Ist Selbstmord Sünde?

Hey Leute!
Habe eine ganz wichtige Frage! Ist es jetzt Sünde wenn man sich umbringt oder nicht? Einerseit steht in der Bibel, daß uns nichts von Gott trennen kann. und dann steht aber wieder in der Bibel, daß wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind und wir um einen Preis erkauft sind und wir mit unserem Leib Gott verherrlichen sollen.

Römer 8.38
Denn ich bin überzeugt, dß weder Tod noch Leben weder Engel noch gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte weder Höhen noch tiefen, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

oder 1. Kor. 6.19
Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes in euch ist den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!

Würde mich voll auf eine Antwort freuen!!!
Gruß, Nina

die feine Art um aus dem Leben zu schleichen.

Das Leben ist ein ewiger Kampf, bereit`s als Säugling willst Du gewinnen!!
Lebensqualität ist nicht allein Vergnügen !!

Schau mal im Archiv;

20 Art. über Suizid
53 Art. über Selbstmord

Gruss Fritz

Hallo Nina,

sieh es mal so:

  1. Kor. 6.19
    Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen
    Geistes in euch ist den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht
    euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft
    worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!

Da unser Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, sollen wir ihn entsprechend würdig behandeln. Diesen Tempel mutwillig einzureißen, wäre nicht im Sinne des Erfinders.

Anders betrachtet könnte man auch sagen:
Da kein Mensch die Fähigkeit hat, Leben zu erschaffen, sollte er auch keines mutwillig zerstören - auch nicht sein eigenes.

Würde mich voll auf eine Antwort freuen!!!
Gruß, Nina

Wenn Du noch mehr Argumente brauchst, mail mich an.

Gruß Harald

Hi Nina!
ein ehemaliger Arbeitskollege von mir schied freiwillig aus dem Leben…
… und er wurde mit Pfarrer und Andacht christlich begraben!!! Auf dem ganz normalen FriedhoF!
Daraus schliesse ich, dass auch die christliche Kirche den Freitod nicht mehr als soooooo grosse Sünde sieht!!!
Ayla, die es nachvollziehen kann

Ein Mensch, der über den Sinn des Lebens richtig informiert ist, begeht keinen Selbstmord. Denn wer Selbstmord begeht, schädigt sich selbst!!! auf unabsehbare Zeit im Jenseits. Frage: Hat den Selbstmördern Gott denn das Leibesleben darum gegeben, daß sie es vernichten sollen?! Das Leben des Leibes ist das dem Menschen von Gott gegebene Mittel, durch welches er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann und soll. Nun, so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit soll er dann das Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen? So ein Weber zuvor seinen Webstuhl zerstört und vernichtet, wie wird er auf demselben danach seine Leinwand weben? Ein Selbstmörder treibt mit Gewalt einen Keil zwischen sich und der Liebe Gottes.
Helmut Betsch

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ein Mensch, der über den Sinn des Lebens richtig informiert
ist, begeht keinen Selbstmord.

Mein Kollege hat seinen Leben freiwillig ein Ende bereitet (siehe unten).
Er war Krebspatient im fortgeschrittenen Stadium, konnte und wollte nicht mehr!
Ayla, die gut versteht, dass die Kirche diese Tat akzeptiert hat!

Ein Mensch, der über den Sinn des Lebens richtig informiert
ist, begeht keinen Selbstmord. Denn wer Selbstmord begeht,
schädigt sich selbst!!! auf unabsehbare Zeit im Jenseits.
Frage: Hat den Selbstmördern Gott denn das Leibesleben darum
gegeben, daß sie es vernichten sollen?! Das Leben des Leibes
ist das dem Menschen von Gott gegebene Mittel, durch welches
er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann und soll. Nun,
so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit soll er dann das
Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen? So ein
Weber zuvor seinen Webstuhl zerstört und vernichtet, wie wird
er auf demselben danach seine Leinwand weben?

Du solltest auch bedenken, dass nicht jeder Mensch an Gott glaubt. Oder an ein Jenseits.

Ein Selbstmörder
treibt mit Gewalt einen Keil zwischen sich und der Liebe
Gottes.

Dann frage ich dich: Wie konnte Gott es zulassen, dass dieser Mensch sich das Leben nimmt? Warum hat er ihm nicht geholfen, die schwere Zeit zu überstehen? Wenn er doch alle Menschen liebt?

mfg
Martin

Hallo Nina,

sieh es mal so:

  1. Kor. 6.19
    Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen
    Geistes in euch ist den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht
    euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft
    worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!

Da unser Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, sollen wir
ihn entsprechend würdig behandeln. Diesen Tempel mutwillig
einzureißen, wäre nicht im Sinne des Erfinders.

Anders betrachtet könnte man auch sagen:
Da kein Mensch die Fähigkeit hat, Leben zu erschaffen, sollte
er auch keines mutwillig zerstören - auch nicht sein eigenes.

Grundsätzlich ist das sicher richtig - aber ist es wirklich so einfach? Ich will sicher nicht den Suizid verherrlichen, aber ich glaube trotzdem, dass es Lebensumstände gibt, die einem Menschen wirklich alle Lebenskraft nehmen können. Fehlt dann auch noch Unterstützung von außen, so kann es sein, dass der/die Betreffende keinen anderen gangbaren Weg mehr sieht als den Selbstmord. Und dennoch kann ich mir vorstellen, dass dies nicht gegen Gottes Schöpfer-Sein gerichtet sein muss und dass er/sie später aufrichtig vor Gott treten kann mit den Worten „Mein lieber Vater“.

Muss Gott seine Gnade ihm/ihr gegenüber verweigern? Schon Jesus war kein Mensch von Statuten, sondern sah immer auf die konkrete Persönlichkeit und die konkrete Situation. Und auch Gott tut das, sagt er. Vgl. Lk 15,11-32: Gott nimmt auch den mit offenen Armen auf, der verspielte, was er geschenkt bekommen hatte, wenn er sich nur aufrichtig an ihn wendet.

Liebe Adriane,

ich verstehe Deine Argumente sehr gut.
Und meine Antwort klingt sicher ein bißchen theoretisch, da ich persönlich noch nicht in einer solchen Lage war. Aber einiges möchte ich hier zu bedenken geben.

ich glaube trotzdem, dass es Lebensumstände gibt, die einem
Menschen wirklich alle Lebenskraft nehmen können.

Nimm einmal Hiob als Beispiel.
Er mußte sicher eine Menge Schicksalsschläge hinnehmen. Und nicht nur seine Frau, sondern auch seine guten Freunde waren ihm keine wirkliche Hilfe. Aber sein Vertrauen auf Gott hat ihm durch die Situation geholfen.

Und diese Geschichte spielt in einer Zeit, in der Jesus noch nicht als unser Retter am Kreuz gestorben war.

Wieviel mehr dürfen wir mit Gottes Hilfe in solchen Situationen rechnen?

Fehlt dann
auch noch Unterstützung von außen, so kann es sein, dass
der/die Betreffende keinen anderen gangbaren Weg mehr sieht
als den Selbstmord.

Hier sehe ich auch ein Problem. Wo bleibt die Unterstützung der gläubigen Gemeinschaft? Ein Christ ist zur Gemeinschaft berufen. Und die Brüder und Schwestern haben eine Verpflichtung, dem Notleidenden beizustehen.

Gott wird sie sicher am Tage des Gerichts zur Verantwortung ziehen.

Und dennoch kann ich mir vorstellen, dass
dies nicht gegen Gottes Schöpfer-Sein gerichtet sein muss und
dass er/sie später aufrichtig vor Gott treten kann mit den
Worten „Mein lieber Vater“.

Das kann ich mir nicht vorstellen.
Denn erstens wird derjenige, der von Gott enttäuscht aus dem Leben scheidet, ihn nicht mit „lieber Vater“ anreden wollen,
und zweitens ist der Selbstmord sicher gegen Gottes Schöpfer-Sein gerichtet, weil der Betreffende ja mit Gottes Entscheidungen unzufrieden ist.

Muss Gott seine Gnade ihm/ihr gegenüber verweigern?

Gott muß nichts!
Gottes Gnade gilt nur für die Lebenden.
Nach dem Tod gilt das Gericht. (Hebr.9,27)

Schon
Jesus war kein Mensch von Statuten, sondern sah immer auf die
konkrete Persönlichkeit und die konkrete Situation. Und auch
Gott tut das, sagt er. Vgl. Lk 15,11-32: Gott nimmt auch den
mit offenen Armen auf, der verspielte, was er geschenkt
bekommen hatte, wenn er sich nur aufrichtig an ihn wendet.

Ganz recht, aber diese Möglichkeit hat nur der Lebende.

Liebe Grüße
Harald

Weil Du selbstbestimmt bist, auch wenn Dir alle möglichen Religionsanhänger das Gegenteil aufdrängen wollen. Denn nichts ist füe eine autoritäre Religion gefählicher als selbstbestimmte (denkende) Menschen.

Gandalf

Ein Mensch, der über den Sinn des Lebens richtig informiert
ist, begeht keinen Selbstmord.

Ich habe schon viel Unterschiedliches von verschiedenen Gruppe gehoert und wuerde nicht behaupten, ueber den Sinn des Lebens informiert zu sein. Es haengt also von der Information ab, ob man Selbstmord begeht oder nicht.

Denn wer Selbstmord begeht,
schädigt sich selbst!!!

Er schaedigt zunaechst einmal seinen Leib, der ja nur eine Huelle des Selbst und ohnehin sterblich ist.

auf unabsehbare Zeit im Jenseits.

Der Leib wird ihm nicht ins Jenseits folgen. Das Messer/der Strick oder was auch immer schaedigt aber nicht die Seele.

Frage: Hat den Selbstmördern Gott denn das Leibesleben darum
gegeben, daß sie es vernichten sollen?!

Haben die Selbstmoerder denn Gott um ihr Leben gebeten?

Das Leben des Leibes
ist das dem Menschen von Gott gegebene Mittel, durch welches
er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann und soll. Nun,
so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit soll er dann das
Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen?

Dieser Spruch erinnert mich an die britischen Rennhunde, die nicht gefragt werden, ob sie auf der Rennbahn laufen wollen oder nicht. Gott schenkt dir (oder sollte ich lieber sagen zwingt dir auf) dein Leben und sagt im gleichen Atemzug: wenn du nicht korrekt laeufst, wirst du alles „auf unabsehbare Zeit“ versauen. Das ist grenzenlose Gnade!

So ein
Weber zuvor seinen Webstuhl zerstört und vernichtet, wie wird
er auf demselben danach seine Leinwand weben?

Es ist also doch eine Werksgerechtigkeit, die sich hinter Gottes Gnade verbirgt!?

Ein Selbstmörder
treibt mit Gewalt einen Keil zwischen sich und der Liebe
Gottes.

„…denn nichts(?) kann uns scheiden von der Liebe Gottes…“

Gruss, Niels

Hallo Harald,

wie gesagt - grundsätzlich stimme ich dir sicherlich zu. Mein Anliegen ist es auch gar nicht, den Suizid zu verharmlosen. Aber solange es einem ganz gut geht, hat man auch leicht reden. Ich denke vor allem an unheilbare und äußerst schmerzhafte Krankheiten. Wenn man so etwas - wenn auch nur als Außenstehender - schon einmal miterlebt hat, sieht man die Dinge vermutlich nicht mehr in einer solchen Radikalität. Ich kann mir jedenfalls nicht anmaßen, Menschen, die dann den Selbstmord - bleibt Mord - gehen, zu verurteilen.

Wieviel mehr dürfen wir mit Gottes Hilfe in solchen
Situationen rechnen?

Hoffen dürfen wir immer, und Gott hat uns seinen Beistand auch zugesagt. Aber schrie nicht auch Jesus am Kreuz Gott anklagend Zu ‚Warum hast du mich verlassen?‘ Gottes Beistand ist nicht immer leicht zu erkennen. Sündigt der, dem es nicht gelingt, ihn zu spüren?

Hier sehe ich auch ein Problem. Wo bleibt die Unterstützung
der gläubigen Gemeinschaft? Ein Christ ist zur Gemeinschaft
berufen. Und die Brüder und Schwestern haben eine
Verpflichtung, dem Notleidenden beizustehen.
Gott wird sie sicher am Tage des Gerichts zur Verantwortung
ziehen.

Da hast du sicher recht. Bei verstärktem Engagement in dieser Hinsicht wäre sicher die Selbstmordrate vor allem bei psychisch bedingten Leiden erheblich niedriger. Selbstmord aus Verlassenheit klagt immer auch diejenigen an, die verlassen haben.

Das kann ich mir nicht vorstellen.
Denn erstens wird derjenige, der von Gott enttäuscht aus dem
Leben scheidet, ihn nicht mit „lieber Vater“ anreden wollen,
und zweitens ist der Selbstmord sicher gegen Gottes
Schöpfer-Sein gerichtet, weil der Betreffende ja mit Gottes
Entscheidungen unzufrieden ist.

Sehe ich nicht so. Ist es so unmöglich, eine Last nicht mehr tragen zu können, wenn sie einfach zu schwer geworden ist? Wieso muss Selbstmord = Unzufriedenheit mit Gott sein? Ist wirklich jedes Leiden von Gott gewollt, von ihm „entschieden“? Woher wissen wir das?
Jesus lässt bei allen Begegnungen mit Menschen diese zunächst mal sie selbst sein. Dürfen wir nicht auch vor Gott treten, wenn wir wissen, dass wir seinen Ansprüchen nicht genügen können? Wer kann vor Gott aus sich heraus bestehen, ohne seiner Gnade zu bedürfen?
Ich denke, uns steht es nicht zu, Gott ‚in die Karten zu schauen‘. Wer weiss schon, was Gott mit einem Menschen vorhat, warum er ihn gerade diesen oder jenen Weg gehen lässt? Vielleicht gehört auch der Selbstmord zu diesem Vorhaben, vielleicht zielt er gar nicht auf den Sterbenden, sondern vielmehr auf die Lebenden/Hinterbliebenen und bewegt deren Tun und Denken für den Rest ihres gesamten Lebens. Der Tod eines Menschen zum Heil anderer - so fremd ist dieser Gedanke der Bibel doch nicht, auch wenn das für den Suizid wohl nur in Einzelfällen zutreffen mag. Wer kann es ausschließen?

Außerdem - ist nicht so gesehen der Selbstmord ein extremes Beispiel dafür, dass der Mensch von sich eben wirklich nichts kann, nicht mal leben? Und auch der Gedanke der Abwendung Gottes von einem Menschen - nicht notwendig zur Strafe - ist der Bibel geläufig. Einsichten in die Motive haben wir aber eben nicht.

Du merkst vielleicht, ich will den Selbstmord nicht schönreden, aber ich denke, man muss differenzieren. Es gibt Arten von Selbstmord, die für mich eher wie Symptome einer Krankheit sind, die das Leben eines Menschen beenden, wie auf ‚natürlichem‘ Wege auch. In diesen Fällen kann ich vorsätzlichen Mord aus niederen Motiven nicht gleichsetzen mit Selbstmord, der mir eher wie eine Art Notwehr erscheint. Er ist und bleibt gegen ein Stück von Gottes Schöpfung gerichtet, aber ich glaube, dass Gott auch das Heil dieser Menschen will, die sich ja nicht am Schreibtisch nach nüchterner Abwägung von Argumenten zu diesem Schritt entschieden haben.

Gruß
Adriane

Hallo Adriana,

Ich denke vor allem an unheilbare und äußerst
schmerzhafte Krankheiten. Wenn man so etwas - wenn auch nur
als Außenstehender - schon einmal miterlebt hat, sieht man die
Dinge vermutlich nicht mehr in einer solchen Radikalität. Ich
kann mir jedenfalls nicht anmaßen, Menschen, die dann den
Selbstmord - bleibt Mord - gehen, zu verurteilen.

ich möchte mir unter keinen Umständen anmaßen, irgendjemand zu verurteilen.

Das Urteil steht allein Gott zu, und sein Urteil ist gerecht.
Und, Gott sei Dank, hat da kein Mensch mitzureden.

Aber ich glaube, dass auch hier die Situation anders gelöst werden könnte. Es ist m.E. völlig unsinnig, Menschen an Maschinen anzuschließen, die das Sterben verunmöglichen, aber ein Leben nicht ermöglichen können. Möglich, dass es sich hier um ein ganz anderes gesellschaftliches Problem handelt. Aber von der religiösen Seite betrachtet, würde ich sagen, dass jene falsch handeln, die dem Menschen das Sterben nicht erlauben, obwohl Gott die Zeit für gekommen ansieht.

Wieviel mehr dürfen wir mit Gottes Hilfe in solchen
Situationen rechnen?

Hoffen dürfen wir immer, und Gott hat uns seinen Beistand auch
zugesagt. Aber schrie nicht auch Jesus am Kreuz Gott anklagend
Zu ‚Warum hast du mich verlassen?‘

Der Schrei Jesu war vermutlich nicht anklagend. Aber der Schmerz muß unvorstellbar gewesen sein. Nur dass hier hinzukommt, dass Jesus in diesem Augenblick die Sündenlast der Welt auf sich nahm. Wir hingegen dürfen die Last unserer Sünde vorher ablegen.

Gottes Beistand ist nicht
immer leicht zu erkennen. Sündigt der, dem es nicht gelingt,
ihn zu spüren?

Sünde bedeutet immer, entgegen seiner Erkenntnis zu handeln. Wer nicht erkennen kann, begeht auch keine Sünde.

Und die Brüder und Schwestern haben eine
Verpflichtung, dem Notleidenden beizustehen.

Da hast du sicher recht. Bei verstärktem Engagement in dieser
Hinsicht wäre sicher die Selbstmordrate vor allem bei
psychisch bedingten Leiden erheblich niedriger. Selbstmord aus
Verlassenheit klagt immer auch diejenigen an, die verlassen
haben.

Genau!

Sehe ich nicht so. Ist es so unmöglich, eine Last nicht mehr
tragen zu können, wenn sie einfach zu schwer geworden ist?

können oder wollen ?
„Gott ist treu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen.“ 1.Kor.10,13

Wieso muss Selbstmord = Unzufriedenheit mit Gott sein? Ist
wirklich jedes Leiden von Gott gewollt, von ihm „entschieden“?
Woher wissen wir das?

Eigentlich will Gott gar nicht, dass wir leiden.
Aber es ging nicht um Leiden, sondern um Sterben. Und ich glaube, dass Gott jedem Menschen einen Zeitpunkt zum Sterben festgesetzt hat. Und diesen Zeitpunkt sollen wir weder vorverlegen noch künstlich hinauszögern.

Um den Willen Gottes zu erkennen, bedarf es zwar etwas Übung, ist aber grundsätzlich möglich.

Jesus lässt bei allen Begegnungen mit Menschen diese zunächst
mal sie selbst sein. Dürfen wir nicht auch vor Gott treten,
wenn wir wissen, dass wir seinen Ansprüchen nicht genügen
können? Wer kann vor Gott aus sich heraus bestehen, ohne
seiner Gnade zu bedürfen?

Hier handelt es sich immer um Lebende.

Ich denke, uns steht es nicht zu, Gott ‚in die Karten zu
schauen‘. Wer weiss schon, was Gott mit einem Menschen vorhat,
warum er ihn gerade diesen oder jenen Weg gehen lässt?

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sein Leben mit dem Willen Gottes abzustimmen.

Der Tod eines
Menschen zum Heil anderer - so fremd ist dieser Gedanke der
Bibel doch nicht, auch wenn das für den Suizid wohl nur in
Einzelfällen zutreffen mag. Wer kann es ausschließen?

Es widerspricht irgendwie dem Gesamtkonzept Gottes.
Aber ich will natürlich kein Urteil abgeben.

Außerdem - ist nicht so gesehen der Selbstmord ein extremes
Beispiel dafür, dass der Mensch von sich eben wirklich nichts
kann, nicht mal leben? Und auch der Gedanke der Abwendung
Gottes von einem Menschen - nicht notwendig zur Strafe - ist
der Bibel geläufig. Einsichten in die Motive haben wir aber
eben nicht.

In den Fällen der Bibel ist das Motiv Gottes schon erkennbar. Meist geschieht es, nachdem der Betreffende wiederholt den Ermahnungen Gottes zuwider gehandelt hat.

Du merkst vielleicht, ich will den Selbstmord nicht
schönreden, aber ich denke, man muss differenzieren. Es gibt
Arten von Selbstmord, die für mich eher wie Symptome einer
Krankheit sind, die das Leben eines Menschen beenden, wie auf
‚natürlichem‘ Wege auch. In diesen Fällen kann ich
vorsätzlichen Mord aus niederen Motiven nicht gleichsetzen mit
Selbstmord, der mir eher wie eine Art Notwehr erscheint. Er
ist und bleibt gegen ein Stück von Gottes Schöpfung gerichtet,
aber ich glaube, dass Gott auch das Heil dieser Menschen will,
die sich ja nicht am Schreibtisch nach nüchterner Abwägung von
Argumenten zu diesem Schritt entschieden haben.

Dem möchte ich gar nicht wiedersprechen.
Nur kann der Mensch sein Heil eben nur bei Lebzeiten finden.

Gruß Harald

Merkwürdige Antwort!
Das Wort Sünde impliziert bereits ein religiöses denken. Nur in diesen Rahmen hat es überhaupt einen Sinn. Das Wort selbst schreit geradezu nach der Tranzendenz.
In diesem Sinne ist es natürlich Sünde ("Du sollst nicht töten).
Ein Atheist kann somit überhaupt keine Sünde begehen. Ein wahrer Atheist kann somit auch nicht entscheiden ob es Sünde ist oder nicht.
Mal davon abgesehen, ob überhaupt ein Mensch letztendlich in einer Gesellschaft selbstbestimmend ist, darf man nicht Selbstbestimmung mit Denken verwechseln. Beides bedingt nicht zwingend einander

MfG
Roberto

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Harald,

so weit auseinander liegen unsere Standpunkte ja gar nicht, aber:

Aber ich glaube, dass auch hier die Situation anders gelöst
werden könnte. Es ist m.E. völlig unsinnig, Menschen an
Maschinen anzuschließen, die das Sterben verunmöglichen, aber
ein Leben nicht ermöglichen können. Möglich, dass es sich hier
um ein ganz anderes gesellschaftliches Problem handelt. Aber
von der religiösen Seite betrachtet, würde ich sagen, dass
jene falsch handeln, die dem Menschen das Sterben nicht
erlauben, obwohl Gott die Zeit für gekommen ansieht.

Naja, was ist zum Beispiel mit Komapatienten, die nach Wochen oder Monaten wieder zu Bewusstsein und so ins irdische Leben zurück finden. Sollte man sie aufgeben? Die Devise kann doch wohl nicht lauten: zurück in die Steinzeit zum Medizinmann. Gleichwohl schließen neue Möglichkeiten immer auch die Möglichkeit des Missbrauchs ein.

Der Schrei Jesu war vermutlich nicht anklagend. Aber der
Schmerz muß unvorstellbar gewesen sein. Nur dass hier
hinzukommt, dass Jesus in diesem Augenblick die Sündenlast der
Welt auf sich nahm. Wir hingegen dürfen die Last unserer Sünde
vorher ablegen.

Er WAR anklangend, das darf nicht beschönigt werden, nur so kommt sein radikales Sich-Einlassen Jesu auf Gott zur Geltung. Man kann meiner Ansicht nach nicht notwendig sagen, dass unser menschliches Sterben leichter sei als Jesu sterben. Auch Jesus war Mensch.
Überhaupt, wir scheinen ein unterschiedliches Verständnis von Sünde zu haben. (vgl. Artikel oben)

Sünde bedeutet immer, entgegen seiner Erkenntnis zu handeln.
Wer nicht erkennen kann, begeht auch keine Sünde.

Paulus sagt: Wir sind durch Christus zur Freiheit befreit (Stelle müsste ich suchen). Das heisst: Sünde versklavt die Menschen, sie merken dies noch nicht einmal immer. Insofern geht nicht jeder Sünde im Einzelnen eine bewusste Erkenntnis voraus, sondern Sünden können Folgen anderer Sünden sein.

„Gott ist treu, der euch nicht läßt versuchen über euer
Vermögen.“ 1.Kor.10,13

OK, aber was ist mit dem Opfer Abels? Gottes Unerklärlichkeit soll mit dieser Geschichte zum Ausdruck gebracht werden, dies schließt die Unverfügbarkeit seiner Zu-/Abwendung doch auch ein.

Eigentlich will Gott gar nicht, dass wir leiden.
Aber es ging nicht um Leiden, sondern um Sterben. Und ich
glaube, dass Gott jedem Menschen einen Zeitpunkt zum Sterben
festgesetzt hat. Und diesen Zeitpunkt sollen wir weder
vorverlegen noch künstlich hinauszögern.

s.o.

Gruß Adriane

Hallo Adriane,

so weit auseinander liegen unsere Standpunkte ja gar nicht,

das denke ich auch.

Naja, was ist zum Beispiel mit Komapatienten, die nach Wochen
oder Monaten wieder zu Bewusstsein und so ins irdische Leben
zurück finden. Sollte man sie aufgeben? Die Devise kann doch
wohl nicht lauten: zurück in die Steinzeit zum Medizinmann.
Gleichwohl schließen neue Möglichkeiten immer auch die
Möglichkeit des Missbrauchs ein.

Den Missbrauch können wir eben nicht ausschließen.
Aber wie wäre es damit, dass wir Menschen uns rechtzeitig mit dem Problem Sterben beschäftigen sollten. Dann könnte man vorausblickend z.B. notariell verfügen, ob man künstlich am Leben erhalten werden will.

In diesem Zusammenhang habe ich aus Japan gehört, dass dort der Computer die Überlebenschancen berechnet. Dann kann nach wirtschaftlichen Überlegungen entschieden werden.

Überhaupt, wir scheinen ein unterschiedliches Verständnis von
Sünde zu haben. (vgl. Artikel oben)

Die bisherigen Antworten haben meine Zustimmung.

„Gott ist treu, der euch nicht läßt versuchen über euer
Vermögen.“ 1.Kor.10,13

OK, aber was ist mit dem Opfer Abels? Gottes Unerklärlichkeit
soll mit dieser Geschichte zum Ausdruck gebracht werden, dies
schließt die Unverfügbarkeit seiner Zu-/Abwendung doch auch
ein.

Entschuldige bitte, aber da weiss ich jetzt nicht, was Du damit meinst.

Liebe Grüße
Harald

Nina,

JA. Selbstmord ist Sünde weil das Leben ein Geschenk Gottes ist. Ein Geschenk Gottes wirft man nicht weg. Woher kommen nun diese Gedanken das man sich am liebsten umbringen möchte? Warum sind wir manchmal so am Boden zerstört? Ganz einfach. Weil Gott uns die Entscheidung überläßt, was wir machen und tun. Daraus entstehen Situationen, aus der diese Gedanken kommmen. Gott wollte eben keine lebenden Computer. Die Gedanken der Menschen sind frei.

Gruß

Markus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ein Mensch, der über den Sinn des Lebens richtig informiert
ist, begeht keinen Selbstmord.

Ich habe schon viel Unterschiedliches von verschiedenen Gruppe
gehoert und wuerde nicht behaupten, ueber den Sinn des Lebens
informiert zu sein. Es haengt also von der Information ab, ob
man Selbstmord begeht oder nicht.

Dann informiere Dich. Es lohnt sich!

Der Leib wird ihm nicht ins Jenseits folgen. Das Messer/der
Strick oder was auch immer schaedigt aber nicht die Seele.

Eine Seele, die nicht einmal genug Liebe hat das eigene Leben zu lieben, ist sehr geschädigt.

Dieser Spruch erinnert mich an die britischen Rennhunde, die
nicht gefragt werden, ob sie auf der Rennbahn laufen wollen
oder nicht. Gott schenkt dir (oder sollte ich lieber sagen
zwingt dir auf) dein Leben und sagt im gleichen Atemzug: wenn
du nicht korrekt laeufst, wirst du alles „auf unabsehbare
Zeit“ versauen. Das ist grenzenlose Gnade!

Haben Dich Deine Eltern zuvor gefragt, ob sie Dich zeugen dürfen? Nein. Es ist ihr Recht, Kinder zu zeugen. So ist es auch das Recht Gottes, Menschen zu erschaffen.

So ein
Weber zuvor seinen Webstuhl zerstört und vernichtet, wie wird
er auf demselben danach seine Leinwand weben?

Es ist also doch eine Werksgerechtigkeit, die sich hinter
Gottes Gnade verbirgt!?

Im Jakobusbrief wird dies mit guten Argumenten erklärt.

Ein Selbstmörder
treibt mit Gewalt einen Keil zwischen sich und der Liebe
Gottes.

„…denn nichts(?) kann uns scheiden von der Liebe Gottes…“

Gruss, Niels

Gott, unser allerliebevollster Vater im Himmel, der im Leib Jesus die Erde betrat, hat uns aus seiner unendlichen Liebe erschaffen. Er gab uns mit dem Leben die völlige Willensfreiheit. Wir können nun nach unseren egoistischen Zielen, oder nach der Gottes und Nächstenliebe Leben. Allerdings werden wir das ernten, was wir selbst gesät haben. Haben wir Liebe gesät, ernten wir Liebe…
Gruß Helmut Betsch

Hallo,

Dann informiere Dich. Es lohnt sich!

Ich bin vermutlich besser informiert, als du glaubst!

Eine Seele, die nicht einmal genug Liebe hat das eigene Leben
zu lieben, ist sehr geschädigt.

Diese Seele ist also ernsthaft krank! Deiner Argumentation zufolge wuerde also eine kranke Seele von Gott abgelehnt. Nur Seelen, die so gesund sind, dass sie sich nicht selbst umbringen, duerfen zu Gott?!
Ist dir eigentlich mal der Gedanke gekommen, dass es nicht nur koerperliche Krankheiten gibt, die zum Tode fuehren sondern auch psychische. Und eine Folge dieser psychischen Erkrankung mag der Selbstmord sein. Wirst du einem derart Erkrankten auch das sagen, was du hier postest? Wirst du ihm sagen, dass er nur beten muss und fest glauben und dann wird seine Krankheit besiegt? Wirst du ihm sagen, dass wenn es nicht klappt, er nur nicht fest genug geglaubt oder ausreichend gebetet hat? Oder wirst du ihm mit hilfreichen Worten erklaeren, dass Gott irgendetwas mit seiner Krankheit bezweckt, was er nur noch nicht erkennt?

Haben Dich Deine Eltern zuvor gefragt, ob sie Dich zeugen
dürfen? Nein. Es ist ihr Recht, Kinder zu zeugen. So ist es
auch das Recht Gottes, Menschen zu erschaffen.

Ich wuerde es nicht als Recht, sondern als natuerlichen Lauf der Dinge bezeichnen. Allerdings nehme ich mir das Recht heraus, es gut oder schlecht zu finden. Das ist ebenfalls freier Wille.

Gott, unser allerliebevollster Vater im Himmel, der im Leib
Jesus die Erde betrat, hat uns aus seiner unendlichen Liebe
erschaffen. Er gab uns mit dem Leben die völlige
Willensfreiheit. Wir können nun nach unseren egoistischen
Zielen, oder nach der Gottes und Nächstenliebe Leben.
Allerdings werden wir das ernten, was wir selbst gesät haben.
Haben wir Liebe gesät, ernten wir Liebe…

Wir unterliegen einer staendigen Beeinflussung durch unsere Umwelt. Diese Umwelt draengt uns in verschiedene Richtungen und je nach der Summe des Drucks, werden wir die eine oder andere Richtung einschlagen. Dieses haengt auch davon ab, welche charakterliche Grundausstattung uns bei der Geburt mitgegeben wurde.

Gruss, Niels