Hallo Dumonde!
Das hängt ganz stark vom jeweiligem Modell der Intelligenz ab, genauer von dessen SKALIERUNG.
Was Du wissen möchtest, ist (glaube ich) folgendes:
Nehmen wir an, ein Proband verbessert sich innerhalb eines Jahr Trainings innerhalb eines Modells um 10 IQ Punkte. Macht es einen Unterschied, je nach dem wie groß sein Ausgangs-IQ gewesen ist?
Im Prinzip nein, vorrausgesetzt das Modell benutzt eine mindestens intervallskalierte Vorstellung des Intelligenzwertes. Die meisten Modelle tun das. D.h. die Abstände auf der Skala sind überall als gleich einzuschätzen.
Natürlich wäre eine deskriptive Darstellung bezüglich der relativen Intelligenzzunahme dann doch wieder anders: ein Proband mit IQ 100 und einer Zunahme um 10 Punkte verbessert sich um 10%, ein Proband mit IQ 200 und derselben Zunahme nur um 5%.
Aber innerhalb von quantitativen (metrischen) Skalen innerhalb eines Modells sind die Abstände gleich groß zwischen den einzelnen Skalenwerten. Wird als IQ z.B. die Anzahl von richtig gelösten Intelligenzaufgaben verstanden, dann ist die Skala nach allgemeiner Vorstellung immer als metrisch anzusehen. Eine Frage mehr beantwortet ist eine Frage mehr beantwortet, egal ob man von 5 oder 10 richtig beantwoprteten Fragen ausgeht.
Es ist übertragbar auf z.B. die Körpergröße, 1 cm ist ein 1 cm, egal ob der auf dem Lineal zwischen 10 und 11 oder 20 und 21 liegt.
Auf der anderen Seite gibt es auch qualitative Skalen (Nominal, Ordinal), da ist das dann nicht so (z.B. bei Schulnoten).
Hier würde dieser metrische Zusammenhang nicht gelten, und das führt zu erheblichen Einschränkungen im Umgang mit solchen Daten. Aber diese Modelle werden eher selten (also ausser jetzt in der Schule zur Leistungsbeurteilung) angewendet - eben aufgrund der erheblichen Mängel (z.B. darf man dann keine Mittelwerte mehr bilden und vergleichen, weil vor dem Hintergrund der Datenqualität dies absolut sinnlos ist). Warum trotzdem Notendurchschnitte gebildet werden und auch noch in gesellschaftlich relevanten Bereichen eingesetzt werden - also z.B. ZVS - weiss der liebe Gott alleine, denn es ist den Gesetzen der Logik folgend genaugenommen so richtig schön falsch und wertfrei.
Naja, das fällt mir so spontan zu Skalen ein, ich hoffe, das hat überhaupt einen Bezug zur Frage…
Lieben Gruß
Patrick