Liebe Experten und Forumsmitglieder,
mir stellt sich folgende Frage: Ich habe diese Woche ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Assistentin der Geschäftsführung. Ich arbeite jetzt schon als Assistentin des GF in einer anderen Firma und hatte auch schon ähnliche Stellen, allerdings bin ich da unzufrieden weil ich schlicht unterfordert bin. Ich habe (im Ansehen des Chefs) ungefähr den Status eines Kopierers und dementsprechend wenig wird mir zugetraut. Ganz abgesehen davon existiert so etwas wie Personalentwicklung überhaupt nicht, es ist eine absolute Sackgasse, ganz nach dem Motto: „Dafür hätte ich echt nicht studieren müssen.“
Nun bin aber der Meinung, daß es auch interessante und herausfordernde Assistenzstellen geben muß, nur wie kann ich das auf subtile Weise schon beim Vorstellungsgespräch herausfinden? Für diese Stelle habe ich übrigens noch keine Stellenbeschreibung, aber diese finde ich auch nur bedingt verlässlich.
Wenn ich ganz direkt nach Entwicklungsmöglichkeiten frage, finde ich das zu plump, das wirkt dann so, als würde ich das nur als Übergangsjob ansehen.
Ich hoffe die Problematik ist klar geworden. Ich habe keinen vergleichbaren Thread gefunden, sollte es einen geben, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.
Vielen Dank im voraus für jegliche Hilfestellung!
Gruß,
Frau Hoppenstedt
klare Worte!
Hallo Frau Hoppenstedt,
ich kann mir vorstellen was du meinst… hab ja den gleichen Job inne. Und da gibt es in der Tat die Spanne von Kaffeemaschine (äquivalent zu Kopierer) bis hin zur Standortmanagerin.
Ich halte nix von subtilen Fragen.
In erster Linie solltest du schauen und auch fragen, was dein(e) Vorgesetzt(er) gern an dich an Aufgaben deligieren möchte. Mein Chef z.B. ist heilfroh, dass ich wirklich alles, ALLES, manage. Er kann sich voll und ganz auf seinen Job konzentrieren (wir vertreten uns gegenseitig durchaus auch bei Sitzungen…). Manche Aufgaben sind mir durchaus fremd, aber das ist eine klasse Herausforderung!
Sag ganz klar an, was du dir für die Zukunft vorstellst und auch, was du dir auf keinen Fall vorstellen kannst.
Am besten stehst du natürlich da, wenn du auf den Job jetzt nicht angewiesen bist (sprich derzeit nicht gerade arbeitslos bist).
Alles andere halte ich für unsinnig. Wenn dein Gegenüber mit einer klaren Ansage klar kommt, ist es ohnehin die beste Basis, als wenn man „subtil ein bisschen durch die Blume“ irgendwas herausbekommen möchte.
Ich hab nach vielen Vorstellungsgesprächen in meinem Leben eh festgestellt, wenn DU als Bewerberin explit klare Fragen stellst und auch durchaus noch mal nach"bohrst", dann scheidet sich die Spreu vom Weizen. Das Gegenüber weiß dann eher, woran es bei dir ist (nicht die kleine stille, die immer am Kopierer steht und nicht aufmuckt…).
Also - hau rein!
Grüße
Demenzia
Hallo Demenzia,
danke für Deine hilfreiche Stellungnahme. Im Prinzip hat mich das bestätigt und ich habe es dann auch genauso gehandhabt. Die Resonanz war durchaus positiv und das Gespräch erfreulich offen, auch wenn ich für die Stelle nicht geeignet scheine. Aber immerhin wussten so beide Seiten woran sie sind und insofern ist die Absage auch nicht so schlimm.
Viele Grüsse,
Frau Hoppenstedt