Hi,
- Erstmal hier ein Link für euch alle:
[Edit] Antwort auf Link auch entfernt 
- Was hat es mit den Jodtabletten auf sich?
Jodtabletten sollen verhindern, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse einlagert und dort Strahlungsschäden erzeugt. Der Nutzen ist umstritten.
Allerdings ist die Gefahr, dass wir radioaktives Jod abbekommen ohnehin so gut wie ausgeschlossen, da
- Japan ziemlich weit weg liegt;
- es (noch) nicht so stark brennt wie in Tschernobyl, so dass die radioaktiven Stäube nicht in so hohe Luftschichten aufsteigen
- die relevanten Jod-Isotope Halbwertszeiten von nur wenigen Tagen haben (Iod-131 hat eine HWZ von 8 Tagen), somit also Jod-haltiger Staub eigentlich abgeklungen sein müsste, bevor er (wenn überhaupt) bei uns niedergehen würde (für andere radioaktive Partikel kann dies jedoch anders sein).
Jod jetzt panikartig präventiv zu nehmen ist also sinnlos.
- Die Geigerzähler sind ganz schön teuer. Wo gibt es
günstige? Und habt ihr euch welche gekauft?
Was soll das bringen? Mir ist keine Anwendung ersichtlich, bei der man momentan einen Geigerzähler brauchen kann. Hier wird aus Panik und Unwissenheit Kapital geschlagen.
- Besteht wirklich Gefahr, dass radioaktive Winde hier
herüber kommen und wenn ja, wieviele Tage oder Wochen würde
das dauern bis diese Wolke hier eintrifft?
Schwer zu sagen, hängt von der Höhe, Windrichtung, Wetterbedingungen etc. ab. Aber selbst bei (für die Wolke) optimalen Wetterbedingungen mehrere Wochen.
Schau mal diese Simulation an:
http://www.eurad.uni-koeln.de/
„Das letzte Ufer“ von Nevil Shute mussten wir damals in der
Schule lesen. Das kennt ihr sicher auch, oder?
Nur haben wir hier keinen globalen Atomkrieg, sondern einen lokalen Störfall. Bitte auf dem Teppich bleiben.
- Ich hörte, dass Österreich keine Atomkraftwerke mehr hat,
sie hätten die Atomenergie abgeschafft. Wie versorgen sie dann
die vielen Haushalte?
Na ja „abgeschafft“ ist ein großes Wort, nie gebaut trifft es wohl eher.
Hat Österreich bereits im ganzen Land diese exorbitant teuren
erneuerbaren Energien oder wie versorgen sie die Menschen mit
Strom?
http://gw.eduhi.at/thema/energie/strom/strom.htm
- Und jetzt noch eine ganz wichtige Frage, auf die ihr bitte
auf jeden Fall antwortet:
Strahlen die Japaner, die hier in Deutschland einfliegen, nun
ab?
Es gibt drei Arten von Strahlung:
- Gamma-Strahlen
Dies sind elektromagnetische Strahlen, die z.B. mit viel Blei abgeschirmt werden können und ähnlich wie Röntgenstrahlen durch den Körper hindurchgehen.
Personen, die so bestrahlt werden, können Schädigungen im ganzen Körper davontragen, „strahlen“ aber nicht weiter, da sie die Strahlen nicht im Körper speichern und danach langsam abgeben (was ja eine Voraussetzung wäre).
- Beta-Strahlung
Betastrahlung oder β-Strahlung ist eine ionisierende Strahlung, die bei einem radioaktiven Zerfall, dem Betazerfall, auftritt.
Ist der menschliche Körper Betastrahlen ausgesetzt, werden nur Hautschichten geschädigt. Dort kann es aber zu intensiven Verbrennungen und daraus resultierenden Spätfolgen wie Hautkrebs kommen. Sind die Augen der Strahlung ausgesetzt, kann es zur Linsentrübung kommen.
Werden Betastrahler in den Körper aufgenommen (inkorporiert), sind hohe Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers im Körper die Folge. Gut dokumentiert ist Schilddrüsenkrebs als Folge von radioaktivem Iod-131 (131I), das sich in der Schilddrüse sammelt. In der Literatur findet man auch Befürchtungen, dass Strontium-90 (90Sr) zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calcium in den Knochen anreichert.
Da Beta-Strahlen nur wenige Zentimeter weit durch den Körper gehen, ist klar, dass eine Person, die einen Beta-strahler in sich trägt kaum auf andere Personen „abstrahlen“ kann.
- Alpha-Strahlung
Alphastrahlung oder α-Strahlung ist eine Art von ionisierender Strahlung, die bei einem radioaktiven Zerfall, dem Alphazerfall, auftritt.
Aufgrund ihrer elektrischen Ladung und relativ großen Masse von 4 u haben Alphateilchen nur eine sehr geringe Eindringtiefe in Materie.
Die Reichweite der Alphateilchen ist abhängig von deren Energie und beträgt in Luft bei Normaldruck ungefähr 10 cm (bei 10 MeV). Bei niedrigem Luftdruck ist die Reichweite der Alphateilchen größer, da die Anzahl der Stoßpartner (Moleküle), an die Alphateilchen ihre kinetische Energie abgeben, mit dem Luftdruck abnimmt.
In Wasser oder organischem Material beträgt die Eindringtiefe eines 5-MeV-Alphateilchens 40 μm. Ein etwas kräftigeres Blatt Papier oder einige Zentimeter Luft reichen somit im allgemeinen schon aus, um Alphateilchen vollständig abzuschirmen. Das kommt dadurch zustande, dass die Ionisationsdichte von Alphateilchen – d. h. die Anzahl Ionen, die das Teilchen pro Längeneinheit seiner Wegstrecke erzeugt – viel höher ist als etwa für Beta- oder Gammastrahlung. In einer Nebelkammer sehen deshalb die durch Alphastrahlung erzeugten Bahnspuren, verglichen mit denen von Betastrahlen ähnlicher Energie, kürzer und dicker aus.
Alphastrahlung, die von außen auf den menschlichen Körper wirkt, ist relativ ungefährlich, da die Alphateilchen aufgrund ihrer geringen Eindringtiefe überwiegend nur in die oberen, toten Hautschichten eindringen. Ein im Organismus durch Einatmen oder Aufnahme mit der Nahrung eingelagerter Alphastrahler ist dagegen sehr schädlich, da in diesem Fall nicht die toten Hautschichten, sondern lebende Zellen geschädigt werden. Insbesondere die Anreicherung eines mit Alphastrahlung zerfallenden Nuklids in einem Organ führt zu einer hohen Belastung dieses Organs, da dabei eine hohe Strahlendosis ihre schädigende Wirkung auf kleinem Raum und auf wichtige Körperzellen ausübt (Strahlenkrankheit).
Ähnlich wie bei der Beta-Strahlung gilt also, dass die Person keine Strahlung aussenden kann, weil die Strahlung die Hautschichten nicht durchdringen kann.
Allerdings könnten stark kontaminierte Personen radioaktive Elemente, die sie zuvor aufgenommen haben, z.B. wieder im Urin oder Kot ausscheiden. Sofern man aber hier die normale Hygiene beachtet, gibt es für Dritte eigentlich keine Gefahren.
Personen, die jedoch so stark mit strahlendem Material in Berührung gekommen sind, haben ganz andere Probleme, als nach Deutschland zu fliegen.
Müssen die Techniker, die nun in den hochverseuchten Reaktoren
arbeiten, danach in Quarantäne gehen oder gehen sie zurück in
ihre familien und verstrahlen dann Ehefrau und Kinder?
Keiner weiß wie viel die Techniker bisher abbekommen haben, stimmen jedoch die Werte von bis zu 400 mSv pro Stunde, kann man sich anhand der Tabelle hierselbst ausmalen, wie schlimm es für sie werden wird…