aber ich finde es befremdlich dass du vom krüppeln schreibst -
in meinem wortschatz hat es das wort nie gegeben und ich frage
mich, ob dein akzeptanzproblem nicht grösser ist als du es
selbst wahrnimmst.
Ich habe geschrieben, dass ich eben nicht denke oder sage er sei ein Krüppel. Aber das ist (leider) der normale Umgang der Außenwelt mit seiner Behinderung. Kleines Beispiel: Letztens am Pfandautomaten, eine Frau am Automaten, eine weitere vor uns (mit Begleiter), dann wir. Da sagt ihr Begleiter zu ihr: „Lass doch mal den Krüppel vor.“
Anderes Beispiel: Wir waren in einem Laden, kamen dann einige Wochen später nochmal dorthin, der Verkäufer zeigt auf die Beine meines Freundes und fragt: „Ist das immernoch nicht besser?“ Mein Freund entgegnet, dass das nicht mehr besser wird, der Verkäufer sagt darauf: „Achso, Sie sind ein Krüppel.“
Das machen viele Menschen vielleicht nicht mal mit Absicht (die Frage des V war ja wohl eigentlich nur nett gemeint, man erkundigt sich eben danach, wie es dem Kunden geht), aber so reagiert die Welt nicht selten und deswegen ist das Wort auch durchaus in meinem Wortschatz, allein schon deswegen, weil ich mit meinem Freund auch über solche Aussagen spreche.
irgendwie liest es sich für mich als würdest du dich
benachteiligt fühlen weil du jemanden liebst der ein handicap
hat - das hast du aber selbst entschieden und so ganz komme
ich da nicht mit…
Ich habe lediglich geschrieben, dass mir einige Dinge fehlen, die für mich bisher ganz normal waren. Ich fühle mich dadurch nicht benachteiligt, zerfließe nicht in Selbstmitleid (und bemitleide auch meinen Freund nicht übermäßig), sondern stelle nur einfach fest, dass es in vergangenen Beziehungen Sachen gab, die für mich ganz normal waren und die jetzt eben nicht mehr so sind.
es mag sich für nicht nicht nachvollziehbar anlesen, aber ich
sehe keinen unterschied zu einem partner mit handicap dieser
art oder zu
einem der z.b potensprobleme hat oder einen fetisch hat
Naja, Potenzprobleme oder Fetisch sieht die Außenwelt nicht, und reagiert dementsprechend auch nicht darauf.
der mann mit dem ich etwas hatte hatte kein gefühl mehr ab der
brust - er spürt also nichts wenn er einen ständer hat und
somit gibt ihm ein fick nichts - also hat man es gelassen und
andere wege genommen -
ich kann darin kein problem sehen ausser das der romatischen
gefühle aus jugendtagen - also nicht so wirklich nahe am
realen leben eben…
Ich habe bereits schon mal geschrieben: Wenn etwas komplett gelähmt ist ist es wieder etwas anderes, dann ist das eben gelähmt, damit kommt man entweder klar oder nicht (wenn nicht dann trennt man sich), fertig. Bei meinem Freund liegt die Sache aber eben etwas anders.
ich will damit nicht sagen ich könnte gar nicht verstehen
warum dir etwas fehlt - aber die art wie du schreibst macht
auf mich den eindruck als wäre das hauptproblem dein umgang
damit weniger das fehlen selbst.
Ich beschreib es mal (hoffentlich) neutraler: Du möchtest irgendetwas haben, egal was. Nun sind die Umstände so, dass du dich damit angefreundet hast es eben nicht zu bekommen. Und dann hält es dir jemand vor die Nase, du greifst danach und kommst nicht dran.
Du hast weiterhin das Verlangen danach und dauernd wird es dir vor die Nase gehalten, dran kommst du aber trotzdem nicht. Das ist frustrierender als zu wissen du kriegst es nicht und dabei bleibt es auch.
Es wäre für mich also durchaus einfacher, wenn ich wüsste dies und das ist nicht möglich, dann kann man sich entscheiden wie wichtig es ist und ob man drauf verzichten kann. Könnte ich, kein Thema. Aber dadurch, dass eben nichts vollkommen ausgeschlossen ist, mein Freund zB an einem Tag mehrere Kilometer mit mir spazieren gehen kann und am nächsten Tag schon Probleme hat vom Bett ins Badezimmer zu kommen gibt es nichts konstantes, an dem ich mich orientieren könnte. So gesehen muss ich jeden Tag auf neue lernen, was mein Freund gerade kann und was nicht.
im übrigen halte ich es für eine absulte illision zu glauen
dein partner würde alles von dir bekommen - denn er sei ja der
mit dem handicap - das hat damit nämlich null zu tun.
Ich meinte das nicht absolut, sondern in Hinsicht darauf, was an sexuellen Stellungen möglich ist (weil es ja nur darum ging, dass mir manche Stellungen fehlen - und die wären meinem Freund eben auch mit einer anderen Frau nicht besser möglich).
diese aussage und einige andere brachten mich darauf dir das
zu schreiben - ich wollte das erst nicht machen, denn ich
kanns nicht vertiefen und so mag es sich wie leere worte
anlesen. ich mag mich auch irren, denn die möglichkeiten der
formulierungen lösen schnell missverständnisse aus - es gibt
also eine vielzahl von gründen warum ich irren könnte - nicht
nur die erwähnten.
Ja, mir fällt es auch schwer zu beschreiben, wie ich es wirklich meine und ich habe gemerkt, dass es vollkommen falsch rübergekommen zu sein scheint. Ich kann dazu nur sagen, dass du ein Problem zu sehen scheinst wo ich nicht wirklich eines sehe. Ja, mir fehlen einige Dinge aber sie haben für mich nicht die Wichtigkeit, wie es hier vielleicht den Anschein erweckt hat.
Schließlich habe ich hier nur einen sehr kleinen Teil unserer Beziehung beschrieben, die meisten Sachen sind bei uns genauso wie sie auch wären, wenn mein Freund nicht behindert wäre. Aber das war ja nicht das Thema, also habe ich die (überwiegend sexuellen - denn darum ging es ja auch dem Fragesteler) Teile thematisiert, die eben anders sind. Das ändert aber nichts daran, dass ich sehr glücklich mit meinem Freund bin.
Grüße,
Sue