Liebe Wer-Weiss-Was-Mitglieder,
nach einer Diskussion mit meiner Tochter (sie ist Personalerin), geht es um die Frage „Kann ein Arbeitgeber von heute auf morgen einen Mitarbeiter freisetzen, wenn er/sie nicht mehr ins Team passt?“, also diese/r Mitarbeiter/in für die Firma wertvoller ist, wenn er/sie das Betriebsgelände nicht mehr betritt…, weil niemand mehr mit ihm/ihr klarkommt, weil die Arbeit „hakt“, das Arbeits-Klima „vergiftet“ wird…? Ist dies ein „wichtiger Grund“, um (praktisch) fristlos zu kündigen…?
Meine Tochter meint „nein“, weil es heutzutage „gar nicht so einfach“ wäre…und ich meine „ja“, weil ich (eine gesunde)„Zukunfts-Projektion“ von Firma und Team gefährdet sehe. Was meinen Sie…? (Wohlgemerkt: es ist hier alles FIKTIV, es gibt keine annähernd reale Situation…)…, es geht nur um einen eventuell möglichen Fall des sich (gegenseitig) im Laufe der Zeit „Nicht-Mehr-Riechen-Könnens“…und einer dann erfolgten Freistellung eines Mitarbeiters, von heute auf morgen, koste es was es wolle. UMGEKEHRT sehe ich natürlich auch hier die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter in einer Firma kaum mehr „atmen“ kann…und von heute auf morgen „seinen Hut“ nehmen wollen würde… Ich sage „wir ALLE sollten diese Freiheit/Möglichkeit haben, uns „von jetzt auf gleich“ trennen zu können!“…, denn -> welches emotionelles „Inferno“ würde uns erwarten, wenn wir gegen unseren Willen gezwungen würden „weiterzumachen“…?!
Mit besten, freundlichen Grüßen,
Euch/Ihnen im voraus dankend
Jo B.R. Xu
wäre es auch möglich die Frage in einem Satz zusammen zu fügen?
Auf diesem Gebiet bin ich kein Experte:Erstmal kann ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter nicht von heute auf Morgen kündigen(Kündigungsschutz).Zum anderen stellt sich die Frage ob der Mitarbeiter sich öfters was zu Schulden kommen ließ, sprich zu spät kommen, keine korekte Arbeit ausführt und v.a.m. Dann stellt sich die Frage ob dieser Mitarbeiter nicht dem Mobbing anderer ausgesetzt ist. Aber alles dieses ist im Arbeitsrecht festgehalten.Grundsätzlich kündigen von heute auf Morgen ohne schwerwiegenden Grund geht nicht.Aber wenn ein Arbeitsklima durch meine eigenen feinen Kollegen vergiftet ist, würde ich mich unverzüglich um einen anderen Arbeitsplatz bemühen.Die Arbeit die ich jeden Tag verrichte sollte mir Spaß machen und nicht in grenzenlosen Stress ausarten.Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen.
Hallo,
es ist meiner Meinung nicht so ohne Weiteres möglich einen Mitarbeiter aus den genannten Gründen fristlos zu kündigen wenn der Mitarbeiter plötzlich nicht mehr ins Team paßt.
Denn er hat ja eine gewisse Qualifikation, es müßte zunächst geprüft werden ob er an anderer Stelle/Abteilung eingesetzt werden kann.
Sollte die Fa. an der fristlosen Kündigung festhalten, könnte der freigestellte Mitarbeiter mit Hilfe eines RA dagegen klagen und hätte wohl auch gute Chancen auf Wiedereinstellung.
LG Holger
Guten Tag, Hallöchen, lieber Holger!..,
…zuerst’mal herzlichsten Dank für Dein feedback…!
-))
…wie gesagt: es geht hier im Prinzip um eine fiktive Situation (in der Diskussion, die ich mit meiner Tochter hatte, die in einem mittelständischen Betrieb als Personalerin arbeitet…)…, ich erinnere mich aber auch an einen Fall (, als ich als Arbeitnehmer in Düsseldorf aktiv war)… -> und zwar wollte man damals, seitens eines Inhaber-Duos, einen „Querdenker“ loswerden, kündigte ihm, dieser klagte dann auf Wiedereinstellung…und gewann. Aber: die Wiedereinstellung erfolgte nicht, weil das „Vertrauensverhältnis“ zerstört war. Der Mann bekam eine Abfindung…und die Leute waren ihn los.
Dies war KEIN „eleganter Schlussstrich“, aber, in gewisser Hinsicht, der Beweis dafür, dass es geht…, dass man jemandem, „von heute auf morgen“, im weitesten Sinne auch grundlos, das Betreten des Betriebsgeländes verwehren kann…, offiziell gekündigt oder nicht. Es ist alles eine Frage des Geldes…: wenn alle „Rechte“ beglichen werden, wie Löhne, Ferien, bezahlte rechtliche Kündigungszeit, Boni etc etc, dann kann der Eigentümer, der Geschäftführer oder wer 'was „zu sagen“ hat, eine „ungeliebte Person“ von jetzt auf gleich „vor die Tür“ setzen…, zusammen mit einer Schuhschachtel, die die persönlichen Gegenstände vom Arbeitsplatz beinhalten…, das ist alles schon passiert…!
(Im Übrigen…: von etwa 120 Lesern hat die Mehrzahl, die mir geantwortet hat, diese Möglichkeit bestätigt). Klar: 'rausschmeißen à lá „hire&fire“ funktioniert nur, wenn auch ordentlich dafür „gelöhnt“ wird. Unter’m Strich: es ist nicht die „feine englische Art“, aber es geht wohl…
Dir und Deinen Lieben noch eine angenehme Vorweihnachtszeit…und wunderschöne Festtage!
Liebe Grüsse! (…und „Danke!“ nochmal für Deine Rückmeldung!
(…im Übrigen: ICH bin mittlerweile aus „allem Professionellem“ ‚raus…, hab‘ meine Rente „durch“…und lebe in einer Großfamilienstruktur glücklich am Alpenrand…)
)
J.B.R. Xu
[email protected]
Lieber xu_53,
entschuldige mein späte Reaktion auf deine Anfrage. Ich würde mich der Meinung deiner Tochter anschließen. So einfach ist es nicht. Es müssen trifftige Gründe vorliegen, die auch bewiesen werden müssen. So z.B. wenn man dem AN grob fahrlässiges Handeln nachweisen kann. Der AN wird vom Arbeitsrecht geschützt. Ob er das Arbeitsklima stört kann ja nur von den Arbeitskollegen vorgetragen werden. Hier könnte ja auch Böswilligkeit hinterstehen. So z.B. das sie denjenigen rausmobben wollen, da er vielleicht wirklich gute Arbeit leistet und ein starke Konkurrenz für die andere eingeschworene Gemeinschaft ist. Rechtlich begründen kann ich es dir nicht. Das ist nur meine Meinung.
LG DiSu
Eine solche Kündigung wäre nach geltendem Recht nicht durchsetzbar. Für eine fristlose Kündigung bedarf es objektiv vorhandener, am besten beweisbarer Sachverhalte, die eine Weiterbeschäftigung für den Arbeitgeber unzumutbar machen. Die Verschlechterung des Betriebsklimas reicht hier keinesfalls aus. Da müsste das formale Verfahren mit Ermahnung, Abmahnung und fristgerechter Kündigung in Gang gesetzt werden.
Sorry für die späte Antwort, hatte zwei Monate wenig Gelegenheit ins Netz zu gehen.
Gruß
Hans