Japanisch

ich überlege gerade japanisch anzufangen. Ist es eingroßer Zeitaufwand diese Sprache zu erlernen? Und wie lange braucht man etwa um recht gut sprechen zu können?
Janina

Nun, in den gängigen Lehrbüchern steht immer: Wenn Du für Englisch 2 Jahre brauchst, brauchst Du für Japanisch derer fünf.
Ich persönlich finde Japanisch sehr schön. Sehr regelmäßige Grammatik, aber halt ganz anders als unsere, einfache Aussprache.
Nachteil: Viele Schriftzeichen und sehr fremde Vokabeln. Und die muss man halt büffeln, büffeln, büffeln.
Als Tipp: Sowohl an der Uni Hamburg (Veranstalter ist, glaubich, das Asieninstitut) als auch an der Ruhr-Uni-Bochum (Veranstalter Landesspracheninstitut NRW, Japonicum) gibt es exzellente zwei- bis vierwöchige Crashkurse auf unterschiedlichen Niveaus.
Hier eine Linkseite:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/sulj/slj_links.html

Ein Riesenproblem beim Japanischlernen ist, daß Du so gut wie keine Analogien zum Deutschen und anderen europäischen Sprachen hast (wie z.B. im Englischen oder Französischen). Weiterhin mußt Du Dich mit drei(!) verschiedenen Alphabethen rumschlagen. Es gibt unendlich viele Homophone (ähnlich oder gleich ausgesprochenen Begriffe, die etwas völlig anderes bedeuten und nur über den Kontext zu erfassen sind). Frauen benutzen viele Begriffe, die Männer nicht benutzen und umgekehrt (Frauen/Männersprache). Und noch vieles mehr. Ob wie Barbara meint 5 Jahre genug sind kann ich nicht beurteilen, ich hab nach rel. kurzer Zeit wieder aufgegeben, aber ein Freund von mir betreibt seine Studien seit nunmehr fast 15 Jahren und er behauptet immer noch nur mittelprächtg Japanisch zu beherschen. Er war allerdings noch nie in Japan und ist der Meinung, daß ein längerer Aufenthalt (so ab 6 Monate) einen Quantensprung im Lernen bedeuten würde.
Die Kurse in Bochum empfiehlt er übrigens auch.

Gandalf

Noch ein paar Kommentare von jemandem, der einige Jahre gelernt hat und auch schon da war:

Ein Riesenproblem beim Japanischlernen
ist, daß Du so gut wie keine Analogien
zum Deutschen und anderen europäischen
Sprachen hast (wie z.B. im Englischen
oder Französischen).

Gilt aber natürlich für alle Sprachen aus fremden Familien. Die japanische Grammatik ist nicht unbedingt schwieriger, nur anders als unsere. Hat man sich einmal an die andere Denkweise gewöhnt, geht es ganz gut.
Das Hauptproblem bleiben dabei die Massen von Vokabeln.

Weiterhin mußt Du

Dich mit drei(!) verschiedenen
Alphabethen rumschlagen.

Genauer gesagt: Unser Alphabeth (für Abkürzungen und so weiter), zwei Silbenalphabethe (wovon eines hauptsächlich zur Schreibung von Fremdwörtern benutzt wird, das andere für grammatische Endungen und „Hilfswörter“), und ca. 2000 chinesische Schriftzeichen. Als Krücke kann anfangs auch das Hiragana (eines der Silbenalphabethe) benutzt werden, um alles zu schreiben, aber wenn man ein bißchen besser wird, ist es vorteilhaft, schnell die Kanji (chin. Zeichen) zu lernen - oder zumindest die wichtigsten davon.

Es gibt

unendlich viele Homophone (ähnlich oder
gleich ausgesprochenen Begriffe, die
etwas völlig anderes bedeuten und nur
über den Kontext zu erfassen sind).

Oder über die Schreibung, im Falle eines Textes.

Frauen benutzen viele Begriffe, die
Männer nicht benutzen und umgekehrt
(Frauen/Männersprache).

Da liegt ein Fallstrick: Japaner machen sich gerne lustig über ausländische Männer, die bei Japanerinnen die Sprache gelernt haben oder umgekehrt, weil die eben die falsche „Sprache“ benutzen.

Und noch vieles

mehr. Ob wie Barbara meint 5 Jahre genug
sind kann ich nicht beurteilen, ich hab
nach rel. kurzer Zeit wieder aufgegeben,
aber ein Freund von mir betreibt seine
Studien seit nunmehr fast 15 Jahren und
er behauptet immer noch nur mittelprächtg
Japanisch zu beherschen.

Hängt natürlich auch von Talent und Einsatz ab. Wenn Du’s ernst meinst, solltest Du nach ein bis zwei Jahren Smalltalk-fähig sein. Schreiben ist aber natürlich was ganz anderes. Das dauert. Japanische Kinder lernen die Kanji während der ersten 6 Schuljahre.

Er war

allerdings noch nie in Japan und ist der
Meinung, daß ein längerer Aufenthalt (so
ab 6 Monate) einen Quantensprung im
Lernen bedeuten würde.

Stimmt garantiert. Ich habe schon nach nur 2 Monaten einen nennenswerten Erfolg gespürt.

Die Kurse in Bochum empfiehlt er übrigens
auch.

Hab’ ich auch viel Gutes von gehört.

Kubi