Ist das 'neues' Hörgerät nicht doch gebraucht?

Vorweg ein Vorschlag: Für Hörgeräte sollte ein eigenes Brett verfügbar sein. Irgendwie steht das HG zwischen Medizin + Technik + Soziales.

Problem:
Hier erhält jemand sein erstes HG. Gegenwärtig probiert er das zweite aus, ein drittes folgt nächste Woche. Der Akkustiker ist eine bekannte Kette.
Die ausprobierten HGs werden natürlich nicht entsorgt. Es ist anzunehmen, dass das HG, auf das nachher die Entscheidung fällt, bereits durch mehrere Hände gegangen ist. Im schlimmsten Fall, ist es „echt“ gebraucht. Auch wenn es zum Schluss noch vom Hersteller einer Überprüfung unterzogen werden sollte und „so gut wie neu“ ist, ändert das nichts (würde man so ein „neues“ Auto kaufen?). Das ins Auge gefasste HG, dürfte so um die 1600.-- Zuzahlung pro HG kosten. Da hätte doch jeder schon gerne die Gewissheit, ein nagelneues zu bekommen.

Sehe ich da etwas falsch?
Gruss RaMi

[MOD]: Ein neues Brett?
Hallo RaMi,

Vorweg ein Vorschlag: Für Hörgeräte sollte ein eigenes Brett
verfügbar sein. Irgendwie steht das HG zwischen Medizin +
Technik + Soziales.

es ist das Kennzeichen alles Lebendigen, dass es keine scharfen Grenzen gibt und viele Dinge an unterschiedlichen Plätzen eingeordnet werden könnten. Moderatoren haben damit ständig zu tun.

Wenn im Forum für alles, was zwischen den topics steht, ein eigenes Brett geschaffen würde, hätten wir bald eine unübersehbare Anzahl von Brettern, in denen sich niemand mehr zurechtfindet.

Gruß

Montanus
Moderator

Hi,

mit Schuhen ist es dasselbe „Problem“, udn auch mit den meisten Kleidungsstücken. Bei medizinaltechnik kann ich mir aber vorstellen, dass du die HGs zu Probe bekommst und damit der Techniker die nötigen Werte ermitteln kann um deise dann für das nagelneue verwenden zu können.
Du solltest aber nicht vom Preis einer Sache darauf schließen, dass es fabrikneu sein muss. ein gebrauchter Maybach (gibts das eigentlich?) kostet bestimmt immer noch mehr als ein neuer TT.

Grüße,
JPL

hallo RaMi,

meine Mutter bekam Mitte des Jahre auch ein Hörgerät zum testen und zum „dran gewöhnen“, um die Einstellungen zu finden und um ihr Hörverhalten wieder darauf einzustellen.
Das aktuelle Hörgerät wurde nach der Testphase neu (!) bestellt. Aber die Testgeräte werden immer wieder eingesetzt, natürlich immer entsprechend gereinigt. Jedoch muss man für jeden Patienten das Richtige finden - das kann dann schonmal 3-4 Geräte dauern. Und jedesmal ein neues Testgerät kann allein schon wirtschaftlich nicht eingesetzt werden, da man ja nicht garantieren kann, dass der Patient dann genau das nimmt.

lg, Dany

Servus RaMi,

das würde also heißen, dass Du es vorziehen würdest, dass -

  • die zum Ausprobieren mitgegebenen Hörgeräte danach weggeworfen werden würden, oder

  • der Weg, die Dinger auszuprobieren völlig verlassen werden müsste.

Irgendjemand (der Akustiker, der Hörbehinderte, die Krankenkassen/versicherungen) müssten ja für die entstehenden Kosten aufkommen. Das würde den Finanzbedarf für Hörgeräte - ohne Rücksicht darauf, wer die Kosten trägt - mal eben auf das rund Dreifache schnellen lassen.
Der Teil des Geräts, der individualisiert ist (weil er nach einer Abformung des äußeren Gehörgangs hergestellt wird), wird ohnehin nicht an andere weitergegeben.

Ein Hörgerät ist kein Elektronik-Gadget wie ein i-Pod, sondern ein Hilfsmittel zum Erreichen eines therapeutischen Ziels. Ich glaube kaum, dass sich für ein Hörgerät ähnliche Fan-Gemeinden bilden werden, wie für bestimmte Produkte aus Steve Jobs Werkstätte. Es wird wohl auch nicht vorkommen, dass sich jemand über die Nutzung eines bestimmten Hörgerätes ähnlich definiert, wie es die Gläubigen der Handy-Sekten tun.

Gruß

Kai Müller

BTW: Würdest Du denn z.B. auch darauf bestehen wollen, dass die Haltegriffe in der Tram, oder die Schüsseln der öffentlichen Toiletten nach jedem Gebrauch entsorgt werden? :wink:)

zu meiner Frage und den 3 bisher eingegangenen Antworten möchte ich nochmal ergänzen.

Mir ist wohl bewusst, dass da teure Geräte zum Probieren gegeben werden und die nicht nachher einfach weggeworfen werden können.

Andererseits bezahlt der Kunde nachher 1000.- bis 2500.- Eu pro HG! Für viele eine große Summe. Dem neuen Träger hier ist das eine HG einmal runtergefallen. Man darf davon ausgehen, dass solche Dinge in der Probierphase, bis das HG schließlich „am Mann“ ist, keine Ausnahme sind. Ich bin sicher, wüßte der Kunde von solchen unvermeidlichen Ereignissen, würde er vom Kauf dieses Geräts Abstand nehmen.

Meine Frage hier im Forum war nicht gemeint, wie persönliche Ansichten dazu sind, sondern ob jemand weiß(!), wie das gehandhabt wird. Der Akkustiker wird noch gefragt, aber wir versuchen uns vorher zu informieren.

Gruss RaMi