Ist das noch normal ?

Hallo liebe Wissende !
Stellt euch doch bitte mal folgende hypothetische Situation vor.
ihr habt ein kind. das ist 100 % behindert und lebt in einer betreuten wohngruppe.
und arbeitet noch in einer tagesbeschäftigung.
dafür bekommt sie ein taschengeld von so um die 300 € p.m.
und weil sie so gut gearbeitet hat und weihnachtsgeld bekommt, 150,00€
kommt jetzt eine behörde und möchte die hälfte davon abhaben.
sollte sie etwas gespart oder geschenkt bekommen haben - alles was eien bestimmten betrag überschreitet muß sie melden + abgeben. ???!
meine frage ist jetzt - findet ihr das OK ?
und was kann man dagegen unternehmen ?
kann ich von ihr meine investitionen in die erziehung zurückverlangen?
schließlich habe ich sie großgezogen und nicht irgens eine behörde.
für zweckdienliche antworten hat immer ein offenes ohr
t.*

* der ziemlich sauer ist, und wütend.

Hallo,

ich nehme mal an, dass die Kosten in einer solchen Wohngruppe der Steuerzahler finanziert und wenn überhaupt, die behinderte Person bzw. deren Unterhaltspflichtige nur einen geringen Beitrag leisten.

Stellt euch doch bitte mal folgende hypothetische Situation
vor.
ihr habt ein kind. das ist 100 % behindert und lebt in einer
betreuten wohngruppe.
und arbeitet noch in einer tagesbeschäftigung.
dafür bekommt sie ein taschengeld von so um die 300 € p.m.
und weil sie so gut gearbeitet hat und weihnachtsgeld bekommt,
150,00€

Dies ist schon etwas ungewöhnlich. Mir sind solche Einrichtungen auch bekannt. Aber mehr als Taschengeld gibt es da nicht und das liegt bei höchstens 100 € im Monat. Ist Dir bewusst, dass wir viele ältere Frauen haben, die wegen der Kriegswirren und danach, obwohl sie dieses Land nach 1945 wesentlich aufgebaut haben, oft weniger als 300 € im Monat haben ? Man muss daher schon dieses „Sondereinkommen“ auch mal in der Relation der Aufwendungen sehen, die tatsächlich anfallen und vom Steuerzahler zu tragen sind.

Niemand kann etwas für seine Behinderung, ob angeboren oder durch besondere Umstände erst im Laufe des Lebens erworben. Aber 300 € Taschengeld sind wohl viel, sehr viel Geld. Ich nehme zumindest mal an, dass die Verpflegungskosten und alles andere über staatliche Einrichtungen gezahlt werden. Was dann ja heisst - frei zur Verfügung -.

kommt jetzt eine behörde und möchte die hälfte davon abhaben.
sollte sie etwas gespart oder geschenkt bekommen haben - alles
was eien bestimmten betrag überschreitet muß sie melden +
abgeben. ???!

Wer staatliche Hilfe beansprucht muss im Rahmens einer Möglichkeiten selbst auch etwas beitragen. So einfach ist es. Sonst könnte ja jemand z.B. mehrere Häuser erben und trotz des hohen Vermögens den Steuerzahler in Anspruch nehmen. Daher sagt der Gesetzgeber " Jeder hat im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten einen Eigenbeitrag zu leisten".

meine frage ist jetzt - findet ihr das OK ?

ja

und was kann man dagegen unternehmen ?

wohl nichts, oder einfach mal den Bescheid der Behörde abwarten. Und dann, wenn kein Einverständnis besteht klagen.

kann ich von ihr meine investitionen in die erziehung
zurückverlangen?

Die Erziehung sollte im Rahmen der Beziehung zwischen Eltern und Kind nicht an den Kosten gemessen werden. Aber es gibt keinen Anspruch auf Kostenersatz für Erziehung. Ich unterstelle, dass diese Frage auch keinen ernsthaften Hintergrund hat.

schließlich habe ich sie großgezogen und nicht irgens eine
behörde.

Dies war die Elternpflicht.

für zweckdienliche antworten hat immer ein offenes ohr
t.*

* der ziemlich sauer ist, und wütend.

mag ja sein, aber da musst Du durch.

Gruss Günter

die pflege körperlich schwerstbehinderter wird in der regel durch das sozialamt finanziert (ausser z.B. bei unfallopfern bei denen eine versicherung dafür aufkommen muss, was aber keinen unterschied macht). daher handelt es sich dabei technisch gesehen um sozialhilfeempfänger. bekanntlich darf man kein vermögen anhäufen während man unterstützung vom sozialamt erhält. es waäre ja auch ein unding (so wie das mein vorredner bereits beschrieben hat), wenn jemand monatlich zahlungen erhält um damit seine grundbedürfnisse finanzieren zu können, während dieser auf seinem sparkonto einen höheren betrag anhäuft.

für die behinderten selbst ist das natürlich eine ärgerliche situation und eigentlich widerspricht das ja dem recht auf freie entfaltung. aber andererseits muss man froh sein, dass es schwerstbehinderten vom staat überhaupt ermöglicht wird, ein möglichst selbsttändiges leben in einer eigenen wohnung zu leben. die pflegekosten für jemanden der eine 24-stunden-betreuung benötigt, belaufen sich monatlich oft auf weit über 10.000 euro. versicherungen, die solche zahlungen aufwenden müssen, tun das oft nur widerwillig und legen den behinderten nahe in ein heim zu ziehen (betreutes wohnen), weil das wesentlich günstiger ist.
wenn unser sozialsystem noch weiter den bach runter geht und wenn demnächst tatsächlich der wehrdienst, und somit der zivildienst abgeschafft wird, müssen wohl viele hilfsdienste dicht machen, und so manchem jungen behinderten wird nicht viel mehr übrigbleiben als in ein altersheim zu ziehen…

Hallo,

(…)
Aber 300 € Taschengeld sind wohl viel, sehr viel Geld.
(…)

Gut - das ist wirklich Ansichtssache und Sache des persönlichen Lebenswandels (…).

meine frage ist jetzt - findet ihr das OK ?

ja

Das Vorgehen an sich ist natürlich korrekt.

Über die Bemessungsgrundlagen lässt sich in der Tat streiten, aber das ist eigentlich ein anderes Thema.

Gruß

Marlon

Hallo Marion,

Aber 300 € Taschengeld sind wohl viel, sehr viel Geld.

Gut - das ist wirklich Ansichtssache und Sache des
persönlichen Lebenswandels (…).

Bedenke, dass es sich hier um Behinderte handelt, die nicht alleine leben können. Wohnung und Nahrung werden gestellt.
Ein eigenes Auto gibt es nicht. Reisen sind selten, weil sie nur mit Betreuung erfolgen können. Auch viele teure Hobbies, ala Surfen, Tennisverein, oder Ähnliches entfallen.
Wofür geben also Behinderte ihr Taschengeld aus:

  • Kleidung
  • Zigaretten
  • Süssigkeiten
  • Unterhaltungselektronik
  • CDs und DVDs
  • Ausgehen
  • Pflegeartikel
  • usw.

Stell dir einfach einen Siebzehnjährigen, der zu Hause lebt mit 300 € Taschengeld vor. Dann merkst du, dass es wirklich eine Menge Geld ist.

Gruß
Carlos

Hallo Marion,

Aber 300 € Taschengeld sind wohl viel, sehr viel Geld.

nicht aber wenn du davon alles selbst bezahlen musst.
weist du was es kostet ein paar schuhe zu besohlen ?
was eine jeans kosztet ?
seife zahnpaste fahrgeld (nicht alles ist umsonst)
für „Vergnügen“ ist da nicht viel.
der kern meiner frage war doch - rein hypothetisch gedacht - diese personen geld von oma opa tante vater mutter und was weis ich von wehm, geschenkt bekommen - warum ? in dreiteufelsnaman sollen sie das an die heimleitung abgeben ?
(sparbücher werden kontrolliert!)
t.

Gut - das ist wirklich Ansichtssache und Sache des
persönlichen Lebenswandels (…).

Bedenke, dass es sich hier um Behinderte handelt, die nicht
alleine leben können. Wohnung und Nahrung werden gestellt.
Ein eigenes Auto gibt es nicht. Reisen sind selten, weil sie
nur mit Betreuung erfolgen können. Auch viele teure Hobbies,
ala Surfen, Tennisverein, oder Ähnliches entfallen.
Wofür geben also Behinderte ihr Taschengeld aus:

  • Kleidung
  • Zigaretten
  • Süssigkeiten
  • Unterhaltungselektronik
  • CDs und DVDs
  • Ausgehen
  • Pflegeartikel
  • usw.

Stell dir einfach einen Siebzehnjährigen, der zu Hause lebt
mit 300 € Taschengeld vor. Dann merkst du, dass es wirklich
eine Menge Geld ist.

Gruß
Carlos

***

… das finde ich aber auch ! Ich arbeite den ganzen Tag, zahle Steuern in Höhe dieses Betrages und ich habe jedoch KEINE 300 € Taschengeld zu meiner freien Verfügung !

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Moin!

Hallo Marion,

Aber 300 € Taschengeld sind wohl viel, sehr viel Geld.

Gut - das ist wirklich Ansichtssache und Sache des
persönlichen Lebenswandels (…).

Also wenn ich jetzt ans Taschengeld denke, fallen mir ganz spontan meine 50 Mark/Monat ein, die ich bekommen habe. Und ich mußte mir auch alles kaufen, was ich wollte. Außer den Klamotten vielleicht.
Und da muß es keine Jeans sein, wo man drei Monate sparen muß.
Die gibts auch schon für 5,-EU (Big Deal).
Wenn ich 600!,-DM bekommen hätte…Oh Mann! Was gibts denn da zu heulen???
Wenn ich Miete und sonstige Fixkosten abziehe, bleiben mir höchstens 200,-EU übrig. Was gibts da an 300,- zu meckern?

Gruß Gerrit

Bedenke, dass es sich hier um Behinderte handelt, die nicht
alleine leben können. Wohnung und Nahrung werden gestellt.
Ein eigenes Auto gibt es nicht. Reisen sind selten, weil sie
nur mit Betreuung erfolgen können. Auch viele teure Hobbies,
ala Surfen, Tennisverein, oder Ähnliches entfallen.
Wofür geben also Behinderte ihr Taschengeld aus:

  • Kleidung
  • Zigaretten
  • Süssigkeiten
  • Unterhaltungselektronik
  • CDs und DVDs
  • Ausgehen
  • Pflegeartikel
  • usw.

Stell dir einfach einen Siebzehnjährigen, der zu Hause lebt
mit 300 € Taschengeld vor. Dann merkst du, dass es wirklich
eine Menge Geld ist.

Gruß
Carlos

Jeder wie er es braucht…
Hallo Gerrit,

Also wenn ich jetzt ans Taschengeld denke, fallen mir ganz
spontan meine 50 Mark/Monat ein, die ich bekommen habe. Und
ich mußte mir auch alles kaufen, was ich wollte. Außer den
Klamotten vielleicht.

da kann aber echt niemand was dafür, dass du nicht arbeiten gegangen bist, aber ganz offensichtlich hattest du auch keine Ansprüche, sonst hättest du dir schon Gedanken gemacht, wie du an Geld rankommst.

Ich habe mit 12 Jahren angefangen zu arbeiten, indem ich einem 14 Jahre alten Freund von mir geholfen habe Zeitungen auszutragen, wobei wir uns das Geld geteilt haben.

Somit hatte ich mit 12 Jahren schon 150 DM im Monat reinen Verdienst aus eigener Arbeit. Jeder eben so wie er´s braucht…

Und da muß es keine Jeans sein, wo man drei Monate sparen muß.
Die gibts auch schon für 5,-EU (Big Deal).

Ja, tut mir leid!

MfG

Marlon

Hallo,

nochmal aus der Sicht eines ehemaligen Insiders (habe meinen Zivildienst in einem Wohnheim für geistig Behinderte geleistet, damals noch die vollen 21 Monate).

Ja, das Jammern war immer groß, wenn es mal wieder an die Sparkonten gehen sollte, und es setzte dann regelmäßig ein Weihnachtsfieber ein, vergelichbar zu öffentlichen Haushalten, die noch schnell ihre Etats verschleuderten, nur um nicht im nächsten Jahr heruntergestuft zu werden. Natürlich hatte ich einerseits immer Verständnis für die Betroffenen, die ja nicht „auf eigenen Wunsch“ behindert waren und eben nur einen WfB-Job gegen Taschengeld machen konnten, und gerne mehr verdient hätten. Aber auf der anderen Seite muss man sich eben auch die Kosten ansehen, die von der Gemeinschaft (also von uns allen) für eine anständige Unterbringung, Betreuung und Pflege aufgebracht werden. Da sind Heimkosten von teilweise einigen TEUR pro Monat. Damit sind die Versorgung mit Essen und Trinken, Wohnung, Wäsche, Pflege und Betreuung abgedeckt. Dazu kommen dann die üblichen vom Sozialleistungsträger angebotenen „Extras“ wie z.B. ein Bekleidungsgeld. Das waren damals AFAIR schon DM 500,-- p.a., und ich gebe selbst heute als nicht ganz schlecht gestellter Akademiker bei Einrechnung der gestiegenen Lebenshaltungskosten wohl kaum mehr aus.

Die Arbeit in den WfBs ist üblicherweise kaum kostendeckend, d.h. selbst das hierüber finanzierte Taschengeld ist eigentlich nur deshalb drin, weil die sonstigen Kosten der Einrichtungen nicht aus dem Erlös der Waren und Dienstleistungen, sondern über Zuschüsse bestritten werden.

Natürlich wird dieses Taschengeld auch nach Möglichkeit gebraucht und umgesetzt. Selbstverständlich hatte jeder seine Stereoanlage und seinen Fernseher auf dem Zimmer, reichte das Geld für alle angebotenen Aktivitäten, die ja auch ganz wichtig sind, musste niemand darauf verzichten, sind mal etwas Geld für ein neues Möbelstück, ein besseren Kleidunsstück anzusparen, … Aber wenn darüber hinaus sich dann noch Geld angesammelt hat, hatte ich überhaupt kein Verständnis dafür, dass man dann von Seiten der Betreuer oft Zeter und Mordio schrie, wenn das Sozialamt hiervon wenigstens einen klitzekleinen Teil seiner Kosten wieder decken wollte, und es dann oft genug dazu kam, dass eine Stereoanlage schon wieder ersetzt, oder nur deshalb erweitert wurde.

Jeder, der sein Geld selbst verdient, weiß, wieviel Abgaben ihn drücken, und dass man eben nicht auf einen Schlag mal eben ein Bekleidungsgeld zusätzlich zur Hand hat, … Ich denke, es liegt im Interesse aller Steuerzahler, hier sehr genau zu sein, und nach großzügigem Geben auch hin und wieder mal wieder offensichtlich nicht unbedingt nötiges Geld wieder abzuschöpfen.

Gruß vom Wiz

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