Ist es wahr das Franz Kafka

drogensüchtig war?
in einem literatur forum wird dies behauptet, und als grund dafür angegeben, daß seine werke schwer verständlich sind. (neben seinen depressionen und den bekannten gründen)
ich habe in der schule kafka durchgenommen, aber von drogensucht habe ich NIE etwas gehört, oder gelesen. ich würde der person die dies behauptet gern sagen das er unrecht hat.
da ich mir aber nicht 100% sicher sein kann, und nicht anschließend dumm darstellen will, falls es wirklich stimmt, stelle ich die frage noch einmal an die experten hier. :smile:
also:
war Kafka drogensüchtig?

Kafka und Drogen
Kafka war eines meiner Germanistik-Themen. Da gibt’s viel zu erzählen.

Kafka war Zeit seines Lebens sehr krank. Deswegen hat er Medikamente einnehmen müssen. Es kann durchaus sein, daß er von diesen Medikamenten abhängig war.

Aus der Art seiner Werke auf Drogenkonsum zu schließen ist allerdings etwas albern… finde ich.

Von Drogenkonsum an sich ist mir nix bekannt.
Hilft Dir das?

Grüßle, Nike

Morphium & Sucht
Kafka mußte über längere Zeit das starke Schmerzmittel Morphium einnehmen - man kann davon sehr schnell abhängig werden.

Die Wirkung von Morphium hat allerdings weißgott nichts mit den psychedelischen LSD-Trips (und andere Rauschzustände, die bunte Blubberblasen erzeugen) zu tun, die man oft Autoren unterstellt, deren Texte vielleicht abgedreht erscheinen.

  1. Kafka war nicht drogensüchtig,
  2. Kafka ist nicht schwer verständlich,
  3. Kafka bleibt einer der brillantesten Stilisten der deutschen Sprache.
    Liebe Grüße

war Kafka drogensüchtig?

Kennst Du Kafkas „Verwandlung“??? Dort beschreibt er
pfeilgenau den Werdegang einer Depression. Wie meine
Vorantworter schon geschrieben haben, er war krank -
viell. med.-abhängig, doch süchtig war er nach dem Schreiben.
Damit konnte er umgehen, dass er *nurdrogenabh.* war, weil
er Med. zum überleben brauchte.

Dil.

  1. Kafka war nicht drogensüchtig,
  2. Kafka ist nicht schwer verständlich,
  3. Kafka bleibt einer der brillantesten Stilisten der
    deutschen Sprache.
    Liebe Grüße

haben meine vollste Zustimmung!!!
( :wink: wenns auch nicht wichtig ist, mußte raus!)

Hallo !

Ich kann den hier geposteten Statements nur beipflichten. Habe ebenfalls zwei Seminare zu Kafka gemacht.
Interessant scheint mir aber zu sein, daß Leuten nichts besseres einfällt, als angesichts der „Verwandlung“ (z.B.) auf Drogensucht zu schließen.
Ich denke, die Klarheit mit der Kafkas Metamorphosen psychische Verfaßtheiten (nicht aber die Betäubung oder Verwirrung durch Drogen aller Art) umreißen steht für einen sehr hohen Reflexionsgrad und sind weniger visionär/drogenbeeinflußt als vielmehr illsutrativ gedacht (versteht sich).
Ein guter Vergleich hierzu wäre W. Borroughs´ „Naked Lunch“. Die Geschichte ist zwar in sich auch recht geschlossen, weist aber auch starke Lücken/Brüche auf, bzw. läßt Fragen offen, was meiner Ansicht nach einem Produkt des durch Drogen beeinflußten Geistes wesentlich näher kommt, als Kafkas Werke insgesamt.
Wenn man Max Brod(t) glauben schenken darf hat Kafka vieles ja innerhalb einer oder mehrer Nächte am Stück hingeschrieben und dann nur noch einmal kurz überarbeitet. Hätte er unter Drogeneinfluß gestanden wäre das so wohl nicht möglich gewesen.
E.T.A. Hof(f)mann soll Kokain genommen haben, um gute Ideen zu kriegen. Betrachtet man die „Elixiere des Teufels“, kann man sich gut vorstellen, wie es zu der Idee der Spaltung der Person gekommen sein könnte. Aber auch hier, so finde ich, tritt ein ganz anderer Charakter der Problematik auf, als bei Kafka.
Wichtig wäre auch noch, ob jemand eine Droge als Stimulans zu sich nimmt, um unter ihrem Einfluß gut zu produzieren, oder ob jemand etwaige psychische folgen von starken Medikamenten/Drogen selbst thematisiert !

Gruß,
Markus

Vielen Dank!
ihr habt meine auffassung bestätigt! :smile:
liebe grüße an alle.

Justme