Im Zuge der BSE-Krise gehen die Bauern nun verstärkt auf die Straße um durch Kundgebeungen ihrem Unmut Luft zu machen, wie z.B. gestern in Münster. Sie fordern von der Politik schnelles handeln und sehen sich selbst als Opfer und nicht als Täter. Selbst Politikerinnen wie Bärbel Höhn, die ja wie keine zweite im Vorfeld der Krise schon vor BSE gewarnt hat, wurde gnadenlos ausgebuht.
Ich frage mich nun, warum die Landwirte, die ja einen nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführten Betrieb leiten, in keinster Weise das unternehmerische Risiko tragen wollen. Sie werden subventioniert wie kein zweiter Wirtschaftsbereich, und sind denoch ständig am schreien. Ich kann natürlich verstehen, daß die von Existenzängsten geplagten Bauern auf Demos gehen, aber dieses jahrelange Gejammere ist doch nicht mehr nachvollziehbar. Schließlich wurden sie ja nicht gezwungen einen Hof zu übernehmen. Außerdem ist sich jeder Selbstständige doch des Risikos des Konkurses voll bewußt. Vorausschauende Landwirte hätten mit dem Auftreten der ersten BSE-Fälle auf dem Kontinent ihre Produktion umstellen müssen, weg von der reinen Rindermast. Es wird doch auch von jedem anderen Unternehmer erwartet, daß er seine Produktionspalette an den Erfordernissen des Marktes ausrichtet. Wer das verpennt, der fällt eben hinten runter, so traurig das auch ist.
Jetzt nach der Politik zu rufen die alles wieder ins Lot bringen soll, halte ich für ziemlich dreist!
Drei Sternchen!
Hoi Tom
Tya so ist das nunmal, wer am lautesten schreit hat recht. Vorgestern die Bergarbeiter, gestern die Trucker, heute die Bauern, morgen die Ärzte und übermorgen kommt bestimmt auch noch jemand. So lange in Deutschland immer das St.Floriansprinzip herscht, steht immer jemand auf der Strasse.
Gruss
Blocher
PS. In einem hast Du Unrecht, denn das die Bauern ihre Betriebe nach betriebswirtschaftl. Gesichtspunkten führen ist wohl ein Mega-Gerücht.
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Hier wird der Bock zum Gärtner
Hallo
Naja, Du schreibst „Bauern sind Selbständige“. Dies sit aber wegen der vielen Subventionen eigentlich nicht so. Sie können die Preise nicht gemäß Angebot und Nachfrage selbst bestimmen. Daher sind sie wohl eher abhängig Beschäftigte (nicht juristisch gemeint).
Das ändert nichts an dem unseeligen Gejammere. Dass Sie nun die Politiker auspfeifen ist Mache. Eigentlich müssten Sie sich ihre Verbandsfunktionäre mal vornehmen. Die haben sie nämlich jahrelang falsch beraten und falsche Lobbyarbeit gemacht. Die Bauernverbände haben sich auch nicht um Qualitätsstandards gekümmert.
Nun soll es der Verbraucher zahlen, der am wenigsten durchblickt und weder Interessenverband noch Politiker auf seiner Seite hat.
Und die Rindvicher dienen nun als ökölogischer und nachwachsender Brennstoff…
wie auch die anderen sehe ich es genauso. die bauern haben halt etwas verpennt. man kann es ihnen vielleicht nicht übel nehmen, immerhin waren sie vor 150 jahren noch die wirtschaftlich am bedeutensten im lande, und das ist doch wohl noch nicht so lange her, oder? *GRINS*
nebenbei sei erwähnt, das sich viele bauern (wenn das was sie machen überhaupt noch landwirtschaft ist und nicht schon schwerindustrie), gar nicht bewusst wurden, was sie taten als sie den hof von papa übernahmen… immerhin hat der gesetzgeber immerwieder vergünstigungen etc. für diese leute geschaffen, die dazu führten sie glauben zu schenken sie seien des landes liebste steuerzahler.
aber um nicht nur auf die armen bauern einzuprügeln, weil sie ihre viecher aufspritzen und mit kadavern füttern, sei auch gesagt, dass das deutsche einkommensteuergesetz sogar eine nachteilige regelung für diese industriebauern hat (siehe § 15 Abs. 4 EStG)!
aber solange deutschland ein land des „der kanzler wirds schon zur chefsache machen“ land ist und alles spekuliert, welche wähler er nun wieder á la holzmann gewinnen will …
Wenn ich in meinem Betrieb Mist baue, dann bezahlt mir auch keiner etwas. Im Gegeteil, ich muss noch Schadensersatz leisten. Wenn das Geschäft gut läuft, dann verschenken die Bauern doch auch kein Geld. Ausser lauter Profitgier, immer mehr Fleisch produzieren und immer schneller, da wird halt gemurkst und jetzt sitzen sie eben in der Patsche. Hätten sie anständig gewirtschaftet, so wie ihre Väter, dann muessten sie jetzt nicht jammern. Die Leidtragenden sind doch die, die in 5 -10 Jahren dahinsiechen und grausam sterben werden, und nicht die, die an diesem Mord verdient haben.
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