Hallo liebe Forumfreunde,
das ist Euch bestimmt auch schon aufgefallen. In 8 von 10 deutschen TV-Krimis passiert kurz vor Ende Folgendes:
der Bösewicht gelangt in den Besitz einer Polizeiwaffe
kann durch Geiselnahme (vornehmlich im Polizeipräsidium) seine
Flucht ermöglichen
zwingt die Polizeibeamten zur Niederlegung ihrer Waffen, indem er,
am Rande des Hochhausdaches stehend, mit seinem Selbstmord droht.
Und bevor der deutsche TV-Polizist einmal schießt, und wenn es nur ein Warnschuss in die Luft ist, lässt er erstmal sein ganzes bisheriges Leben bruchstückhaft an sich vorüberziehen um endlich, von Skrupel gebeutelt, dem Verbrecher den ersten Schuss zu lassen.
Das kann doch nicht die Realität sein, oder? Was zwingt Produzenten und Regisseure zu solch wirklichkeitsfremden Drehbüchern?
Gruß
Peter
Also ich sehe kaum deutsche TV-Krimis, drum kann ich nicht wirklich mitreden. Aber… äh… Realität und Filme? Come on, das ist doch generell Mangelware . Ebenso wie die mangelnde Originalität. Man kann z.B. Liebesfilme auf eine Hand voll möglicher Situationen zu Start, Mitte und Ende des Films runterbrechen. Wobei nein, Ende hat noch viel weniger Optionen.
Wie dem auch sei, ich würde sehr vorsichtig damit sein das Wort Realität in irgendeiner Form mit einem Film in Verbindung zu bringen. Denn die Drehbuchautoren haben in der Regel a) nur rudimentäre Ahnung von dem, was sie eigentlich verzapfen, b) ein paar Standardstories (Klischees), die sie im Grunde nur abwandeln und dekorieren, und c) den Hang dazu Dinge zugunsten der Geschichte (zumindest glauben Sie dies) abzuwandeln, damit es „besser kommt“. Und was dann Produzenten, Regiseure und Schauspieler (im Falle von fremdländischen Filmen noch die Übersetzer und Sprecher) daraus machen ist wieder ne andere Geschichte.
Und bevor der deutsche TV-Polizist einmal schießt, und wenn es
nur ein Warnschuss in die Luft ist, lässt er erstmal sein
ganzes bisheriges Leben bruchstückhaft an sich vorüberziehen
um endlich, von Skrupel gebeutelt, dem Verbrecher den ersten
Schuss zu lassen.
Das kann doch nicht die Realität sein, oder?
Also die deutschen Krimis sind vom Vorgehen der Polizei her voellig unrealistisch.
Richtig ist aber, dass die Deutsche Polizei - z.B. im Gegensatz zu den USA - eher ein „Schiess nicht Training“ betreibt. Und dass z.B. im gegensatz zu den USA die strafrechtlichen Untersuchungen gegen den Schuetzen auch bei offensichtlich rechtmaessigem Schusswaffeneinsatz ewig dauern koennen - in den USA erhaelt der COP in einigen Staaten innerhalb von 24 Std gewissheit, dass kein Verfahren gegen ihn eingeleitet wird.
Das alles verleitet die Deutschen Polizisten nicht gerade zum schnellen Schusswaffeneinsatz - selbst wenn dieser rechtmaessig waere. Oft lassen sie sich eher selber erschiessen, denn das geht ihnen vorher alles durch den Kopf…
DM
Was zwingt
Produzenten und Regisseure zu solch wirklichkeitsfremden
Drehbüchern?
Gruß
Peter
Hallo Peter,
du hast noch was vergessen:
Der Mann sagt der Frau immer: „Warte im Auto (im Haus, auf der Straße), ich kümmer mich“. Sie tut es nie (das Warten), ihr wird die Waffe weggenommen und sie wird als Geisel genommen.
Gruß
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