IT-Outsourcingdeals - Kommunikation der Personalübernahme

Ich schreibe derzeit meine Bachelorarbeit zum Thema: Externe/außerbetriebliche Kommunikation von Personalübernahmen bei IT-Outsourcing Deals. Was muss man sich darunter vorstellen? Bevor ein IT-Outsourcingdeal zustande kommt, prüft der Outsourcer an welchen IT Provider er auslagern möchte. Ich spezialisiere mich nun auf die Personalübernahme seiner IT Fachleute. Was möchte der Outsourcer, die Gewerkschaften, die Mitarbeiter usw. hören, um sich für einen IT Provider (z.B. T-Systems, IBM, HP, Fujitsu Techn. Serv.) zu entscheiden? Oder anders ausgedrückt: WAS und WIE sollte der IT Provider (bezogen auf die Zielgruppen) nach außen kommunizieren, um einen IT-Outsourcing Deal (bezogen auf die Personalübernahme)zu gewinnen. Einpaar Suchwörter könnten sein: Arbeitszufriedenheit, Motivation, Einführung neuer Mitarbeiter, Personalimage, usw. Denn dadurch kann ich mich rantasten um zu erfahren, was Arbeitnehmer als wichtig empfinden. Ebenfalls wollte ich einpaar Outsourcing Consultans kontaktieren. Wie kann ich vorgehen? Nach welchen Begriffen soll ich suchen? Welche Literatur gibt es? Ich bedanke mich für jede Hilfe schon im voraus. LG N.K.

Hallo Nikokriti,

zu welchem Zeitpunkt soll kommuniziert werden, ist das LOC schon unterschrieben oder steht man ganz noch ganz am Anfang? Geht es darum, das der IT-Dienstleister den potenziellen Kunden überzeugt? Oder die potenziellen Mitarbeiter für die Übernahme?
Aber ich Versuche dennoch mal ne Antwort, die es hoffentlich trifft. Auf jeden Fall sollte individuell kommuniziert werden. Wie auch bei einer Bewerbung ist entscheidend, ob man unter Beweis stellt, das man sich mit der Zielgruppe beschäftigt hat oder nicht. Wir bedienen Kunden aus vielen Sparten. Im Financial Bereich (Banken, Finanzdienstleister) sind Veränderungen in der Organisationsstruktur und der Personalverantwortung ganz wichtig. Für Manufacturing sind aus traditionellen Betrieben die Anerkennung von Zugehörigkeitsjahren wichtig.
Weiter ist ein wichtiger Punkt, ob die Firmenkulturen zusammenpassen. ABER: Wenn die betroffenen Mitarbeiter eventuell schon mit der eigenen Firma unzufrieden sind, kann das nach hinten losgehen.
Es gibt eben auch kein Patentrezept. Die von Dir aufgeführten Punkte sind sicherlich wichtig.
Aber wie gesagt, die individuelle, auf den Kunden abgestimmte Kommunikation ist wichtig.

Was absolut schlecht ankommt, ist die reine Betrachtung der Mitarbeiter als „Asset“, das es zu übernehmen gilt. Es empfiehlt sich immer, einen erfahrenen Personaler hinzuzunehmen. Und was noch eine Möglichkeit ist: Kontakt zu übernommenen Mitarbeitern herstellen, die von Ihren Erfahrungen berichten können. Je nachdem wie weit man bei den Verhandlungen ist, auch mit einer Q&A-Runde für die betroffenen Mitarbeiter.

Literatur ist mir keine bekannt.

Ich habe meine eigenen Erfahrungen: 1999 als erster Outsourcing Deal mit Personalübernahme an meinen heutigen Arbeitgeber „übergegangen“. Da ich immer noch in dem Bereich tätig bin, habe ich in der Zeit viele Mitarbeiterübernahmen und Firmenzukäufe und deren Integration miterlebt. Als Vorgesetzter und Account Manager habe ich von anderen Accounts Mitarbeiter übernommen, integriert, weiterentwickelt.

Also, falls du weitere, konkrete Fragen hast, gerne. Von mir aus können wir auch telefonieren.

Gruß Thomas

Oh IT-Outsooursing!
In dem von Ihnen angesprochenen Bereich sind
wir nicht tätig.
An unser Unternehmen wendet man sich wenn man
einen bestimmten Arbeitsablauf auslagert.
Hier erfolgt keine Überprüfung des Provider oder ähnliches.

Da können wir Ihnen leider nicht weiterhelfen.

Mit besten Grüßen
Eugen K

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„zu welchem Zeitpunkt soll kommuniziert werden, ist das LOC schon unterschrieben oder steht man ganz noch ganz am Anfang? Geht es darum, das der IT-Dienstleister den potenziellen Kunden überzeugt? Oder die potenziellen Mitarbeiter für die Übernahme?“

Hallo Thomas,
Zeitpunkt der Kommunikation ist am Anfang der Dealphase, wo noch nichts entschieden ist. In der Problemstellung geht es um die Überzeugung des potenziellen Kunden, dass seine Mitarbeiter in besten Händen liegen SOWIE um die Überzeugung der Mitarbeiter des Kunden. Sicherlich kommunizieren die IT-Mitarbeiter ihre Wünsche und Bedenken den Führungskräften, welche bis zum CIO oder IT Chef wandern.

Ich finde den Aspekt mit der individuellen Kommunikation sehr interessant! Ehrlich gesagt verstehe ich nicht zu 100% das Beispiel mit Manufacturing und Finance, aber der Sinn ist klar.

Auch der Punkt mit der Unternehmenskultur hört sich meines Erachtens sehr interessant an.

Ich werde beide Aspekte in die Arbeit mit reinnehmen. Ebenfalls möchte ich einen Fragebogen erstellen und diesen übernommenen Mitarbeitern oder Mitarbeiter die mit IT-Outsourcing Erfahrungen haben, ausfüllen lassen.

Darf ich dich um zwei Gefallen bitten?
a) meine grobe Gliederung zu bewerten und weitere Aspekte oder Rangehens weisen zu nennen
b) den Fragebogen selber ausfüllen und weitere Mitarbeiter ausfüllen lassen.

Natürlich nur wenn du Zeit hast… Gerne würde ich dich zu einem späteren Zeitpunkt telefonisch kontaktieren.

MfG Kalyvianakis, Niko
email: [email protected]

Hallo Niko,

ok, habe ich verstanden. Zur Erläuterung der Beispiele aus Finance und Manufacturing: Bei Banken trifft man oft auf völlig zergliederte Organisationsstrukturen. Da gibt es „Abteilungen“ mit einem Personalvorgesetzten und drei Mitarbeitern. Der Vorgesetzte ist natürlich sehr daran interessiert, was aus seinem Status wird, sozial wie auch innerhalb der neuen Organisation.
Wenn du einen Produktionsbetrieb übernimmst, triffst du auf Mitarbeiter, die schon 20 Jahre (und länger) im Unternehmen sind, dort gelernt haben und eigentlich bis zur Rente dort arbeiten wollten. Deren „Sicherheitsgefühl“ ist völlig erschüttert. Also muss man sich darauf einstellen.

Zwei Beispiele, die die Facetten aufzeigen sollen.

Zu a) und b): Gerne.

Ich schicke Dir meine Kontaktdaten.

Gruß Thomas

Hallo N.K.

herzlichen Dank für Ihre Nachricht.

Zu Ihrem Thema:

„Externe/außerbetriebliche Kommunikation von Personalübernahmen bei IT-Outsourcing Deals“

Ich stelle mir die gleiche Frage wie Sie es auch machen: Was meint der Auftraggeber / Prof. damit?

Hier kann ich Ihnen nur raten mit Ihrem Prof. darüber sprechen und dies zu klären. Denn wenn Sie schon am Anfang in die falsche Richtung laufen, dann wird das am Ende desaströß.

Hier ein paar Stichworte zum grundsätzlichen Thema:

  • BGB 613a.
  • Stakeholder-Analyse von allen direkten und indirekten Betroffenen.
  • Ziele von beiden Vertragsparteien, tatsächlich und abschließend nach Außen kommuniziert.

Bei der Kommunikation sollten Sie sich überlegen, was wollen Sie als betroffener Mitarbeiter, Projektleiter, Geschäftsführer, Gewerkschaftler, … denn selber hören?

Stellen Sie sich diese Frage!

Dazu verhelfen auch Umfragen, die Sie selber unter den Studenten machen können.

Zur Literatur kann ich Ihnen nur den Tipp geben, eine Bücherei aufzusuchen und die Vorhandene Literatur zu studieren.

Viel Erfolg und Gruß Hans

Ich schreibe derzeit meine Bachelorarbeit zum Thema:
Externe/außerbetriebliche Kommunikation von Personalübernahmen
bei IT-Outsourcing Deals. Was muss man sich darunter
vorstellen?..

Sehr geehrte Dame oder sehr geehrter Herr

Die Gründe für eine Pers.-übernahme (oder ihre Ablehnung) sind äußerst vielfältig und sind primär kostenorientiert. Ich kenne nur eine Ausnahme: Spezialisten-Wissen! Wenn dieses Wissen benötigt wird, um den Outsourcing-Vertrag qualitativ gut auszuführen, ist der Outsourcer evident an diesen Mitarbeitern interessiert.
Für alle „anderen“ Mitarbeiter gilt das Kostenprinzip.
Denn die meisten Outsourcer haben bereits genügend Mitarbeiter, um die angepeilte Aufgabe durchzuführen.
Da Outsourcing meistens eine Betriebs(teil)verlagerung gemäß BGB darstellt, sind die Mitarbeiter in einer nicht all zu Guten Lage (meine Sicht!) Sie sind zwar für ein Jahr gegen Kündigung und monetäre Einschränkungen geschützt. Danach gelten dann allerdings die betriebsinternen Regeln des Outsourcers wie in den wahrscheinlich vorhandenen Betriebsvereinbarungen festgeschrieben. Widersprechen die Mitarbeiter dem Betriebsübergang, droht ihnen im worst case eine Kündigung durch die „alte“ Firma.
In diesem Spannungsfeld zwischen Job-/Einkommenserhalt, Bindungsverlust und oft auch einer starken Zukunftsangst bewegen sich die verhandelnden Partner.
Die Gespräche mit der (normalerweise) hohen / höchsten Ebene verlaufen sehr offen. Welche MA wollen wir behalten, welche unbedingt „los werden“. Wie sollte / kann mit welchem MA geredet werden? Wie kann der Betriebsrat konstruktiv eingebunden werden, z.B. Gespräche BR / BR.

Und damit ist man dann schon bei einem Teil ihrer Frage.
Generell gilt, dass der Outsourcer sich in den Medien als innovativ darstellt. IT entwickelt sich schnell. 1. Innovation und Weiterbildung / Schulung bedeuten den IT-Fachkräften sehr viel.
2. Jüngere MA haben ev. Spaß an einem Auslands-Assignement. (Falls die Firma international ist)
3. Wie sieht es generell mit den Aussichten einer Karriere aus?
4. Gibt es Förderprogramme für gute Mitarbeiter? Ev. getrennt nach Fach- und Personalverantwortung? (Nicht jeder hervorragende Fachman ist auch ein guter Personalvorgesetzter!)
5. Wie groß (MA, Umsatz, Gewinn etc.) ist der Outsourcer. Das heißt, wie gering / wie groß ist die Möglichkeit einer Kündigung beim Outsourcer
6. Kann ich ev. zeitweise (oder längerfristig) von zu Hause arbeiten? Wegen Mutter-/Vaterzeit, weniger Dienstreisen, etc.)
7. Gibt es ein erfolgsorientiertes Entlohnungssystem? Wie wird die Leistung usw. beurteilt?
8. Werden auch die Vorgestzten durch die MA beurteilt?

Soweit in Kürze zu einem Teil ihrer Fragen.
Wie das - ev. im Voraus - durch den Outsourcer kommuniziert werden kann - oder sollte - mag ich nicht zu beurteilen.
Ich habe an etlichen Deals entscheidend mitgewirkt. Jeder war anders und man mußte sich jeweils auf die andersartigen Vorstellungen und Anforderungen einstellen. Mir ist nur ein Fall bekannt, wo wir von vornherein „Nein“ gesagt haben, weil die Menge der MA-Übernahme zum Preis in keinem vernünftigen Verhältnis stand. Ansonsten wurden die Personalgespräche immer in Abstimmung mit der abgebenden Firma geführt. Nachdem man über alle Rahmenbedingungen einig war.

Einen Consultant zu finden, der noch aktiv ist, dürfte schwierig sein. Es könnten zu leicht internas unbewußt nach außen dringen.
Ich bin zwar schon seit 4 Jahren im Ruhestand. Falls das für sie kein Hinderniss ist, stehe ich ihnen gerne zur Verfügung. Falls sie es möchten mailen sie kurz und ich sende ihnen meine Kontaktdaten.

Alles Gute
rb

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Hallo,

das tut mir sehr leid, aber ich habe in diesem Feld keinerlei Erfahrung.

Sorry

Richard

Hallo Herr Reinhard,

ich möchte mich für Ihre Antwort sehr bedanken. Ich bin mir sicher, dass ich mit diesen Ansätzen weiterarbeiten kann. Leider hat meine Antwort etwas länger gedauert, da ich in den letzten Tage für eine Prüfung lernen musste.
Meine private E-Mailadresse lautet: [email protected]

Ich würde mich freuen wenn wir weiterhin in Kontakt bleiben könnten, da sicherlich noch weitere Fragen innerhalb der Abschlußarbeit aufkommen werden.

Grüße Niko Kalyvianakis