Seit den Tagen von Einstein bewegt die Physiker die Jagd nach der einen allgemeinen Theorie, der TOE (theory of everything). Diese Jagd hat im Rahmen der Stringtheorie eine eigene Dynamik erhalten.
Ich frage mich in diesem Zusammenhang zwei Dinge, zu der ich gerne Eure Meinung haben will:
1.) Was bedeutet eigentlich TOE?
Heisst TOE „lediglich“ daß man eine gemeinsame Beschreibung der vier in der Natur gefundenen Grundkräfte hat oder heisst es mehr, so in etwa „Jede vernünftige naturwissenschaftliche Frage lässt sich im Rahmen der TOE beantworten“, wobei z.B. die Frage nach Zustandekommen und Grösse freier, externer Parameter dazuzählt. Aber selbst die Einschränkung „naturwissenschaftlich“ ist doch sehr hart im Vergleich mit dem hochtrabenden Wort EVERYTHING. Es ist ein Leichtes, Fragen zu finden, die vernünftig sind und zu denen keine TOE jemals eine Antwort finden wird.
2.) Ist die Jagd nach einer TOE nicht von vorne herein zum Scheitern verurteilt?
So faszinierend die Jagd nach einer TOE ist, ist sie nicht von vorne herein zu Scheitern verurteilt? Gödel hat bewiesen, daß die Mathematik eben nicht in sich selbst vollständig ist. Analoge Argumente müsste man doch auch bei der TOE gebrauchen können, denn so viel ich weiss, orientieren sich die Jäger nach einer TOE im wesentlichen an mathematischen Prinzipien, da sie physikalische Messungen schon lange hinter sich gebracht haben. Wer weiss, ob es Überlegungen dieser Art schon gibt?
Interessant ist die Konsequenz, wenn eine TOE nicht jede Frage beantworten kann oder gar nicht erst gefunden werden kann. Heisst das, daß die Naturwissenschaft nicht vollständig ist? Und wenn das so ist, was ist das, was fehlt?
Gruß
Thomas
))!