Hallo,
Ich habe mir mal erlaubt, eine Zeile deines Textes vom Ende hier an den Anfang zu stellen, weil es eventuell sinnvoll ist:
Hoffentlich sind es nicht zu viele der Fragen.
Tja, viele Fragen sinds in der Tat. Zwar nicht zu viele generell, aber ich denke zuviel auf einmal. Weil du hast soviele Apsekte und Dinge angerissen, die man unmöglich in einem Thread beantworten kann.
Vielleicht sollten wir Schritt für Schritt beginnen, bevor hier ein endlos-Thread entsteht? Aber ich will trotzdem mal kurz auf das von dir angerissen antworten…
Außer dem Piesacken fand ich nützliche,
Ich glaube nicht, dass dich hier jemand „Piesacken“ wollte. Oder kapier ich mal wieder irgendwas nicht? 
Gut, korrigieren wir das Puzzle der Weltanschauung in ein
Weltbild.
Besser so?
Das kommt darauf an, was du darunter verstehst…
Ein Weltbild ist IMO die Ganzheit der Aspekte und Werte einer einzelnen Kategorie. Das kann z.B. das naturwissenschaftliche Weltbild sein, oder das religiöse Weltbild.
Eine Weltanschauung dagegen ist eher ein Überbegriff dafür, wie ein einzelner diese ganzen Weltbilder, Einflüsse und Erfahrungen zu einem in sich geschlossenen System vereint, ist also persönlicher.
Viele neue Fragen regnen auf mir nieder.
Wie viele WB’der gibt und gab es?
Weltbilder gibts viele. Naturwissenschaftliches, Religiöses, Wirschaftliches, Kapitalistisches, Fernöstliches, …
So eine Liste ließe sich beliebig fortsetzen und es hat sicher auch noch keiner alle gezählt 
Weltanschauungen gäbs dann nach meiner obigen Definition praktisch so viele wie es Menschen gibt, weil jeder ja ein etwas anderes Weltbild hat. Schließlich sind wir ja auch alle verschiedene Individuuen mit verschiedenen Persönlichkeiten.
Wie viele werden heute
diskutiert?
Weltbilder wahrscheinlich so ziemlich alle. Also die, die heute noch in „Benutzung“ sind, sowieso. Das machen die Anhänger dieses Weltbildes ja laufend. Und selbst das ägyptische oder römische Weltbild wird wohl unter Historikern ein Thema sein.
Trennt man sie kategorisch, in z.B. astrologische
…?
Weltbilder sicherlich. Weltanschauungen wohl auch.
Was gehört alles zum WB,
Zur Weltanschauung gehört eigentlich alles, würde ich sagen. Also angefangen von philosophischen Dingen wie „Was ist Wirklichkeit?“ „Was ist der Sinn des Lebens?“ bis hin zu politischen Dingen wie „Wie sollte das Zusammenleben der Menschen aussehen?“ oder „Was sind gesellschaftlich wichtige Werte?“
Zum Weltbild gehört alles, was von diesem Weltbild erklärt werden soll. Das wirtschaftliche Weltbild hat sicher keine Antwort auf die Frage nach der Existenz eines Gottes.
Die umfangreichsten Weltbilder die eben auch eine Weltanschauung vermitteln wollen, sind IMO z.B. die Religionen, der Marxismus oder der Humanismus. Dagegen sind andere Weltbilder eher beschränkt in ihrem „Spektrum“.
Ab wann, zu welchem Stadium wird
ein WB ein neues WB?
Keine Ahnung. Dafür gibt es keine feste Grenze, es gibt schließlich auch kein objektives Maß für Weltbilder oder -anschauungen. Ich denke mal dass es auf jeden Fall ein fließender Übergang ist und man von einem neuen Weltbild spricht, wenn sich essentielle Dinge geändert haben, wie z.B. vom Übergang vom philosophischen zum naturwissenschaftlichen Weltbild.
Schafft das Wurmloch schon ein neues WB?
Welches Wurmloch??
Hatten nicht Änderungen des Weltbildes stets große
Auswirkungen auf die Menschen gegenüber seiner Umwelt und die
Wertigkeit handlungsleitender Normen und Ideale.
Naja, nur weil sich ein Weltbild stark ändert, ändert sich nicht gleich die Weltanschauung der Menschen insgesamt genauso stark. Beispiel: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das naturwissenschaftliche Weltbild durch die Entdeckung der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie extrem stark umgekrempelt. Auf die „normale“ Bevölkerung war diese Auswirkung weit weniger drastisch. Dagegen hat die noch im Begriff befindliche Ablösung des (ich nenns mal so) traditionellen konservativen Weltbildes (Frau am Herd, usw) sich weit stärker auf unsere Gesellschaft ausgewirkt.
Aber die Auswirkungen sind oft auch nur lokal. Die Aufklärung hat Europas Weltbilder ganz schön durcheinander gebracht, die Arabische Welt dagegen war davon so gut wie gar nicht betroffen.
Keine moralische, ethischen Regeln beim religiösen WB?
Natürlich hat ein religiöses Weltbild moralische und ethische Regeln. Das ist ja sogar einer der wichtigsten Punkte eines religiösen Weltbildes, zu klären, was Gut und Böse, Richtig und Falsch ist.
Die
Natur selektiert doch auch um überleben zu können.
Die Natur hat aber kein Weltbild, weil die Natur an sich nicht denken kann und v.a. nicht reflexieren kann. Aber wenn du willst ist das „Weltbild“ der Natur einfach das „Recht des Stärkeren“
Haben Rassisten ein WB was sich lohnt zu bedenken.
Sich damit beschäftigen… lohnt sich vielleicht. Es zu übernehmen? NEIN. Aber das ist jetzt eine aus meiner Weltanschauung heraus motivierte Antwort 
Da fällt mir plötzlich eine Begebenheit ein:
Ich gerate zufällig in eine Demonstration von NSTAP-Anhängern
NSTAP? Muss man das kennen?
Der Kleine gab mir echt zu denken. Es hat was mit unserem
Thema zu tun und mehr als uns lieb ist.
Nämlich? Bis jetzt kapier ich den Zusammenhang noch nicht ganz.
Sollte man das Nachdenken über ein WB wirklich lassen, wie ich
aus Beiträgen entnehme?
Wieso? Aus welchem Beitrag hast du das übernommen? Natürlich sollst du dir über ein Weltbild gedanken machen, falls es dich betrifft. Wieso denn nicht?
Einfach weggehen? Ich bin der
Suchende! Helft! Bringt mal bissel Ordnung rein liebe Lehrer.
Ich bin kein Lehrer, Gott bewahre 
(Sollte)* man nicht wenigstens moralische, ethische
Grundmauern für ein z.B. politisches Weltbild setzen.
*( ) - sollte, sollte (als Befehl) schon eine Weltanschauung
sein, meint ein anderer Kollege hier.
Nunja, das „Sollte“ als Aufforderung zur Existenzvon moralischen und ethischen Grundwerten ist schon Teil einer Weltanschauungen, denn damit machst du ja Moral und Ethik zu wichtigen Bestandteilen.
Nennt mir bitte Quellenangaben über Weltbilder, die mir wieder
mehr Hoffnung geben.
Vielleicht ist ja da was für dich dabei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltanschauung
Aber raussuchen mußt du dir deine Weltansschaung/Weltbild schon selbst…
Verdammt! Warum sind Krieg-Konflikte zwischen den Religionen
als gegeben hinzunehmen. (meint ein Beitrag) Ja, leider
etablieren Viele die Absonderlichkeiten dieser Welt in den
Medien und meinen es ist die Freiheit des anders denkenden.
Was heißt man „etabliert“ sie. Es findet sie keiner gut, aber schnelle Abhilfe ist wohl kaum in Sicht.
Es besteht schon ein Unterschied zwischen einem idealisierten Weltbild und der Realität. Das sollte dir schon auch klar sein.
Hier wird doch deutlich wie wichtig Grundregeln für ein WB
sind.
Natürlich. Aber wenn nun zwei verschiedene Religionen, Gruppen oder Was-auch-immer verschiedenen Grundregeln haben? Was dann?
Dann ist Toleranz gefragt. Aber was ist, wenn sich eine der Gruppen nicht in Toleranz übt sondern in Aggression? Dann muss sich die angegriffene Gruppe z.B. wehren oder was ihrer Weltanschauung nach eben in so einer Situation richtig ist.
Bezieht sich die Freiheit nur aufs Denken, und auch aufs
Handeln bei jedem Fall? Bestimmt nicht!
Tja, das ist Sache deiner Weltansschauung. Das kann auch differieren. Wenn z.B. in meinem Weltbild stände, dass ich ALLES tun und lassen kann, was ich will?
Aber sittlicher
Verfall ist dabei vorprogrammiert.
Das kommt darauf an, was du darunter verstehst. Früher war es „Sitte“, dass die Frau in der Küche steht und sonst nirgends. Diese „Sitte“ ist zu einem großen Teil in unserer Gesellschaft verfallen. Aber war das schlecht? Werte und Normen wechseln nunmal mit der Zeit. Das ist nicht schlimm, das ist normal.
Sind eigentlich radikaldemokratische und sozialrevolutionäre
Gedanken, die zu einer völligen Neuordnung der Gesellschaft
und der politischen Ordnung führen könnten, letztlich auch im
Zusammenhang eines anderen WB’s erlaubt? Oder rasselt hier
schon der Verfassungsschutz mit der Fußkette wegen
Bombenschmeißerei?
Die Gedanken sind frei. Denken kannst du bei uns was du willst. Dass aber ab einem bestimmten Zeitpunkt der Planung solcher Neuordnungen irgendwann der Verfassungsschutz vor deiner Haustür steht, ist teil unseres gesellschaftlichen Weltbildes. In das ist nämlich die Demokratie eingebettet, und nicht eine andere Ordnung.
Bitte korrigiert, kritisiert, ordnet, verwerft alles, aber
bitte sachlich!
Auf Zwickereien und Sticheleien kann man doch verzichten. Auch
auf Beiträge wie: „Ich behaupte das Gegenteil. Und nun?“
Naja, aber Weltbilder und Weltanschauungen sind nichts, worüber man das Wahrheits- und Gültigkeitsmonopol besitzt. Das „Ich behaupte das Gegenteil“ war doch nicht böse gemeint, sondern es sollte dir nur zeigen, dass in einem anderen Weltbild genau die gegenteiligen Aussagen eines anderen Weltbilds vorkommen können.
Beispiel:
Person1: „Weiße Menschen sind besser als Schwarze“.
Person2: „Schwarze Menschen sind besser als Weiße“.
Person3: „Beide sind gleich viel wert.“
Wer hat recht? Wenn ich jetzt sage, dass ich hoffe, dass für die meisten Menschen Person3 recht hat, dann ist diese Hoffnung von mir durch meine Weltanschauung begründet.
Die Antwort auf die Frage ist aber abhängig von Weltbild und Weltanschauung, und daher kann sie jemand anderer auch anders beantworten. Das wollte er damit wohl zum Ausdruck bringen (soweit ich das verstanden hab).
ic hoffe ich konnte irgendwie helfen…
deconstruct
P.S: War das der längste Beitrag den ich je in w-w-w geschrieben hab? *g*