Italian for Runnaways - ital. Verben (sehr lang!)

Italian for Runnaways - italienische Verbformen (sehr lang!)

Liebe WWWler,

die Vorgeschichte im Telegrammstil: letztes Jahr zum ersten Mal in Italien ->
Sprache lernen wollen. Eine Woche Bildungsurlaub in Düsseldorf. Dieses Jahr wieder Italien ->
Hurra, Kleinstunterhaltungen möglich. Ehrgeiz geweckt. Jetzt Selbstlernkurs mit vielen
(fragwürdigen?) Hilfsmitteln. (NB: Früher schon mehrere Sprachen in Schule gelernt
(engl., frz., span., lat.), nie Gedanken über Grammatik gemacht (deswegen ist Latein
bei mir voll in die Hose gegangen). Deutsche Grammatik: sprechen vielleicht, kennen oops!.

Am Ende dieses langen Threads kommen noch ein, zwei mehr allgemeinere Fragen,
weniger an Grammatik Interessierte können den Teil zwischen den Fragezeichenketten überspringen.

???
???
???
???

Nun aber zur Frage:
Mein Verb(en)trainer startet mit den möglichen Beugungen des Verbes „haben“ („avere“),
die erste Karte (presente von avere) habe ich, mit nicht geringem Stolz (zu früh gefreut), gelöst.
Dann habe ich fast nichts mehr verstanden.

Ich bitte, mir die Auslassungen in der folgenden Liste - mit Fragezeichen gekennzeichnet -
näherzubringen, am besten mit Beispielen, und, vor allem, Fehler zu korrigieren (von denen es
eine nicht geringe Menge geben wird); schön wäre auch, wenn mir für die mir nur als Fremdworte
bekannten Zeiten deutsche Entsprechungen mitgeteilt würden (hier vertraue ich schon jetzt auf
F.R. und df, aber auch alle anderen…). Alle Beispiele an der 1. Person Singular
(Ausnahme siehe Punkt 12)).

  1. presente - Präsens (Gegenwart) - ho - ich habe

  2. imperfetto - Imperfekt (einfache Vergangenheit) - avevo - ich hatte

  3. passato remoto - Perfekt (Vergangenheit) - ebbi - ich habe gehabt

  4. passato prossimo - Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit) - ho avuto - ich hatte gehabt

  5. trapassato prossimo - ??? häh? ??? (???) - avevo avuto - ??? (ist das etwa der PQP?)

  6. trapassato remoto - ??? (???) - ebbi avuto - ??? (oder dieser?)

  7. futuro semplice - Futur 1 (???) - avrò - ich werde haben

  8. futuro anteriore - Futur 2 (???) - avrò avuto - ich werde gehabt haben

  9. condizionale presente - auweiha! ??? (???) - avrei - vielleicht (siehe auch 11)): ich hätte

  10. condizionale passato - ??? (???) - avrei avuto - möglicherweise (dito): ich hätte gehabt

  11. congiuntivo - (hatte zuerst gedacht, dass Nrn. 9 und 10 evtl. dem Konj. 1 und 2 entsprechen,
    jetzt verwirrt mich die Vokabel congiuntivo, also häh???) (???) - abbia - ???

  12. imperativo - Imperativ (Befehlsform) - (auch hier große Verwirrung!, da ich bisher glaubte,
    der Imperativ könne nur für 2. Person Sing. sowie 2. und 3.Pers. Plur. verwendet werden
    (habe Du etwas (z.B. Spaß), habt Spaß, haben Sie Spaß). Meine Vokabelkarte schlägt für diese Fälle
    abbi, abbiate sowie abbiano vor. Soweit o.k., aber wie soll man abbia und abbiamo, ebenfalls vorgeschlagen,
    übersetzen? Er / sie / es habe bzw. wir hab… (ggf. lasst uns Spaß haben - lasciamo avere …)?

  13. forme infinite - Infinitive (Grundformen): hier verlässt mich mein Milliwissen ganz.
    Dass der Infinitiv von avere avere ist, hat mich nicht überrascht. Aber was bedeuten die anderen Infinitive?
    passato: avere avuto;
    part pres.: (ich habe den Begriff Partizip schon mal gehört, weiss aber leider nicht, was er bedeutet): avente;
    part. pass.: avuto;
    ger. pres.: (Gerunidi(v)um?) avendo (werde heute nacht von meinem Lateinlehrer träumen, und das wird kein Spaß!)
    ger. pass.: avendo avuto

Gibt es dieses (aus meiner Sicht) Tohuwabohu nur bei Verben, die auch als Modalverben (avere, essere) dienen?
Ich gebe zu, dass ich schon bei avere jedes weitere Üben aufgegeben habe. Oder gilt es für alle?

???
???
???

Jetzt habe ich noch weitere Anliegen („Ich will alles, ich will alles, und zwar sofort…“):

Ich bitte Euch, mit mir Eure Erfahrungen mit spätem (bin 39 Jahre alt) Fremdsprachenlernen zu teilen.
Muss man so etwas (das zwischen den Fragezeichenketten) wissen?, wird das alles (unterstrichen) gebraucht?,
soll man sich auf das vielzitierte „language feeling“ verlassen?

Wie lernt Ihr neue Sprachen? Selbststudium? Gruppen? Kurse? Welche Techniken (be)nutzt Ihr? Seid Ihr eher
der visuelle oder der auditive Typ?

Wie helft Ihr Euch bei Verwechslungsgefahr? Ich kann mir persönlich das „se“ („wenn“) nicht merken,
weil ich aus anderen Sprachen auf das „si“ konditioniert bin. Also, wie „trennt“ Ihr verwandte Vokabeln?
Reines Pauken? Tricks?

Um jetzt aber endlich zum Schluss zu kommen, mein letztes Anliegen: Ich wohne in Köln
und interessiere mich für Gruppen, in denen die folgenden Sprachen von Anfängern
(mit minimalen Vorkenntnissen) gelernt werden können (neinneinnein, VHS ist eine tolle Sache,
aber nichts für mich (wg. der Zeitverpflichtung); denke eher an „freie“ Gruppen):
Italienisch, Türkisch, Neugriechisch (alle drei Urlaubskenntnisse) und Französisch (hier Aufbesserung,
denn die Zeit zwischen Schulzeit, der ich im Gegensatz zu vielen meiner Bekannten und Freunde nicht nachtrauere,
und heute hat mich doch viel vergessen lassen).

Boah! Ihr habt’s geschafft! Ich gebe zu, dass das ein bisschen viel auf einmal ist,
und bitte daher im voraus um Entschuldigung. Trotzdem bin ich, vor allem für die avere-Aufklärung,
schon jetzt dankbar.

Giraldo

P.S.: Das S(s)chöne an der NDR ist, da(ß)ss wir in NRW offensichtlich das b(B)este (’)raus( )suchen dürfen…

Hallo,

die Zeilen zwischen den Fragezeichen überspringe ich mal, da ich denke hier noch nicht kompetent zu sein,

Ich bitte Euch, mit mir Eure Erfahrungen mit spätem (bin 39
Jahre alt) Fremdsprachenlernen zu teilen.

Bin zwar „erst“ knapp über 30, aber…

Muss man so etwas (das zwischen den Fragezeichenketten)
wissen?, wird das alles (unterstrichen) gebraucht?,
soll man sich auf das vielzitierte „language feeling“
verlassen?

Wie so oft im Leben, es kommt drauf an! Willst du dich nur verständlich machen, dann brauchst du das alles natürlich nicht. Auch im Deutschen versteht man ein „Wo Bahnhof?“ oder ein „Wann fahren Zug?“. Will man aber wenigstens die Cartoons im Kinderprogramm am Nachmittag verstehen, braucht man eben das Ganze.

Wie lernt Ihr neue Sprachen?

Selbststudium?

JA

Gruppen?

JA

Kurse?

JA

Welche Techniken (be)nutzt Ihr? Seid Ihr eher
der visuelle oder der auditive Typ?

beides

Wie helft Ihr Euch bei Verwechslungsgefahr? Ich kann mir
persönlich das „se“ („wenn“) nicht merken,

Beispielsätze

weil ich aus anderen Sprachen auf das „si“ konditioniert bin.
Also, wie „trennt“ Ihr verwandte Vokabeln?
Reines Pauken?

JA
Tricks?
Ja, Beispielsätze

Nun noch ein paar allgemeine Gedanken, die mir bei deinem Beitrag in den Sinn kamen.

Es sieht für mich so aus, als ob du jeweils ein Verb „avere“ in sämtlichen Beugungen lernst, dann das nächste Verb in sämtlichen Beugungen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Üblicherweise geht man zuerst eine Zeitform an, z.B. Präsens, man lernt die grundsätzliche Bildung und Verwendung anhand der regulären Verben (oder Adjektiven, oder…) dann nimmt man sich die Bildung der irregulären Typen zu. Wenn man den Großteil hat, geht man über zur nächsten Zeitform usw.

Zweitens ist es zumindest für mich unerläßlich eine, oder besser noch mehrere Grammatiken zu haben. Da teilweise bestimmte Sachen in unterschiedlichen Werken unterschiedlich gut dargestellt werden. Die eine Grammatik stellt z.B. die reguläre Struktur sehr übersichtlich dar, dabei leiden allerdings die Ausnahmen ein wenig. Die andere Grammatik listet mir seitenweise die Ausnahmen in jeder Form auf, dabei geht aber gezwungenermaßen die Übersichtlichkeit ein wenig verloren.

Falls du keine Grammatik besitzt, es gibt auch online eine gute Seiten. Hier ist z.B. eine relativ spartanische, die jedoch zumindest die Grundzüge der Wortbildung aufzeigt:

http://www.lernen-mit-spass.ch/italiano/verben.php

Gerhard

Italian for Runaways - Dank und Anmerkung
Hallo Gerhard,

erst einmal vielen Dank für die prompte Antwort!

Es sieht für mich so aus, als ob du jeweils ein Verb „avere“
in sämtlichen Beugungen lernst, dann das nächste Verb in
sämtlichen Beugungen. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Üblicherweise geht man zuerst eine Zeitform an, z.B. Präsens,
man lernt die grundsätzliche Bildung und Verwendung anhand der
regulären Verben (oder Adjektiven, oder…) dann nimmt man
sich die Bildung der irregulären Typen zu. Wenn man den
Großteil hat, geht man über zur nächsten Zeitform usw.

Jein, so lerne ich natürlich (?) nicht, aber parallel zu meinem Lehrbuch habe ich mir, tja, wie heißt es wohl…, Karteikästchenmaterial besorgt. Das Kästchen „Verben“ beschäftigt sich mit fast allen möglichen Beugungen für hunderte von Verben, wobei die Karten alphabetisch geordnet sind, daher hatte ich erst einmal hintereinander 13 Karten zu avere, die mir diese schlaflose Nacht (naja, so schlimm denn nun auch wieder nicht) bereitet haben. Ich sollte sie wohl irgendwann mal mischen… Diese Karten sollen nur unterstützen. Vielleicht verwirren sie aber auch mehr, als dass sie helfen!?

Falls du keine Grammatik besitzt, es gibt auch online eine
gute Seiten. Hier ist z.B. eine relativ spartanische, die
jedoch zumindest die Grundzüge der Wortbildung aufzeigt:

http://www.lernen-mit-spass.ch/italiano/verben.php

Gerhard

Der Link ist für Anfänger wie mich sehr gut, habe ihn sofort „favorisiert“. Deine Anmerkungen zum Verständnis kann ich übrigens vollends unterstreichen (die Bedeutung von „da steht eine Fahrrad vor tür“ erschließt sich vielen)!

Gruß, Giraldo

Hallo

Vorweg: Fuer dein Niveau der Beherrschung der ital. Sprache gehst du
schon viel zu sehr ins Detail. Passato remoto, Congiuntivo
Imperfetto, irreale Bedingungssaetze etc. solltest du dir erst dann
zu Gemuete fuehren, wenn du die einfacheren Dinge sicher beherrschst.

  1. presente - Präsens (Gegenwart) - ho - ich habe

o.k.

  1. imperfetto - Imperfekt (einfache Vergangenheit) - avevo -
    ich hatte

o.k.

  1. passato remoto - Perfekt (Vergangenheit) - ebbi - ich habe
    gehabt

falsch! richtig: ich hatte (Erlaeuterung unten)

  1. passato prossimo - Plusquamperfekt (vollendete
    Vergangenheit) - ho avuto - ich hatte gehabt

falsch! richitg: Perfekt, ich habe gehabt

  1. trapassato prossimo - ??? häh? ??? (???) - avevo avuto -
    ??? (ist das etwa der PQP?)

Plusquamperfekt (Vorvergangenheit): ich hatte gehabt

  1. trapassato remoto - ??? (???) - ebbi avuto - ??? (oder
    dieser?)

Wie 5), nur eben die literarische Form

  1. futuro semplice - Futur 1 (???) - avrò - ich werde haben

Ja, Futur I

  1. futuro anteriore - Futur 2 (???) - avrò avuto - ich werde
    gehabt haben

o.k.

  1. condizionale presente - auweiha! ??? (???) - avrei -
    vielleicht (siehe auch 11)): ich hätte

Im Deutschen Konditional genannt, wird mit Konjuktiv II gebildet,
‚ich haette‘ ist richtig

  1. condizionale passato - ??? (???) - avrei avuto -
    möglicherweise (dito): ich hätte gehabt

richtig

  1. congiuntivo - (hatte zuerst gedacht, dass Nrn. 9 und 10
    evtl. dem Konj. 1 und 2 entsprechen,
    jetzt verwirrt mich die Vokabel congiuntivo, also häh???)
    (???) - abbia - ???

Ich habe. Der italienische Konjunktiv entspricht nicht voellig dem
deutschen. Konjunktiv I im Deutschen faellt fuer ‚haben‘ in der 1.
Person, mit dem Indikativ zusammen (Ich hoffe, du verstehst noch).
Der Congiuntivo entspricht dem Subjuntivo im Spanischen.

  1. imperativo - Imperativ (Befehlsform) - (auch hier große
    Verwirrung!, da ich bisher glaubte,
    der Imperativ könne nur für 2. Person Sing. sowie 2. und
    3.Pers. Plur. verwendet werden
    (habe Du etwas (z.B. Spaß), habt Spaß, haben Sie Spaß). Meine
    Vokabelkarte schlägt für diese Fälle
    abbi, abbiate sowie abbiano vor. Soweit o.k., aber wie soll
    man abbia und abbiamo, ebenfalls vorgeschlagen,
    übersetzen? Er / sie / es habe bzw. wir hab… (ggf. lasst uns
    Spaß haben - lasciamo avere …)?

Imperativ gibt es in allen Personen ausser der ersten Singular.

  1. Person Plural: Haben wir etwas zu essen! 3. Person Singular: Er
    habe etwas zu essen, Haben Sie etwas zu essen = Abbia un poco di
    cibo!
  1. forme infinite - Infinitive (Grundformen): hier verlässt
    mich mein Milliwissen ganz.
    Dass der Infinitiv von avere avere ist, hat mich nicht
    überrascht. Aber was bedeuten die anderen Infinitive?
    passato: avere avuto;

Gehabt haben, z.B. Er muesste etwas zu essen gehabt haben: Dovrebbe
avere avuto qualcosa da mangiare.

part pres.: (ich habe den Begriff Partizip schon mal gehört,
weiss aber leider nicht, was er bedeutet): avente;

Partizip Praesens: habend, z.B. Hunger habend ass er etwas. Wird im
Deutschen fasst nur noch als Adjektiv gebraucht, z.b. laufend.

part. pass.: avuto;

Partizip Perfekt oder Partizip II, gehabt

ger. pres.: (Gerunidi(v)um?) avendo (werde heute nacht von
meinem Lateinlehrer träumen, und das wird kein Spaß!)

Gerundium. Wird im Deutschen umschrieben oder mit Partizip Praesens
wiedergegeben.

ger. pass.: avendo avuto

entsprechend.

Gibt es dieses (aus meiner Sicht) Tohuwabohu nur bei Verben,
die auch als Modalverben (avere, essere) dienen?

Nein, diese Formen gibt es bei allen Verben. Na ja, Imperativ von
'muessen; gibt es z.B. nicht.

Ich gebe zu, dass ich schon bei avere jedes weitere Üben
aufgegeben habe. Oder gilt es für alle?

Das ist ja noch nicht alles: All das war Aktiv. Es gibt auch noch
Passiv. Und Congiuntivo Imperfecto fehlte auch noch :smile:.
Ich koennte noch ewig weiterdozieren und auch deine anderen Fragen
beantworten, mir fehlt aber die Zeit. Vielleicht heute Nachmittag.
Zum Passato remoto: Dies ist eine Nebenform fuer die Vergangenheit
(entspricht dem span. Indefinido), die bis auf regionale Ausnahmen
nur schriftlich vorkommt. Romane enthalten viel davon, es genuegt sie
passiv zu beherrschen. Hast du nur touristische Ambitionen, dann
kannst du das Pass. Remoto links liegen lassen.

Du kannst hier im Formum ruhig noch weiter fragen, aber
haeppchenweise bitte.

Ich hoffe, du bleibst motiviert, Tychi

p.s.
Du brauchst erstmal nur 3 Zeitformen:
Praesens (presente): vado=ich gehe
Futur (futuro semplice); andro (mit Akzent auf dem o)=ich werde gehen
Perfekt (passato prossimo): sono andato = ich bin gegangen

Alles andere ist fuer Fortgeschrittene.

Gruss, Tychi

Nun zum zweiten Teil deiner Fragen…

Jetzt habe ich noch weitere Anliegen („Ich will alles, ich
will alles, und zwar sofort…“):

Sei geduldig. Lerne jeden Tag ein wenig und ueberfordere dich nicht.
Sonst geht deine Motivation floeten und du wirfst alles hin, weil es
zu viel wird. Lernst du jeden Tag 10 Woerter, dann sind das knapp
4000 nach einem Jahr. Das ist natuerlich vereinfacht, denn eine
Sprache besteht nicht aus Woertern in Nennform (Woerterbuchform).

Ich bitte Euch, mit mir Eure Erfahrungen mit spätem (bin 39
Jahre alt) Fremdsprachenlernen zu teilen.

Da habe ich keine Erfahrungen, aber ich las erst kuerzlich wieder,
dass man in jedem Alter eine neue Sprache lernen kann. Was die Alten
den Jungen voraus haben, ist Beharrlichkeit und Motivation.

Muss man so etwas (das zwischen den Fragezeichenketten)
wissen?, wird das alles (unterstrichen) gebraucht?,

Nein, aber das schrieb ich schon.

soll man sich auf das vielzitierte „language feeling“
verlassen?

Wo willst du das hernehmen fuer eine dir unbekannte Sprache?

Wie lernt Ihr neue Sprachen? Selbststudium? Gruppen? Kurse?

Ich bin ueberzeugter Autodidakt.

Welche Techniken (be)nutzt Ihr?

http://www.fasala.com/imparulinga.htm
Zu ergaenzen mit
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Wie helft Ihr Euch bei Verwechslungsgefahr? Ich kann mir
persönlich das „se“ („wenn“) nicht merken,
weil ich aus anderen Sprachen auf das „si“ konditioniert bin.
Also, wie „trennt“ Ihr verwandte Vokabeln?
Reines Pauken? Tricks?

Habe ich keine Probleme mit. Und wenn ich es verwechsle, was solls?
Versuche bloss nicht perfekt zu sein! Sprache ist so redundant, dass
sie viele Fehler verzeiht.

Gruss, Tychi

Vielen Dank für Deine Mühe! (o.w.T.)
o.w.T.

nochmal p.s.
Ein sehr gutes Lehrwerk zum Selbsstudium ist:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3190053588/qid…
Und wenn es dir die Verben angetan haben, gibt es von Langenscheidt
jetzt ganz neu:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3468340524/qid…

Gruss, Tychi

hi

Muss man so etwas (das zwischen den Fragezeichenketten)
wissen?

zum SPRECHEN? wahrscheinlich nicht.

wird das alles (unterstrichen) gebraucht?

in der SCHRIFTsprache? sicherlich.

soll man sich auf das vielzitierte „language feeling“
verlassen?

was soll das sein?

Wie lernt Ihr neue Sprachen? Selbststudium? Gruppen? Kurse?

kommt drauf an welche!

vor einigen jährchen konnte ich noch relativ gut in neugriechisch sprechen. jetzt habe ich alles vergessen, verstehe aber immer noch einiges. gelernt hatte ich das allein durch musikhören plus einem sprachlehrbuch (später). interent gabs damals nicht, aber kurzwellenradio.

englisch habe ich in einem kurs gelernt, plus mehrere monate in den USA. bis zur schriftspache hab ichs allerdings nicht gebracht. sollte ich mal nachholen.

hebräisch habe ich durch den alltag gelernt (lebe in israel). zuerst durch ständiges zuhören, nachsprechen, erklärungen von leuten. erst später habe ich einen ordentlichen kurs gemacht. da konnte ich aber schon sprechen. inzwischen finde ich mich einigermaßen zurecht.

Welche Techniken (be)nutzt Ihr?

sprechen, schreiben, zuhören, lesen. was sonst? :smile:

Seid Ihr eher
der visuelle oder der auditive Typ?

primär auditiv. sprache ist wie musik. man lernt durch permamentes ausgesetztsein an diese geräusche.

die schrift ist sekundär, aber absolut notwendig, da wir in einer schriftgesellschaft leben. wer will schon analphabet sein.

Also, wie „trennt“ Ihr verwandte Vokabeln?

das problem kenne ich weniger, da ich keine eng verwandten sprachen kann. sicher flutscht einem mal ein böser anglismus raus, aber das ist nicht wirklich eine verwechslung, eher eine falsche schaltung im gehirn. das passiert, wenn man dinge, die man nur in englisch hört (zb. thema „kriminalistik“ - im fernsehen) plötzlich in unbekannter umgebung erörtern soll (zb. auf deutsch). bestimmte menschen sind mit bestimmten sprachen verknüpft. und auch bestimmte gestik und mimik von menschen sind auslösend. sogar umgebungen. in deutschen dönerbuden deutsch zu bestellen ging nur mit bewußter anstrengung.

P.S.: Das S(s)chöne an der NDR ist, da(ß)ss wir in NRW
offensichtlich das b(B)este (’)raus( )suchen dürfen…

oder man läßts sein.

gruß
dataf0x

Hallo Tychi,

Mensch, da hast du dir ja Mühe gegeben, alle Fragen von Giraldo zu beantworten, complimento!

Aber eine kleine Ergänzung sei gestattet.

Du brauchst erstmal nur 3 Zeitformen:
Praesens (presente): vado=ich gehe
Futur (futuro semplice); andro (mit Akzent auf dem o)=ich
werde gehen
Perfekt (passato prossimo): sono andato = ich bin gegangen

Mit den 3 Zeitformen, das stimmt schon. Doch denke ich, dass der Anfänger auf Futur anfangs noch verzichten kann. Auch im Italienischen benutzt man, wie im Deutschen, umgangssprachlich oft das Präsens für zukünftige Ereignisse:
Torno subito.
Partiamo dopodomani.

Wichtiger erscheint mir da für den Anfänger der Gebrauch des Konditionals, damit man sich einigermaßen höflich ausdrücken kann.

Also: Vorrei una birra statt: Voglio …
Potrebbe aprire la porta statt: Apra la porta.

Da es noch einige weitere Anwendungen gibt, wird das Konditional in Italien tatsächlich sehr häufig benutzt.

Alles andere ist fuer Fortgeschrittene.

Korrekt.

Gruß
Roland

Hallo Orlando

Du hast voellig Recht. Man kann die Zukunft durch’s Praesens
ausdruecken. Was das condizionale presente angeht:
Sagen wir mal , bei den Hilfsverben ist es nuetzlich, wie deine
Beispiele es auch zeigen.

Also: Vorrei una birra statt: Voglio …
Potrebbe aprire la porta statt: Apra la porta.

Da es noch einige weitere Anwendungen gibt, wird das
Konditional in Italien tatsächlich sehr häufig benutzt.

Gruss, Tychi

Hallo Giraldo,
ich habe vor vielen Jahren vor genau der Situation gestanden. Ich fing an, italienisch zu lernen, hatte gute Französisch-Kenntnisse, und freute mich, daß italienisch „viel einfacher“ zu sein schien. Dann kam eben die Ernüchterung mit alledem, was du beschrieben hast. Ich habe es für mich so gelöst, daß ich versucht habe, zwar stets weiter zu kommen also stetig etwas mehr zu verinnerlichen, mich aber nicht zu überfordern.
Tatsache ist, daß man Konjunktiv zunächst umgehen kann. Man darf aber nicht vergessen, daß die Italiener (je nach Bildungsgrad) all dies aber verwenden. Also irgendwann muß man durch!
In meinem Fall hat es mir geholfen, daß ich parallel meine Französischkenntnisse ausgebaut habe und habe stets die Sachen verglichen. Das war und ist eine große Hilfe. Spanisch habe ich bewusst versucht zu vermeiden, um die Sache nicht noch mehr zu komplizieren! (Eigentlich kann man mit Spanisch viel mehr anfangen, aber das ist eine Andere Gesichte)!
Mir hat auch die teilweise Ähnlichkeit (!) mit Englisch geholfen - I am doing = sto facendo od. he was waiting = stava aspettando - also dieses sehr nützliche Gerundium.
Was Konjunktiv angeht, irgendwann befasst man sich damit. Es gibt, wie im Französischen, bestimmte Verben, die das eben halt verlangen, wie wollen verlangen u.v.a.m. wie z.B. io ho ragione = ich habe Recht, aber loro non vogliono que io abbia ragione = die wollen nicht, daß ich Recht habe usw. usw. man muß die nach und nach verinnerlichen oder zunächst umschiffen.
Wie im Englischen, gibt es eine Ähnlichkeit zwischen dem Conditional und dem Subjunctive (Konjunktiv)- ich meine, man kann das Conditional häufen statt dem Konjunktiv nehmen, z. B. statt zu sagen: se fossi un uomo ricco kann man se io sarebbe un uomo ricco sagen (ich habe es lange so gemacht).
Was die Anrede betrifft - die Italiener duzen schnell, sonst nimmt man Lei (3. Pers. Einzahl). Ich habe mal einen älteren Süd-Italiener mit Lei gesietzt. Der war der Vater eines guten Freundes. Der winkte sofort ab. Ich sollte ihn duzen und ja diese komische Form nicht benutzen. Mussolini hätte schon vergeblich versucht, Lei in Süd-Italien einzuführen. Ich gebe das weiter, wie er es mir erzählt hat.
Also, hope this helps!

Gruß sha

Hallo sha

se fossi un uomo ricco kann man se io sarebbe
un uomo ricco sagen (ich habe es lange so gemacht).

Kann man machen, ist aber falsch (wenigstens muesste es doch sarei
heissen). Gab’s damit keine Verstaendigungsprobleme?

Gruss, Tychi

oops - 3. und 1. Person verwechselt - wie peinlich!
Aber gut, daß andere sofort zur Stelle sind.
Interessant wäre (von einem native Italian speaker vielleicht) zu erfahren, wie solche Ersatz-Redewendundungen zu bewerten sind. Denn verstanden wird man fast immer, und die Leute sind ja meistens höflich und angetan, daß man deren Sprache erlernt.
sha

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