Ist ein total verlust möglich?

Hallo zusammen,

hab vor drei Jahren mein Gesamtkapital von 15.400€ verstreut in zwei Anleihen und einer Genusschein investiert.
Anleihe 1 war damals Kurswert 100,61%, heute 35,00%.
Anleihe 2 war damals Kurswert 100,20%, heute 67,00%.
Genusschein war damals Kurswert 107,61%, heute 15,00%.
Aktuelle Kontostand 5.400€.

Meine Frage, ist es möglich, daß sich das Kurswert bis auf 0% reduziert und ich dadurch mein komplettes Geld verliere?
Wie läuft es den in solch einer Fall ab, bin ich irgendwie dagegen geschützt oder gesichert?

Hallo,

Anleihe 1 war damals Kurswert 100,61%, heute 35,00%.
Anleihe 2 war damals Kurswert 100,20%, heute 67,00%.
Genusschein war damals Kurswert 107,61%, heute 15,00%.

Um Himmels willen, was hast du denn da gekauft? Klar gibt es Kursverluste bei Anleihen etc., aber auf 35%?! Poste doch mal die WKNs.

Wie lange laufen diese Anleihen noch? Theoretisch wird dann ja das Geld zu 100% zurückgezahlt.

Meine Frage, ist es möglich, daß sich das Kurswert bis auf 0%
reduziert und ich dadurch mein komplettes Geld verliere?

Ja sicher, wenn die Firma pleite macht.

Wie läuft es den in solch einer Fall ab, bin ich irgendwie
dagegen geschützt oder gesichert?

Nein, mit einer Anleihe setzt du praktisch darauf, dass das entsprechende Unternehmen eben nicht pleite geht und dir dein Geld auch zurückzahlen kann.

Na, schreib doch mal, was du da überhaupt hast, dann kann man dir vielleicht einen Tipp geben, ob es besser ist diese Anleihen zu halten oder ob es besser ist, sie nun zu verkaufen und die EUR 5000,- zu nehmen, nach dem Motto „besser als gar nichts“.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

leider ist es nicht möglich aufgrund der vorgegebenen Daten eine Aussage zu machen.

Es gibt verschiedene Anleihetypen, die unterschiedliche Risiken widerspiegeln.

Aufgrund des Kursverlaufes würde ich aber annehmen, dass bei Insolvenz der Firma auch ein Totalverlust möglich ist. Aber sicher kann man das nur sagen, wenn man weiss, um welche Wertpapier es sich handelt

Gruß

Willi

Guten Tag Juschimitsu,
ein Totalverlust ist möglich. Das liegt daran, dass Anleihen und
Genussscheine Anleihen und Genussscheine sind. Und nicht etwa
Häuser, Eigentumswohnungen, Bausparverträge, Dachziegel oder
Brot. Das war auch schon früher so. Vor der sogenannten Finanzkrise.
Gruß
Günther

Um Himmels willen, was hast du denn da gekauft? Klar gibt es Kursverluste bei Anleihen etc., aber auf 35%?! Poste doch mal die WKNs.

Anleihe 1 wäre A0JQ95, bis 2012.
Anleihe 2 wäre A0STJ9, bis 2016.
Genusschein wäre 716060.

Wie lange laufen diese Anleihen noch? Theoretisch wird dann ja das Geld zu 100% zurückgezahlt.

Wie darf ich jetzt das verstehen bitte? 100% das Geld das ich investiert habe oder das aktuelle Kurswert in der Zeit wo es ausgezahlt wird?

Hallo,

Wie lange laufen diese Anleihen noch? Theoretisch wird dann ja das Geld zu 100% zurückgezahlt.

Wie darf ich jetzt das verstehen bitte? 100% das Geld das ich
investiert habe oder das aktuelle Kurswert in der Zeit wo es
ausgezahlt wird?

Ich habe das so gemeint: So eine Anleihe hat ja einen Nennwert (100%) und es wird meist auch ein Zinskupon gezahlt.

Theoretisch soll am Ende der Laufzeit der Nennwert der Anleihe, also die 100% zurückgezahlt werden. Wenn man also zwischendurch eine Anleihe zu 70% an der Börse kaufen kann, dann ist das ein Schnäppchen, da man ja auf alle Fälle 100% zurück bekommt, und Zinsen gibt’s auch noch.

Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die Firma auch zahlen kann, d.h. nicht inzwischen pleite geht.

Anleihe 1 wäre A0JQ95, bis 2012.
Anleihe 2 wäre A0STJ9, bis 2016.
Genusschein wäre 716060.

Wer hat dir das empfohlen? Was sind das für Anleihen? Die werden ja so gut wie gar nicht gehandelt und es gibt teilweise wochenlang keine Kurse, außerdem sind sie total im Keller. Von den Firmen habe ich auch noch nie etwas gehört. Kannst du dich mal schlau machen, ob es den Firmen noch gut geht, oder ob eine Insolvenz droht?

Ich würde mal prüfen, ob du evtl. gegen deine Bank wegen Falschberatung klagen kannst. (Bei einigen Anlegern, die Lehmann-Zertifikate im Depot hatten, hat das funktioniert, bei anderen nicht. Es kommt immer auf das Beratungsgespräch an, auf das Vorwissen des Anlegers, darauf ob man etwas unterschrieben hat, etc.)

Ansonsten weiß ich auch nicht, was ich tun würde, wenn ich das im Depot hätte - aber ich bin ehrlich froh, dass ich es nicht habe. … Wenn du verkaufst, dann mit Limit, weil der Umsatz so niedrig ist. Wenn die Firma noch bis Ende der Laufzeit durchhält, würde ich die Anleihen jetzt behalten.

Schöne Grüße

Petra

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Anleihe 1 wäre A0JQ95, bis 2012.

aktuell 21%

Anleihe 2 wäre A0STJ9, bis 2016.

aktuell 67%

Genusschein wäre 716060.

aktuell 15%

Alles in allem mal eine Frage: Wer hat dir diesen Mist verkauft ???

Wie lange laufen diese Anleihen noch? Theoretisch wird dann ja das Geld zu 100% zurückgezahlt.

Wie darf ich jetzt das verstehen bitte? 100% das Geld das ich
investiert habe oder das aktuelle Kurswert in der Zeit wo es
ausgezahlt wird?

In den Emissionsbedingungen steht wieviel des Nominalwertes am Endfälligkeitsdatum zurückgezahlt wird, meistens eben 100 % des Nominalwertes.

Gruß
Uli

Super Erklärung…

*Sternchenverteil*

Ich habe das so gemeint: So eine Anleihe hat ja einen Nennwert (100%) und es wird meist auch ein Zinskupon gezahlt.

Theoretisch soll am Ende der Laufzeit der Nennwert der Anleihe, also die 100% zurückgezahlt werden. Wenn man also zwischendurch eine Anleihe zu 70% an der Börse kaufen kann, dann ist das ein Schnäppchen, da man ja auf alle Fälle 100% zurück bekommt, und Zinsen gibt’s auch noch.

Langsam Petra, dieses Nennwert usw. ist für mich so immer noch unverständlich. Kannst du es mir mal in Zahlen erklären.
Ich hab jetzt in einer Anleihe 3.700€, in das andere 4.500€ investiert.
Kriege ich jetzt diese eingezahlten Beträge am ende der Laufzeit zurück oder wie errechnet sich dieses Nennwert, um was für ein Betrag handelt es sich den da jetzt?

Ich würde mal prüfen, ob du evtl. gegen deine Bank wegen Falschberatung klagen kannst. (Bei einigen Anlegern, die Lehmann-Zertifikate im Depot hatten, hat das funktioniert, bei anderen nicht. Es kommt immer auf das Beratungsgespräch an, auf das Vorwissen des Anlegers, darauf ob man etwas unterschrieben hat, etc.)

Da sehe ich keine Chance, da habe ich natürlich was Unterschrieben, daß ich über die Risiken aufgeklärt wurde. Sowas legen die ja heutzutage vor die Nase um sich abzusichern.

Aber ich ging davon aus, daß es in dieser Krisenzeit so ein Kellersturz, auf gut deutsch gesagt normal ist. Überall an allen Werten ist es doch extrem runter gefallen.

Ich habe das so gemeint: So eine Anleihe hat ja einen Nennwert (100%) und es wird meist auch ein Zinskupon gezahlt.

Theoretisch soll am Ende der Laufzeit der Nennwert der Anleihe, also die 100% zurückgezahlt werden. Wenn man also zwischendurch eine Anleihe zu 70% an der Börse kaufen kann, dann ist das ein Schnäppchen, da man ja auf alle Fälle 100% zurück bekommt, und Zinsen gibt’s auch noch.

Langsam Petra, dieses Nennwert usw. ist für mich so immer noch
unverständlich. Kannst du es mir mal in Zahlen erklären.
Ich hab jetzt in einer Anleihe 3.700€, in das andere 4.500€
investiert.
Kriege ich jetzt diese eingezahlten Beträge am ende der
Laufzeit zurück oder wie errechnet sich dieses Nennwert, um
was für ein Betrag handelt es sich den da jetzt?

Also, eine Anleihe ist im Endeffekt ein Kredit. Ich beschreibe mal den einfachen Fall:

  • Ein Unternehmen leiht sich von einem Gläubiger z.B. 1000 Euro. Das ist der Nennwert.

  • Der Gläubiger erhält im Gegenzug ein Papier, auf dem steht, dass das Unternehmen dem Inhaber dieses Papiers 1000 Euro schuldet, diese 100 Euro am soundsovielten voll zurückzahlt und bis dahin einmal im Jahr auf die 1000 Euro 7% Zinsen zahlt. Das ist die Anleihe.

  • Wenn nun der Gläubiger die Anleihe an jemand anderen verkauft (das geht, weil auf dem Papier ja vom Inhaber die Rede ist - eine sogenannte Inhaberschuldverschreibung), bekommt er vielleicht nicht 1000 Euro, sondern mehr oder weniger. Fall der Käufer nicht so sicher ist, dass das Unternehmen die 1000 Euro später mal zurückzahlen kann, zahlt er vielleicht nur viel weniger als 1000 Euro dafür. Dieser Preis ist der Kurs der Anleihe. Man gibt ihn üblicherweise in % an. 60% entsprächen bei 1000 Euro Nennwert also 600 Euro.

  • Und ob nun Totalverlust eintritt oder nicht hängt einfach davon ab, ob das Schuldnernternehmen zur Fälligkeit der Anleihe
    -> in der Lage ist, den Nennwert zu zahlen (Gläubiger erhält Nennwert)
    -> zahlungsunfähig ist, aber bei der Insolvenz noch so viel Vermögen da ist, dass ein fairer Anteil daran an den Gläubiger geht (und er z.B. noch 30% des Nennwerts erhält)
    -> zahlungsunfähig ist und nichts übrig ist (Totalverlust)

Zinsen hier mal ausgeklammert.

Jetzt kann man das alles noch verkomplizieren - es gibt z.B. Anleihen, bei denen man am Ende mehr als 100% des Nennwerts zurückbekommt, sozusagen als „versteckte“ Extra-Verzinsung. Und alle möglichen Bedingungen und Sonderfälle.

Viele Grüße,
Sebastian

Da sehe ich keine Chance, da habe ich natürlich was
Unterschrieben, daß ich über die Risiken aufgeklärt wurde.
Sowas legen die ja heutzutage vor die Nase um sich
abzusichern.

Entschuldige, das hat nichts mit deiner Frage zu tun aber:
Wieso unterschreibst du dann so etwas wo man doch an deiner Frage sehen kann dass du eben nicht aufgeklärst wurdest?

Naja hoffentlich ist dir klargeworden, wie unsinnig eine Bank-„beratung“ in Deutschland leider ist…