Ist fiktive Werbung erlaubt?

Hallo zusammen,

ich hoffe in Bezug auf meine Frage kann mir hier jemand weiterhelfen…

Mich würde interessieren, ob es (beispielsweise zu Marktforschungszwecken) legitim ist, öffentlich - sei es mittels Zeitungsanzeige, Flyer oder Internetseite - etwas zu bewerben, das nicht existent ist, solange der Empfänger dieser Werbung (oder Dritte) keinen Schaden darunter leiden können und/oder irgendwelche Urheberrechte verletzt werden.

Oder fällt so etwas schon unter unlauteren Wettbewerb, Irreführung, Vortäuschung falscher Tatsachen o.ä.?

Vielen Dank im Voraus für jede Hilfe!

Hi!

Werbung ist nichts anderes als eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots. Dieses Angebot kann der Werbetreibende (z.B. Geschäft etc.) annehmen oder ablehnen. In deinem Fall wird das Angebot eben schlicht abgelehnt.

Insbesondere in der Mafo ist es üblich, vor einer großen Markteinführung die Akzeptanz eines Produkts/Anzeige etc. auf diese Art und Weise zu testen.

Gruß
Falke

Hallo,

Werbung ist nichts anderes als eine Aufforderung zur Abgabe
eines Angebots.

Ganz so einfach ist es nicht.

Dieses Angebot kann der Werbetreibende (z.B.
Geschäft etc.) annehmen oder ablehnen. In deinem Fall wird das
Angebot eben schlicht abgelehnt.

Dennoch ist es nicht legal, zum Beispiel einen Schweinebauchflyer zu verteilen, auf dem ein Produkt vorkommt, das real gar nicht in den Verkauf kommt. Denn hier sagt der Anbieter: Dieses Produkt ist zu dem Preis in unserem Laden zu haben. Mit Werbung, die lediglich sagt, das Produkt xc gibt es, sieht es etwas anders aus, weil hier ein konkretes Versprechen fehlt. Es gibt (europäische) Vorgaben, nachdem der Werbungstreibende für die Inhalte verantwortlich ist und dem gegenüber auch in Regress genommen werden kann. Inwieweit dies in D umgesetzt ist, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis.

Insbesondere in der Mafo ist es üblich, vor einer großen
Markteinführung die Akzeptanz eines Produkts/Anzeige etc. auf
diese Art und Weise zu testen.

Das halte ich für ein ganz großes Gerücht. Mir ist keine Produkt bekannt, das über Werbung getestet wird. Wenn Du eines hast, her damit. Das würde mich brennend interessieren. Es kommt in Testmärkte und man sondiert die Akzeptanz der unterschiedlichen Werbung etc. Aber Werbung für ein Produkt, das es nicht gibt, macht keiner. Es sei denn in alten amerikanischen Filmen …

Grüßerle
Richard

Hallo,

Das halte ich für ein ganz großes Gerücht. Mir ist keine
Produkt bekannt, das über Werbung getestet wird. Wenn Du eines
hast, her damit. Das würde mich brennend interessieren. Es
kommt in Testmärkte und man sondiert die Akzeptanz der
unterschiedlichen Werbung etc. Aber Werbung für ein Produkt,
das es nicht gibt, macht keiner. Es sei denn in alten
amerikanischen Filmen …

Dies soll der Endverbraucher auch nicht wissen - und schon lange kein Mitbewerber! Also entweder arbeitest du in einem international tätigen Multikonzern, welcher zig Millionen in eine Produkteinführung investiert und bist über deren Testmethoden und -möglichkeiten informiert oder du musst dich eben mit Thesen begnügen. Sorry!

Gruß
Falke

Hallo,

Insbesondere in der Mafo ist es üblich, vor einer großen
Markteinführung die Akzeptanz eines Produkts/Anzeige etc. auf
diese Art und Weise zu testen.

Das halte ich für ein ganz großes Gerücht. Mir ist keine
Produkt bekannt, das über Werbung getestet wird.

Grüßerle
Richard

Aber Richard! Wo lebst Du?

Ich habe jahrelang nichts anderes gemacht, als unterschiedliche Werbekonzepte in unterschiedlichen europäischen Märkten zu testen - natürlich auch ohne irgendein ein real existierendes Produkt - zumeist nur mit einer vagen Produkt-Idee, die erst durch die Test mit fertig gedruckten Anzeigen, Salsfoldern für Werbemitten und sogar aufwendig produzierten TV-Spots (!) Gestalt annahm

Anderes Beispiel: Mir ist auf der Fahrt zu einem Kunden mal ein guter Name für ein diätetisches Produkt eingefallen, der Kunde, bei dem ich in ganz anderer Sache war, hat fort Feuer gefangen, seinen Anwalt angerufen, gleich darauf gemeldet bekommen, dass der Name in der entsprechenden Warengruppe nicht geschützt ist, daraufhin wurde der Name auf Akzeptanz und denkbare Bedeutung getestet, nach OK habe ich die Hand fürs leider nur fünfstellige Honorar aufgehalten - und erst dann (!) hat der Hersteller das Produkt gebastelt.

Und das ist keineswegs nur in Hollywood-Filmen so.

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Wo lebst Du?

Kann man in meiner Vika nachlesen.

Ich habe jahrelang nichts anderes gemacht, als
unterschiedliche Werbekonzepte in unterschiedlichen
europäischen Märkten zu testen - natürlich auch ohne irgendein
ein real existierendes Produkt - zumeist nur mit einer vagen
Produkt-Idee, die erst durch die Test mit fertig gedruckten
Anzeigen, Salsfoldern für Werbemitten und sogar aufwendig
produzierten TV-Spots (!) Gestalt annahm

Die Botschaft hör ich wohl …
Weil’s mich persönlich interessiert habe ich mal kurz rumgefragt. Aufgrund der Sonnenscheinsituation zwar noch nicht so viele Rückmeldungen bekommen (Werben lieben Biergärten zur Mittagszeit), aber keine kennt auch nur ein einziges Produkt das so lanciert wurde. Nicht mal wuv. Und jetzt sind wir gespannt, welche Du aus dem Ärmel zauberst.

Anderes Beispiel: … und erst
dann (!) hat der Hersteller das Produkt gebastelt.

Das ist ja was ganz anderes und gängige Praxis. (Ok, so gängig auch wieder nicht, aber die etwas weiter denkenden Marketingjungs - und mädels machen das meist.) Glückwunsch zum 5stelligen Betrag für eine schnelle Namensidee.

Grüßerle
so viel Zeit muss sein
Richard

Hallo,

Dies soll der Endverbraucher auch nicht wissen -

Kriegt er ja auch nicht mit. Szenario: Imageorientierte Produktkampagne. Das Produkt gibt es nicht. Die Leute wollen es aber. Sie gehen in einen Laden und fragen danach. Dort steht eine 400-Euro-Kraft, der es jeden Abend schwer fällt, aus dem Regalgewirr den Ausgang zu finden (sorry an die Aushilfskräfte, ist ein wenig überzogen). Die tut so, als würde sie von nichts wissen. (Ah, das erklärt jetzt wieder einiges.) Der Kunde geht ungekaufter Dinge. Der heimliche Marktforscher schreibt einen ausführlichen Bericht. Der Hersteller ist begeistert und produziert das Ding. Es liegt in den Regalen, weil ja niemand weiß, dass es das Ding gibt. Also schaltet er Anzeigen: Das Ding gibt’s jetzt wirklich. War vorher nur ausverkauft wegen der großen Nachfrage. Ließe sich noch herrlich weiterspinnen. Aber die meisten Marketingverantworlichen spinnen eher nicht.

und schon lange kein Mitbewerber!

Gröhl.

Also entweder arbeitest du in einem
international tätigen Multikonzern, welcher zig Millionen in
eine Produkteinführung investiert und bist über deren
Testmethoden und -möglichkeiten informiert oder du musst dich
eben mit Thesen begnügen.

Ersetze „in“ durch „für“.

Sorry!

Ist ok, man kann nicht alles wissen.

Gruß
Richard

Hallo,

Kriegt er ja auch nicht mit. Szenario: Imageorientierte
Produktkampagne. […] Ließe sich
noch herrlich weiterspinnen.

Vergesse die weltweite Radiokampagne nicht!

Aber die meisten Marketingverantworlichen spinnen eher nicht.

Dann hast du mit noch sehr wenigen zu tun gehabt!

Ersetze „in“ durch „für“.

Ein externer (Texter) muss nicht alles wissen, was in der Marketingabteilung abgeht! Wäre ja noch schöner! *lol*

Ist ok, man kann nicht alles wissen.

Dann ist es ja gut. Man lernt ja nie aus!

Gruß
Falke

Hallo!

Weil’s mich persönlich interessiert habe ich mal kurz
rumgefragt. Aufgrund der Sonnenscheinsituation zwar noch nicht
so viele Rückmeldungen bekommen (Werben lieben Biergärten zur
Mittagszeit), aber keine kennt auch nur ein einziges Produkt
das so lanciert wurde. Nicht mal wuv. Und jetzt sind wir
gespannt, welche Du aus dem Ärmel zauberst.

Vielleicht sollte man seine Erfahrungen weniger im Biergarten holen als in den Konzernzentralen dieser Welt!

Gruß
Falke

Hallo!

Und jetzt sind wir gespannt, welche Du aus dem Ärmel zauberst.

Vielleicht sollte man seine Erfahrungen weniger im Biergarten
holen Da hast Du Recht. Kam wirklich nichts raus bei der Biergartenfraktion. Außer ein paar Gefälligkeitskampagnen für Wettbewerbe.
als in den Konzernzentralen dieser Welt!

Jetzt setz ich auf DIch: Ich weiß, das dauert, bis man da alle durchgefragt hat. Aber macht nichts. Interessiert mich wirklich, da warte ich gerne. Wegen dem Nieauslernen. Produktname oder Kampagne reichen. Beispiele finde ich dann schon. Vielleicht kommst Du ja doch noch mal mit Fakten denn mit, nennen wir’s mal „Werbersprüchen“.

Gruß
Richard

Hallo!

Jetzt setz ich auf DIch: Ich weiß, das dauert, bis man da alle
durchgefragt hat. Aber macht nichts. Interessiert mich
wirklich, da warte ich gerne. Wegen dem Nieauslernen.
Produktname oder Kampagne reichen. Beispiele finde ich dann
schon. Vielleicht kommst Du ja doch noch mal mit Fakten denn
mit, nennen wir’s mal „Werbersprüchen“.

Magst du jetzt hören, dass im letzten OTTO-Katalog das Produkt mit der Artikel-Nr. 224545 gar nicht gab, sondern von Esprit zum Test ausgeschrieben war und dass die durchschnittliche Einkaufsquote je Artikel-Nummer bei OTTO 18,3 % war, bei diesem Test-Artikel aber nur 1,6 % und daher Esprit beschlossen hat, dieses T-Shirt nicht einzuführen.

Einfach Antwort: NEIN!

Für internen Unternehmensinfos wende dich daher bitte an deine Marketingleiter-Kontakte oder Stammtisch-Freunde!

Gruß
Falke

Hallo!

Ok, hab ich mir gedacht, dass da nix kommt. Schade, wäre wirklich interessant gewesen.
Damit ist wohl auch die Frage von Dirk beantwortet.

Für internen Unternehmensinfos wende dich daher bitte an deine
Marketingleiter-Kontakte oder Stammtisch-Freunde!

Von den Werbesprüchen gleitest Du jetzt ein wenig in die Polemik ab.

Grüßerle
Richard

Vielen Dank für die Antworten! Habe mit Interesse euren Dialog verfolgt. :smile:

Damit ist wohl auch die Frage von Dirk beantwortet.

Ich sehe zumindest etwas klarer im Bezug auf konkrete Produktwerbung. Was ich aber eher meinte, war die Bewerbung einer kommerziellen Idee, eines Konzepts - nennen wir es einen „Teaser“, der nichts Konkretes verprechen, sondern nur andeuten bzw. ankündigen will - und die einen potentiellen Kunden zu etwas bringen soll, das sein mögliches Interesse zeigt - z.B. eine Website zu besuchen.

Gehe ich also recht in der Annahme, dass gegen so ein Vorgehen rechtlich nichts einzuwenden wäre?

Hallo!

Von den Werbesprüchen gleitest Du jetzt ein wenig in die
Polemik ab.

Hast recht - Sorry!

Gruß
Falke

Hallo,

Dennoch ist es nicht legal, zum Beispiel einen
Schweinebauchflyer zu verteilen, auf dem ein Produkt vorkommt,
das real gar nicht in den Verkauf kommt.

Doch, ist es.

Denn hier sagt der
Anbieter: Dieses Produkt ist zu dem Preis in unserem Laden zu
haben.

Na und, dass heißt nur, dass er grundsätzlich bereit wäre, die eine Ware für einen bestimmten Preis abzugeben. Hieraus lässt sich aber kein Anspruch herleiten, die Ware im konkreten Einzelfall auch tatsächlich zu dem Preis zu bekommen. Jetzt gibt es natürlich noch ein paar Feinheiten des Wettbewerbsrechts zu beachten, die z.B. verbieten so Kunden systematisch anzulocken, um ihnen dann andere Produkte anzudrehen, aber so rein für sich genommen, kann ich sehr wohl ganz legal Fipp anbieten.

Das halte ich für ein ganz großes Gerücht. Mir ist keine
Produkt bekannt, das über Werbung getestet wird. Wenn Du eines
hast, her damit. Das würde mich brennend interessieren.

Es gibt ein ganz prominentes Beispiel für ein echtes Fipp, bei dem tatsächlich keinerlei Produkt existierte, aber dafür um so mehr geworben wurde. Es handelte sich um eine Kampagne des Radiosenders ffn, der vor ein paar Jahren den Erfolg von Radiowerbung dadurch belegen wollte, dass er das nicht mal ansatzweise definierte Produkt „Kurt“ bewarb, und innerhalb kürzester Zeit dafür sorgte, dass „Kurt“ - „Jetzt kommt Kurt“ im Sendegebiet in aller Munde war. Und da die Sache dann so wunderbar funktioniert hatte, hat man sich tatsächlich ein Fipp einfallen lassen, und statt Alkohol in Bonbonform einen Sekt in Kurt-Flaschen verpackt, und gar nicht so wenig davon verkauft. „Jetzt kommt Kurt“ wurde dann ein paar Jahre später für den Wahlkampf des aktuellen Oberbürgermeisters von Hildesheim (auch im Sendegebiet) erfolgreich recycled.

Gruß vom Wiz