Hallo Frank!
Hallo Wolfgang!
Deine Wünsche lassen sich in Ostdeutschland ohne weiteres
erfüllen. Du kannst wählen, ob Du 5 oder 15 Zimmer haben
willst, ob Du ein 1.000 m²-Handtuch oder doch lieber ein
richtiges Grundstück haben willst - alles ist reichlich
vorhanden, aus jedem Baujahr, in jeder Größe, in jedem
Zustand, aber auch unendlich viel Schrott. In ländlicher
Gegend darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, wenn z.
B 100 T€ verlangt werden. Versuchen kann man’s ja,
verkauft wird letztlich für einen Bruchteil.
Wenn ich Dich also richtig verstehe, dann ist noch ein großer Verhandlungsspielraum vorhanden? Ich muss bei der Ortswahl vielleicht noch ein wenig konkreter werden: es sollte schon nicht mehr als 35 km von meinem Arbeitsort in Berlin-Britz sein. Wir haben bisher in der Nähe von Potsdam mit unseren 2 Kindern gewohnt, und hier sind die Mieten/Verkaufspreise noch vergleichsweise teuer, jedenfalls für brandenburgische Verhältnisse…
Es gibt zahllose kleine Gemeinden, in denen Du am
Motorengeräusch hörst, welcher der 3 Anwohner gerade vorbei
kommt. Und wenn die Müllabfuhr kommt, erhöht das Fahrzeug die
tägliche Verkehrsbelastung um 25%…
*lol* Schön geschrieben. Ja, so eine Gemeinde wäre doch schon das richtige, wenn sie nicht Dazugezogene als Eindringling betrachten…
Was auch immer Du mit Infrastruktur meinst. Ist ein
Zigarettenautomat im Nachbarort, ein Bäcker in einigen km
Entfernung, eine befestigte Straße, Telefon- und Stromanschluß
genug Infrastruktur? Aus der Haustür fallen, links und rechts
Szenekneipen, gegenüber eine U-Bahn und um die Ecke Kino und
Theater wirst Du in ländlichen Regionen Ostdeutschlands eher
nicht finden. Ab 10 ist die Straßenbeleuchtung aus (sofern
vorhanden) und dann ist es duster. Das ist wörtlich zu nehmen;
solche Dunkelheit und Stille kennen Städter nicht.
Das mit der Dunkelheit wäre kein Problem für uns, weil wir mit unserer Familie damit schon einverstanden sind. Ich konkretisiere mal: wir suchen einen Ort, in dem zumindest ein Unterzentrum mit Aldi, Tankstelle, Edeka mit dem Bus noch erreicht werden kann. Es sollte eine Kita und eine Grundschule in erreichbarer Nähe sein, und ein Bäcker fußläufig wäre wünschenswert. Damit wären wir perfekt versorgt. (Telefon- und Stromanschluss verstehen sich von selbst, und wenn nicht DSL-tauglich, dann sollte zumindest UMTS-Verfügbarkeit dabei sein…)
Falls Du vorhast, ein Haus aus der Ferne zu suchen: Das wird
nichts, jedenfalls nichts Gutes. Miete in Deiner Wunschregion
zunächst irgendwas Billiges (Teures gibts eh nicht), lerne die
Gegend kennen und begib Dich dann auf Immo-Suche. Es gibt
einfach zu viele mögliche Pferdefüße, von denen man während
eines kurzen Besuchs vor Ort nichts bemerkt. Wie weit ist es
bis zum nächsten Schulstandort und führt auch ein Radweg
dorthin? Wie siehts mit Vandalismus, Radikalinskis, Nazis und
sonstigem Gesindel aus? Gibts in der Umgebung
Massentierhaltung (stinkt bestialisch und Du merkst es erst
bei bestimmten Witterungslagen und passender Windrichtung)?
Beginnt dort absehbar ein Braunkohle-Tagebau? Besuche eine
zeitlang die Versammlungen der Gemeindevertreter, knüpfe
Kontakte und dann wirst Du bald mitbekommen, wo es sich leben
läßt und wo geeignete Objekte zum Verkauf stehen.
Das sind sehr gute Tipps, übrigens auch der Tipp vom Vor-Poster mit der Gemeinde. Das Problem ist natürlich, dass wir mit unseren 2 Kindern nicht mal eben so in die Nähe zur Miete ziehen können. Wir wohnen ja auch schon bei Potsdam, sind also nicht vom Schuss. Aber Du hast insofern Recht, als dass da jedes Dörfchen anders strukturiert sein kann. Integration ist da glaub ich das Zauberwort. Nur wo kann man sonst noch in Erfahrung bringen, ob die Gegend in Ordnung ist? Apropos Pferdefuß…ein Pferdehof in der Nähe wäre das Nonplusultra. 
Gibt’s nicht Makler, die jemand kennt?
Gruß
Wolfgang
Vielen Dank für die Tipps und wir hoffen noch auf weitere…ist nicht einfach, wenn man von „weit her“ (aus Moers) kommt…