Ist meine Freundin wirklich multipel oder lügt sie

Ich habe da ein Problem mit einer Freundin. Kurz die Geschichte:

Ich habe sie kennengelernt, als sie noch bei ihrem Mann gewohnt hat, der sie, ihrer Aussage nach, übel beschimpft, geschlagen, sexuell missbraucht und an seine Freunde „verliehen“ hat. Nach einer Weile erzählte sie, dass sie auch schon früher missbraucht wurde und eine zweite Persönlichkeit entstanden ist um alles zu verkraften.
Inzwischen lebt sie mit den beiden Kindern bei ihrem neuen Freund, mit dem ich auch gut befreundet bin.

Ich habe mich, um besser damit umgehen zu können in das Thema multiple Persönlichkeit reingelesen. Nach und nach sind mir dann aber Ungereimtheiten aufgefallen, die nicht zum Krankheitsbild passen. Zum Beispiel hat mir ihr Beschützer-Ich mitgeteilt, dass sie gerne komplett übernehmen möchte, weil meine Freundin ja nichts aus ihrem Leben macht und sie endlich mal leben möchte oder sie hat sich verweigert, um ihr zu zeigen, dass sie wichtiger ist, als ich und andere Freunde. Meines Wissens nach ist es aber nicht üblich, dass sich das System selbst schadet.
Jetzt, da sie von dem Kerl weg ist, fängt sie an ihren Freund schlechter darzustellen als er ist. Bauscht alles extrem auf, wenn Meinungsverschiedenheiten sind und sorgt dafür, dass er wie ein Arsch dasteht, obwohl es nicht so ist, wie sich bereits öfter herausgestellt hat.
Wir haben eine gemeinsame Freundin, die multipel ist und sich auch in Therapie befindet. Meine Befürchtung ist, dass sie sich das alles irgendwie zusammenspinnt um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Es belastet mich, solche Befürchtungen zu haben und daher würde ich gerne versuchen, irgendwie dahinter zu kommen, ob sie die Wahrheit sagt oder nicht. Kann mir jemand helfen, wie ich das am besten anstellen kann?

LG von einer besorgten Freundin

Hallo Andrea!

Ich habe mich, um besser damit umgehen zu können in das Thema
multiple Persönlichkeit reingelesen.

Gut und schön. Und interessant. Andere studieren dafür ein paar Jahre.

Nach und nach sind mir
dann aber Ungereimtheiten aufgefallen, die nicht zum
Krankheitsbild passen.

Du meinst also wirklich, dass du dieses Krankheitsbild richtig beurteilen kannst?

Zum Beispiel hat mir ihr Beschützer-Ich
mitgeteilt, dass sie gerne komplett übernehmen möchte, weil
meine Freundin ja nichts aus ihrem Leben macht und sie endlich
mal leben möchte oder sie hat sich verweigert, um ihr zu
zeigen, dass sie wichtiger ist, als ich und andere Freunde.
Meines Wissens nach ist es aber nicht üblich, dass sich das
System selbst schadet.

Worin soll jetzt der Schaden des eigenen Systems bestehen? Dass du als Freundin nicht mehr so wichtig bist?
Sich um sein Leben kümmern zu wollen hört sich von diesem Teil der Persönlichkeit doch ganz vernünftig an.

Jetzt, da sie von dem Kerl weg ist, fängt sie an ihren Freund
schlechter darzustellen als er ist. Bauscht alles extrem auf,
wenn Meinungsverschiedenheiten sind und sorgt dafür, dass er
wie ein Arsch dasteht, obwohl es nicht so ist, wie sich
bereits öfter herausgestellt hat.

Also, das halte ich für ein völlig normales Verhalten nach Trennungen (nicht, dass ich das für richtig halte). Das hat ja auch mit der individuellen Wahrnehmung zu tun und du kannst ihr nicht vorschreiben, welche Meinung sie dazu zu haben hat, um ‚normal‘ zu gelten.

Wir haben eine gemeinsame Freundin, die multipel ist und sich
auch in Therapie befindet. Meine Befürchtung ist, dass sie
sich das alles irgendwie zusammenspinnt um Aufmerksamkeit zu
erlangen.

Möglich wäre das.

Es belastet mich, solche Befürchtungen zu haben und daher
würde ich gerne versuchen, irgendwie dahinter zu kommen, ob
sie die Wahrheit sagt oder nicht. Kann mir jemand helfen, wie
ich das am besten anstellen kann?

Lügendetektor?

Mal im Ernst: Du hast dir ganz schön was vorgenommen. Geht es dir um die Wahrheit, oder willst du sie analysieren?
Wenn du etwas klären willst, dann sprich mit ihr ruhig und sachlich und konfrontiere sie mit ihren Widersprüchen.
Ansonsten kann wohl nur ein Fachmann feststellen, ob sie 'ne multiple Persönlichkeit ist/hat. Und das wohl auch nur, wenn bei ihr der Leidensdruck so groß ist, dass sie professionelle Hilfe beanspruchen möchte.

Du kannst auf sowas nur begrenzt Einfluss nehmen. Helfen darfst du aber immer.

btw: ianad

LiebeGrüßeChrisTine

Hallo ChrisTine

Gut und schön. Und interessant. Andere studieren dafür ein
paar Jahre.

Ich habe nicht gesagt, dass ich mich zum Experten entwickelt habe, sondern lediglich, dass ich mich bemüht habe, zu verstehen, wie es dazu kommt und wie ich reagieren kann/soll.

Du meinst also wirklich, dass du dieses Krankheitsbild richtig
beurteilen kannst?

Ich weiß nicht, ob ich es richtig beurteile, aber wenn sogar eine andere Betroffene sagt, dass da was nicht stimmt, dann geh ich davon aus, dass wir womöglich nicht allzu falsch liegen.

Worin soll jetzt der Schaden des eigenen Systems bestehen?
Dass du als Freundin nicht mehr so wichtig bist?
Sich um sein Leben kümmern zu wollen hört sich von diesem Teil
der Persönlichkeit doch ganz vernünftig an.

Der Schaden besteht für mich darin, dass das Beschützer-Ich nicht mehr zu einem System gehören möchte, sondern der Meinung ist, allein eine Daseinsberechtigung zu haben. Außerdem ist es ein Schaden des Systems, wenn meine Freundin die Misshandlungen selbst aushalten muss. Da fehlt mir die Logik irgendwie.
Natürlich spricht nichts dagegen, wenn sich das Beschützer-Ich um ihr Leben kümmern will, aber die Persönlichkeit meiner Freundin zu verdrängen und nicht mehr an die Oberfläche kommen zu lassen kann wohl kaum Sinn der Sache sein.

Also, das halte ich für ein völlig normales Verhalten nach
Trennungen (nicht, dass ich das für richtig halte). Das hat ja
auch mit der individuellen Wahrnehmung zu tun und du kannst
ihr nicht vorschreiben, welche Meinung sie dazu zu haben hat,
um ‚normal‘ zu gelten.

Ich will ihr mit Sicherheit keine Meinung vorschreiben. Nur hat es dazu geführt, dass ich mich gefragt habe, ob sie nicht auch, was ihre Ehe betrifft, alles aufgebauscht und Dinge dazu erfunden hat.

Mal im Ernst: Du hast dir ganz schön was vorgenommen. Geht es
dir um die Wahrheit, oder willst du sie analysieren?
Wenn du etwas klären willst, dann sprich mit ihr ruhig und
sachlich und konfrontiere sie mit ihren Widersprüchen.
Ansonsten kann wohl nur ein Fachmann feststellen, ob sie 'ne
multiple Persönlichkeit ist/hat. Und das wohl auch nur, wenn
bei ihr der Leidensdruck so groß ist, dass sie professionelle
Hilfe beanspruchen möchte.

Mir ist klar, dass es nicht einfach ist, dahinter zu kommen. Mir geht es hier aber wirklich darum, die Wahrheit zu erfahren. Nicht nur für mich, sondern auch für ihren neuen Freund und für sie selbst. Dass sie eine Therapie machen sollte ist klar, sie hat mir auch schon versichert, dass sie das tun will. Anderen Freunden gegenüber will sie es wieder nicht.
Ich kenne sie gut genug um zu wissen, dass es derzeit nicht möglich ist, sie direkt darauf anzusprechen. Sie würde sich nur verschließen und zurückziehen, das möchte ich vermeiden. Früher oder später werde ich nicht drum herum kommen, offen mit ihr zu sprechen, ich würde mir nur vorher gern ein bisschen mehr Sicherheit verschaffen, sofern das möglich ist.

LG
Ana

hi ana,

ich kenne deine lage.
man sitzt da, macht sich sorgen und überlegt, ob der/die andere ggf. den wald vor lauter bäumen nicht sieht und sich in eine dumme situation verrennt.
ich entsinne mich meiner sorgen, als ich dachte, jemand anders sei borderliner oder litte an unerkannter ads.
im forum wirst du nichts rausfinden.
dort gibt es nur deine version und die wird leicht zerhackt, bis du nicht mehr weißt, worum es eigendlich geht.

mein tip: aufsuchen einer der kostenlosen beratungsstellen und dort im gespräch symptome, sorgen und auswirkungen auf das eigene leben schildern. dort kennen sie in der regel mehr der symptome und können das puzzle mit dir besser zusammensetzen.

liebe grüße
tilli

Hi tilli, hi ana!

ich kenne deine lage.
man sitzt da, macht sich sorgen und überlegt, ob der/die
andere ggf. den wald vor lauter bäumen nicht sieht und sich in
eine dumme situation verrennt.

Das kann ich ja auch gut verstehen. Aber es ist eben auch sehr schwierig, einem Menschen, der eine schwerwiegende Störung hat, als Laie zu helfen. So sehr man das als Freundin auch möchte.

mein tip: aufsuchen einer der kostenlosen beratungsstellen und
dort im gespräch symptome, sorgen und auswirkungen auf das
eigene leben schildern. dort kennen sie in der regel mehr der
symptome und können das puzzle mit dir besser zusammensetzen.

Das ist eine tolle Idee. Und sicher wird man dich dort auch dahingehend beraten können, wie du dich der Freundin gegenüber verhalten kannst. Ich glaube schon, dass man mit ganz viel Unterstützung durchaus dazu beitragen kann, dass sie sich freiwillig in Behandlung begibt.

Dafür wünsch ich euch Alles Gute!

LiebeGrüßeChrisTine