Japan u.a. Länder: Fremdsprachenkenntnisse
Hallo Wolfgang,
hier übrigens, falls es interessiert, noch eine kurze Info zu den Fremdsprachenkenntnissen innerhalb einiger Länder, auch Japan wird kurz erwähnt:
2.3.4 Fremdsprachenkenntnisse innerhalb einiger Länder
Die 10 aufgeführten Sprachgruppen erwirtschaften weltweit insgesamt rund 25 B $. Einer herausgegriffenen nationalen Volkswirtschaft stehen nun je nach Situation Fremdsprachenkenntnisse der Bevölkerung zur Verfügung, die sich einerseits auf den Fremdsprachenunterricht an Schulen, andererseits aber auch auf nationale Minderheiten gründen. So gibt es in den USA z.B. chinesische Sprachgruppen.
Interessant ist nun die Frage, mit welchen Sprachräumen eine Volkswirtschaft im wesentlichen ohne den Umweg über eine dritte Sprache direkt Handel treiben kann. Deutsche Firmen brauchen für den Handel mit Japan im Prinzip als dritte Sprache Englisch, denn japanische Sprachkenntnisse liegen in der Regel nicht vor. Im Handel mit Frankreich hingegen kann im Land sehr gut auf französische Sprachkenntnisse zurückgegriffen werden, wodurch der Handel ungemein begünstigt wird. Je mehr Sprachräume eine Volkswirtschaft in diesem Sinne abdeckt, umso leichter gestaltet sich der Handel.
So erfaßt als Beispiel Deutschland neben Deutsch die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch mit zusammen 16,3 B$ Bruttosozialprodukt von insgesamt 25 B $. Die deutsche Wirtschaft findet nämlich im Land ohne Schwierigkeiten Kräfte, die diese Sprachen beherrschen. Deutschland kann demnach in 2/3 aller Sprachräume den Handel in der Muttersprache des Handelspartners abwickeln. In Frankreich spielt zwar Russisch keine Rolle, dafür wird aber Arabisch gesprochen. Insgesamt deckt somit Frankreich ebenfalls etwas 2/3 aller Sprachräume ab. In den USA steht neben dem großen englischen Sprachraum hauptsächlich Spanisch, sogar Italienisch, aber auch Chinesisch und durchaus auch Deutsch zur Verfügung. In Japan ist die dominante Fremdsprache Englisch, aber in gebildeten Kreisen auch Deutsch. Die Länder Spanien und Portugal decken ihre eigenen Sprachräume ab und zusätzlich Englisch, z.T. auch Französisch.
Die Aufsummation ergibt - ähnlich wie bei Deutschland - für all diese Länder etwa einen Bruchteil von 2/3 von 25 B$. In GB spielt als Fremdsprache neben Französisch noch Hindi eine Rolle.
All diese Zahlen dürfen nicht zu genau interpretiert werden, denn es kommt auch auf die Qualität der Fremdsprachenkenntnisse an und auf dieVerbreitung im Land. Unter Berücksichtigung dieser Punkte schneidet Deutschland dann durchaus sehr gut ab, denn die Fremdsprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch sind qualitativ und quantitativ auf gar nicht so schlechtem Niveau vorhanden.
Der für das Erlernen von Fremdsprachen notwendige Aufwand ist im englischsprachigen Raum am geringsten, weil bereits 9,5 B$/ 25 B$ = 38 % durch die Mutttersprache abgedeckt sind. Effektiv ist der Aufwand noch geringer, denn notfalls kann überall in der Muttersprache Englisch verhandelt werden. In allen anderen Ländern ist der Anteil so gering, daß sich der alte Grundsatz bestätigt:
„Man erlerne Fremdsprachen“
Fremdsprachen sind an den Schulen qualifiziert zu lehren. Dazu gehört z.B. nicht das sogenannte „verlan“, also das rückwärts gesprochene Französisch. Zu vermitteln ist die französische Hochsprache und Hochkultur, nicht dagegen irgendeine Gossensprache, wie man sie heute in deutschen Französisch-Schulbüchern findet.
Quelle: http://www.dr-timmermann.de/sprachen1.htm
Grüße
Christiane
Wobei ich für die Aussage, dass in gebildeten Kreisen in Japan auch Deutsch verstanden wird, keine weiteren Belege gefunden habe.