Ist 'unverzichtbar' verzichtbar?

Liebe ExpertInnen,

seit geraumer Zeit rauscht „unverzichtbar“ durch den Blätterwald, und das bereitete mir ein Unbehagen, ohne dass ich das hätte begründen können. Als mir dann aber „verzichtbar“ begegnete, fiel mir auf, dass hier der Bezug fehlt, nämlich die-/derjenige, die/der auf etwas verzichten kann (oder eben nicht). Fehlt nur mir an dieser Stelle etwas? Oder gibt es vielleicht sogar einen Begriff für solche Wörter, die nicht allein für sich stehen können?

Danke für jede Antwort!

Und hier der konstruktive Beitrag: Wenn „verzichtbar“ allein verwendet wird, könnte es ohne jeden Schaden durch „überflüssig“ ersetzt werden. Ob „unabdingbar“ anstatt „unverzichtbar“ eine Verbesserung ist, kann ich nicht sagen; das ist eine alte Form, aber kaum schlechter.

Verzichten
Lieber Drambel,
nach Kluge zunächst einmal „nicht auf etwwas Anspruch erheben“,
also nicht in der heutigen Bedeutung: „etwas aufgeben, was man besitzt“.
„Unverzichtbar“ meiner humpelnden Opini on, paßt in den heutigen unverbindlichen Sprachgebrauch. Scheinbar eindeutig aber eindeutig auf was?
Vor allem bestimmt wer, was für wen verzicht/unverzichtbar ist?
Ich verzichte auf garnix, ich teile aber gerne!!!

Was „überflüssig“ ist (auffallenderweise im Engl. auch „über-flüssig“, aber im „flowing sense“: wer entscheidet, was überflüssig ist? Und was „verbindlich“ ist? Was ehrenhaft ist? Helmut Kohl? oder der große eagle-owl?

Aber „verzichtbar“ und „unverzichtbar“ hört sich ja sehr offiziell an, und wird wohl auch von den Un(ter)bedeutendsten übernommen werden.
„sachichmal“.
Keinein ist verantwortlich, aber alle entscheiden mit.

Nun scheide ich,
moinmoin, manni