meine Geburten sind ja nun alle ein Weilchen (ca. 25 Jahre) her, ich habe drei Kinder normal und eines per Kaiserschnitt geboren. Dieser wurde am Ende der dritten Schwangerschaft aus diversen Gründen vom Arzt für notwendig befunden. Ich hätte ihn und die Begleitumstände nicht wiederholen wollen.
In jüngerer Zeit höre ich immer wieder von jungen Frauen - und gestern auch von meiner Schwiegertochter - dass ihnen der Arzt die Wahl zwischen einer normalen und einer Kaiserschnittentbindung lässt. Nicht wenige entscheiden sich für die Operation, weil sie Angst vor den Schmerzen haben. Auch meine Schwiegertochter spielt offenbar mit dem Gedanken und hat meine Bedenken nur belächelt.
Haben sich die Zeiten tatsächlich so geändert, dass eine Entbindung durch Kaiserschnitt als „bequeme Lösung“ offeriert wird? Ist das Risiko der Operation tatsächlich so zu vernachlässigen? Bin ich einfach nicht up to date?
ich hab vor 1,5 Jahren mein Kind bekommen. Neben der Frage, was wird es, fragen die Leute auch immer gleich ob man den „normal“ entbinden wolle. Das war schon so ein Trend. Der nimmt aber, glaube ich, schon wieder ab. Man hat nämlich die Vorteile einer spontanen Geburt endeckt.
Laß deine Schwiegertochter mal das Buch hier lesen.
Das wurde von einem Arzt geschrieben, der eigentlich sehr den Kaiserschnitt befürwortet, aber versucht hat die Vorteile einer spontanen Entbindung raus zu arbeiten.
Das ist echt super verständlich und gibt verschiedene Sichtweißen auf das Thema. Kenne mehrere Frauen, denen es bei der Entscheidung geholfen hat, egal ob nun für oder gegen Kaiserschnitt.
leider ist das tatsächlich der Fall. Der Kaiserschnit ist in Mode gekommen. Interressant ist dazu der Artikel bei Wikipedia, der die Statistiken sehr gut zusammenfasst und beschreibt. http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserschnitt
Man muss aber junge Frauen, vorallem Erstgebährende entschuldigen, denn oftmals werden von Ärzten und Krankenhäusern Kaiserschnitte propagiert, weil diese planbar auch rentabler sind.
Ich hatte ebenfalls einen Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen. Bei mir war es eine Beckenendlage plus eine um den Hals meines Kindes gewickelte Nabelschnur. Ich hatte zuviel Bedenken wegen möglchem Sauerstoffmangel bei der Geburt und habe mich auch auf Anraten meiner Hebamme gegen eine Spontangeburt entschieden. Aber eines kann ich sagen: der Kaiserschnitt war ein Höllenritt. Ich wollte mein Baby sofort nach der Entbindung haben und habe mich deshalb für eine PDA entschieden. Das bedeutet, man ist zwar betäubt, aber man kriegt alles mit, den Schnitt, die Hände im Bauch, das Vernähen. Und die Narbenschmerzen danach sind auch nicht zu verachten. Außerdem habe ich sehr viel Blut verloren, so dass ich im Wochenbett wirklich flach lag und auch lange danach noch sehr schwach war. Die Rückbildung hat ewig gedauert und ich hatte noch lange an dieser ganzen Erfahrung zu knabbern. Nun bin ich wieder schwanger und ich hoffe inständig, dass mein Baby spontan zur Welt kommt!
Haben sich die Zeiten tatsächlich so geändert, dass eine
Entbindung durch Kaiserschnitt als „bequeme Lösung“ offeriert
wird?
ich habe auch den Eindruck, daß eine Geburt heutzutage in irgendwelche Pläne passen muß. Sei es Sternzeichen, Urlaubspläne oder was auch immer. Da ungeborene Kinder sich aber nicht an diese Pläne zu halten pflegen, wird halt nachgeholfen.
Ich wollte mein Baby sofort
nach der Entbindung haben und habe mich deshalb für eine PDA
entschieden. Das bedeutet, man ist zwar betäubt, aber man
kriegt alles mit, den Schnitt, die Hände im Bauch, das
Vernähen.
Aber Sie waren doch hoffentlich schmerzfrei dabei? Sonst hat es mit der Anlage der PDA nicht geklappt.
Und die Narbenschmerzen danach sind auch nicht zu
verachten.
Gerade um sie zu vermeiden wird bei vielen Patienten doch eine PDA angelegt.
ich denke da so wie du. Auch zu meiner Zeit (vor 15-20 Jahren) gab es schon Frauen die mit allen Mitteln lieber einen KS haben wollten, da sie gräßliche Angst vor der Geburt und den damit verbundenen Schmerzen hatten. Heutzutage muss man nicht mehr auf „Psycho“ machen um eine KS Geburt zu bekommen, der Arzt fragt teilweise schon ziemlich am Anfang der SS wie man es denn gerne hätte. Natürlich finden manche (nicht alle) Ärzte diese geplanten Geburten auch viel praktischer, kein Stress, man wird nicht aus dem Bett geholt oder von einer netten veranstaltung weggeklingelt…
Ich habe meine 3 Kinder alle „normal“ bekommen. Einerseits wollte ich mich nicht um das Geburtserlebnis bringen, andererseits wollte ich nicht den Bauch aufgeschnitten bekommen und wochenlang Schmerzen haben, wie das eben nach einem großen Bauchschnitt ist. Gottlob ging bei mir immer alles glatt so dass auch nie ein Not Kaiserschnitt nötig wurde.
Ich kann nur allen Frauen sagen: Eine Geburt ist das wahnsinnigste, aufregendste, emotionalste und absolut schönste Erlebnis dass man im Leben haben kann. Die Schmerzen sind da, ja. Dagegen kann man aber von der Hebamme Hilfe bekommen. Um nichts in der Welt hätte ich dieses Erlebnis missen wollen. Natürlich hatte ich vor der Geburt auch Angst, das hat wohl jeder. Aber letztlich ist der Schmerz ein sinnvoller Schmerz, nicht ein kranker Schmerz. Und er ist vorbei in dem Moment wo man das kleine Wunder im Arm hält.
Ich konnte nach der Geburt sofort voll für meine Kinder da sein und war nicht noch tage/wochenlang gehandicapt von einer schmerzenden Narbe.
Ich kann einfach nicht verstehen wie man freiwillig etwas, dass die Natur so wunderbar eingerichtet hat anders machen möchte.
Im Endeffekt muss die junge Mutter das natürlich selber wissen, aber vielleicht schaffst du es ja in den kommenden Wochen ihr das unglaublich schöne natürliche Geburtserlebnis nahe zu bringen. Alles Gute!
die PDA wirkt während der OP und wird anschließend noch für ca. 24 Stunden dran gelassen. Danach bekommt man einen Paracetamoltropf um nicht in ein ‚Schmerzloch‘ zu fallen. Danach noch zwei Paracetamoltabletten, die man aber nach Bedarf einnehmen kann, ich brauchte sie nicht, kann aber gut mit Schmerzen umgehen.
Die Narbenschmerzen hatte ich Wochen nach der Geburt noch recht stark. Aufstehen ist sehr schmerzhaft, Husten extrem unangenehm, Lachen ebenso. Man darf nicht vergessen, dass der Kaiserschnitt eine schwere Bauch-Op ist…
ich war total schmerzfrei solange die PDA gewirkt hat. Trotzem habe ich alles mitgekriegt. Der Schnitt war wie ein kalter Blitz, die Hände waren da in meinem Bauch, das Vernähen ist als ob da jemand an deiner Bauchdecke zerrt und ruckelt und dauert eine gefühlte Ewigkeit.
Der Vorteil einer PDA ist nicht, dass die Narbe hinterher nicht weh tut, sondern dass man bei vollem Bewußtsein bleibt und sein Baby (fast) sofort bekommt.
Der Vorteil einer PDA ist nicht, dass die Narbe hinterher
nicht weh tut, sondern dass man bei vollem Bewußtsein bleibt
und sein Baby (fast) sofort bekommt.
Beides ist der Fall: habe viele PDAs wegen postoperativer Schmerzen gelegt (und die blieben in der Regel einige Tage lang liegen).