Nun, ich denke, es ist teilweise wirklich Ansichtssache, was einem mehr liegt und was weniger - also Japanisch oder etwas Europäisches. Wie gesagt, würde ich mich bei der „Schwierigkeit“ einer Sprache eher erstmal auf die Grammatik beziehen. Einem Esperanto kommt die Sprache mit Sicherheit nicht nahe, aber wenn man wirklich kalt den Satzbau und die Morphologie betrachtet und dabei das Vokabular außer 8 lässt, so finde ich es persönlich etwas leichter als beispielsweise Französisch. Ein französisches Verb kann - lass mich kurz grob rechnen - 35 verschiedene Flexionsformen (anhand von „parler“ ausgezählt), Spanisch hat da m.W. 61 („hablar“, bedeutend mehr, jedoch etwas regelmäßiger, find ich), Deutsch hat für „sprechen“ 31 Formen (zusammengesetzte Formen nicht mitgerechnet). Für’s japanische „hanasu“ komme ich auf nur rund 15 Formen, ebenfalls Zusammensetzungen nicht mitgezählt. Substantive kommen im Japanischen ohne jegliche Flexion aus - aber gut, Spanische und Französische ja auch. Dafür hat japanisch weitaus mehr Pronomen. Okay, Minuspunkt in dem Falle.
Aus den Demonstrativ-/Interrogativpronomen lässt sich eine nette kleine Tabelle erstellen, wie sie in den anderen Sprachen nicht ganz so einfach machbar ist. Komparativ und Superlativ sind hier wohl ähnlich einfach wie Spanisch, da hinkt Französisch und wiedermal Deutsch hinterher.
Die Partikel (wa, wo, ni, etc.) vereinfachen natürlich vielerlei Dinge, sind an sich aber auch so vielseitig anzuwenden, dass ich sie vielleicht nicht unbedingt als Pluspunkt ansehen würde. Eher gleichzusetzen mit europäischen Sprachen - ist eben 'ne Alternative zu Präposition bzw. Fällen.
Plural gibt es nicht wirklich - also Vorteil ggü. Deutsch und Sprachen wie Walisisch, Arabisch und Irisch (aber ich denke nicht, dass du diese mit Europäisch meinst).
Der Satzbau selbst ist logisch aufgebaut, aber das sind meiner Meinung nach auch Französisch und Spanisch. Deutsch und Englisch, naja, darüber lässt sich streiten.
Naja… lange Rede, kurzer Sinn - ich bin deiner Meinung jetzt etwas näher. Morphologisch gesehen ist Japanisch sicherlich einfacher, der Satzbau kann wahrscheinlich ähnlich komplex sein.
Ich revidiere meine vormaligen Ansichten insofern, dass ich jetzt sagen würde, dass von der Grammatik her Japanisch und Französisch/Spanisch wohl ähnlich komplex - jedoch seeeeeeehr unterschiedlich - sind. Vom Vokabular und der Schrift ist Japanisch natürlich schwerer lernbar für einen Europäer.
Englisch hab ich hier jetzt bewusst weniger erwähnt, da ich - obwohl (oder vielleicht gerade weil) ich’s eigentlich fließend kann - es nicht klar beurteilen kann. Englisch flektiert zwar fast gar nicht (ein Englisches Verb hat kaum mehr als 5 Formen, Substantive nur 2, Adjektive 3), hat aber dafür etliche Eigenheiten wie Phrasal Verbs und so, die es schwierig machen, sie zu beurteilen.
Und Esperanto zähl ich nicht mit, weil es eine Plansprache ist. Deswegen ist die Grammatik natürlich einfacher zu erlernen als bei den meisten (wenn nicht ‚allen‘) Sprachen - auch für Japaner. 
/Vor allem ist sie regelmäßiger, was sich anhand
/ etlicher Beispiele beweisen lässt.
Sage mir doch mal ein paar bitte. Wuerde mich interessieren
was du damit meinst.
Nunja, hab ich oben ja schon indirekt. Aber im Japanischen gibt es weniger unregelmäßige Verben als in den europäischen Sprachen. „da/desu“, „masu“, „suru“ und „kuru“ fallen mir da ein. Der Rest ist regelmäßig, auch wenn es einige kleinere Regeln gibt, die besagen, dass hie und da mal ein Buchstabe wegfällt (kaku --> ka[k]ite).
/ Natürlich ist Vokabular mindestens genauso wichtig, da hat
man
/dann leider keine Vorkenntnisse, wie bei europäischen
/ Sprachen, deren Wörter man oft von Fremdwörtern ableiten
kann.
Genau und da faengt mitunter schonmal das Problem an wenn du
versuchst den Unterschied zu verstehen zwischen oru, oru oder
oru. Oder uchi, uchi, uchi und uchi. Weil es im Japanischen
eben viele Woerter gibt die in Hiragana gleich geschrieben
werden aber ganz andere Bedeutungen haben. Aber das sind noch
relativ einfache Schwierigkeiten.
Ja, wie gesagt, eine Sprache ist ja leider nicht nur Grammatik; obwohl es eigentlich immer das erste ist, was mich an einer Sprache interessiert und was ich von ihr lerne. Eine Grammatik kann man vollständig lernen - den Wortschatz einer gesamten (natürlichen) Sprache zu lernen ist jedoch unmöglich. Man verbringt also quasi den Rest seines Lebens damit, Vokabular zu lernen (bewusst oder unbewusst), wobei man die Grammatik schon längst abgeschlossen hat, irgendwann.
Naja, wie gesagt - Grammatik gleich schwer/leicht, aber höchst unterschiedlich. Vokabular viel schwerer. Schrift vergleichsweise immens schwer. Aussprache… hm, einfacher als Französisch, gleich leicht wie Spanisch. Aber Aussprache ist eh relativ.
Daher, falls sie eine
Methode kennt mit der es sich so einfach und schnell „richtig“
erlernen laesst, dann wuerde ich die wirklich gerne wissen.
Ist bei vielen Leuten ja unterschiedlich, die einen lernen autodidaktisch mehr als in der Schule, die anderen andersrum. Manchen liegen Sprachen gar nicht, bei manch anderen grenzt es schon fast an ein Wunder.
Meine persönlich bevorzugte Sprachlernmethode:
- Überblick verschaffen
- Grammatik soweit durcharbeiten, dass Kommunikation möglich ist (also alle Zeitformen, Fälle, Steigerungen, etc., vielleicht kein Passiv/Konjunktiv)
- Schreiben/Lesen/Sprechen/Hören üben
- dabei mehr und mehr Vokabeln aufschnappen
- wenn Hauptgrammatik sitzt, Rest lernen (Passiv, Konjunktiv,…)
- weiter üben bis in alle Ewigkeit… *gg*
Hängt natürlich von der Sprache ab. Englisch hätte zu viel „Kleingrammatik“, da wäre das unpraktisch. Für Spanisch, Esperanto und sehr bedingt auch Latein geht sowas aber.
Sicher nicht jedermanns Sache. Vielleicht muss man ein Sprachenfreak sein, weiß nicht… =)
Wieder einmal hab ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte… 