mitarbeiter ihm zu forsch werden, ein wenig zu lange reden, fährt er ihnen über den Mund und nutzt dabei teils auch die „Schwächen“, die er in dem Moment vor versammelter Mannschaft rauspollert, so als sei das ganz spontan geschehen.

Wenn ihm ein Mitarbeiter an den Karren fährt oder nicht in sein Konzept passt, wird der hinausgebosst, z.B. durch Manipulation anderer (Bevorzugung), durch Zulassen (und evtl. Schüren) von Mobbing unter den Untergebenen, aber auch durch (weitere) subtile Aktivitäten, die den Mitarbeiter psychich zermürben, sodass er „freiwillig“ geht.

Ein auffälliges Merkmal zu dieser konstruierten Persönlichkeit: Er agiert gerne so, dass er einen Draht zu den Einzelpersonen herstellt und wird von ein paar Mitarbeitern als „Retter“ und/ oder als „Opfer“ betrachtet: Er half mir, als… bzw. Er sieht wirklich schlecht aus, der arme Mann.

Noch eine Kleinigkeit: Er schleicht auch schon mal durch die Räumlichkeiten und horcht Gespräche ab.

Wäre so ein Mensch „gestört“, und wenn, welche Störung könnta da vorliegen?

Gruß
Istiden

Hallo,

ob in dem geschilderten Fall eine „krankhafte Störung“ vorliegt, vermag ich nicht einzuschätzen.

Aus ähnlich gelagerten Fällen gehe ich davon aus, dass der besagte Mensch kaum bis gar kein Selbstvertrauen besitzt: Die „Führungsmethoden“ und „Strategien zum Machterhalt“ weisen m. E. eindeutig in die Richtung.

Fazit: Dieser Chef fühlt sich (innerlich) als ganz armes, kleines Würstchen und vermutlich überfordert. Folglich könnte auch nur er selbst was an seiner Situation und vor allem seinen Verhalten ändern, aber dazu dürfte er kaum bereit sein, weil seine Position in der Hierarchie ihm erlaubt, das „Defizit“ anders auszubügeln . . .