in einem bericht auf arte, habe ich die information das die
japaner 3 monate vor dem abwurf der atombomben kapituliert
hatten.
dem damaligem präsidenten war diese tatsache unwichtig, so
scheint es, sodass er die bomben abwerfen ließ.
was ist davon zu halten bzw. kann das jemand durch noch andere
quellen bestätigen oder widerlegen?
Hallo umungus,
das ist kompletter Blödsinn. Drei Monate vor dem 06.08.45, am 08.05.45, hatte Deutschland kapituliert. Da tobten noch die Kämpfe um Okinawa. Dass der Krieg für Japan verloren war, war offensichtlich. Der Widerstand diente nur noch einem Zweck - die priviligierte Stellung des Kaisers zu retten.
Am 26.07.45 gaben die Alliierten die sog. Potsdamer Erklärung ab, die die bedingungslose Kapitulation Japans forderte. Joseph Grew, vor dem Krieg Botschafter der USA in Japan und nun Staatssekretär im Außenministerium, erklärte in einer Note an das Weiße Haus: „Das größte Hindernis für eine bedingungslose Kapitulation […] ist ihre Überzeugung, dass dies die Vernichtung oder die dauerhafte Beseitigung des Kaisers und der Institution des Thrones sei“. Grew war für eine Garantie des Fortbestandes der Monarchie.
Das Ultimatum der Allierten enthielt jedoch lediglich die Garantie einer zukünftigen Souveränität, wobei die Form offen blieb: „Die Besatzungsstreitkräfte der Alliierten werden aus Japan abgezogen, sobald die Ziele [der Alliierten] erreicht werden und in Übereinstimmung mit dem frei zum Ausdruck gebrachten Willen des japanischen Volkes eine friedlich gesonnene und verantwortliche Regierung gebildet worden ist.“
Das war dem Kaiser zu wenig - der Kronrat ging auf Tauchstation und ließ das Ultimatum unbeantwortet. Damit war eine Invasion Japans unvermeidlich geworden. Am 06.08.45 erfolgte der Atombombenabwurf auf Hiroshima. Am 08.08.45 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg - auf Grund eines Geheimabkommens, wonach die Sowjetunion drei Monate nach Kapitulation Deutschlands in den Krieg gegen Japan eintreten würde. Eine Friedensfraktion um Fürst Konoe hatte in Unkenntnis dieses Geheimabkommens vergeblich versucht, die Sowjetuniom als Vermittler für einen Frieden zu gewinnen. Da Stalin auf die nördlichen japanischen Inseln als Kriegsbeute hoffte, boykottierte er diese Bemühungen. Am 09.08.45 fiel die Bombe auf Nagasaki. Einen Tag später, am 10.08.45, erklärte die japanische Regierung, dass sie die Potsdamer Erklärung akzeptiere - mit dem Vorbehalt, „dass die Deklaration keine Forderungen enthält, die die Prärogativen seiner Majestät als souveräner Herrscher berühren.“ Die Antwort der Amerikaner war zweideutig - wenn das japanische Volk es wünsche, könne die Institution des Kaisertums bestehenbleiben. In welcher Form und in welcher Person, blieb offen - in der amerikanischen Öffentlichkeit galt Hirohito schließlich (mE zu recht) als Kriegsverbrecher, der Hinrichtung oder lebenslängliche Haft verdiene. Die Antwort wurde im Namen der Alliierten (USA, England, China und Sowjetunion) über Schweizer Kanäle an Japan übermittelt.
Auf einer Sitzung des Thronrates am 14.08.45 erklärte Hirohito, er wolle die alliierten Bedingungen annehmen. Eine Ansprache wurde auf Schallplatte aufgenommen und am Morgen des 15.08.45 im Rundfunk gesendet. Die Ansprache vermied sorgfältig die Worte „Niederlage“ und „Kapitulation“, Hirohito sprach lediglich von einer „außergewöhlichen Maßnahme“. Kurz darauf wurde eine Ansprache des Großkämmerers und (seit April 1945) Ministerpräsidenten Kantaro Suzuki gesendet, worin er dem Kaiser dankte, dass er den Krieg beendet hatte und sich im Namen der Nation entschuldigte „für die Art und Weise, wie der Krieg beendet wurde.“
Freundliche Grüße,
Ralf