Hallo, mein Sohn träumt seit langem von einem Job in Tokyo. Ausgerechnet zum Zeitpunkt der Katastrophe hat er eine Stellenzusage bekommen. Er lässt sich nun nicht davon abbringen, ab 1.10. diese Stelle anzutreten und plant, für 3 Jahre in Tokyo zu arbeiten. Ich mache mir riesige Sorgen, dass er dann ein erhöhtes Krebsrisiko hat und dass seine zukünftigen Kinder deformiert sein könnten. Mein Sohn ist der festen Meinung, die Strahlenbelastung in Tokyo sei nicht höher als in Deutschland. Ist irgendjemand seiner Meinung oder kann mich irgendwie überzeugen, dass er da gesund wieder rauskommen kann?
Danke für alle Antworten.
gemessen am Gesamtrisiko des menschlichen Lebens über einen Zeitraum von drei Jahren, würde ich mir bzgl. der Strahlung keine größeren Gedanken machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er morgens ohne groß drüber nachzudenken in die falsche Richtung schaut, und von einem von rechts heranrauschenden Auto angefahren wird, dürfte in Tokio deutlich höher sein, als von der Strahlung bleibende Schäden davon zu tragen. Auch bzgl. Erdbeben würde ich mir eher Gedanken machen, oder wegen Kugelfisch in einem nicht lizenzierten Lokal, …
Dafür dürfte das Risiko Opfer einer Straftat zu werden deutlich niedriger als bei uns sein, …
Dank der Vielzahl von Leuten mit Zugang zu dem nötigen technischen Equipment in Forschung und Lehre, Industrie und Handel lässt sich bzgl. reiner Strahlenwerte in Tokio nicht so wahnsinnig viel vertuschen.
hier kannst du dich nach Herzenslust durch die verschiedensten Strahlungswerte in Japan klicken. Besonders viele Daten gibt es aus Fukushima und Tokyo.
Messgeräte werden von verschiedensten Organisationen aufgestellt, neben der japanischen REgierung und REgionalverwaltung auch Greenpeace und Otto Normalverbraucher, Messwerte auch gelegentlich bezüglich Trinkwasser.
Alles, was du in Deutschland angezeigt siehst, ist deutlich im unbedenklichen Bereich - kurz gesagt, alles ist da unter 1 Mikrosievert pro Stunde.
Manche japanische WErte sind in counts per minute angegeben. Das sind Werte, die alles und nichts sagen - die geben nur die Zerfälle an, Da aber alles zerfällt, strahlt auch alles. Aber nicht alles ist gefährlich (Dein Götterkörper würde einen Geigerzähler ein paar Tausend Zerfälle pro Minute anzeigen lassen). Diese Messstationen kannst Du also gestrost ignorieren.
Die Frage ist, in welchen Bereichen von Tokio die Strahlungen gemessen wurde. Ich meine, man kann auch am Rand von Tokio auf der anderen Seite die Strahlung gemessen haben und am anderen zum Kraftwerk zugewendeten Rand ist die Strahlung viel größer.
das steht nun nicht immer dabei, ist aber trotzdem recht irrelevant.
Je weiter man sich von einer Strahlungsquelle entfernt, desto schwächer wird die Strahlung. Die Strahlungsquelle in dem Fall liegt n paar hundert Kilometer weiter weg. Die paar Kilometer, lass es zig Kilometer swein, innerhalb Tokios sind da wurscht. Da würde ich mir um ein paar Meter mehr oder weniger weit weg vom CT / Röntgen mehr Sorgen machen.
Du kannst Dir ja auch die Messungen von den rten zwischen Fukushima und Tokio angucken, oder die um Fukushima herum. Die werden meine Behauptungen bestätigen.
Ich dagegen finde es ist schon relevant.
Theoretisch gesehen kann es in bestimmten Teilen Tokios extreme Strahlungen vorliegen und in anderen wieder nicht - Tokio ist riesig.
Daher ist die Bestimmung des Ortes der Messung relevant, das ist mal das theoretische. Wie das in der Realität aussieht, das kann ich nicht sagen. Man sollte sich aber auch nicht leichtgläubisch verhalten und glauben, dass könnte einen nicht treffen.
Theoretisch gesehen kann es in bestimmten Teilen Tokios extreme Strahlungen vorliegen
Nein. Außer, uns ist eine Atomkatastrophe innerhalb Tokios verschwiegen worden. Dann gäbe es aber auch innerhalb des riesigen Tokio keine signifikante Menge von Orten mit derartig unauffälliger Strahlung. Es ist physikalisch unmöglich, an einem Ort hunderte Kilometer von Fukushima lebensgefährliche Strahlungsdosen zu haben - außer, es gibt an diesem andern Ort ebenfalls eine Nuklearkatastrophe, und jemand hat radioaktives Wasser / radioaktives MAterial direkt aus Fukushima oder einer anderen Quelle in Tokio abgesetzt.
Auch wenn du einen glühenden Kachelofen in der Almhjütte stehen hast - am anderen Ende des Raumes kann dich nciht plötzlich eine Hitzeblase treffen und dir die Haut versengen. (und nein, der Vergleich ist nicht absurd - Strahlung ist Strahlung)
aber es ist Strahlung, die sich nach vorhersagbaren Mustern ausbreitet oder eben nicht ausbreitet, und mit Entfernung von der Quelle weniger wird - so wie der Radioempfang mit Entfernung vom Sender schwächer wird.
Strahlung bewegt sich nicht in Bröckchen (makroskopisch) fort. Egal, ob elektromagnetisch oder nicht.
schernobyl war deswegen so gefährlich und hat in Deutschland die Pilze bis heute verstrahlt, weil denen der REAKTORKERN um die Ohren geflogen ist (und sich dessen Bruchstücke per Luftströmungen über Europa verteilt haben). In Japan schmelzen 3 Kerne vor sich hin, und das Kühlwasser aus einem Reaktor sickert vermutlich in den boden und bleibt vor allem da, und der REst dieses Wassers gelangt ins Grundwasser und verfünnt sich dort. Wie sehr, kann man messen. Da in den deutschen Medien noch keine Horrorwerte vermeldet weden, hält sih vermutlich auch das im Rahmen.
aber es ist Strahlung, die sich nach vorhersagbaren Mustern
ausbreitet oder eben nicht ausbreitet, und mit Entfernung von
der Quelle weniger wird - so wie der Radioempfang mit
Entfernung vom Sender schwächer wird.
Da redest Du aber „nur“ von elektromagnetischer Strahlung, also röntgen, Gamma, UV usw.
Strahlung bewegt sich nicht in Bröckchen (makroskopisch) fort.
Egal, ob elektromagnetisch oder nicht.
Da ist eben die Alltagssprache wieder ein Problem, es gibt die Alpha, die Betastrahlung. Alles sind Teichenstrahlungen, die über Partikel verbreitet werden. Diese Ausbreitung ist nicht mehr so einfach zu berechen und vorherzusehen.