Hallo!
Entschuldigt diese ungewöhnliche Vorgehensweise,
ein Bild hochzuladen.
Hoffe, dass es alle sehen können, ich zumindest bekomme das Bild angezeigt.
Wie Ihr hoffentlich sehen könnt, habe ich ein Jaguar-Getriebe auf der Werkbank liegen.
Das ist aus einem XJ 6, Bj. 1970.
Das ist defekt, und ich soll mal versuchen, nachzusehen, was das los ist.
Das Getriebe funktioniert soweit normal, wenn man mit dem Auto vorwärts fährt.
Allerdings bei eingelegtem Rückwärtsgang passiert nicht viel, der R.-Gang. geht sicher rein, das Fahrzeug rollt dann auch paar cm. zurück, bleibt dann aber stehen.
Irgendwie scheint die Kraftübertragung unterbrochen.
Wie ihr auf dem Foto hoffentlich sehen könnt, habe ich erstmal den Deckel mit den Schaltgabeln abgebaut, und kann dadurch in das eigentliche Getriebe hineinschauen. Da ist alles augenscheinlich in Ordnung.
Rückwärtsgang geht auch rein.
Es handelt sich um ein Getriebe mit einem elektrisch zuschaltbaren Overdrive.
Nach meiner Meinung liegt das Problem dort.
Ich habe bemerkt, dass, wenn ich an dem Gelenkwellenflansch des Getriebeausganges drehe, je nach Drehrichtung ein Kraftschluss vorhanden ist, oder nicht.
Als wenn dort ein Freilauf eingebaut wäre… das ist sicher auch der Grund, warum das Getriebe nicht rückwärts will.
Ich habe dann weiterhin das hinteren Gehäuseteil des Getriebes vom Overdrive gelöst, aber nich vollständig abbekommen. Wie man auf dem Foto sieht ganz rechts, 5 cm ging es ohne Gewalt auseinander, weiter aber nicht.
Dann habe ich erstmal aufgehört,
und warte jetzt hier gespannt,
ob jemand weiss, wie das Getriebe aufgebaut ist,
oder ob es da bekannte Probleme gibt.
Ich handele übrigens nicht fahrlässig, gebrauchte Getriebe gibt es scheinbar reichlich.
Es wurde so ausgemacht, dass ich mal sehen soll, was kaputt ist, ev. eine Kleinigkeit selbst repariere,
wenn das nichts wird, kommt ein anderes Getriebe rein.
Grüße, Steffen!
Moin,
Hoffe, dass es alle sehen können, ich zumindest bekomme das
Bild angezeigt.
Du bist sicherlich auch bei T-Online angemeldet und eingeloggt.
Ich kann das Bild nicht sehen und habe auch keine Lust, mich deswegen bei T-Online anzumelden.
Beste Grüße
Guido
Ende der Fahnenstange
blank
sehen will sehen will sehen will sehen will sehen
aber nix sehen kann.
gruß
dennis
Neuer Versuch
http://img233.imageshack.us/my.php?image=imag0022ce3…
Hoffe, dass es jetzt geht.
Naja, viel sieht man auf dem Bild nicht, obwohl ich das schon etwas nachbearbeitet habe.
Ich habe das Getriebe heute auch schon weiter auseinanderbekommen.
Direkt hinten, am Gelenkwellenflansch befindet sich tatsächlich ein Klemmrollenfreilauf, davor ein Planetengetriebe, wie ich das vermutet habe.
Also der Overdrive.
In dem Overdrive selbst befindet sich noch eine Art Bremse oder Kupplung, von der die Reibbeläge komplett abgelöst waren,
das Zeugs habe ich stückchenweise gefunden.
Also schon mal ein ein eindeutig erkannter Fehler.
Mir ist noch nicht ganz klar, wie das alles funktioniert.
Der Overdrive wird also durch einen elektrischen Schalter betätigt.
Der kleine Magnet kann aber nichts mechaniches schalten,
es sieht so aus, als würde der ein Hydraulikventil betätigen.
Eine kleine Hydraulikpumpe habe ich auch noch gefunden…
Ich denke mal, dass das Auto die ganze Zeit mit aktivem Overdrive läuft, weil die eingebaute Getriebebremse offensichtlich nicht funktioniert.
Und wg. dem Freilauf der R-Gang nicht geht.
Werde das morgen nochmal weiter zerlegen, und darüber nachdenken,
sowie im Internet suchen.
Wenn sich jemand mit sowas auskennt, wäre das auch hilfreich für mich.
Grüße, Steffen!
Hallo,
http://img233.imageshack.us/my.php?image=imag0022ce3…
Hoffe, dass es jetzt geht.
Ja.
Direkt hinten, am Gelenkwellenflansch befindet sich
tatsächlich ein Klemmrollenfreilauf, davor ein
Planetengetriebe, wie ich das vermutet habe.
Also der Overdrive.
Schau mal im Wikipedia, dort wird auch sehr gut der Overdrive erklärt. Ist nichts anderes, als eine Reduktion der Gesamtübersetzung. Der uralte Mitsubishi Colt Anfang der 80er hatte das ähnlich mit einem zweiten Schalthebel um zwischen ECO und Power umzuschalten, auch die komplette Übersetzung.
In dem Overdrive selbst befindet sich noch eine Art Bremse
oder Kupplung, von der die Reibbeläge komplett abgelöst waren,
das Zeugs habe ich stückchenweise gefunden.
Also schon mal ein ein eindeutig erkannter Fehler.
Wie bei den Wandlerautomaten: Abgenutzte Beläge bremsen nicht mehr.
Mir ist noch nicht ganz klar, wie das alles funktioniert.
Der Overdrive wird also durch einen elektrischen Schalter
betätigt.
Der kleine Magnet kann aber nichts mechaniches schalten,
es sieht so aus, als würde der ein Hydraulikventil betätigen.
Eine kleine Hydraulikpumpe habe ich auch noch gefunden…
Wird evtl. der Druck durch eine Abtriebsseitige Zahnradpumpe im Getriebe aufgebaut ? Es wird in mancher Literatur erwähnt, daß der Overdrive nur während der Fahrt schaltbar ist, was für die Hydraulikversion spricht.
Ich denke mal, dass das Auto die ganze Zeit mit aktivem
Overdrive läuft, weil die eingebaute Getriebebremse
offensichtlich nicht funktioniert.
Und wg. dem Freilauf der R-Gang nicht geht.
gruß
dennis
Hallo!
Ich habe es nun verstanden,
wie das funktioniert.
Für diese Oberdrives gibt es aber keine Ersatzteile, sondern nur das Stück für 880 € im Austausch.
Das ist dem Kunden aber zu teuer.
Es wird vermutlich darauf hinauslaufen,
dass ich den Planetenradsatz entferne, den Antriebsnocken der Ölpumpe entferne,
sowie den Freilauf blockiere.
Muss mir das blos noch mal in Ruhe überlegen, damit ich keine grundsätzlichen Denkfehler begehe.
Und mal nachdenken, wie ich den Freilauf zusammenschweissen kann, ohne Lager, Simmerringe zu beschädigen, Schweissdreck hineinzubringen,
und damit das hinterher noch alles fluchtet.
Grüße, Steffen!
Hallo Steffen,
mit Interesse lese ich diesen Treat schon eine Weile mit und erdreiste mich heute zu Kommentaren.
Für diese Oberdrives gibt es aber keine Ersatzteile, sondern
nur das Stück für 880 € im Austausch.
Mal abgesehen davon, dass dies ein wirklicher Schnäppchenpreis ist (ich selbst fuhr über 12 Jahre einen Jaguar XJ6L 4.2 Series II und bin durch alle Höhen und Tiefen gegangen welche man mit einem Auto erleben kann), Jaguar hat selbst nie eigene Getriebe gebaut sondern immer dazu gekauft. Zur damaligen Zeit wurden die unterschiedlichsten Getriebe verbaut. Du solltest also erstmal feststellen um was für ein Getriebe von welchem Hersteller es sich genau handelt (ich halte das abgebildete Getriebe für ein BorgWarner, aber das nur so nebenbei). Speziell für diese Getriebe hat sich eine eigene Szene entwickelt und diese Händler haben tatsächlich alle Teile auf Lager oder können diese zumindest besorgen.
Normalerweise kann man jedes Getriebe reparieren aber das ist unwirtschaftlich (denken wir nur an die Arbeitszeit) und so werden solche Getriebe schlichtweg getauscht, denn das ist letztendlich wirklich billiger. In meinem Wagen war ein BorgWarner 65 verbaut und nach etwa 35.000 - spätestens 50.000 Km waren die Bremsbänder abgenutzt. Sicher, man konnte einmal nachstellen aber das war eine wirklich heikle Angelegenheit (nur das eine der beiden Bremsbänder konnte im eingebauten Zustand nachgestellt werden aber für das andere musste das Getriebe ausgebaut werden) und so wurde dann gleich das ganze Getriebe gewechselt - so wurde das Getriebe quasi zu einem Verschleissartikel. Das Tauschgetriebe kostete damals jedes Mal 3.500 DM und das alle 50.000Km.
Das ist dem Kunden aber zu teuer.
Diesen Wahrheiten muss man als Jaguarfahrer einfach ins Auge sehen. Verklicker das Deinem Kunden.
Es wird vermutlich darauf hinauslaufen,
dass ich den Planetenradsatz entferne, den Antriebsnocken der
Ölpumpe entferne,
sowie den Freilauf blockiere.
Nun ja, so richtig professionell ist das ja nicht - weisst Du ja selbst.
Wenn ich nicht richtig irre, müsste es auch andere Getriebe geben, welche da anzuflanschen sind (ich denke da an ältere GM Getriebe, bzw. auch Chrysler - alte Amis). Das dürfte dann noch etwas billiger werden aber optimal ist das natürlich auch nicht.
Und mal nachdenken, wie ich den Freilauf zusammenschweissen
kann, ohne Lager, Simmerringe zu beschädigen, Schweissdreck
hineinzubringen,
und damit das hinterher noch alles fluchtet.
Das bekommst Du nicht hin. Da wette ich drauf.
Also zusammen gefasst: Überzeuge den Kunden von einem ordentlichen Tauschgetriebe (vielleicht auch eines ohne den Overdrive, gab`s nämlich auch, spezielle bei den 2.8 - welche schon immer als Fehler in diesem Auto galten) und dann besorg es Dir (mögliche Quelle: Limora).
Viel Spaß und freundliche Grüsse
Ray