Hallo,
schon im Voraus möcht ich mich entschuldigen, falls man meine Frage
missverteht.
Jüdische Männer sind beschnitten.
Gibt es bei jüdischen Frauen einen ähnlichen Vorgang?
Danke, und wie geschrieben, ist nur ne Wissensfrage.
Grüße,
Josh
Hallo,
schon im Voraus möcht ich mich entschuldigen, falls man meine Frage
missverteht.
Jüdische Männer sind beschnitten.
Gibt es bei jüdischen Frauen einen ähnlichen Vorgang?
Danke, und wie geschrieben, ist nur ne Wissensfrage.
Grüße,
Josh
Unterschied!
Hi,
erstmal ist eine Beschneidung bei Frauen immer eine Verstümmelung:
http://www.netdoktor.de/sex_partnerschaft/menshealth…
Über eine Beschneidung der Frau berichten nur die Hadithen. Übernommen wurde hier ein vorislamischer Brauch, der nach der islamischen Variante hygienische Bedeutung haben soll. Diese hygienische Variante ist bei der Beschneidung der Männer noch einleuchtend und medizinisch nachgewiesen, bei den Frauen jedoch hat es nur die Bedeutung, das Lustempfinden einzuschränken. (aus: http://home.t-online.de/home/dierssen.ulrich/islam10…)
Ob es aber ein vergleichbares Ritual für Frauen gibt, also nicht diese Verstümmelung sondern nur vom Gedanken her, weiß ich nicht.
LG,
Cess
Hi Cess,
danke. Aber auch ich dachte nicht an so eine Verstümmelung,
sondern eher an einen symbolischen Akt, oder so.
Grüße,
Josh
Jüdische Männer sind beschnitten.
Gibt es bei jüdischen Frauen einen ähnlichen Vorgang?
nein.
gruß
datafox
danke. Aber auch ich dachte nicht an so eine Verstümmelung,
sondern eher an einen symbolischen Akt, oder so.
die antwort ist wieder nein.
gruß
datafox
Hallo Joshua,
im traditionellen Judentum gibt es kein Äquivalent für Mädchen, das die Aufnahme in den Bund symbolisieren würde wie das bei Jungen die Beschneidung am achten Tag ist.
In aschkenasischen Gemeinden (Mittel- und Osteuropa) wird der Name des Mädchens beim nächsten Mal nach der Geburt, wenn eine Torahlesung in der Synagoge stattfindet, genannt. Das kann an einem Schabbat, Montag oder Donnerstag sein. Der Vater bekommt dann die Ehre, daß er zur Torah aufgerufen wird. Mutter und das Kind sind dabei nicht anwesend. Es gibt dann auch noch ein spezielles Gebet für das Wohlbefinden der Mutter und des Kindes.
In sephardischen Gemeinden (Gemeinden, die auf die aus Spanien vertriebenen Juden - also vorwiegend im Mittelmeerraum - zurückgehen) wird der Name des weiblichen Babys auch nach der Torahlesung genannt.
Es werden zwei Verse aus Schir haSchirim (Hoheslied) hinzugefügt:
Kap 2,14
Versteck dich nicht wie eine Taube im Felsspalt - zeig mir dein schönes Gesicht und laß mich deine wunderbare Stimme hören
und
Kap 6,9
Ich liebe nur die eine, meine Liebste, die Vollkommene. Sie ist die einzige Tochter ihrer Mutter, ihr Lieblingskind, dem sie das Leben gab …
In den letzten Jahren gab es im liberalen Judentum, wo es als unbefriedigend erlebt wurde, daß die Geburt eines Mädchens in der Liturgie nicht den gleichen Stellenwert hatte wie die eines Sohnes, einige Neuaufbrüche.
Es haben sich verschiedene Formen von Ritualen entwickelt, die meist „Simchat Bat“, „Brit haBat“ oder „Babynaming“ genannt werden.
Es kann zuhause stattfinden oder wenn die Mutter erstmals nach der Geburt mit dem Baby in die Synagoge kommt, oder am nächsten Rosch Chodesch (Neumond) nach der Geburt.
Es kann auch in der Mikwe (rituelles Tauchbad) stattfinden. Dabei wird das Baby jedoch nicht untergetaucht, weil das zu nahe am christlichen Taufritual wäre, sondern die Füße werden mit Wasser benetzt (Brit haRechiza).
Dieser Brauch hat seine Wurzeln in einer mittelalterlichen Auslegung des Gelehrten Meiri, daß Sarah nach der Beschneidung des Abraham untertauchte - d.h. in die Mikwe ging, was man sich als Untertauchen in einem fließenden Gewässer vorstellen muß.
Auch in Berlin, in der Oranienburger Straße gibt es eine Mikwe, die für solche neuen Rituale offen ist, siehe
http://www.berlin-judentum.de/mikwe/index.htm
In der Elsaß-Region ist schon im 18. Jahrhundert ein Namensgebungsritual für weibliche Babys überliefert, das sogenannte „Hollekreisch-Ritual“ - eine Verballhornung von hautez la creche (Hebt die Wiege hoch), wo der Name des Kindes in der Gemeinschaft der Frauen genannt wurde unter Hochheben der Wiege.
Viele Grüße
Iris