Der Moderator schreibt in ‚Dialekte und Mundarten‘: „Unverzichtbar laut
Helene: Grimm’sches Wörterbuch“. Weiss jemand wie man das korrekt sagt?
Gibt es Situationen, in welchen der Begriff ‚unverzichtbar‘ korrekt
angewendet werden kann?
„Dummheit ist lernbar“ von Jürg Jegge war ein grosser Bucherfolg. Der
Erfolg hat dem stilistisch ebenfalls problematischen Begriff ‚lernbar‘
seinen Platz an der Sonne gesichert. Mit Recht?
Gibt es Situationen, in welchen der Begriff ‚unverzichtbar‘
korrekt
angewendet werden kann?
Laut Duden ja: „…so wichtig, dass ein Verzicht unmöglich ist: -e Konsumgüter; eine -e Maßnahme…“
Siehe auch http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&qu=unverzichtbar
Darüber, was stilistisch akzeptabel ist, gehen die Meinungen offenbar auseinander - manchen gefallen die Adjektive auf -bar anscheinend so gut, dass sie ständig neue kreieren…
Auch dazu gibt es einen Zwiebelfisch-Artikel: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,285…
„Dummheit ist lernbar“ von Jürg Jegge war ein grosser
Bucherfolg. Der
Erfolg hat dem stilistisch ebenfalls problematischen Begriff
‚lernbar‘
seinen Platz an der Sonne gesichert. Mit Recht?
Neu ist der Begriff jedenfalls nicht, er findet bereits im unverzichtbaren Grimm Erwähnung:
„LERNBAR, adj. zu lernen: von ihrer (der englischen sprache) nicht einmal lehrbaren, nur lernbaren fülle freier mitteltöne. J. GRIMM kl. Schriften 1, 293. vgl. erlernbar theil 3, 902.“
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Gruß
Kreszenz
Moin,
Gibt es Situationen, in welchen der Begriff ‚unverzichtbar‘
korrekt angewendet werden kann?
anything goes. In Anbetracht der Tatsache, dass die Nachsilbe -bar auf gewisse Fähigkeiten hindeutet, die einer Sache innewohnen, halte ich diese Schöpfung für verzichtbar [
))], weil mir das ein Stilbruch zu sein scheint - vorne ohne, hinten mit. Eine notwendige Bereicherung der Sprache stellt sie sicher nicht dar.
Der Erfolg hat dem stilistisch ebenfalls problematischen Begriff
‚lernbar‘ seinen Platz an der Sonne gesichert. Mit Recht?
Mit Mühen. Als man Fett noch mit o schrieb, sagte man, Rechtschreibung wäre erlernbar. Der Lernwillige ist belehrbar, jeder Willige kann die Rechtschreibung erlernen. In Grenzen zumindest - ob’s hier an der Vorsilbe er- liegt?
Gruß Ralf
Meine Oma sagte immer : Junge, Du kannst ruhig dumm sein, aber mach keinen Gebrauch davon!
mfgConrad
Moin,
ja allseits.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Nachsilbe
-bar auf gewisse Fähigkeiten hindeutet, die einer Sache
innewohnen, …
So ist es. Eine kleine Ergänzung:
Zur Wortwurzel „bar“ gehören die „Bahre“ und „gebären“.
Es hat mit tragen/bringen zu tun.
Die Indogermanistik sagt, dass lat. ferre (tragen) und altgriech. ferein (tragen) dazu gehören.
Dem deutschen Suffix -bar entspricht das lateinische -fer:
frugifer/a/um - fruchtbar,
pestifer - Verderben bringend,
mortifer - todbringend.
Es gibt auch einige griechische Adjektive auf -phoros;
eines für alle: der Name Christophoros (vgl. die bildliche Darstellung des Heiligen, der das Jesuskind auf der Schulter trägt).
Schöne Grüße!
H.
Duden und Grimm oft ‚verzichtbar‘
In solchen Fragen sind für mich Duden und Grimm oft ‚verzichtbar‘. Ich
will ja nicht wissen wie die MEHRHEIT spricht, sondern, ob der
Sprachgebrauch GUT sei. Gutes Deutsch ist ‚lernbar‘.
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In solchen Fragen sind für mich Duden und Grimm oft
‚verzichtbar‘.
Sie werden ja auch nicht als Stilfibeln zitiert, sondern um Fragen danach zu beantworten, ob / wo / seit wann ein Begriff gebräuchlich oder wie er entstanden ist bzw. nach der korrekten Schreibweise oder Grammatik.
Ich
will ja nicht wissen wie die MEHRHEIT spricht, sondern, ob der
Sprachgebrauch GUT sei.
Wer entscheidet, was „guter Sprachgebrauch“ ist? (Aus dem Inhalt Deiner Beiträge könnte man schließen, dass Du ausschließlich Dich selbst für kompetent genug hältst, Maßstäbe zu setzen…)
Gutes Deutsch ist ‚lernbar‘.
Wenn Du ein paar Blicke ins Archiv wirfst, wirst Du feststellen, dass es darüber hier sehr kontroverse Ansichten gibt.
Gruß
Kreszenz
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