Hallo zusammen,
in Jona 3,4 wird Ninive der Untergang in 40 Tagen verkündet. Nachdem die Einwohner Buße taten, vezichtet Gott jedoch auf das Gericht und Jonas Prophetie trifft nicht ein. Nachdem das Buch Jona aber nun von den Christen als Buch der Bibel anerkannt ist und Jona als Prophet Gottes angesehen wird, frage ich mich wie sich die falsche Prophetie erklären lässt.
Sicherlich sind bestimmte Prophetien an Bedingungen gekoppelt und wenn sich die Situation ändert (z.B. ein Sünder bekehrt sich), so folgt der neuen Situation auch ein anderes Handeln Gottes. Einige Kommentare verweisen somit bei Jona 3,4 einfach darauf, dass es sich hier eben um eine Prophetie handelte, die an eine Bedingung geknüpft war.
Aber in diesem Fall hätte Jona korrekterweise sagen müssen: „Wenn ihr nicht umkehrt von euren falschen Wegen, dann wird Ninive in 40 Tagen untergehen.“ Das hat er aber nicht gesagt, sondern das Gericht in 40 Tagen ohne wenn und aber verkündet.
Wie kann man also eurer Meinung nach wissen, welcher Prophetie bzw. welchem Propheten man glauben kann und welcher/m nicht?
Gruß
Michael
Hallo Michael,
Alle Propheten haben immer wieder das gleiche gemacht. Sie haben die Menschen gewarnt, dass sie gestraft werden, wenn sie nicht umkehren.
Wenn aber die Menschen wirklich auf die Propheten hörten, dann wurden sie verschont. Ich finde das Bibelbuch Jona als eines der schönsten, weil das Ende so eindrucksvoll ist.
Jona 4:10,11
10 Aber Jehova sprach: „Dir deinerseits tat es um die Flaschenkürbispflanze leid, um die du dich nicht mühtest und die du nicht großzogst, die sich als bloßes Gewächs einer Nacht erwies und als bloßes Gewächs einer Nacht zugrunde ging. 11 Und sollte es mir meinerseits nicht leid tun um Ninive, die große Stadt, in der mehr als einhundertzwanzigtausend Menschen am Dasein sind, die nicht einmal den Unterschied zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken kennen, dazu viele Haustiere?“
Wie kann man also eurer Meinung nach wissen, welcher Prophetie
bzw. welchem Propheten man glauben kann und welcher/m nicht?
Matthäus 7:15
15 Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie raubgierige Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln? 17 Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor;
Jona hat im Namen Gottes gepredigt und es war zum Nutzen der Niniviten. Er hat ihnen nicht Hass gepredigt, er hat sie nicht ausgeplündert und er hat sie nicht für selbstsüchtige Zwecke ausgenutzt.
Ich bin überzeugt, dass er ein wahrer Prophet war.
Gruß
Carlos
Hallo Carlos & Michael
Ich denke mal, Propheten sind Menschen wie andere auch. Sie können sich irren. Vielleicht haben sie eine bestimmte Begabung, vielleicht können sie gewisse Dinge vorausschauend besser erkennen usw., aber sie bleiben dennoch Menschen mit menschlichen Schwächen.
Gruß, Branden
Ich denke mal, Propheten sind Menschen wie andere auch.
ja, nur, daß sie genau das um einiges klarer wußten als andere Menschen …
Sie können sich irren.
… und ihre Rolle in den damaligen israelitischen Gesellschaften nichts mit irren und nicht-irren zu tun hatte (wie Carlos schon erklärte).
Vielleicht haben sie eine bestimmte Begabung
nicht nur vielleicht.
Gruß
Metapher
Morgen Michael
Die Propheten im AT waren Menschen, die einen direkten Draht zu Gott hatten. Sie waren quasi ein Sprachrohr zwischen Gott und menschen und gaben praktisch Gottes Worte wieder:
5Mose 18:17 ff
Und der HERR sprach zu mir: Sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich’s fordern.
Im Beispiel vom Propheten Elia wird es deutlich, dass er direkt aus der Gegenwart Gottes zu den menschen (König) redeten.
1Könige 17:1
Und es sprach Elia, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dessen angesicht ich stehe: Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.
Ich glaube schon das Jona (später) seinen Auftrag korrekt ausgeführt hat. Er sollte gegen die Stadt Ninive predigen. „Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage!“, sagt Gott. Das was er predigt waren Gottes Worte. Gott ist souverän. Er kann Gnade walten lassen wo Er will. Menschlich gesehen fühlte er sich versetzt und hat sich schon logischerweise irgendwie unglaubwürdig.
Das Ergebnis war ja: „Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, Sacktuch zur Buße an.“ Sie haben also ihre verkehrte Lebensweise eingesehen und auf die Gnade Gottes gehofft und Buße getan. Interessant, Jona hatte ja eigentlich nur ein kommendes Gericht angedroht, er hat nicht gesagt das sie Buße tun sollten. Wenn Menschen zu Gott kommen und ihre Schuld bekennen, zeigt Gott sich immer gnädig. Auch wenn das Urteil schon ausgesprochen ist. In damaliger wie in heutiger Zeit.
Felix
Dazu gibt es die Geschichte:
Ein Schüler eines Wunderrabbis erzählt, von den Wundern seines Rabbis.
"Mein Rabbi ging einst durch ein Dorf und sah einen Juden ein Stück Schinken essen. Er sprach: „Der Blitz soll dieses Haus treffen und den Frevler vernichten!“
Doch da erblickte er ein Kind im Haus in der Tora blättern. Und wieder sprach der Rabbi: „Um des Kindes willen mag das Haus noch lange stehen!“
„Und was soll ich sagen,“ beendete der Schüler die Geschichte, „das Haus steht heute noch!“