Ist Versorgungsausgleich für Ausbildungszeiten ok?

Ich habe mehr als 10 Jahre lang allein den Lebensunterhalt und die Ausbildung meiner Ex-Frau finanziert. Dennoch hat sie auch für diese Zeit einen Versorgungsausgleich beansprucht und ihren Anspruch durchgesetzt. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass das zwar unfair, aber rechtlich einwandfrei sei.
Nun habe ich von einem vergleichbaren Fall erfahren, wo das Gericht anders entschieden hat, also den Versorgungsausgleich abgelehnt hat. Kann mir jemand helfen? Herzlichen Dank im vorraus.

Hallo,

leider ist mir ähnliches passiert und ich weiss sicher, das die lediglich die Höhe des Einkommens der jeweiligen Ehepartner zugrunde gelegt wird und deshalb Ihre Frau auch Ihre ungerechtfertigten Ansprüche durchsetzen konnte.
Ist leider unser Gesetz hier.

Was sein kann, ist die offensichtliche Ausnutzung oder grobe Undankbarkeit oder ähnliches.
Glaube aber nicht, das in Ihrem Fall die nächst höhere Instanz so entscheiden könnte.
Dennoch würde ich, wenn finanziell machbar, Einspruch einlegen und die nächsthöhere Instanz zur Entscheidungsfindung beauftragen.
Und wenns nur eine Minderung gibt wäre dies für den Seelenfrieden unglaublich wichtig.

Alles gute
fg longwolf

Sehr geehrter Herr Dr. Paul,
leider kenne ich mich in solchen Dingen nicht ausreichend aus, bin ich doch Psychologin und kein Jurist.
MfG Petra Dahl

Leider komme ich erst heute zur Beantwortung der Anfrage.

Der Fall bestätigt den alten Spruch:

In einem Rechtstreit bekommst du vom Gericht zwar ein Urteil, nicht aber unbedingt dein Recht!

Sicherlich sind inzwischen die Rechtsmittelfristen abgelaufen, so dass man wahrscheinlich den Fall in einer höheren Instanz nicht neu aufrollen lassen kann. Auch denke ich, dass die Chancen für „Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand“ für dieses Verfahren nicht sehr aussichtsreich sein wird.

Ansonsten hätte man die dir jetzt vorliegende Entscheidung eines anderen Gerichts für ein Beschwerdeverfahren heranziehen können. Allerdings heisst das nicht, dass das Gericht bei dir ebenso hätte entscheiden müssen.

In Deutschland sind die Richter weitestgehend frei in ihrer Entscheidung. So sehr ich die Unabhängigkeit der deutschen Justiz auch schätze, weiss ich dennoch von zu vielen Unrechts-Urteilen. Manchmal kann man es kaum glauben und möchte an unserem Rechtssystem zweifeln.

So ärgerlich die Entscheidung auch sein mag, denke ich vor allem daran, dass der entstandene Schaden immer noch überschaubar bleibt und dich nicht in den Ruin treibt.

Gönne deiner EX die paar Rentenpunkte und arbeite weiter fleißig. Immerhin bist du sie endlich los und solltest dich nicht mehr mit alten Kamellen beschäftigen. Wenn du Lehrer sein solltest, kann ich deinen Schmerz verstehen, dann kannst du eben nicht anders und bekommst davon Magengeschwüre.(Ich hoffe aber darauf, dass du die Sache sportlich siehst)

Sei großzügig, denn schließlich hast du selbst den Fehler mit verursacht. Hättest du dich vorher genau erkundigt, wäre es nicht passiert.

Denk nach, vielleicht hast du in einem anderen Streitpunkt im Scheidungsverfahren ein Schnäppchen gemacht, dann gleicht es sich wieder aus.

Bleibt mir nur noch, dir viel Glück im eigenen neuen Leben zu wünschen!

Gruß aus Hamburg

Steve-HH