Guten Tag,
inwiefern ist dieser Vertrag rechtskräftig und was passiert danach? Gibt es möglichkeiten diesen Vertrag anzufechten seitens des Vermieters? (der Vermieter ist mein Onkel, bei dem ich auch wohne)
Vertrag lautet wie folgt:
13.02.2000
1.Im Viehstall auf dem Hof von … wird ein Ladengeschäft eingerichtet, in dem …ich… einen floristischen Handel betreiben will.
2.Die anfallenden Arbeiten sollen von den Beteiligten überwiegend in Eigenleistung erledigt werden.
3.Die entstehenden Materialkosten für die zum Gebäude gehörenden Ein- und Umbauten
a)Fußbodenheizung und ELT-Wasserspeicherheizung und evtl. Neuanschluss Avacon.
b)Estrich und Fussbodenbelag
c)Türen und Fenster
d)WC komplett
übernimmt …ich… zum Nachweis (Belege)
4.Im Gegenzug verzichtet … solange auf Mietzahlungen für Laden, Nebenräume und Wohnräume im Obergeschoss des Wohnhauses bis die nachgewiesene Summe (Pkt.2.) ausgeglichen ist und zwar mit 6000.- DM im Jahr.
5.Sollte in dieser Zeit das Geschäft von …mir… aufgegeben werden müssen, verpflichtet sich … die verbleibenden Kosten zu erstatten.
Wie ich jetzt in Erfahrung gebracht habe, habe ich mit dem Steuerberater vom Vermieter, also der Sachbearbeiterin gesprochen, die mir mitteilte, dass sie mich nicht kennt und weder Wohnung noch das Geschäft in den Büchern erwähnt wird.
Hinzu kommt, dass dieser Vertrag bald auslaufen wird. Ich habe auf Bitten meines Onkels (Vermieter) zwischenzeitlich weil er Geld brauchte, zusätzlich Mietzahlungen geleistet von rund 12.000 DM. Ich selbst habe alles angegeben und angemeldet.
Nun weiss ich nicht ob ich mich als Mitwissender schuldig machen würde, wenn ich nichts unternehme weil ich wohl nicht in seinen Büchern auftauche…
Desweiteren nötigte er mich zwischenzeitlich Mietnebenkosten für die Wohnung zu zahlen, was ich auch seither, also seit September 2004 tue. Alles nachweisbar.
Jedoch hat er den Strom von seiner Wohnung ohne mein Wissen (der Strom in meiner Wohnung läuft über das Geschäft) auf meinen Zähler umschalten lassen. Als ich dies etwa ein halbes jahr später herausbekam, habe ich die Mietnebenkostenpauschale von 100€ auf 60€ gesenkt und ihm dies auch mitgeteilt.
Bei der Wohnung handelt es sich um nicht vermietbare Zimmer, die spärlich beheizt sind, und nicht verändert werden dürfen, also kein laminat, keine baulichen Veränderungen usw… 1 Schlafzimmer, eine Stube, eine Küche, 1 Büro u. abstellraum und die Toilette muss ich mit ihm teilen (brrr…)
Es ist nur möglich von einen in den anderen Raum zu kommen wenn man über den grossen Gemeinschaftsflur geht.Die Fenster sind sehr zugig und im Winter angefroren. Sprich: die Räume sind so nicht vermietbar und es ist nicht leicht dort zu wohnen, weil jede Nacht ein lautes Rumoren durch die Wände dröhnt von der Waschmaschine des anderen Mieters, und ein Kind ständig lauthals wie am spiess schreit, und man praktisch unter „dauerstrom“ steht.
Abschliessbar ist die „Wohnung“ überigens auch nicht.
Es ist evtl noch wichtig… der andere Neffe des Vermieters ist vor 4 Jahren in die untere Etage eingezogen mit dem Kind… Es läuft darauf hinaus, dass er wohl alles haben will, da mein Onkel alleinstehend bleiben wird und keine Kinder hat. Mein Onkel hat 2 Schwestern, meine Mutter und eine Tante von dem der unten eingezogen ist. Mein Onkel versteht sich nicht mit meiner Mutter aber sehr gut mit der Tante… ergo setzt sie alles daran, dass ihr Sohn alles erben wird und sie mich rausekeln wollen. Da mein Onkel Landwirt war und nicht wirklich mit ihm zu reden ist, was ich schon seit anfang an versuche, sehe ich keine Zukunft für den Betrieb und auch dort wohnen zu bleiben. Meine Orientierung ist eher auszuziehen und den Laden auch anderwertig zu führen, oder ich zieh das durch und versuche ihn zu überzeugen mir eine Hof-Hälfte zu überschreiben damit ich Eigentum habe und nachher nicht dumm da stehe… aber darüber muss ich noch sprechen. Im Moment bin ich dabei auszurechnen wie lange der Vertrag genau noch besteht bis alles abgegolten ist. Danach möchte ich allerdings rasch handeln.
Mein Geschäft ist ein Blumengeschäft und eine Postagentur auf ca. 100 qm fläche mit ebenso viel lagerfläche und etwas aussenbereich, allerdings versteckt hinten auf dem Bauernhof, fern ab der Strasse und rückläufig in den letzten Jahren. Die Post hat eine kündigungsfrist von einem halben Jahr.
Ich hoffe ich konnte Ihnen einen guten Eindruck in die Sachlage geben und wäre überaus glücklich über Meinungen und Ratschläge.
Eine Rechtsschutzversicherung besteht, aber wie ich gerade erfahren habe, nicht über Mietrecht…
Mit freundlichen Grüßen
der Blumenmann